Hund läuft mir weg. Was tun ?
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Hallo zusammen,
wir haben seit Ende August eine kleine Spanierin namens "Tonita". Die Kleine ist zehn Monate alt, wirklich lieb, süß und gelehrig. Aber es gibt eine Sache, die mich im Moment ziemlich verzweifeln läßt...
Wenn meine Frau mit dem Hund unterwegs ist oder auf Spaziergängen mit dabei ist, bleibt der Hund auch.
Wenn ich mit ihr alleine gehe, die Leine abmache und ein anderer Hund auftaucht, läuft sie - schwupps ! - nach Hause. Sie läßt sich von mir dann auch nicht mehr zurückrufen.
Meine Frau ist im Moment arbeitssuchend und den ganzen Tag zu Hause. Dementsprechend groß ist auch die Bindung zu ihr. Ich gehe trotz der Arbeit dennoch so oft wie möglich mit dem Hund alleine oder begleite meine Frau. Wir haben auch schon zwei gemeinsame Wanderungen gemacht, die alle ohne Probleme verliefen.
Ich nutze die Schleppleine, versuche es mit Leckerlies, spiele und schmuse mit ihr und versuche auch generell alles, um einen Spaziergang interessant zu gestalten. Ich merke aber dennoch, dass Tonita ganz anders ist, wenn ich mit ihr alleine unterwegs bin. Sie ist dann oftmals unentspannt.
Bei Hunden, mit denen sie sonst gerne spielt, ist sie abweisend bis ängstlich. Wenn meine Frau dabei ist, spielt sie ausdauernd und gerne. Man merkt ihr dann an, dass sie längere Zeit in einem größeren Rudel verbracht hat und die Regeln kennt. Sie kann sich kann sich durchsetzen, wenn es ihr zu bunt wird und nachgeben, wenn es sein muss.
Bin ich mit ihr alleine ist sie komplett anders.
Ich bemühe mich immer um eine entspannte Atmosphäre und versuche immer, locker und freundlich an der Leine zu sein und Sicherheit zu vermitteln. Wohl wissend, dass ich als Herrchen wahrscheinlich der Grund für ihre Angespanntheit bin. Vielleicht sehe ich die Dinge auch zu verkrampft in meinem Bemühen, alles richtig zu machen.
Auf der Habenseite kann ich verbuchen, dass sie mir mittlerweile auch draußen ohne Leine gut folgt und sie auch nach dem Pipimachen "um die Ecke" bei mir bleibt und nicht mehr alleine nach Hause rennt. Sie ist nicht mehr so ängstlich wie am Anfang, kann alleine bleiben, fährt gerne Auto und beherrscht die Grundkommandos.
Aber sobald wir zwei alleine sind und ein anderer Hund auftaucht ist, gibt sie Fersengeld.
Das belastet mich wirklich sehr.
Ich habe die Hoffnung, dass sich das alles gibt, wenn sie aus der Junghund-Phase raus ist und das im Moment an der offensichtlich geringeren Bindung liegt. Ich hatte auch schon mal überlegt, in einen sicheren fremden Bereich zu fahren (z. B. Rheinwiesen), wo der Hund sich nicht auskennt und eben nicht nach Hause rennen kann. Allerdings mache ich mir da Sorgen, dass sie ganz abhaut.
Sie ist unser erster Hund, so dass mir da die Erfahrung fehlt. Habt ihr Tipps für mich ?
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Hi und erstmal herzlichen glückwunsch zum neuen familienmitgliedich verstehe nicht ganz wie der hund abhauen kann, wenn du die schlepp nutzt? hab ich irgendwas überlesen? solange sie dir entschlüpft darf sie eben nicht mehr ohne leine - ist ätzend aber für ihre sicherheit unerlässlich
zuallererstmal: klar du willst dass sie freude mit dir hat auf den spaziergängen aber du musst natürlich auch erstmal respekt einfordern, soll heißen: schlepp dran und dann wird eben nicht abgehauen, sie muss lernen, dass sie bei dir zu bleiben hat ... lass das ganze brimborium erstmal weg und geht ganz normal gassi, muss ja nicht immer die super action angesagt sein ... einfach ruhiges spazierengehen so dass sie lernt, dass ihr bei dir nichts passiert ... bei "fremdhundesichtung" nimmst du sie einfach rann und gehst entspannt mit ihr vorbei ... sie scheint ja genau in diesen situationen zu reagieren und mit dir (noch) unsicher zu werden ... hilf ihr dabei indem du das managst ... wenn sie nicht zu jedem hund hinlaufen und spielen darf bringt sie das nicht um ... im gegenteil: ihr 2 seid das rudel ... vergiss die anderen hunde erstmal
was macht deine frau denn anders? klar ist die bindung anders wenn sie nonstop für den hund da ist aber so ist es eben
bei mir war es andersherum: mein freund war den ganzen tag für den hund da, aber auf mich hat sie besser gehört

Ich wünsche dir ganz viel Freude und du musst einfach ein bisschen gelassener werden und dir nicht so einen stress machen ... dein hundi muss nicht immer DEN spaziergang seines Lebens mit dir erleben ...

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Danke für die schnelle Antwort.
Ich nutze verschiedene Leinen. Wenn es z. B. in den Ort geht oder zum Pipimachen um die Ecke, wird die kurze Leine genutzt. Dann wird auch einfach nur gegangen, straight durch. Die Schleppleine verwende ich, wenn ich mit ihr in die Parkanlage gehe. Ich mache die auch in der Regel nicht ab. Aber manchmal möchte ich einfach antesten, ob sie bleibt oder wieder wegläuft.
Gerade der Gang in die Stadt, der vorher fast überhaupt nicht funktionierte, klappt langsam immer besser, weil sie ihre Angst abbaut.
Du hast recht - es läuft eigentlich dann am besten, wenn ich sie an die kurze Leine nehme und einfach "nur mal" gehen möchte und mir alle anderen Hunde egal sind. Dann ist sie auch entspannter.
Meine Frau hat sich von Anfang an deutlich weniger um die Erziehung gekümmert, bzw. sich keinen großen Kopf darum gemacht. Sie ist einfach los mit ihr und gut. Dadurch ist sie auch viel lockerer.
Sie hat hingegen eher das Respektproblem. Tonita erlaubt sich bei ihr Sachen, die sie sich bei mir nie trauen würde. Bei mir genügt meist ein Blick oder eine kurze Reaktion, um ein nicht gewolltes Verhalten zu unterbinden, bei meiner Frau stehen die Schlappohren oft auf Durchzug.
Den größeren Respekt hat sie eindeutig bei mir; die größere Bindung zu meiner Frau.
Ich denke, dass ich persönlich einfach ein Problem mit meiner Erwartungshaltung habe. Das wird mir jetzt auch deutlicher, während ich die Zeilen hier schreibe. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mit ihr ohne Stress und ohne Leine durch die Gegend zu ziehen. Wir haben bei uns viele Feld- und Waldwege, wo der Hund sicher ohne Leine laufen kann.
Hört das Verhalten denn ab einem bestimmten Alter auf ?
Vielleicht muss ich einfach in Kauf nehmen, dass sie bei mir halt nur mit Leine geht und der Kontakt zu anderen Hunden nicht in der Größenordnung statt finden wird. Ich lasse mich halt nur immer kirre machen, wenn ich lese, dass die Hunde ja viel Kontakt zu Artgenossen brauchen und mal Gas geben müssen, usw.
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völliger quatsch. sozialkontakt wird immer überbewertet ... meine bekommt überhaupt keinen sozialkontakt mehr ... den hat sie mit mir
und EINEM einzigen hund mit dem sie wild toben darf wenn wir ihn treffen ... ansonsten keine hundbegnungen mehr ... das geht meistens schief und ich habe schlicht keine lust mehr auf russisch roulette ... sie ist viel entspannter ... sie weiß ja jetzt o.k. da kommt ein hund ich muss (sollte
) jetzt hier ruhig vorbeilaufen ... ihr geht es BESTENS damit - sie weiß ich bin dabei und es gibt keinen stress mehr weil ICH das unterbindehaha zu deiner frau (entschuldige ich mein das nicht böse): klar findet sie das klasse, bei deiner frau darf sie sich ja offensichtlich mehr herausnehmen ... so ticken die hunde ... das heißt aber noch lange nicht, dass deine frau das besser macht als du
sie hat nur die bessere einstellung á la augen zu und durch ... da sammelt sie natürlich bessere punkte ... aber du hast die besseren punkte weil sie bei dir eben auch korrigiert wird und darauf offensichtlich auch anspringt und sich nicht so viel "erlaubt" .. scheint also in der hinsicht ausgewogen zu sein ... jetzt müsst ihr nur noch beide einen mittelweg finden und alles wird gut!versuch dich zu entspannen .. du scheinst da einen tollen sozialisierten hund zu haben, das ist echt klasse ..! das bekommt man nicht immer aus dem tierschutz (ich zumindest nicht)

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Zitat
Du hast recht - es läuft eigentlich dann am besten, wenn ich sie an die kurze Leine nehme und einfach "nur mal" gehen möchte und mir alle anderen Hunde egal sind. Dann ist sie auch entspannter.
Ich denke, dass ich persönlich einfach ein Problem mit meiner Erwartungshaltung habe. Das wird mir jetzt auch deutlicher, während ich die Zeilen hier schreibe. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mit ihr ohne Stress und ohne Leine durch die Gegend zu ziehen. Wir haben bei uns viele Feld- und Waldwege, wo der Hund sicher ohne Leine laufen kann.
Hört das Verhalten denn ab einem bestimmten Alter auf ?
das hört sicher nicht ab einem gewissen alter auf (oder doch so mit 13 Jahren vllt.)
das hört durch lernen auf! versuch einfach die leine nicht so zu verteufeln ... man kann doch auch schön mit seinem hund an der leine laufen? ich finde es sehr schön so mit meiner gemütlich eine schöne runde gassi zu gehen ... wir sind zusammen und erleben gemeinsam etwas .. logisch kannst du sie auch mal springen lassen wenn du weißt dass keine "gefahr" droht warum denn nicht? aber der hund muss nicht nonstopp ohne leine durch die gegend düsen ... klar "leinenknast" ist nichts aber alle freiheiten auch nicht ... immer schön der mittelweg ... mal kurze leine, mal schleppleine, mal offline ... das ist doch schon abwechslung für den hund -
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Ja, unsere Tonita ist wirklich toll. Sie kam als Welpe direkt ins Tierheim nach Spanien und von da aus nach Deutschland, wo sie in einem großen Rudel lebte.
Ihr Problem war nicht, dass sie was schlechtes erlebt hatte. Ihr Problem war, dass sie nichts erlebt hatte. Und dafür haben wir viel erreicht.
Sie ist freundlich zu Menschen und allen anderen Tieren. Sie läßt sich von Kindern streicheln, kommt mit Katzen und Pferden zurecht, lässt Radfahrer und Jogger in Ruhe und läßt sich auch immer direkt zurück rufen (wenn ich nicht mit ihr alleine bin).
Meine Frau ist dabei, sich in der Strenge anzupassen. Ich versuche, lockerer zu sein. Dann dürften wir den Mittelweg erreicht haben.
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das klingt doch tollman macht sich nur SELBST so einen stress, der ganz oft so unnötig ist ... der hund ist nicht der nabel der welt, auch wenn man das am Anfang denkt

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Also Schleppleine würd ich erst mal dranlassen und versuch es doch mal mit Handfütterung um die Bindung zu Dir zu stärken. Sprich sie muss sich ihr Futter auf den Spaziergängen erarbeiten und bekommt vorerst nichts mehr zuhause. Das hat bei vielen Hunden schon ganz gut funktioniert.
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