Territorialaggression-was nun?

  • Zitat

    Ich finde du machst dir zu viel Gedanken über ungelegte Eier. Sprich doch erst mal mit deiner
    Kollegin über einen gemeinsamen Spaziergang und schaut wie die Hunde miteinander klar kommen.
    Dann macht ihr euch gemeinsam Gedanken über das weitere Vorgehen.

    Genau, probiert doch einfach mal nen Spaziergang aus, event. auch mehrere, sodass sich die Hunde wirklich kennenlernen können. Ich habe auch einen, nennen wir es mal territorial motivierten, Hund, der aber Hunde, die er gut kennt, sogar ein "seinem" Auto, also noch dazu auf sehr engem Raum, ohne weiteres duldet. Fremde würde er sofort vertreiben, mit allem, was dazu gehört.
    Unserer hat es halt nie anders gelernt, als selbst zu entscheiden, bis er zu uns kam. Wir müssen jetzt dran arbeiten, ihm das zu erklären, dass es nicht sein Job ist.

  • Die Frage ist, ist die Hündin tatsächlich territorial, oder hat sie einfach nur eine recht hohe Individualdistanz.

    Egal um was für einen Fall es sich handelt, wenn man die Hündin "deckelt" ändert sich an dem was sie fühlt überhaupt nicht, mit viel Pech hört sie auf den "normalen" Weg der Eskalation zu gehen und gleich "Hiebe verteilen".

    Territorialagression halte ich nicht für ungewöhnlich und sie hat nichts damit zu tun, dass man dem Hund es hat durchgehen lassen.

    Ich glaube ich würde erstmal schauen, dass die beiden Hündinnen sich kennen lernen, gemeinsam Spaziergänge, die dann auch mal darauf hinaus laufen, dass ihr gemeinsam in die Firmenräume geht.

    Ich würde jeder der Hündinnen einen gewissen Freiraum zugestehen, allerdings darauf achten, dass diese sich nicht überschneiden, bzw. noch ausreichend "neutrale" Zone dazwischen liegt.

    Die Hündin Deiner Kollegin sollte nicht der Meinung sein, sie müsse den ganzen Tag in Hab-acht-Stellung sein, weil Deine Hündin nun auch vor Ort ist. Man kann anfangen zu clickern, jedes ruhige und richtige Verhalten einfangen und bestärken mit entsprechender Belohnung, ein Entspannungssignal zu konditionieren.
    Ein Hund muss es nicht ertragen, dass man ihm einen anderen vor die Nase setzt, Hunde sind nicht grundsätzlich immer kompatibel und wollen mit Artgenossen spielen und immer nett zueinander sein.

    Schafft für die Hündinnen ein streßfreien Raum in dem sie entspannen können, und wenn sie sich halt für die Arbeitszeit in ihrem Raum einschränken müssen dann ist das eben so.
    Die Hündin deiner Kollegin muss nicht im ganzen Büro herum rennen, und Deine muss das auch nicht.

  • Es ist nicht verkehrt die Hunde auf neutralem Boden bekannt zu machen, denn nur so könnt ihr feststellen ob sie allgemein miteinander klar kommen. Das heißt aber nicht, dass sie im Büro klar kommen.

    Die 7 Jahre alte Hündin einer Freundin von mir und meine Hündin kennen sich seit meine ein Welpe war. Draussen toben sie zusammen, mögen sich, aber es ist eindeutig, dass die ältere die Hosen an hat. Ist ihr etwas zu viel macht sie eine ruhige aber deutliche Ansage und meine respektiert das und lässt ab.

    Drinnen ist die ältere Hündin stark territorial veranlagt. Bei Besuchen bei ihr zu Hause ist dies besonders ausgeprägt. Wenn Frauchen die Hündin nicht strikt auf ihren Platz schicken würde und Geknurre und abdrängeln im Keim ersticken, dann würde sie meine Hündin wegdrängen wollen und im Zweifelsfall auch zuschnappen. Meine Hündin kann daher nur mit langem Anlauf entspannen in diesen Situationen.

    Selbst bei uns Zuhause, also im Territorium meiner Hündin, beansprucht die Hündin meiner Freundin ihr Revier. Sie ist deutlich zurück haltender aber dennoch kommentiert sie die freie Bewegegung meiner Hündin mitunter mit knurren. Bei einem gemeinsamen Urlaub in einer Ferienwohnung zeigte die Hündin meiner Freundin fast das gleich stark ausgeprägte Verhalten wie in ihrem eigenen Heim. Die Hunde wurden folglich von uns beobachtet und beim abendlichen Beisammensein in zwei verschiedene Ecken geschickt. Meine Freundin musste jedoch immer ein Auge auf ihre Hündin haben.

    In gewissem Maße kann man dieses Verhalten auch trainieren. Es geht dabei auch um Frusttoleranz, d.h. die Hündin der Kollegin muss akzeptieren lernen, dass auch andere Hunde das Büro nutzen. Ebenso kann man einem Hund klar machen das ein Auto nicht ihm gehört. Meiner Meinung nach muss sich der Hund an den Vorgaben seiner Menschen orientieren lernen. Wenn ich es dulde das ein fremder Hund in mein Heim kommt dann kann ein Hund der akzeptiert hat, dass ich diese Entscheidung getroffen habe, diese zumindest tolerieren.

    Auch meine Freundin könnte klarer sein in der Erziehung ihrer Hündin und müsste diese Situationen mehr üben um Erfolge zu verzeichnen. Aber zumindest kann sie ihre Hündin auf ihren Platz schicken und sie ab und an ermahnen. Unbeaufsichtigt würde ich die beiden nie zusammen in einem Raum lassen. Für euch würde das heißen: kennenlernen und Beziehung der Hund einschätzen, zusammen ins Büro gehen und die Hunde unter strenger Aufsicht (d.h. jeder mit seinem Hund bei seinem Arbeitsplatz) beobachten (beide Hunde müssen feste Plätze im Büro haben), wenn beide entspannt sind gut, wenn nicht geht es nur unter Aufsicht und mit der Einschränkung, dass beide Hund nicht allein herumlaufen dürfen. Aber das tut keinem Hund weh, sondern hilft mit Sicherheit bei der allgemeinen Erziehung unterstützend. Ihr seid dort eben nicht zu Hause und alle müssen sich an Regeln halten.

    LG

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