Kinder-nichtmögender Hund umkonditionieren?

  • Ich schaue derzeit nach erwachsenen Hunden die zu uns passen könnten und habe gestern eine Familie besucht, die ihren Hund abgeben möchte. Ein 4 jähriger Parson Russell Rüde, kastriert. Frau ist schwanger mit dem ersten kind. Grund der Abgabe ist, dass der Hund in der vergangenheit eine Abneigung gegen kinder gezeigt hat und sie nun Angst haben, dass ihr Kind später in gefahr sein könnte.

    Folgende Situationen sind/waren immer kritisch:
    Solange Kinder den hund ignorieren ist alles gut. Was Kinder aber wohl selten tun. Er hasst es von ihnen angetascht zu werden und schnappt sofort, ohne vorher den rückzug anzutreten oder zu knurren. Passiert ist bisher nichts großes, meist war es ein Schnapper in die luft, einmal jedoch ein kind leicht erwischt mit blauem Fleck.
    Desweiteren reagiert er, nur bei Kindern!, so bei Beuteverteidigung. D.h. wenn er einen ball hat, eine tolle Schnupperstelle oder irgendwas "greifbares".

    An sich ist er immer auf Kinder freundlich zugegangen und wenn er es wollte, durften sie auch streicheln, er hat sich sogar auf den rücken geschmissen. sobald er aber gerade keinen kopf dafür hat, wird er pampig.

    Jedoch passierte es plötzlich vor zwei Wochen, dass er einen 4jährigen, der nur passiv rumstand, plötzlich pampig angebellt und gejagt hat als der weglief. das war der tropfen der das fass zum überlaufen brachte und er jetzt weg sollte, da er sich hier nicht in bedrängnis befand und sie bei allen vorigen situationen die schuld immer bei sich gesehen haben, weil sie nicht rechtzeitig reagiert haben.

    Diese negativen Seiten zeigt er ausschliesslich bei Kindern. "Nervige" Omas liebt er über alles, von denen lässt er sich betatschen und beschmusen wie verrückt. Auch ist er sonst auch bei JEDEM, selbst bei Fremden ein absoluzter Everybodys darling, schmeisst sich auf den rücken und freut sich über jede zuwendung.

    Nach Aussage der Familie hat er jedoch nie was wirklich negatives mit kindern erlebt. Im gegenteil, darauf hatte sie sogar explizit geachtet dass er mit kindern immer positives verbindet. hat aber wohl nicht geklappt. :/ Ihr weg war es immer, dass er absolut keinen kontakt zu kindern bekommt, aber im alltag ist das kaum möglich konsequent zu trennen, gerade wenn man eine junge familie ist.

    So, ich habe jetzt keine Kinder. Aber natürlich halte ich mir offen, dass in den nächsten 5 jahre auch mal ein Menschlein dazu kommt. Mal davon ab dass ich auch kleinkinder in der Familie habe.

    Wie groß seht ihr die chancen einen Hund wieder auf Kinder positiv zu stimmen? Wie könnte man das anpacken?

  • Zitat


    Folgende Situationen sind/waren immer kritisch:
    Solange Kinder den hund ignorieren ist alles gut. Was Kinder aber wohl selten tun.

    Ganz ehrlich?! Ich habe da mit Kindern bessere Erfahrungen gemacht als mit Erwachsenen. Erklär vernünftig, dass der Hund das nicht mag / Angst hat und lass die Kinder nicht dran.

    Zitat

    Er hasst es von ihnen angetascht zu werden und schnappt sofort, ohne vorher den rückzug anzutreten oder zu knurren. Passiert ist bisher nichts großes, meist war es ein Schnapper in die luft, einmal jedoch ein kind leicht erwischt mit blauem Fleck.


    Dann MUSS man dafür sorgen, dass kein Kind ihn antascht. Das geht!

    Zitat

    und gejagt hat als der weglief. das war der tropfen der das fass zum überlaufen brachte und er jetzt weg sollte, da er sich hier nicht in bedrängnis befand und sie bei allen vorigen situationen die schuld immer bei sich gesehen haben, weil sie nicht rechtzeitig reagiert haben.


    Er ist ein Terrier :D Da kommt dann sicher noch Jagdtrieb dazu.

    Zitat

    Nach Aussage der Familie hat er jedoch nie was wirklich negatives mit kindern erlebt. Im gegenteil, darauf hatte sie sogar explizit geachtet dass er mit kindern immer positives verbindet. hat aber wohl nicht geklappt.


    Das kann ja schon ein kurzer Moment gewesen sein, den die gar nicht mitbekommen haben. Übrigens mögen viele kleine Hund Kinder nicht, weil sie unberechenbar für sie sind

    Zitat

    :/ Ihr weg war es immer, dass er absolut keinen kontakt zu kindern bekommt, aber im alltag ist das kaum möglich konsequent zu trennen, gerade wenn man eine junge familie ist.


    trainieren müsste man erst mit etwas älteren (so ab 7 o. 8J) Kindern, die hundeerfahren sind. Fernhalten löst das Problem nicht.

    Zitat

    Wie groß seht ihr die chancen einen Hund wieder auf Kinder positiv zu stimmen? Wie könnte man das anpacken?


    Mein Terriertier hat leider auch einmal eine blöde Erfahrung mit dem Nachbarskind gemacht. Ich habe selber einen Sohn - der war nie ein Problem (im Gegenteil)
    Wir haben einige Zeit gebraucht, bis er wieder kindertauglich war. Zuerst mussten alle Kinder ihn komplett ignorieren, nicht anfassen, nicht ansprechen und am besten nicht einmal anschauen. dann hat hin und wieder mal ein Kind sein Lieblingsleckerlie verloren. irgendwann gings dann wieder. Ich lasse aber keinen meiner Hunde von Fremden Kindern antatschen. Warum auch?


    Hast Du Hundeerfahrung?
    Warum willst Du Dir ausgerechnet diesen Hund holen? Er ist - wie gesagt - ein TERRIER. Die können da sehr zäh sein.
    Ich bin immer sehr skeptisch bei Privatabgaben. Anscheinend haben sie Dir ja seeehr viel zu dem Hund erzählt. Ob alles wriklich so ist.... :???:
    Hast du schonmal im TS gesucht?

  • Ich würde es nicht machten. Ein Hund der keine Kinder mag kann man dazu bringen, das er sie toleriert aber wahrscheinlich wird er sie immer lieber von hinten als von vorne sehen. Ob einen das dann so glücklich macht und vor allem auch die Kinder sei mal dahingestellt.

    Es gibt soviele Hunde ... laßt euch die Zeit einen zu finden der wirklich paßt. Wenn es schiefgeht, dann heißt es für den Knopf nur, dass er wieder abgegeben wird. Ich würde es gar nicht erst ausprobieren... auch dem Hund zuliebe.

  • Das finde ich auch recht schwierig... so von deiner Schilderung her würde ich sagen, die aktuelle Besitzerin hat vermutlich im Bezug auf Kinder alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Kontakt immer zu unterbinden sorgt doch zwangsläufig bei dem Hund für negative Erfahrungen.

    Da kann man bestimmt eine ganze Menge wieder hinbekommen - und es kann gut sein, dass wenn der Hund ein stabiles Zuhause hat und dir vertraut, dass es dann auch mit Familien nachwuchs gut klappen würde.

    Auf der anderen Seite stimme ich zu, zum trainieren brauchst du hunde-erfahrene ältere Kinder, so ab 7j und nicht zu ängstlich. Kleine Kinder und ein Hund mit Kinderproblem ist eine blöde Kombi, weil die Kiddies es noch nicht hinbekommen, das Zusammensein mit dem Hund auf "Ansage" zu machen, also sich wirklich an deine Vorgaben zu halten, nicht unkontrolliert los zurennen etc. . Älteren Kindern macht das oft Spaß und sie "wachsen" an der Aufgabe und haben dann oft ein besseres Bauchgefühl als wir Erwachsene.

    Und für einen Terrier mit Kindern braucht man gute Nerven . Mein Sohn ist mit der sehr handfesten Cairn Terrier Hündin meiner Eltern grossgeworden.. es ging, war nie gefährlich, aber nicht immer einfach - beide haben viel gelernt und mein Sohn ist jetzt als Teenager wirklich hundeerfahren - ich glaube man könnte ihn auch mit einem Tierheim-Kampfhund spazieren schicken und er würde es entspannt hinbekommen :p

    Aber das wichtigste ist dein Bauchgefühl- schau dir den Hund an und hör auf dich - ist ER es? Dein Hund? Siehst du ihn und denkst, klar wir beide bekommen das hin? Dann habt ihr eine Chance. Wenn nicht, schau lieber weiter, es gibt auch ganz viele andere Hunde, die gerne eine Chance hätten.

    Lg, Trixi + Diego + Liz-Morena

  • Mag er keine Kinder? Oder kennt er Kinder nicht wirklich und kann sie nicht
    einschätzen und reagiert dann aus Unsicherheit so? Ohne den Hund zu kennen
    würde ich noch mit weiteren Baustellen im erzieherische Bereich rechnen. Hört
    sich so an, als hätte man bei dem Kinderproblem alles laufen lassen und nun wirds
    zu brenzlig, vor allem auch mit einem eigenen Kind.
    Mein Bungee kannte auch keine Kinder und war und ist einfach unsicher. Inzwischen
    ist es aber kein Problem mehr, wenn die Kinder nicht zu wild sind. Wird er unsicher
    bekommt er bei mir Schutz. Letztens waren wir z.B. hier im Stadion und da saßen
    in der Reihe vor uns zwei Mädchen, die haben ihm Zöpfchen geflochten :D . Und im
    Moment sind hier Waldjugendspiele und da ist er auch ganz gelassen an den Kindern
    vorbei gegangen.
    Man bekommt das hin, aber man hat die Verantwortung und muß seinen Hund kennen
    und rechtzeitig einschreiten.

  • Ich habe mich gegen den Hund entschieden. Die Familie war sehr nett und ich bevorzuge es wirklich eher, wenn jemand versucht seinen Hund selbst zu vermitteln als ihn einfach ins TH zu geben...Hunde von dort sind ja letztendlich auch irgendwie von privat, aber so kann ich mir vor Ort im gewohnten zuhause ein Bild machen. Das TH erfährt meist auch nur die Hälfte vom Hund und hat in den zwingern kaum die Möglichkeit ihn real einschätzen zu können.

    Trotzdem wäre es mir zu stressig, zumal der Hund wohl auch sehr jaglich ambitioniert ist...

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