Welpenschule oder Menschenschule?
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Da war ich doch am Samstag wieder einmal in der Welpenschule...
Tja, früher dachte ich - Hundeschule, das brauchen ja nur Deppen ohne Bauchgefühl.
Jahrelang hatte ich Hunde, unser letzter hat 16 Jahre bei und mit uns gelebt... meist ohne Probleme. Nun gut, er war nun nicht der Oberstreber, aber die Grundkommandos saßen und das hat (uns jedenfalls) gereicht.Und nun ist dieser kleine Terrorist mit dem wild-wuschelig-kuschelige Fell und den unglaublichsten kullerigsten Knopfaugen bei uns eingezogen.
Da wir schon immer leicht neidisch auf die Mega-Hundeführer waren, die mit einem kaum hörbaren Pfiff ihre Hunde in Nullkomma-Nix Salto schlagend zu sich rufen konnten. Und die Hunde darüberhinaus immer den Anschein machten, dass es nix besseres auf der Welt gibt als diesen einen Menschen (ich staune immer noch) haben wir beschlossen, so soll es mit unserem nächsten Hund auch werden!Also gute Vorsätze gehören in die Tat umgesetzt und so sind wir zur Welpenschule gestapft.
Die ersten beiden Male haben wir uns (also Hund und Mensch) scheinbar super geschickt - geklappt hat zwar kaum was, weil mein Hund die anderen Hunde doch besser fand als mich, aber es ging ja auch erstmal immer nur drum, dass die Hunde verschiedenste Dinge (noch mal) kennenlernen und die Angst davor verlieren.Bis zum letzen Samstag:
Übung: Locker an der Leine laufen
Bei den täglichen Spaziergängen kein Problem, also hab ich gedacht, pah, das ist leicht!
Pustekuchen!
Trainerin: Du machst das falsch! Mach das so und so -> siehe da, es funktioniert!Übung: Sitz!
Zu Hause ständig, immer und überall beim ersten Kommando, also hab ich gedacht, pah, das ist leicht!
Pustekuchen!
Trainerin: Sei nicht so grob - so geht das! (ich verlor langsam etwas Geduld) -> siehe da, es funktioniert!Übung: Ohne Leine neben dem (vorzugsweise) eigenen Mensch laufen und sich durch die anderen Hunde nicht ablenken lassen.
Zu Hause schon mal ein Problem, andere Hunde sind ja schon interessant, also hab ich gedacht, das wird nix!
Und siehe da, es funktioniert auf Anhieb!Bei irgendeiner Übung hab ich mich gefreut, weil es dann endlich geklappt hat und ich hab ihn gelobt und geknuddelt und einen echten Affentanz aufgemacht...
Trainerin: Oh mein Gott, was machst Du denn da? Geh mal in die Hocke und dann guck mal wie das wirkt!
Es war gelinde gesagt ziemlich bedrohlich....
Und jetzt frag ich mich: Wie hab ich das bei unserem alten Hund geschafft einen gut sozialisierten einigermaßen vernünftig hörenden Hund aus ihm zu machen, der seelisch nicht gestört, gebrochen oder sonstwas war...

Ich hab grad das Gefühl ich hab immer alles falsch gemacht...
Soviel hab ich noch nie innerhalb von einer Stunde gelernt...
Geht es euch auch so?
PS: Sorry für den Roman, und danke fürs durchhalten

- Vor einem Moment
- Neu
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Viele Wege führen nach Rom

Manche sind schneller und einfacher, manche eben behäbiger und gröber - der Hund vermag trotzdem was zu lernen, auch wenn manche Dinge vielleicht nicht optimal waren. Wichtig ist nur, dass du auch (weiterhin) auf dein Bauchgefühl hörst, deinen Hund anschaust und erkennst, ob er mit Lust und Laune dabei ist. Wenn die Trainerin euch gute und schnelle Wege aufzeigen kann, ist doch schön - so entwickelt man sich weiter, was nicht heissen muss, dass man "früher" alles verkehrt gemacht hat

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Ja Estandia, Du hast wohl recht...
Aber ich komme mir trotzdem vor wie der erste Mensch...
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