Maja hat plötzlich Angst beim Spaziergang, etc.

  • Hallo ihr Lieben,
    ich bin ganz neu hier & langsam etwas verzweifelt und hoffe sehr das ihr mir vielleicht etwas weiter helfen könnt :-)
    Achtung, es folgt ein kleiner Roman um alles ausführlich zu schildern :-D

    Wir haben zwei Golden Retriever, einen Rüden, Tyler, 4 Jahre alt
    und seit Januar, Maja, mittlerweile 11 Monate alt.

    Wir haben Maja im Januar von einem jungen Ehepaar übernommen. Zu dem Zeitpunkt war sie 4 Monate alt. Die Familie hatte die kleine also nur ca. 4 Wochen.

    Wir hatten damals auch 2 Golden Retriever..die 2007 leider verstorben sind.. und so haben alle Hunde ihre eigenen anderen Charakter und wir kennen die Probleme leider gar nicht

    So.. nun zu meinem Problem
    Anfangs ging ich immer allein mit ihr spazieren und sie lief fast perfekt an der Leine und zeigte auch keinerlei Ängste. Allerdings schon beim Geschirr anlegen zeigt sie keine Freude oder Aufregung. Habe das Gefühl am liebsten würde sie liegen bleiben.
    Ganz plötzlich, nach ein paar Wochen, versuchte sie immer an mir hoch zu springen, was ich natürlich verweigert habe. Großartige Angst konnte ich zu der Zeit noch nicht feststellen. (ging meistens durch seitenstraßen (auch verkehr) und durch den Wald und an einer Bahnstrecke vorbei (an einer Bahnstrecke wohnen wir auch) )
    Später sind wir oft mit ihr und unserem Rüden zusammen spazieren gegangen, schon da zieht sie extrem an der Leine und ist kaum zu bändigen, wenn sie vor dem Rüden laufen darf, ist es noch knapp erträglich. Wenn der Rüde dabei ist, springt sie nicht mehr mich, sondern den Rüden oder meine Mutter an, allerdings etwas weniger als wenn ich mit ihr allein laufe.

    Unerträglich wird es allerdings sobald wir an eine gut befahrene Straße kommen.. :( da interessiert sie weder der Rüde noch wir, sie rennt einfach los und ich empfinde es als völlige Panik. An der Straße nimmt sie auch kein Futter an, erst sobald wir wieder in einer Seitenstraße sind und sie sich etwas beruhigt hat. Ich gehe nun absichtlich immer diesen Weg und versuche sie Abzulenken, bleibe oft stehen, verhalte mich normal und tröste sie nicht.. Aber sie möchte einfach nur weiter und einfach nur noch weg von dieser Straße (so fühlt es sich für mich an) .
    (Ach und ihr Geschäft macht sie von Anfang an auch nur im Garten, wenn wir vom Spaziergang kommen rennt sie direkt auf die Wiese. Erst 2-3x (wie als konnte sie nicht mehr einhalten) hat sie beim Spaziergang gepinkelt.)

    Findet ihr ich handel richtig? Habt ihr vielleicht noch Tipps für mich was ich tun kann?

    Leider haben wir auch noch ein zweites Problemchen...
    Der Rüde macht furchtbares Theater, inkl Wolfsjaulen, seit Maja da ist meistens nur noch winseln, wenn meine Mum nicht zuhause ist & ignoriert Maja völlig.
    Maja empfinde ich eigentlich als sehr gelassen aber mittlerweile fängt sie an alles kaputt zu machen, Schränke, Türen.. Bevorzugt Holz. Sie liebt es zu klauen , Handtücher, Schuhe - alles.. Wenn wir weg gehen schließen wir schon alle Türen. Aber sie macht eben auch Möbel, Fußleisten, im Flur sowie Türen kaputt.. bzw. kaut sie an.
    Auch mit dem "Stubenrein" hat es bei ihr sehr lange gedauert.. und selbst jetzt mit 11 Monaten passiert es noch ab und an wenn niemand da ist. Meint ihr das ist eher Protest?
    Ob sich das wieder gibt? Flegelalter?
    Was haltet ihr von der Idee mit dem Kauknochen?

    Danke an euch alle schon mal im voraus
    Viele Grüße
    Jaqueline

  • Erstmal hab ich ein paar Nachfragen:
    Was macht ihr mit den Hunden zur geistigen Auslastung?
    Woran hat Maja richtig Spaß?
    Du sagst, Maja sei sehr gelassen, woran machst Du das fest? (Das was Du bisher beschreibst, ist alles andere als gelassen, hängt in der Leine, wird panisch an befahrenen Straßen, springt ständig Menschen und Tyler an, ist zu angespannt, um sich draußen lösen zu können)

    Dass Du versuchst, sie in der Straßensituation abzulenken, kann in meinen Augen zum jetzigen Zeitpunkt nur nach hinten losgehen - sie ist schon im Panikmodus, und Du bestärkst das, indem Du die Situation mit besonderem Verhalten aufwertest.
    Meine Herangehensweise wäre:
    - ich finde heraus, wo Majas Aufregung beginnt. Beim Verlassen des Hauses? Beim Leine in die Hand nehmen? Beim Verlassen des Grundstücks? usw. Das ist der Punkt, an dem ich eingreifen muss, an der Straße ist es viel zu spät.
    - ich lasse keinerlei Aufregung zu, dazu gehört auch Leineziehen
    - ich will, dass meine Hunde jederzeit entspannt und gesprächsbereit sind
    - ich nutze eine Arbeit, die Maja richtig, richtig Spaß macht, und übe das mit ihr außerhalb des Grundstücks aber in total ablenkungsarmer Umgebung und aus völliger Entspannung heraus
    - ich verlege diese (kurzen) Arbeitseinheiten sehr langsam über Wochen in Gegenden, die mehr Stresspotential haben. Ist mein Hund nicht mehr konzentriert und entspannt und aufmerksam und arbeitsfreudig, bin ich zu schnell vorgegangen.
    - ich führe meinen Hund sicher und souverän durch für ihn stressige Situationen, führen bedeutet da auch, dass ich ganz buchstäblich führe, also vor dem Hund gehe. Derjenige, der vorne ist, trifft zuerst auf andere Menschen, Hunde, Situationen, und ist der erste, der darauf reagieren muss. Für Maja ist das unglaublich stressig, also nehme ich ihr diesen Stress ab.

    Weil die meisten Umsetzungen dieser Punkte übers Internet aber nicht gut zu beschreiben sind, und weil wir insbesondere Deine Körpersprache dabei nicht sehen und ggf. korrigieren können, ist Dir mehr geholfen, wenn Du Dir einen Trainer suchst, der Euch vor Ort unterstützen kann.

  • Hi und danke erst mal für deine Antwort! :-)

    Also ich meinte nicht, das Maja bei der Situation beim Spaziergang gelassen ist. Da verfällt sie in Panik.
    Das sie gelassen ist war nur im Bezug aufs Zuhause bleiben gemeint.

    Am Apportieren hat sie großen Spaß und das machen wir auch regelmäßig.

    Ball spielen z.B. wird zum Problem, weil Tyler gerne den Ball holt, Maja aber dann ihn in die Hinterläufe zwickt, statt dem Ball ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
    Spiele mit beiden zusammen ist etwas schwierig.

    Spaß hat sie auch daran kleine Kunststücke zu erlernen und kann auch schon einiges, wie Sitz,Platz,Decke,Pfötchen,anderes Pfötchen,Männchen,Rolle u.v.m nur am "Laut" hapert es noch.

    Danke für den Hinweis dass das Ablenken die völlig falsche Richtung ist, das war mir nicht bewusst :(
    Ich dachte wenn trösten ganz schlimm wäre, wäre Ablenkung besser. Habe auch schon öfter komplett ignoriert und bin "entspannt" weiter gelaufen - das ist wohl dann auch die falsche Art und Weise oder was denkst du?

    Die Aufregung hab ich schon etwas studiert - Wenn ich mit ihr alleine gehe (seitdem wir oft mit Tyler gegangen sind) fängt sie kurz nach Verlassen des Hauses an mich anzuspringen und dreht sich immer wieder um, will sozusagen wieder zurück. Als ich Anfangs nie mit ihr und Tyler gegangen bin, gab es das Problem mit dem umdrehen nicht.
    Sie zieht dann allerdings nicht an der Leine, erst dann wenn ich an die gut befahrene Straße komme.
    Wenn Tyler dabei ist, zieht sie von Anfang an an der Leine und hechtet aber auch erst richtig los wenn wir an die Straße kommen.

    Deine Tipps klingen super, nur weiß ich nicht wie ich diese am Besten umsetzen kann. z.B. das ich eben keine Aufregung zu lasse etc. aber wie du schon sagst, weil es sicher schwer zu erklären ist (im Internet)
    Über einen Trainer haben wir auch schon nach gedacht und würden das Geld durchaus auch investieren, haben allerdings mal "schlechte" Erfahrungen gemacht und wollten es deshalb erstmal auf eigenem Weg versuchen. Aber ich denke auch wir werden da nicht drum rum kommen. Mir tut es wahnsinnig leid wenn sie solche Angst hat und genau deshalb brauchen wir Hilfe. Ich will ihr natürlich die Angst nehmen und möchte das sie den Spaziergang genießen kann (und ich auch ;) )

    Wir wohnen in NRW, in der Nähe von Essen, habt du/ihr vielleicht Erfahrungen mit einem Trainer in der Umgebung gemacht?


    Danke noch mal
    Viele Grüße

  • ja genau, aber erst seit ner Weile. Aber ich hab mich etwas falsch ausgedrückt, sorry :)
    ich meinte das gelassen sein im Bezug auf den Rüden, weil man ihm eben extrem ansieht das er nicht gelassen ist. - deswegen, nur im Vergleich gemeint, gelassen.

  • Achsooooo. Ja also ich denke es fehlt konsequenz in eurem Leben und Führungskraft. Du musst deinen Hund mehr behandeln als wäre alles normal. Als ich meine hatte mit 8 Wochen hatte sie auch Angst wegen rausgehen. ich bin sofort mit ihr in Die Stadt und Strabahn usw. gefahren. nach 2 Tagen war das kein Thema mehr. Einfach ignorieren wenn sie Angst zeigt. zügig voran gehen. Ihr zeigen: Hey ich ignoriere dich wenn du Angst hast, denn ist alles ganz normal! beruhig dich!" ISt sie gechillt aufmerksamkeit schenken.

    Niemals einem ängstlichen Hund aufmerksamkeit schenken.

    Du bist der Führer, du zeigst und gibst Sicherheit und wolang es geht. Nicht dein Hund.

  • Vielen lieben Dank für deine Antwort und natürlich deine Hilfe.
    Du hast recht, wir waren nie mit ihr in der Stadt oder an Plätzen wo viel los ist.
    Das mit dem Ignorieren habe ich auch schon versucht, aber wahrscheinlich einfach nicht über einen längeren Zeitraum, da ich mir ja nicht sicher war ob das der richtige Weg ist.
    Werde das auf jeden Fall weiterhin so machen und mir wahrscheinlich trotzdem noch Hilfe von einem Trainer holen um ihr die Angst an der Straße zu nehmen.

    Vielen Dank für eure Hilfe&Tipps
    Liebe Grüße
    Jaqueline

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