Allergie - aber welche?

  • Dann würde ich wirklich mal eine Saison abwarten. Gut möglich, dass im Oktober oder spätestens nach dem ersten Frost alles vorbei ist.

    Wenn bei dem Bluttest nix gescheites bei raus kommt, dann würde ich an deiner Stelle erstmal bis zum Winter warten und die Zeit bis dahin mit Kortison überbrücken.

  • Hab die Bluttestergebnisse gestern bekommen. Der ist leider positiv, und zwar für beides: In-door und Out-door. :sad2:

    Jetzt hat mir die TÄ am Telefon mitgeteilt, dass es natürlich akademisch richtig wäre den nächsten Schritt zu gehen und einen weiteren Test anzufordern, damit man genau weiß wogegen er allergisch ist. Man könne dann ein Desensibilisierungsprogramm starten, soll heißen: Ein individueller Impfstoff wird für ihn zusammengestellt und eine Spritzentherapie wird begonnen. Die soll ca. 2 Jahre dauern. Da er noch ein junger Hund ist, stünden die Chancen, dass die Spritzentherapie hilft, sehr gut.

    Dann fragte ich nach den Kosten und ich dachte mich trifft der Schlag: Der Test zur genauen Bestimmung kostet 400,00 Euro und der Impfstoff kostet für ca. ein halbes Jahr 300,00 Euro :irre:
    (Ich hab bei meinem TA-Besuch letzten Dienstag schon 200 Euro dort gelassen.)

    Nachdem ich am Telefon dann nicht gleich einwilligte sondern mal die Kosten "verdauen" musste, erwähnte sie noch etwas abfällig: "Naja, wenn Sie das nicht möchten, können wir ihm auch wieder Cortison geben. BESSER wäre allerdings die Spritzentherapie." Achja, dann wollte sie mir noch das "Royal Canin Antialergenic" Futter andrehen, weil sie meinte, das würde auch helfen. Ich hab schon so eine Dose daheim, weil ich das letztes Mal "zur Probe" schon mitbekommen hab. Nachdem ich die Inhaltsstoffe gelesen hatte wusste ich: DAS kommt SICHER NICHT in den Hund.

    Fazit: Derzeit hab ich leider weder Budget für diesen Test, noch für die Spritzentherapie. Wobei ich mich schon frage: 400 Euro für einen Allergietest? Sind die irre, oder leb ich vielleicht hinterm Mond?

    - Wie wäre es, wenn ich die Zeit (wie von Sammy1216 vorgeschlagen) bis zur kalten Jahreszeit mit Cortison überbrücke und dann mal schaue wies im Winter ist?
    - Hat jemand von euch diese Spritzentherapie schon gemacht oder weiß ob die sinnvoll und erfolgbringend ist?

    Danke für euer Feedback!
    LG, Martina

  • Ich weiß nicht, ob du es geschrieben hast, aber wurden denn andere Hauterkrankungen ausgeschlossen? Z.B. Demodexmilben?

    Ich kenn mich mit diesen Allergietests nicht aus, wir haben nämlich keinen machen lassen. Das einzige was ich weiß ist, dass die nicht sehr sicher sein sollen. Also, wie sicher ist dieses Ergebnis??

    Ich würde dir vorschlagen, vielleicht noch einen weiteren TA aufzusuchen. Der erste TA bei dem ich war, wollte sofort nen Allergietest machen. Ohne Demodexmilben auszuschließen, oder Leishmaniose auszuschließen. Foxi kratzt sich besonders im Gesicht, so dass die Augen z.T. ganz kahl waren, was ja auch ein Zeichen für Leishmaniose sein könnte. (Das nur kurz zur Erklärung.) Ich hab mich dann über Allergietests bei Hunden informiert und hab keinen machen lassen. Stattdessen hab ich mir ne zweite Meinung geholt. Die zweite TÄ bei der ich dann war, hat mir erklärt, dass diese Tests 1. nicht sehr sicher sind und dass es 2. keinen Sinn macht einen Allergietest zu machen, wenn Milben und Leishmaniose nicht ausgeschlossen sind. Sie meinte, wenn er Milben hätte dann würde der Test auf jeden Fall positiv ausfallen, auch wenn er gar keine Allergie hat. Deswegen würd mich mal interssieren ob Milben o.ä. ausgeschlossen wurden.

    Ich hoffe dein TA hat dir auch erklärt, dass eine Desensibilisierung theoretisch ne gute Sache ist, aber oft auch nicht anschlägt. Ich weiß nicht wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Desensibilisierung funktioniert, aber dass es eben nicht klappen könnte sollte man im Hinterkopf behalten. Du schreibst, die Chancen stünden gut, dass es bei einem so jungen Hund klappt. Wie hoch sind die Chancen??

    400 Euro für den Test und 300 Euro für ein halbes Jahr Impfstoff sind schon ne Menge Geld. Klar weiß man, dass ein Hund teuer werden kann, aber billig ist das trotzdem nicht. Man soll sich wenigstens in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen, was man machen will.

    Hat er denn ne Futtermittelallergie? Oder weißt du das gar nicht? Du könntest ja zuerst mal mit einer Ausschlussdiät beginnen? Bei Foxi standen auch Futtermilben zur Diskussion. Aber ich hab ihm dann für ne ganze Weile nur Nassfutter gegeben, und das Kratzproblem war immer noch da. Also konnten wir die Futtermilben schon mal ausschließen. Das könntest du versuchen. Und wenn du den Verdacht hast, dass er gegen ein bestimmtes Lebensmittel allergisch ist, dann solltest du auf jeden Fall ne Ausschlussdiät machen und die 400 Euro erstmal sparen.

    Dann würde ich an deiner Stelle wirklich erstmal den Sommer mit ner Kortisonspritze überbrücken und gucken wie es im Winter ist.

    So könntest du dich erstmal der Sache nähern, ohne Geld in einen Test zu stecken der nicht sehr sicher ist.

  • Diverse Milben und Leishmaniose wurden nicht ausgeschlossen, ich wurde auch nicht darauf hingewiesen, dass es welche sein könnten.
    Eine Futtermittelallergie - meinte die TÄ - könne man dadurch ausschließen, da das Cortison Wirkung gezeigt hat. Ansonsten würde das Cortison nicht anschlagen. Ich weiß nicht ob man das so pauschal sagen kann?

    Wie hoch die Chancen für eine erfolgreiche Desensibilisierung sind wurde mir nicht gesagt, nur dass es bei jungen Hunden "in der Regel" gute Chancen sind.

    Ich habe Batman jetzt die letzten Tage wirklich genau beobachtet. Er kratzt sich ausschließlich drin. Auch wenn er draußen ruhig im Gras liegt tut er es nicht. Aber kaum sind wir drin, fängt er wieder an.

    Ich werde heute auf jeden Fall mal eine zweite Meinung einholen. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass meine jetzige TÄ sehr drauf aus ist, mit den teuren Test und das Allergiefutter anzudrehen und nur periphär an einer richtigen Behandlung interessiert ist. :???:

  • Mann, das is ja echt doof!
    Hast Du bei Batman wirklich keinen Ausschlag gefunden?

    Wir hatten vor ein paar Wochen ein ähnliches Problem. Da "unsere" Hundewiese wochenlang nicht gemäht war, habe ich irgendeine Pflanze im Verdacht, die bei meinem Hund Ausschlag an den Schenkelinnenseiten der Hinterläufe verursacht hatte.
    Wir haben erst ein Shampoo vom Tierarzt bekommen, welches gegen Bakterien wirkt, welche sich gerne mal auf die gereizten Hautstellen setzen und dort vermehren und daher zusätzlich Probleme machen. Wirkstoff war Chlorhexidin.
    Dann habe ich ein Hautgeschabsel machen lassen, um die Probe auf Demodexmilben und Grabmilben untersuchen zu lassen, gleichzeitig wurde mit der Probe (auch drei Haare wurden für eine Haarprobe entfernt) eine Pilzkultur angelegt. Grasmilben haben wir keine gefunden.
    Mein Hund bekam dann ein paar Tage eine Kortisontherapie, auch Prednisolon (Tabletten).
    Also Milben und Pilze wurden nicht gefunden und nach der Kortisontherapie war der Ausschlag auch weg und kam bis jetzt nicht wieder. Toi Toi Toi

    Allergietest war erstmal das letzte Mittel der Wahl, neben einem Test auf diverse Infektionen, wenn der Ausschlag weiterhin bestanden hätte.

    Ich hab ja grundsätzlich das Gefühl, dass man als "Patient" sich tunlichst selbst gut über Diagnosemöglichkeiten informieren muss, dass man dem Tierarzt, wenn nötig eine vorschlagen kann. Die geeignete Therapie überlasse ich ihm dann... :D Denn irgendwie kommen die nicht darauf den Kunden vernünftig über die verschiedenen Möglichkeiten der Diagnosestellung zu informieren. Mir passierte das auch öfter und brachte mich schon häufig dazu, den Tierarzt zu wechseln... :hilfe: Eigentlich total doof!

    Ich hoffe Du findest den Auslöser!

    L.G.

  • Zitat

    Hab die Bluttestergebnisse gestern bekommen. Der ist leider positiv, und zwar für beides: In-door und Out-door.

    Hi,
    das ist nicht ungewöhnlich. Ich hatte eine Hündin mit Hausstaubmilben- und Gräserallergie. Eine Diagnose sollte aber schon her....und kein "vielleicht"..."könnte sein" o.ä.
    Ein Bluttest liefert erste Ergebnisse zur Orientierung, z.B. ein Allercept Screening. Der untersucht die unterschiedlichen Allergene auf Flohspeichel, Milben, Gräser, Kräuter oder Bäume. Auch ein Blutbild kann z.B. aufgrund erhöhter Eosinophile Granulozythen auf eine Allergie hinweisen.
    Beim Hautgeschabsel (...direkt von den roten Kratzstellen entnommen) wird ein TA schnell fündig was Milben betrifft.
    Steht das Ergebnis fest( die Allergie auf Hausstaubmilben ist nicht selten und bei jungen Hunden bis zu 2 Jahren recht häufig), dann wird entsprechend weiter verfahren.

    Prednisolon ist immunsuppressiv, d.h. es hemmt das Immunsystem verrückt zu spielen und lindert den Juckreiz, aber das wirkliche Problem wird nicht gelöst. Bei einem jungen Hund kann eine Desensibilisierung durchaus Erfolg haben. Ist zwar teuer, aber dem Hund wird geholfen....für den Rest seines Lebens :smile:

    Sollte es sich um eine Hausstauballergie handeln, gibts ein paar Dinge zu beachten. Die Milben lieben es nämlich warm und gemütlich, also sollte die Raumtemperatur im Winter bei trockener Heizungsluft nicht über 18° klettern. Lagerstätten und Teppiche kann man regelmäßig waschen und z.B. mit Milbiol zusätzlich behandeln.
    Im Trockenfutter stecken die auch gerne, auch wenn das gerne abgestritten wird. Das Zeug ist superstaubig, besonders wenn es lange in Silos gelagert wurde.
    Naja.....aber erstmal eine anständige Diagnose her und dann weiter sehen ;)

    LG

  • Ob es bei euch Milben sein könnten, kann ich natürlich nicht sagen. Mir wurde nur gesagt, dass man die ausschließen muss bevor man den Allergietest macht. Und vorallem auch bevor man Kortison gibt.

    Warum sollte Kortison nicht bei einer Futtermittelallergie wirken? Ich weiß nicht wie das ist, wäre aber mal interessant nachzuforschen.

    Informier dich mal im Internet, da findest du bestimmt was zum Thema Desensibilisierung bei jungen Hunden. Und dann kannst du immer noch überlegen, ob du das machen willst oder nicht.

    Foxi kratzt sich übrigens auch überwiegend drinnen. Ich hab keine Ahnung woran das liegt. Im moment glaube ich, dass er drinnen zur Ruhe kommt und das Jucken bemerkt. Während er draußen ganz schlicht und einfach abgelenkt ist.

    Ne zweite Meinung ist immer gut. Gerade wenn du das Gefühl hast, dass die TÄ dir nur teure Behandlungen und teures Futter andrehen will. Auf sowas reagiere ich wiederum ziemlich allergisch, ich will auch über Alternativen informiert werden.

  • kurzes Update im Fall Allergie:
    Batman kratzt sich seit gut 2 Wochen garnicht mehr. Er wacht nachts nicht mehr auf um zu kratzen oder macht ähnlich auffälliges.

    Sollte er nächstes Frühjahr wieder beginnen, überbrücken wir die Zeit mit der niedrigsten Cortisondosis.
    Ich ärgere mich auch ein bisschen über die Tierärzte bei denen ich war, die mir gleich sämtliche Allergietests, wirklich die ganze Liternei an Therapien andrehen wollten. Ja, es ist ihr Job, aber hätte ich gleich darauf gehört, wäre ich jetzt um viele hundert Euro ärmer, die vielleicht garnicht effizient genutzt geworden wären.

  • Das klingt doch ganz gut. Ich finde, man muss auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man nicht tausend Tests macht, sondern zum Cortison greift!

    Hast du denn noch irgendwas gemacht? Oder wirklich einfach erstmal abgewartet?

    Wir haben so ein Glück leider nicht, Foxi kratzt sich noch immer :sad2: Dachte, vielleicht wird das Wetter bald mal richtig schlecht und wir haben Ruhe, aber nix da. Also hat er gestern noch mal ne Spritze bekommen.

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