Pferde-am-Haus-Austauschthread

  • Oh, ein toller Thread :)


    Einerseits finde ich es beneidenswert, andererseits wollte ich es nicht mehr.


    Als ich in den USA gelebt habe, haben unsere Pferde am Haus gestanden (und stehen da heute noch). Der Stall war super, aber ich war tagsüber oft alleine und musste dann immer alleine reiten. Und ich musste reiten, Ausreiten konnten wir nur mit dem Trailer, weil das Haus direkt zwischen anderen Häusern lag. Außerdem stand ich so immer unter Beobachtung wie ich trainiert habe...


    Gefüttert werden müsste 1000000 Male am Tag mit 10000 Pulverchen und Zeugs, auf die Koppel und zurück, Paddocks und Ställe von 3 Pferden sauber machen.


    Hört sich alles negativ an, aber nein, das war es definitiv nicht. Einfach aus dem Haus und bei den Pferden sein, sein eigens Ding machen, das war schon super.


    Ich fühle mich aber in einem Einstellerstall mit vielen Freunden und Bekannten wohler, wo ich eine überdachte Halle habe, Leute zum Ausreiten etc. Bei uns läuft aber auch eigentlich alles super, nicht wie bei anderen hier im Forum ;)


    Das war nur mein Brei, wenn ich Zeit habe suche ich mal Fotos raus. Freue mich auf mehr von euch. Teilweise sind das ja mehr als traumhafte Anlagen :)

  • Das sieht toll aus bei dir, Inge.


    Unsere Pferde und der Esel leben auch mit am Haus. Wir haben drei Kaltblüter - eine 7jährige Stute mit derzeit 5 Monate altem Hengstfohlen, einen 1.5 jährigen Belgisch Trekpaard-Wallach, eine 16 jährige Ponystute und einen 10 jährigen Graueselwallach.


    Für die Kalten haben wir dieses Jahr einen Stall auf dem Gelände neu gebaut und Moni, das Pony und Juri, der Esel übernachten im ehemaligen Kuhstall.


    Wir haben direkt am Haus auf drei Wiesen ca. 2 ha Wiesen für die Tiere, die wechselweise - auch von den Ziegen und Schafen - genutzt werden. Heu machen wir meist selbst und kaufen bei, falls es nicht reicht. Dieses Jahr wars hier extrem trocken und wir konnten nur ca. 40 % der normalen Heumenge machen. Musste also dieses Jahr reichlich zugekauft werden - die Kalten fressen mächtig was weg. Zugefüttert wird gelegentlich haferfreies Müsli und Pellets, aber nicht regelmäßig. Da alle eher wenig arbeiten gibts hauptsächlich Heu.


    LG Birgit

  • Hey :)
    Ich brauch dann mal bitte eure Hilfe :)
    Wir sind nun auch am Überlegen...
    Wir haben ein Grundstück mit 1700qm
    Wir würden gerne 1 eigenes Pferd und einen Einsteller nehmen :)
    Als Stall hätte ich an eine Weidehütte 4*6 gedacht mit einer Teilwand vorne. Denkt Ihr, dass das als Stall reicht?
    Zum Auslauf: direkt an den Stall hätte ich gerne eine Art Paddock. Wie groß schlagt ihr den denn vor und mit welchem Boden?
    Zur Weide: reicht da der Rest der Wiese oder müssten wir da etwas dazupachten?
    Zum mist: wie lagere und entsorge ich den am Besten?


    Sorry wegen den vielen Fragen, aber ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.
    Danke schonmal! :)

  • Hey Missy,
    welche Pferde sind's denn?


    Die stallgrösse sollte ausreichen. Öffnung möglichst nicht in Hauptwindrichtung.
    Der Paddock sollte möglichst rechteckig sein, damit die Pferde ein wenig Laufanregung haben. Boden - falls nicht natürlicher Sand - am besten befestigen mit Platten, Kunststoffgitter oä, sonst ist das schnell eine Matschwüste.
    Für die Ernährung eines Pferdes rechnet man grob 1/2 - 1 ha pro Tier (einschl. Winterfuttererzeugung. Das sind 5000-10000 qm.
    Also ist deine Koppel für 2 Pferde etwas zu klein, aber als Auslauf- und Knabberfläche ok. Musst halt Futter zukaufen oder Fläche zupachten.
    Sowet erstmal - viel Spaß beim planen!
    LG


  • Hallo Missy,


    also wir haben 2.700 qm Grundstück und 1 Großpferd und 2 Shettys und die Fläche reicht bei weitem nicht.


    Wir haben einen Stall am Haus und unser Schlechtwetter-Auslauf ist ca. 200 qm groß. Trotzdem reicht die Wiesenfläche nicht mal als Knabberfläche über den Sommer. Zufüttern muss ich so oder so, aber das Gras ist so schnell weggefressen, so schnell kannst du gar nicht gucken. Ich hab immer nur kleine Streifen dazu gesteckt und auch etwas abgeteilt, damit sich das abgeteilte Stück erholen kann, trotzdem und trotz nur stundenweise aufs Grün steht da kein Hälmchen mehr. Ohne Zupachten kommst du mit 2 Pferden nicht weit.


    Ist das Halten von Pferden auf eurem Grundstück von der Stadt/ dem Landratsamt erlaubt? Da musst du dich unbedingt vorher schlau machen.


    Wegen dem Mist:


    Ein richtiger Misthaufen mit Betonplatte etc. wäre schon klasse, wir haben uns aus Kostengründen dagegen entschieden, weil die Platte allein vom Material her schon bei 1.500 Euro liegen würde. Wir haben das Glück, dass wir den Misthaufen vom Nachbarn nutzen dürfen, sollte das nicht mehr gehen, nehmen wir einen Anhänger, da wird der Mist drauf gekarrt und wenn der Anhänger voll ist, fahren wir ihn weg.


    Das ist das nächste, was du dringend vorher erfragen solltest - wer nimmt dir den Mist ab? Wie willst du einstreuen? Stroh? Sägemehl? Flachs/Hanf? Bis aufs Sägemehl (und Holzpellets) kannst du eigentlich alles in der Biogasanlage abliefern, das nehmen die normalerweise sogar gern, Sägemehl verstopft leider die Anlagen, die Bakterien können das nicht schnell genug verarbeiten und die meisten Landwirte haben es nicht gern auf ihren Äckern, weil es langsamer verrottet als Strohmist.


    Wegen dem Einsteller: Was machst du, wenn der geht? Dann ist dein Pferd allein. Was ist, wenn die beiden sich nicht verstehen? Dann sind 2 Pferde allein unter Dauerstress, du musst räumlich trennen... Das würde ich nicht machen. Lieber 2 eigene.


    Habt ihr Halle oder Reitplatz um die Ecke, wo ihr mit rein / drauf dürft, so dass die Pferde auch bei schlechtem Wetter bewegt werden können?


    Liebes Grüßle

  • Ach so, was mir noch einfällt:


    Hast du jemanden, der dir die Wiese mal abschleppt?


    Habt ihr ein Heu-Lager? Je Pferd und Monat solltest du 1 großen Quaderballen rechnen. Wenn ihr Kleinballen (die kleinen Quader mit ca. 12, 13 kg) füttern wollt, dann etwa 1 pro Tag und Pferd! Zu Heu-Krisen-Zeiten wie letztes Jahr kostet der große Ballen dann schon mal statt ca. 30 - 40 Euro gut 80 - 100 Euro, die kleinen statt 1,50 auch mal 3 - 3,50 Euro!


    Habt ihr jemanden, der euch das Heu bringt?


    Wenn du einen Einsteller nimmst, brauchst du eine Hüteversicherung, du (bzw. deine Eltern) bist auch dafür verantwortlich, dass das nicht-eigene Pferd nicht ausbüxen und etwas anstellen kann, das Grundstück muss komplett mit Strom eingezäunt sein und wenn du Einsteller nimmst, kann es auch sein, dass du einen Sachkundenachweis bei der BG machen musst (musste ich nur nicht, weil mein Mann Landwirt ist), ist bei uns in Bayern jedenfalls so. Außerdem solltest du in die Bundesseuchenkasse einzahlen, für den Fall, dass das Pferd stirbt und vom Abdecker geholt werden muss.

  • Isihovi:
    Am liebsten wäre mir ein Friese und dann halt noch einen Einsteller...


    Fändest du beim Stall 2 Eingänge besser oder 1 großer?


    Zum Paddock: wie mache ich das denn mit dem Sand? Einfach auf die Wiese Sand?


    Neben unserem Feld ist eines, dass noch ein bisschen größer ist, also vllt kann ich die ja pachten, müsste mich noch erkundigen ;)


    Danke schonmal :)

  • Bageerah: puh...ok, dachte nicht, dass es soo viel zu klein ist...muss mich mal umhören wegen dazupachten ;)
    Mein Vater geht in ca. Nem Monat zum Bauamt und erkundigt sich :)
    Das wegen dem Anhänger habe ich auch schonmal gehört, wird bei uns wahrscheinlich auch die beste Lösung sein...
    Reithalle ist in ca. 20min-Entfernung, wenn man im Schritt-Trab-Tempo geht... Wobei ich eher ein Freizeitpferd will, dass auch beim Vorbesitzer nicht täglich geritten wurde. Soll nicht so klingen, als würde ich mich nicht drum kümmern wollen. Natürlich würde ich versuchen, täglich was zu machen aber es soll eben kein Drama sein, wenn mal 1/2 Tage nichts gearbeitet wird...
    2 eigene Pferde geht nicht und wir würden uns erstmal im Bekanntenkreis umhören, ob jemand sein Pferd einstellen will... Klar kann es dann passieren, dass der Einstelker kündigt oder sich die Pferde nicht vertragen...aber ich denke, dass wir da schnell eine gute Lösung finden würden...
    Falls sich das mit dem Heulagern auf unsrem Platz nicht ausgeht, würden wir die Bauern rund herum fragen, da ein paar Scheunen in der Nähe sind. Wobei wir uns beim Thema Futter erst näher beschäftigen und uns umhören, wenn das mit dem Stall und so dann klappt...


    Wegen dem Einsteller: wow...na das ist ja kompliziert. Da werd ich meinen Vater mal bitten, sich da ganz genau zu erkundigen! :)


    Danke für die Antwort! :)

  • Warum gehen 2 eigene Pferde nicht?


    Ihr dürft bei all dem nicht vergessen, dass ein eigener Stall auch sehr teuer werden kann, Zäune, Litze und sonstiges Zubehör kosten eine Menge. Die Weidehütte halte ich für 2 Großpferde für zu klein, 3x3 m sollte jedes Pferd für sich haben und die kleinen Weidehütten liegen schon bei knapp 2.000 Euro.
    Die Stallmiete, die ihr von einem Einsteller nehmen könnt, wird mit Ach und Krach reichen, die Futterkosten zu decken, Strom, Wasser (habt ihr einen Brunnen, ein Pferd kann am Tag 60, 80 Liter Wasser trinken), Versicherung, Materialkosten für Instandhaltungen werden wohl an euch allein hängen bleiben, ihr habt keine Infrastruktur (Platz, Halle, Waschplatz etc.), was den Preis auch noch mal drückt.
    Ich habe für meine Box in einem Stall mit Reitplatz, Auslauf und riesen Weide, Waschplatz, WC und Reiterstübchen gerade mal 50 Euro bezahlt. Heu und Einstreu musste ich zwar selber kaufen, aber mich um die Mistentsorgung und Koppelpflege nicht kümmern... Merkst du... Kosten decken durch Einsteller wird nicht wirklich funktionieren. Das solltet ihr bedenken.


    Wenn ihr bei euch keinen Platz für das Heu auf dem Grundstück habt, habt ihr jemanden, der euch dann immer das Heu bringt? Ihr könnt ja nicht jeden Tag mit der Schubkarre 2 oder 3x am Tag durch den Ort laufen um das Heu portionenweise aus der Scheune bei einem benachbarten Bauern zu holen, ein großer Quader wiegt so um die 400 - 450 kg...


    Habt ihr einen trockenen frostfreien Raum für die Sättel, das Putzzeug, die Decken etc.? Im Winter schimmeln die Sachen schnell, wenn der Raum nicht trocken und warm genug ist.


    Dass die Reithalle 20 min entfernt ist, ist im Winter ziemlich ungünstig. Bis du dort bist, ist das Pferd bei schlechtem Wetter schon pitschnass, du sowieso und obendrein wahrscheinlich auch noch durchgefroren. Bei -15 Grad auszureiten geht, ist aber kein Spaß, hatte ich letztes Jahr alles. Schneesturm inklusive. Dann musst du bei bescheidenen Weg- und Straßenbedingungen ja auch noch irgendwie da hin kommen... Bei vereisten Wegen und Straßen lebensgefährlich. Ich musste mein Pferd letztes Jahr fast 6 Wochen stehen lassen, weil ich keinen Beinbruch riskieren wollte, es war einfach zu glatt überall. Und danach hatte ich ein Pulverfass. Hätte ich den Reitplatz nicht gehabt, wo er sich vorher austoben konnte, ich hätte den ganzen Winter nix machen brauchen.
    Klar kannst du auch nach einem phlegmatischen Pferd gucken, das eher faul ist und keinen Schritt zu viel macht, das macht aber auf Dauer auch keinen Spaß.


    Ich hab auch einen Friesen. Der ist nicht doof (ich persönlich halte Friesen für weitaus intelligenter als andere Rassen, die grenzen schon hart an Shettys!) und der arbeitet gern. Fordere ich ihn nicht, kommt der auf die dümmsten Ideen. Vor allem auf so Sachen wie "Ich fürchte mich plötzlich vor blauen Schnüren, grünen Grashälmchen, die aus dem Schnee gucken und Mülleimer fressen arme kleine Friesen besonders gern!"


    Versteh mich nicht falsch, die Pferde am Haus zu haben, ist das Schönste, was es als Pferdebesitzer gibt finde ich. Aber es ist ein riesen Aufwand und man muss vieles bedenken, worauf man im ersten Moment gar nicht kommt.


    Ich weiß nicht, wie euer Boden beschaffen ist. Bei uns wird es schnell matschig. Dieses Jahr waren wir zu spät dran um da etwas zu befestigen, jetzt ist es schmierig und einfach nur wääääääääääääh... Nächstes Jahr wird der Auslauf gescheit befestigt:


    Mit dem Bagger den Humus abtragen, dann eine Schotterschicht, die wird festgerüttelt und da drauf kommt dann Vlies und Sand. Sand nur so auf die Wiese kippen kann man auch, der arbeitet sich aber in den Boden und wird weggewaschen. Müsstest also jedes Jahr oder alle 2 Sand nachfüllen. 1 Zug Sand liegt bei etwa 450, 500 Euro... Hackschnitzel sind etwas billiger, werden aber innerhalb von 2, 3 Jahren zu toller Blumenerde und dadurch schmierig. Da musst dann den Belag wieder alle 2, 3 Jahre tauschen.
    Du kannst natürlich auch pflastern oder so Paddockmatten verlegen, ist aber auch entsprechend teuer. Bei Pflaster musst im Winter dann Schnee schippen und streuen (Splitt oder Sand) damit die Pferde nicht hinfallen, was bei Sand wegfällt...

  • Weil mir meine Eltern 2 Pferde nicht erlauben ;)


    Das das errichten alles teuer ist, wissen wir und wir sind dabei alles durchzurechnen ;)
    Aber das mit der Stallgröße verstehe ich nicht? Bei 4 mal 6 hat jedes Pferd sozusagen 4 mal 3!?! Oder was rechne ich da falsch?


    Bei uns zahlt man bei den Reiterhöfen in der Umgebung locker 500€ im Monat, klar haben die auch ne Halle und co aber trotzdem finde ich es viel Geld ;)
    Wir wollen neben die Weidenhütte eine Hütte stellen, um Heu/Stroh zu lagern. Also müssten wir nicht täglich zum Bauern was neues holen...
    Und falls es zu kalt oder so wird, um Sattel und co in der Hütte zu lagern, kann ich es ja zu Hause "lagern".
    Genau das mag ich auch an Friesen :) Will nämlich auch kleine Tricks oder ähnliches machen,...
    Das mit dem Matsch wäre bei uns auch ein Problem...da suchen wir gerade nach einer passenden Lösung...

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