Etwas schwierigen Hund aufs Baby vorbereiten + Zeit danach
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Hi,
im Dezember erwarte ich unser erstes Baby und ich mach mir Gedanken darüber, wie ich meine Hündin am besten darauf vorbereite und das Ganze positiv für sie hinbekomme.
Kurz zum Charakter meines Aussiemädels, sie ist stark auf mich fixiert, gehorcht aber sonst im Prinzip jedem. Von Erwachsenen leicht zu erziehen, sehr folgsam und unterordnend, Jagdtrieb voll unter Kontrolle. Sie freut sich über jeden Erwachsenen, auch Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung sind kein Problem. Sehr futterneidisch ggü. Hunden, früher gelegentlich eiffersüchtig gegen andere Hunde, das hat aber nachgelassen. Anderen Hunden gegenüber gerne dominant, kann sich aber auch dominanten Hündinnen unterordnen, zwei oder mehrere spielende Hunde machen sie unsicher, dann geht sie weg. Aufdringliche Rüden werden auf Abstand gehalten.
Leider bereiten Kinder ihr immer wieder Stress und ich kann nicht sagen, was diese Kinder an sich haben, denn manchen Kinder (leider die Minderheit) sind völlig in Ordnung für sie. Gehen wir Gassi ignoriert sie Kinder, es sei denn sie rennen laut schreiend rum, da wird sie nervös (Hütehund eben). Aber in der Nähe von Gebäuden/in Gebäuden kann es sein, dass sie drohend die Lefzen hochzieht und "tackert" wenn das Kind dann nicht wegbleibt/es ihr zu eng wird. Leider zeigt sie ihr Unwohlsein/ihren Unwillen nur in der Körpersprache, kein vorheriges Knurren. Ich hab schon einiges versucht, von beruhigen, zu strafen (ein scharfes Wort von mir ist Strafe genug für sie), zu belohnen, zu ignorieren, zu bewusstem weggehen von mir (dass sie meinen Stress nicht mitbekommt, den solche Situationen mir mittlerweile bereiten). Ich hab nix gefunden, was funktioniert und manage es jetzt so, dass ich den Kindern erkläre, dass mein Hund Angst vor Kindern hat und sie deswegen sie nur streicheln dürfen, wenn mein Hund von selbst zu ihnen hinläuft...was so gut wie nie vorkommt. Wobei gerade hundeerfahrene Kinder, die meine Hündin eher ignorieren für meine Hündin interessant und toll sind, zu denen geht sie gerne hin, v.a. wenn die Kinder selbstbewusst sind.
Ich habe sie mit 8 Wochen direkt von der Züchterin geholt. Dort ist sie mit Anschluss im Haus aufgewachsen (leider ohne Kinder), anschließend bei mir gabs auch immer wieder Kinderkontakt und mir wäre nicht aufgefallen, dass sie da negative Erfahrungen gemacht hätte. Wenn (Klein-)kinder von Freunden bei uns zu Besuch sind legt sie sich meist in Menschennähe irgendwo hin. Das Kind wird beobachtet, sie ignoriert es, solange es von ihr wegbleibt, es darf nur nicht aktiv Kontakt mit ihr aufnehmen...schwer einen Kleinkind begreiflich zu machen... Meine Hündin könnte jederzeit in ihr Körbchen oder so gehen, das macht sie aber nicht, sie möchte bei den Menschen sein. Sind wir allein ist sie nicht permanent in unserer Nähe, geht in den Stock nach oben oder liegt auf der Treppe rum.
Sie ist es gewohnt, an letzter Stelle der Hierarchie zu stehen, im Haus gibt es keine Aktion, draußen nur wenn ich es möchte, im Prinzip ist sie mein ständiger Begleithund, außer wenn ich arbeiten gehe. Sie ist bei den Pferden immer dabei und weiß auch da, dass sie nach dem Pferd kommt und in der reithalle angebunden warten muss. Ich kann andere Hund streicheln, sie unangeleint ablegen wenn tobende Hunde an uns vorbeigeführt werden, wenn sie zu anderen Hundn zum Spielen hinmöchte wartet sie sitzend, bis ich es erlaube. Sie darf auf Einladung aufs Sofa, verzieht sich aber auch ohne mit der Wimper zu zucken, wenn ich es möchte. In die Hundeschule gehen wir nicht (waren im 1. Jahr dort), dort ist es mir zu langweilig und die Zeit habe ich auch nicht. Die einzigen Momente, in denen sie nicht sofort aufs Wort gehorcht sind, wenn sie bekannte Menschen entdeckt, zu denen sie hinmöchte, wenn ich da zu langsam reagiere kommt sie erst, wenn sie den Menschen begrüßt hat...mit der Macke kann ich wunderbar leben. Im Prinzip ein perfekter Begleithund ... wenn nicht das Kinderproblem wäre.Hab schon reichlich gegoogelt, aber nicht so wirklich eine Antwort gefunden. In Fachbüchern gibts auch immer nur kurze Passagen mit allgemeinem Blabla zu dem Thema

Tut mir leid, dass es ein solcher Roman geworden ist, aber ich denke, ohne den Charakter des Hundes zu kennen kann man schlecht sagen tu dies oder das. Eine befreundete Hundetrainerin hat auch einen Aussie (Rüde), sie meinte, Aussies seien eben so und das geht schon alles gut...das hilft mir nicht wirklich weiter...
Wie würdet ihr meine Hündin aufs Baby vorbereiten?
Was würdet ihr beachten, wenn das Baby dann da ist (hab vor ambulant zu entbinden wenn alles glatt geht, so dass ich im Idealfall nur rel. kurze Zeit weg bin)?
Wie würdet ihr die ersten Baby-Hund-Jahre gestalten? - Vor einem Moment
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Hi,
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Ich habe zweimal ein Kind bekommen " mit Hund "
So wie es sich liest, hast du einen gut erzogenen Hund, und einen Säugling kannst du erstmal nicht mit Klein oder Schulkindern vergleichen.Vorbereitet hab ich gar nix, dem Hund wurde das Baby gezeigt , als wir nach Hause kamen und dann war gut. Gehört ab jetzt dazu , alles klar.
In der HuSchu wurde was von voller Windel mit nach Hause nehmen erzählt...naja...wer s mag. Ich find das Käse.Ein Hund, der Grenzen kennt, Regeln befolgen kann und weiss, dass im Notfall der Mensch da ist, um zu regeln und sich zu kümmern, wird wenig Schwierigkeiten mit nem Baby haben.
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Vermutlich hat deine Hündin es schon mitbekommen, dass du schwanger bist.
Sie merkt ja auch, dass sich etwas verändert hat bei dir.Ich würde ihr auch dann einfach das Baby zeigen. Das Baby wird sie sowieso erstmal nicht sonderlich beachten, von daher bleibt genug Zeit um sich langsam aneinander zu gewöhnen.
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also zunächst mal, ich würde nicht sagen, dass dieses Verhalten für einen Aussie "normal" ist, man kann es aber recht häufig beobachten. Aussies sind Einpersonen-Hunde, die gerne beschützen/Kontrolle behalten/alles überwachen. Das ist nicht "böse" gemeint, aber gehört oftmals zu ihrem Wesen. Wichtig ist eben, dass man dieses Verhalten in die richtigen Bahnen lenkt.
So wie du deine Hündin beschreibst, erinnert sie mich total an eine Hündin aus meiner Obedience-Gruppe: wirklich TOP erzogen, niemals schlechte Erfahrungen gemacht mit Kindern, reagiert aber auf manche Reize (wie eben rennende Kinder) teilweise recht heftig. Das liegt NICHT an der falschen Erziehung durch ihre Besitzerin, sondern hat mit dem schlechten Nervenkostüm dieses Hundes zu tun. Es liegt hier eindeutig ein Zuchtfehler vor, es liegt nämlich bekanntermaßen in der Familie/Linie, dass diese Hunde eine sehr niedrige Reizschwelle haben und mit einigen Umweltreizen schlichtweg überfordert sind. Auch das Thema Ressourcenverteidigung hat man ganz oft beim Aussie. Es ist ansich ja nichts schlimmes, aber es bringt auch nichts, es einfach zu ignorieren! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Aussies sich gerne durchsetzen wollen und man dann viel Druck aufbauen müsste, um sie davon zu überzeugen, dass ihre Idee grad sch*** war... Hingegen bin ich ein Fan davon, dem Hund ein Alternativverhalten beizubringen und in kritischen Situationen bewusst Druck rauszunehmen und das vorher antrainierte Alternativverhalten abzurufen. Das bringt vor allem eines: es nimmt Spannung aus der Situation.
Dass du im Dezember ein Kind erwartest, hat aus meiner Sicht einen Vorteil und auch einen Nachteil. Der Nachteil: du wirst sehr viel trainieren müssen. Der Vorteil: du darfst sehr viel trainieren ;-) Mein Ansatz wäre: Kinder sind toll!!!! Tu alles, damit sich in deinem Hund das negative Gefühl, das er mit Kindern verbindet, neutralisiert. Ist sie verfressen? Wenn ja, würde ich mit "Zeigen und Benennen" anfangen. Ich habe ja auch einen Aussie und auch er hat so seine Schwierigkeiten mit Kindern. Ich habe angefangen, zu clickern, wenn ein Kind in Belas Sichtfeld tritt. Der Hund lernt so zwei Dinge: 1. Kind = Click+Belohnung und 2. er orientiert sich bei Kindsichtung zu mir um, weil er dort eine Belohnung erwartet. Ich kann es schlecht in wenigen Sätzen erklären, aber mein Ziel ist eben nicht mehr (so wie früher), dass ich meinen Hund "deckele", weil er sich über die Anwesenheit eines Kindes aufregt, sondern dass sich seine Gefühle ändern, dass Kinder etwas Positives für ihn bedeuten und dass er, wenn es ihm unbehaglich ist, Schutz bei mir sucht, statt nach vorne zu gehen. Am besten liest du dich mal in dieses Thema ein. Es gibt dazu hier einen ganz tollen Thread. Ist nur ein Tipp von mir, denn ICH würde hier nur mit positiver Verstärkung arbeiten wollen bzw. tue das auch.
Der zweite Aspekt ist für mich, dass Aussies gerne unterscheiden zwischen fremd und gehört zur Familie. Es kann durchaus sein, dass deine Hündin dein Baby sofort akzeptiert, du aber dennoch aufpassen musst, dass sie es nicht nach außen hin verteidigt.
Was mir außerdem noch einfällt: ein Baby ist ja erstmal eine ganze Zeitlang ein Baby - kein Krabbelkind. Du hast also, nachdem das Kind auf die Welt gekommen ist, noch ein wenig Zeit, um die Gewöhnung herbeizuführen.
Ich würde dir raten, dich jetzt noch nicht allzu sehr verrückt zu machen! Hunde spüren sowas, und das wiederum verunsichert sie möglicherweise, ein Teufelskreis... An deiner Stelle würde ich einen wirklich guten Trainer aufsuchen, der euch begleitet, wenn das Kind da ist. Vorher würde ich eben wie oben beschrieben an der generellen Akzeptanz von Kindern arbeiten.
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Lieben Dank für eure Antworten, v.a. dir Jennja.
Clickern kennt sie, allerdings haben wir das schon lang nicht mehr gemacht, aber so verfressen wie sie ist wird das gleich aufgefrischt sein. "Zeigen und benennen" kenne ich, hab ich mit meinem Pferd mit Erfolg schon gemacht. Ist ein interessanter Ansatz um die negative Spannung bei Kinderlärm raus zu kriegen. Demnächst haben wir ein Trainingslager im Verein, da werd ich das mal gezielt üben und mal schauen wie mein Wauzi reagiert.Was ich zur Zeit überlege (wahrscheinlich mach ich mir zu viel Gedanken *ggg*) ist, dass unsere Hündin ihr Körbchen am Fußende im Schlafzimmer hat. Dort schläft/döst sie auch gerne, wenn ich irgendwo im Haus bin (macht sie v.a. abends gerne, wenn ich auf dem Sofa liege). Unser Zwerg kommt logischerweise auch zu uns ins Schlafzimmer ins Babygitterbett. Weil ich überall lese, man soll bloß nicht Baby und Hund unbeaufsichtigt lassen bin ich am Überlegen, ob das Gitterbett (normalhoch) genug Abgrenzung zwischen Hund und Baby ist? Also z.B. Baby schläft im Schlafzimmer im OG, Hund döst dort in seinem Körbchen und ich bin im EG auf dem Sofa. Oder ist das verantwortungslos und ich muss meine Hündin dann "aussperren" (Tür schließen)? Könnte mir vorstellen, dass sie das erst recht als Ausgrenzung versteht, denn die Schlafzimmertür ist nie zu bei uns (nachts nicht, dass sie zum Wassernapf kann und tags nicht, dass sie zum Körbchen kann).
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Das musst du selber wissen, in wie weit du das regelst. Ich hab nie besonders viel Gewese darum gemacht, bist du entspannt, ist es der Hund meistens auch, und das Baby sowieso

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