Zwei Hunde ein Problem
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Hallo,
seit gestern haben wir einen neuen Hund, aber zunächst die Geschichte dazu.
Wir, also meine Ma und ich, haben seit Jahrzehnten schon Jagdhunde speziell Setter. Zumeißt haben wir immer zwei Hunde und dann eine Hündin und einen Rüden. Auch derzeit ist das so.
Am 1. Mai diesen Jahres mußte leider unser 14 Jahre alter Irish Setter Rüde (Ali) eingeschläfert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war er super fit und hat mit seiner 10 Jahre alten Irish Setter Mix Tochter (Jette) ausgelassen gespielt und harmonisch gelebt. Jette ist bei uns zuhause zur Welt gekommen und ist ein sehr aufgewecktes, spielwütiges und höchst aktives Setter Mädchen. Für uns war klar wenn Ihr Vater stirbt wird es für Sie sehr schwer. Sie kannte Ihn von kleinauf als Leithund und war so immer ausgeglichen. Als Ihr Vater dann eingeschläfert wurde hat Sie sich bereits einen Tag später verhaltensauffällig gezeigt. Sie ist sehr nervös gewesen und wurde extrem anhänglich. Als Macke hat Sie dann Ihre Pfoten beleckt, was meine Mutter versuchte sofort zu unterbinden und Sie stattdessen mit spielen ablenkte. Für uns ist das Verhalten nachvollziehbar aber natürlich dauerhaft nicht möglich. Jette brauchte einen neuen Partner. Uns blieb also nicht viel Zeit das geschehene zu verdauen.
Kurzerhand haben wir in unserem Tierheim nach einen geeigneten Partner gesucht. Da wir bereits einen Tierheimhund hatten, wussten wir welche Arbeit mit so einem "vorgeschädigten" Hund auf uns zukommen kann.
Im Tierheim wurden wir dann fündig. Es lachte uns ein 4 Jahre alter Gordon Setter Rüde an. Er ist von seinem Verhalten sehr lieb, anhänglich aber auch dominant.
Um ein Kennenlernen zu ermöglichen haben wir zunächst einen Spaziergang mit dem Rüden (Sadi) unternommen. Er zeigte sich gehorsam und sehr verschmust. Der Charakter schien zu unserer Hündin zu passen. Wir verabredeten ein Treffen zwischen Sadi und Jette im Auslaufgebiet des Tierheimes welches etwa 2 km vom Tierheim entfernt in einem ruhigen Waldgebiet liegt. Sadi sowohl Jette begegneten sich ruhig und schnüffelten nach kurzer Zeit gegenseitig am Hintern ;). Jettes versuche mit Ihm zu spielen wurden durch Sadi mit Desinteresse abgetahn, Jette hat sich damit aber sehr gut abgefunden und Ihn laufen lassen. Für uns war das ein gutes Zeichen, woraufhin wir entschieden Sadi mitzunehmen.
Nun ist Sadi seit gestern Mittag bei uns. Der erste Freigang auf dem großen Hof mit eingezäunten großen Garten fand ebenfalls ruhig statt. Leider machte meine Mutter, wieder besseren wissens, eine unbedachte Handlung. Sie gab Sadi ein Spielzeug aus Jettes Kiste welches Jette nie zum spielen wollte, allerdings Ihren Geruch trug. Da Jette sehr sozial ist, hat Sie das ohne weiteres Geschehen lassen, denn das Spielzeug wollte Sie ja eh nicht. Dann allerdings machte Sadin etwas, wohl typisch für Hunde, was wir so nicht kannten. Er rannte mit dem Spielzeug weg und vergrub es. Nach einigem lesen im Netz weiß ich, dass er das Spielzeug als seine Beute ansah und es deshalb vergrub. Meine Mutter grub das Spielzeug mehrere Male aus und war letztlich gezwungen es zu verstecken. Sadi scheint das nicht gut gefunden zu haben.
Die ganzen neuen Eindrücke und das weggenommene Spielzeug haben Ihn scheinbar wütend gemacht. Er wurde gegenüber Jette "aggressiv", beltte und knurrt. Jette hingegen suchte Schutz bei meiner Mutter und machte keine anstalten sein Verhalten zu erwiedern. Letztlich wurden beide getrennt und Sadi angeleihnt. Jedes mal wenn Jette an ihm vorbei ging (nur in Begleitung meiner Mutter), knurrte Sadi. Das wurde von uns sofort mit einen kräftigen "Nein" gerügt.
Ein Abendlicher Spatziergang verlief mit beiden Hunden sehr ruhig ohne knurren und bellen. Sadi konzentrierte sich auf das gehen und Jette, vorne weg mit meiner Mutter, auf das Schnüffeln.Heute am zweiten Tag hat Sadi (immernoch getrennt von Jette) Jette einmal angebellt und wurde dafür ebenfalls wieder sofort gerügt. Bei der zweiten Begegnung kam weder ein knurren noch ein bellen von Sadi. Jette allerdings verhält sich immernoch etwas ängstlich.
Wir gehen nun mit beide Hunde spazieren wobei Jette immer vorne läuft und bei meiner Mutter. Die soll Sadi zeigen, dass Jette unter meiner Mutter steht aber über Ihn und so auch die nähe des Rudelführers genießen darf. zusätzlich wird Jette immer zuerst gestreichelt und dann Sadi. Macht Sadi einen Fehler oder deutet sich ein knurren oder bellen gene Jette an wird dies konsequent unterbunden. Für gutes Verhalten, wie die Stille bei der zweiten Begegnung heute, wird er gelobt.
Was meint Ihr dazu? gehen wir richtig vor?
Trotz Jagdhunderfahrung ist diese situation für uns neu. Gerade weil man nicht weiß was Sadi für eine Vergangenheit hat. Er ist teilweise ängstlich wenn er nicht sofort auf abruf kommt und geholt wird. Er duckt dann immer. Was uns andeutet, dass er recht streng erzogen worden sein muss.
Mit Hündinen kommt er laut Tierheim klar. Er war dort mit seiner Schwester welche kurz vorher einzeln vermittelt wurde. Sadi soll da sehr gewinselt haben.Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar.
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Hi,
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Erstmal: Den Hund ankommen lassen. Er ist ja erst seit gestern bei euch.
In dieser Zeit würde ich gar nicht' s aus der Spielzeugkiste von Jette holen ... weder für sie, erst Recht nicht für Sadi.
Wenn spielen ... dann getrennt von einander. Also erst mit Jette ... dann mit Sadi. Ebenso handelt ihr bei allem, was ihr mit den Hunden macht ... immer erst Jette, dann Sadi.
Die Hunde generell trennen würde ich nicht ... nur weil es gestern durch eure *Unbedachtheit* zu einer doofen Situation kam.
Lasst die beiden erstmal zusammenwachsen ... alles andere kommt dann.
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Ich nochmal:
Ich würde in der Eingewöhnungsphase, bis auf zusammen spazieren gehen und beide Hunde zusammen beobachten, nicht viel mit Sadi machen und nicht viel / gar nicht' s von ihm verlangen.So hat er Zeit, sich an alles ... und vor allem an Jette zu gewöhnen und Jette sich an ihn.
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Ersteinmal: Vielen Dank für die Antwort
ZitatErstmal: Den Hund ankommen lassen. Er ist ja erst seit gestern bei euch.
In dieser Zeit würde ich gar nicht' s aus der Spielzeugkiste von Jette holen ... weder für sie, erst Recht nicht für Sadi.
Ja genau. So haben wir das jetzt auch gemacht. Weder Sadi bekommt was noch Sie.
ZitatWenn spielen ... dann getrennt von einander. Also erst mit Jette ... dann mit Sadi. Ebenso handelt ihr bei allem, was ihr mit den Hunden macht ... immer erst Jette, dann Sadi.
Ja, das habe ich auch schon im Netz gelesen. Wir haben es bisher ja nur ein mal gehabt, dass wir eine Vergesellschaftung hatten. Dabei handelte es sich aber um Ali (als Welpe) undunsere damalige Hündin (leider schon verstorben). Das war natürlich was anderes.
Zitat
Die Hunde generell trennen würde ich nicht ... nur weil es gestern durch eure *Unbedachtheit* zu einer doofen Situation kam.Das dachte ich mir auch schon, aber natürlich schwingt jetzt eine Ungewissheit mit. Wir passen natürlich jetzt mehr auf, aber dass er heute früh wieder kurz gebellt hat war nicht sehr zuträglich dafür, dass wir Sie noch mal zusammen laufen lassen.
Aber ich glaube auch, das das gemacht werden sollte. Risiko hinoder her. Ohne Risiko gibt es auch keinen Erfolg, oder?
Und das Ganze läuft ja sowieso nur unter Aufsicht damit wir einschreiten können. Und letztlich lernen wir ja auch aus unserem Fehlverhalten.Zitat
Lasst die beiden erstmal zusammenwachsen ... alles andere kommt dann.Vielen Dank. Das hat schon sehr geholfen.
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Zitat
Ich nochmal:
Ich würde in der Eingewöhnungsphase, bis auf zusammen spazieren gehen und beide Hunde zusammen beobachten, nicht viel mit Sadi machen und nicht viel / gar nicht' s von ihm verlangen.Naja wir gehen halt nur spazieren und lassen Ihn bzw Sie im Garten unter Aufsicht laufen. Nur zusammen halt nicht. Aber immernoch so, dass Sie sich gegenseitig sehen können.
Zitat
So hat er Zeit, sich an alles ... und vor allem an Jette zu gewöhnen und Jette sich an ihn.Ja, vorallem durch diesen dummen Fehler wird es wohl etwas schwieriger. Aber ich sag mir auch, dass es gut ist das das passiert ist denn wie hätten wir sonst herausgefunden, dass er Dinge verbuddelt weil er es als Beute betrachtet. Auch Jette lernt daraus. Zumal wir auch so wissen, dass er futterneidisch ist. Das war bei Ali nur bedingt so und das Tierheim hatte sich dazu, wie so oft, nicht genügend geäußert.
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Ah ja ... ihr packt das schon
.Futterneid: Füttert ihr sie halt getrennt
.
Und wenn' s Leckerchen gibt ( also die, die einfach mal so gegeben werden
) dann bekommt zuerst Jette und dann Sadi. -
Vielen Dank

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Gern geschehen
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Ich würde noch nicht versuchen, von außen auf die Rangordnung einzuwirken, solange die beiden das nicht geklärt haben.
Lass den beiden Zeit, bis klar ist, wer wo steht, erst dann würd ich anfangen den Ranghöheren etwas zu bevorzugen, also als erstes und letztes Streichen beispielsweise. Sobald sich nämlich rausstellen würde, dass eure Hündin rangniedriger ist, ihr sie aber weiterhin "bevorzugt", kann es sein, dass der Rüde sie maßregelt und sie das dann büßen muss. Außerdem pfuscht man ihnen dann in der Regelung der Rangordnung rum und das kann diese erschweren und dazu führen, dass sie länger nicht stabil wird. Die machen das ganz alleine :)
Ich würde sie auch zusammenlassen und mich raushalten, es liegt ihnen ja nichts daran sich umzubringen
Meine Hündin knurrt fremde Hunde auch oft an, sie verhält sich sehr dominant. Unseren Rüden knurrt sie nie an, denn die Rangordnung ist klar und gefestigt.
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Vielen Dank auch für diese Antwort.
Ich sehe das etwas problematisch Sie das allein austragen zu lassen, denn immerhin ist Jette auf dem Grundstück zu hause und demnach Sadi der Fremde. Unter Wölfen wird ein Eindringling auch nicht akzeptiert. Das Rudel ist als solches eine Gemeinschaft und duldet vorerst keine Neuen.
Natürlich ist es aber richtig, dass die Rangordnung unter den Beiden entschieden wird. Früher oder später wird Jette Sadi als ranghöher akzeptieren. So war das damals bei unserer alten Hündin und Ali auch.Ali kam dazu und wurde von der Hündin dominiert. Sie wurde nicht anders behandelt als Jette derzeit. Es wurde dem Neuen gezeigt, dass Sie die älteren Rechte hat und er sich dem zunächst fügen sollte denn es ist in Ihrem Revier. Nach und nach hat der Rüde allerdings die Position übernommen. Ganz ohne Balgerei oder der Gleichen. Meine Mutter ist dennoch Bezugsperson geblieben und Ali auch zukünftig weggeknurrt worden wenn die Hündin bei meiner Mutter war. Das hat er auch akzeptiert. Aber bei fremden Hunden wurde die Hündin von Ali weggebellt und dominiert.
Ich denke es ist gut zu zeigen, dass Jette vorerst Ranghöher ist. Es ist vorerst Ihr Revier was Sie sich derzeit wohl oder übel teilt.
Gestern beispielsweise ist die Situation schon entspannter gewesen. Sadi durfte näher an Sie ran, obwohl Jette noch ängstlich ist, dank der ersten Auseinandersetzung. Auch Jette wurde beim spazieren gehen immer lockerer und hat sogar an Sadi geschnüffelt.
Auffällig ist vor allem, dass wenn Jette unsicher ist Sie sich hinter meiner Mutter oder mir versteckt. Sadi wagt es sich dann auch nicht näher zu kommen. Wird Jette dann direkt neben ihm gestreichelt schaut er weg und versucht erst garnicht Sie zu fixieren oder gar Sie irgendwie anders zu bedrängen.
Nach dem spazieren gehen wurde Jette zu erst auf den Hof gelassen und durfte ohne Leine rennen. Sadi kam danach auf den Hof und blieb an der Leine. auch das war sehr entspannt. letztlich hat Sadi dann angefangen zu winseln und Jette, versteckt hinter mir in einem größeren Abstand, fing ebenfalls an zu winseln. Ich glaube, dass es sich hierbei um Freude handeln könnte.Sichtbar ist aber, dass das Verhältnis langsam entspannter wird und beide sich spürbar an einander gewöhnen.
Also egal wie, scheint die jetzige Methode zu wirken :)
Aber ich gebe Wieselchen recht: es wird eine Rangveränderung geben; früher oder später

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