Kleinkinder und "verkorkster" (?) Chihuahua

  • Hallo!

    Ich hätte da gerne mal ein Problem... :???:

    Letzten Donnerstag haben wir für Katerchen und Dackelchen ordentlich Futter gekauft. Am Eingang des Futterhauses die übliche Ecke mit Anschlägen von Kunden. Darunter der Hilferuf einer älteren Dame deren Freundin im vergangenen Oktober starb und die jetzt ihre Chihuahua-Hündin in Pflege hat. Sie kennt die Hündin seit sie vom Züchter geholt wurde und würde sie gerne behalten, aber sie kann sich einen Zweithund wegen der schmalen Rente auf Dauer nicht leisten und ihre eigene Hündin kommt inzwischen etwas zu kurz. Evita hat das Rudel übernommen, ebenso alle Lieblingsplätze und Spielzeuge der Mischlingshündin Lilly.

    Gestern waren wir bei der Dame damit sich die Hunde mal beschnuppern können. Evita hat auf Paulis Annäherungsversuche mit leisem Gekläffe und Scheinattacken reagiert und sonst einen sehr ängstlichen Eindruck vermittelt (ist uns immer ausgewichen und hat sich hinter Pflegefrauchen versteckt).
    Sie hatte nie Kontakt mit anderen Hunden, außer Lilly, oder anderen Menschen. Ihr Frauchen war nicht mehr gut zu Fuß, da ging es nur mal ein paar Meter links oder rechts von der Haustür an den nächsten Straßenbaum. Falls längere Strecken anstanden wurde sie in einer Tasche transportiert. Zumindest ans Gassigehen über etwas weitere Entfernungen hat sie sich nun, widerwillig, gewöhnt.

    Zum Ende unserer gemeinsamen Runde habe ich mal den Versuch mit einem Leckerli gewagt. "Leckerlis nimmt die nicht!" Haha. Der Bann war gebrochen, schwupp hat sie sich ans Bein gekuschelt und ausgiebig kraulen lassen.

    So weit, so gut.

    Jetzt kommt der mögliche Haken. Sie wird in diesem Jahr sechs und wir müssen uns fragen ob und wie wir sie an Kleinkinder gewöhnen können. Wir beinahe täglich Besuch aus der Nachbarschaft, zweich Schwestern, die Jüngste fängt mit sechs Monaten gerade an zu krabbeln. Unser Pauli und auch deren eigener Hund lassen sich mit stoischer Ruhe auch mal am Ohr ziehen. Die Mutter hat allerdings Bedenken ob sich Evita an Kleinkinder noch gewöhnen kann. Und überträgt das Leider auch auf meine Frau.

    Hier ist guter Rat gefragt von Leuten mit mehr Hundeverstand als wir ihn uns bislang aneignen konnten.

    Danke.

    Sven.

  • Stellt Euch die Frage doch einfach mal anders:

    Angenommen Ihr wärd ganz bewusst auf der Suche nach einem Zweithund (jetzt war's ja einfach nur Zufall sicherlich auch eine große Portion Mitleid dabei :roll: ...) und die Rahmenbedingungen sind so wie sie sind. Würdet ihr Euch wirklich für diesen Hund entscheiden? Wahrscheinlich nicht. Stattdessen würdet Ihr vermutlich gezielt und in Ruhe nach einem Hund suchen, der vom Wesen her besser in Euer Leben (Kinder, "Jubel/Trubel/Heiterkeit", Hund + Katze ) passt.

    Klar - nichts ist unmöglich und auch ein "verkorkster" Hund verdient eine 2. Chance. Aber habt Ihr (hauptsächlich ja Deine Frau) wirklich die Zeit und Nerven für tägliches intensives Hundetraining - immer wieder vorkommende Rückschläge inklusive?

    Ganz ehrlich: Ich würde Euch von EVITA abraten.

  • Kann mich nur anschließen.
    Man kann sich Probleme antun, aber man muss ja nicht unbedingt... Gerade wenn es um Kind + Hund geht und ich so Sachen wie Ohren ziehen höre - das würde gewaltig knirschen mit Evita, schätze ich (nicht dass sie unbedingt beißt etc, sondern einfach auch zu Problemen auf seiten der Kinder, bis sie es verstehen).
    (natürlich nur von Ferne und hypothetisch... aber wie gesagt... können und müssen...)
    Grüßle
    Silvia

  • Zitat

    ...
    Angenommen Ihr wärd ganz bewusst auf der Suche nach einem Zweithund (jetzt war's ja einfach nur Zufall sicherlich auch eine große Portion Mitleid dabei :roll: ...) und die Rahmenbedingungen sind so wie sie sind. ...

    Klar - nichts ist unmöglich und auch ein "verkorkster" Hund verdient eine 2. Chance. Aber habt Ihr (hauptsächlich ja Deine Frau) wirklich die Zeit und Nerven für tägliches intensives Hundetraining - immer wieder vorkommende Rückschläge inklusive?
    ...


    Was unsere vierbeinigen Familienmitglieder betrifft, so haben die immer uns gesucht und gefunden, nie umgekehrt. und so soll es auch bleiben.
    Und immer diese Vorurteile... :roll: Ich hüte Haus und Garten, meine Frau darf noch ein paar Jahre arbeiten. Ich sehe kein Problem darin die Hunde (und den Kater) miteinander zu vergesellschaften. Aber wie gewöhne ich den Hund an Kinder? Die große "Enkeltochter" weiss wie sie mit Hunden umgehen muss, die kleine wäre nie ohne Aufsicht. Da sind immer mindestens zwei Erwachsene dabei.

    Zitat

    Kann mich nur anschließen.
    ... Gerade wenn es um Kind + Hund geht und ich so Sachen wie Ohren ziehen höre - das würde gewaltig knirschen mit Evita, schätze ich (nicht dass sie unbedingt beißt etc, sondern einfach auch zu Problemen auf seiten der Kinder, bis sie es verstehen).
    ...

    Das mit dem Ohrenziehen kam erst einmal vor, die Kleine fängt jetzt an die Hunde zu beachten und nach ihnen zu greifen.

  • Das mit dem "der Hund sucht sich uns aus" kenne ich, meine Tiere kamen auch immer auf "Umwegen" zu mir!!
    Habt Ihr die Möglichkeit mal zu schauen, wie der Hund auf Kinder reagiert? Vielleicht könnt Ihr ja mal einen Probetag einlegen und mal schauen, was passiert..
    Das wäre so meine Idee!
    Liebe Grüße und eine gute Entscheidung!
    Jui und Lotte (die auch ein Problem mit Kindern hat :headbash: )

  • Zitat


    Was unsere vierbeinigen Familienmitglieder betrifft, so haben die immer uns gesucht und gefunden, nie umgekehrt. und so soll es auch bleiben.
    Und immer diese Vorurteile... :roll: Ich hüte Haus und Garten, meine Frau darf noch ein paar Jahre arbeiten. Ich sehe kein Problem darin die Hunde (und den Kater) miteinander zu vergesellschaften. Aber wie gewöhne ich den Hund an Kinder? Die große "Enkeltochter" weiss wie sie mit Hunden umgehen muss, die kleine wäre nie ohne Aufsicht. Da sind immer mindestens zwei Erwachsene dabei.

    Vielen Dank für einen Einblick in Eure Familienstruktur - die Du in Deinem Eingangsposting übrigens nicht erwähnt hat. Soviel zu irgend welchen "Vorurteilen" :kopfwand: ...

    Ich bin übrigens der Ansicht, dass man sich Meinungen auch anhören sollte, wenn man (wie Du) darum gebeten hat. Da aber aus Deinen Antworten klar hervor geht, dass Ihr Euch bereits für den Hund entschieden habt, wünsche ich gutes Gelingen :hust: .

  • Das tut mir jetzt aber leid. Warum schrieb ich das wohl mit "" und einer Grinsefresse hintendran? Meine Vorstellung von Humor scheint etwas schräg zu sein.

    Und die Glaskugel funktioniert übrigens auch nicht. Ich bin unentschlossen und warte noch auf fachkundige Ratschläge, meine Frau ist eher ablehnend eingestellt. Das sei nur der Vollständigkeit wegen erwähnt.

    Aber trotzdem vielen Dank für deine Meinung.

  • Die Frage ist ja auch, ob ihr dem Hund einen Gefallen tut, ihn in solch einen Trubel mit Kleinkindern zu tun.

    Der kennt dies ja garnicht, sondern ist ein ruhiges Leben bei einer Einzelperson gewohnt.

    Ich würde dies dem Hund nicht antun. Zumal Chi durchaus dazu neigen die Zähne einzusetzen, wenn sie sich unwohl fühlen und dies bei Kleinkindern definitiv ein No-Go ist

  • [Das mit dem Ohrenziehen kam erst einmal vor, die Kleine fängt jetzt an die Hunde zu beachten und nach ihnen zu greifen.]

    Ja, das glaube ich gerne - trotzdem ist es immer ein "Act", unbeschwerten Kleinkindern, die eben andere "Hundetypen" kennen, beizubringen: "Bei diesem Hund darfst du das, bei jenem aber nicht". Das bezieht sich nicht nur auf Ohren, sondern kann bei Kleinhunden (typischerweise) auch durch-die-Gegend-rennen, rumkabbeln etc betreffen. Evita hört sich nicht nach dem Typ Hund an, der das stoisch erträgt. Und dann immer und immer wieder dazwischenfunken? Dafür finde ich die Entscheidung zur Aufnahme der kleinen Hündin einfach zu spontan... (nix für ungut, sind so meine Gedanken!)

    Grüßle
    Silvia

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