Erwartungshaltung beim Betreten des Raumes. Blindenhund

  • Hallo,

    meine Geschichte wird wohl etwas länger werden und Ihr werdet öfter von mir lesen... :hust:

    Aaaaalsooo: Milow ist ein weisser Schäferhund, 9 Monate alt, ein aufgeweckter Kerl mit vielen Flausen im Kopf. :pfeif:

    Nun gut, damit habe ich gerechnet, er steckt mitten in der Pupertät, aber dennoch... er ist schon ein feines Kerlchen. :smile:

    Unser Problem: Ich habe Ihn gestern bekommen. Er stammt aus einer Blindenschule, er kennt das Leben von klein auf. Er wurde in der Schule geboren und hätte als Blindenhund ausgebildet werden sollen, was leider nicht funktioniert hat, Milow ist zu aufgeweckt.

    Nunja, die Hunde dort haben ein Zimmer, in dem Sie leben. Jeder sein eigenes. Ich glaub um die 12m² pro Hund.
    Die Hunde werden trainiert, sozialisiert, ich stell nichts in Frage... Milow ist sehr freundlich, geht prima an der Leine, und ist auch so im freien super leicht zu händeln. Was mir meine beiden anderen Schäferhunde zum Teil ja abnehmen.

    Das Problem: zu Hause.
    Milow kennt es nicht anders, ich weiß. Wurde mir auch so gesagt. Er kennt keine Wohnung.
    Ob ich nicht ein Zimmer hab, wo ich ihn rein tun könne.... naja... Klar hab ich für den Notfall sowas.
    Es ist bei uns so: Meine Hündinnen liegen hier mit im Büro. Hier sind Betten und liegen für die Hunde. Sie können sich aber auch im ganzen Haus frei bewegen.
    Ich dachte mir einfach, Milow wirds so sehen und dann passt das. Von wegen...

    Damit er zur Ruhe kommt, muß ich ihn schon mal räumlich eingrenzen. Hab ich jetzt über Nacht auch gemacht. Damit er lernt, wo sein Platz ist. Er war mit den andern beiden im Büro/Hundezimmer

    Die Erwartung, wenn ich den Raum betrete, ist enorm. Er weiß von früher: jetzt geht's los. Logisch.... damals bekam er Futter, man holte ihn zum Training... halt immer wenn man sich ihm näherte, seinen Raum betrat, gings gleich los. :tropf:
    Ihr könnt Euch vorstellen, was er für ein Theater macht, wenn ich komme?
    Wie verhalte ich mich richtig? Ich machs jetzt so, das halt nichts passiert. Ich bin in dem Raum mit anwesend und er jammert und jammert.... ich denke mal, er wird das von den Betreuern so kennen... Gassi Runde-Fütterungszeit...

    Wie krieg ich das denn aus ihm raus, immer wenn er einen Menschen sieht, wartet er, das es los geht.
    Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gesammelt und kann mir Tips geben, wie ich mich am besten verhalte damit der Hund ruhiger wird?

    LG Nadia

  • Ich glaube,dass er sich realtiv schnell umgewöhnen wird,ein bisschen Zeit musst du ihm schon geben,er ist ja noch nicht lang bei dir.:)
    Wäre ich an deiner Stelle,würde ich ihn einfach nicht mehr zum "runterkommen" in einen gesonderten Raum sperren,sondern ihn wie jeden anderen auch bei dir lassen und halt mit ihm üben,auf seinem Platz zu bleiben hin und wieder.So fällt irgendwann diese Erwartungshaltung von der du schreibst am schnellsten weg denke ich.
    Wie gesagt,behandele ihn,wie jeden anderen Hund,der neu zu dir gekommen wäre.Und hab ein wenig Geduld.;)

  • Vielleicht wenn du seine Aufmerksamkeit erst mal auf einen Kauknochen/Futterball ect umlenkst?
    Dass er zwar was zu tun hat, aber ohne dich?
    Ich glaube auch, dass es etwas Zeit brauchen wird, bis er umgelernt hat.
    9 Monate geprägt und nun was ganz anderes ist schon krass für den Hund. Von "alleine" wird da wenig gehen, du musst ihn (in die von dir nun neu gewünschte Richtung) erziehen, wie einen Welpen.
    Aber er lernt ja fix, sollte also gut klappen und macht wahrscheinlich auch super viel Spaß, wenn man schnell Erfolge sieht!
    Und da er sich bisher auch nicht an anderen Hunden orientiert hat, sondern auf seine Trainer fixiert war, wird auch das noch dauern, bis er sich bei deinen "alten" was abguckt (bzw bis er überhaupt kapiert, dass er das könnte).

    Vielleicht wäre übergangsmäßig auch ein große Box ein begrenzter "Abschaltraum" für ihn, damit er nicht so ganztags unter Strom stehen muss?
    Wenn du die zu euch andern ins Büro stellst ist er zwar dabei, aber er weiß dann, dass er jetzt nichts tun soll.

    Ich glaube du hast da einen hochmotivierten, lernfreudigen Hund aus dem du echt was machen kannst.
    Super Ausgangslage, viel Spaß euch beiden!

  • Sicher habt Ihr Recht.

    Ich muß mich in Geduld üben, er kannte ja "so" ein Leben bisher nicht.

    An kauknochen ect. zeigt er keinerlei Interesse ... bisher.

    Ich werde Ihn einfach ein bisschen Zeit geben und warten bis er sich etwas eingelebt hat.

    LG Nadia

  • Du könntest ein Signal etablieren, dass Du überträgst.

    Also konkret: Wenn Du ihn ausquartierst, kommt er ja zur Ruhe. Bisher war das Signal für Ruhe also das in einem anderen Raum sein. Du könntest nun ein weiteres Signal einführen, dass sehr dominant ist - also für ihn stark wahrnehmbar. Denkbar wäre hier das Arbeiten über einen Duft. Man könnte ihm z.B. immer ein Halsband mit Lavendelduft (aber nur "zart" sonst bekommt er die Krise, weil es so stinkt) anziehen, wenn er in seinen Ruheraum kommt. Vielleicht noch in Kombination mit einer bestimmten Liegedecke - seiner persönlichen Ruhedecke. Das Halsband ziehst Du ihm gute 30 Mal an, nur wenn er zur Ruhe in seinen Raum geschickt wird und Du legst auch dann ganz ritualisiert die Decke hin. Wenn er bei Dir bleibt darfst Du diese Rituale anfangs auf keinen Fall anwenden.

    Nach den 30 Mal würde ich mal einen Test starten und die Kombi Decke + Duft in den Raum verlagern, in dem Du bist und ihn dann ignorieren... Hat er gut verknüpft, wir er auch dort recht schnell runterkommen. Auf keinen Fall darfst Du dann irgendwelchen aufmerksamkeitsheischendes Verhalten "beantworten". Wenn Du für ihn wieder ansprechbar sein möchtest, musst Du die Decke wegräumen und das Halsband ausziehen.

    Das Halsband bitte jenseits der Übungssituationen in einer Tupperdose aufbewahren, damit es nicht dauernd weiterriecht!

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo,

    ich wollte nur mal einen Zwischenbericht melden:

    Milow ist nun den 4. Tag bei mir und die Lage entspannt sich von Tag zu Tag... :D
    Er wird schon ruhiger und liegt auch entspannter wenn Menschen um Ihn rum sind.
    Natürlich ist sein eingefahrenes Verhalten noch nicht verschwunden, aber ich denke, mit der Zeit wird er auch das ablegen. Er ist viel ruhiger geworden und ich freue mich richtig darüber. Er ist ein toller Hund ... :herzen4:

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