Dominanz: ja oder nein!!

  • Zitat

    Jogi2010, was du beschreibst ist einfach Ressourcenverteidigung. Wenn du es richtig findest,
    dass dein Hund das sagen hat, ist das deine Sache ;) .
    Kann, muß aber nicht, zu Problemen führen, falls du es mal wagst das in Frage zu stellen.

    Hat Ressourcenverteidigung nicht auch ein Stück mit Dominanz zu tun?

    Ich hatte nicht geschrieben das ich es richtig finde das mein Hund das sagen hat. Bei mir macht er es auch nicht mehr, Gott sei Dank :D .

  • Es geht nicht um das Wort an sich, sondern um seine Bedeutung:
    Dominanz gibt es immer, überall und in jeder Situation, wenn mehrere Lebewesen anwesend sind. Einer wird wird immer die Führungsrolle übernehmen um die Situation zu meistern.

    Der Hund regelt die Dinge nach seinen Veranlagungen, wie ein Hund sie regeln würde, aber es passt uns nicht z.B. er verbellt Besucher.

    a) weil er noch nicht ausreichend gelernt oder verstanden hat, welches Verhalten erwünscht ist und welches nicht
    b) er fühlt sich zuständig für die Regelung der Situation, weil er nicht erkennen kann, dass es nicht seine Aufgabe ist.

    Es geht also bei dem Wort nicht darum, dass der Hund die Weltherrschaft an sich reißen und seine Interessen auf Biegen und Brechen durchsetzen möchte,

    sondern darum, dass er gewünschtes Verhalten noch nicht ausreichend erklärt bekommen oder gelernt hat bzw. noch nicht die Möglichkeit hatte zu erkennen, dass die Führung Aufgabe des Menschen ist.

    Heißt: Dominanz wird häufig eher als Ausrede mißbraucht - anstatt zu hinterfragen, warum der Hund genau in diesem Moment "die Hosen an hat" bzw. macht was er will.....

  • Zitat

    Ich meine Dominanz nicht als böse Angewohnheit sondern als normales Verhalten des Hundes.

    Scottie z.b sieht sich hier als Alpha. Er würde niemals Platz machen wenn er im Flur liegt und ich muss an ihm vorbei, er würde sich nicht von der Couch schubsen lassen usw.


    ist für mich keine Dominanz, sondern Unerzogenheit

    wenn ich sage, mein Hund geht von der Couch, hat er es zu tun und glaub mir, er wird es tun

    Dominanz ist für mich nichts artübergreifendes, Hunde untereinander können allerdings einen anderen situationsbezogen dominieren

  • Moin,

    ich bekenne mich schuldig, ich glaube fest daran, das mein Hund eine dominante Natur hat..... er wird jetzt im März 12 und, wann immer es ihm möglich scheint, in der Rangordnung unserer Familie aufzusteigen, nutzt er diese Chance und probiert es aus, immer noch.

    Egal, ob der Liebste sich beim gemeinsamen Vorlesen auf den Boden setzt oder eine Freundin zu Besuch ist, oder er unserer Ältesten (bei den anderen probiert er es nicht) meint, zeigen zu müssen, das er ranghöher ist als sie..... natürlich tut er das nicht täglich, keine Frage, aber es kommt bzw. kam vor. Selbst als er einmal sehr krank war und ich ihn einfach "laufen" ließ, weil ich meinte, ihm etwas Gutes zu tun, also er nicht an seinem festen Platz bleiben musste wie sonst, meinte er, mich dominieren zu wollen...... auch bei Hundekontakten ist er derjenige, der gleich anfängt zu testen, Pfote auf den Rücken und los geht`s.........

    Und glaubt mir, wir unterbinden dies sofort, sobald er beginnt jemanden anzustarren (Besucher merken das nicht einmal) fliegt er raus. Bzw. muss auf seinen Platz, nutzt das nicht, fliegt er, aber schnell. Tägliche Unterordnungsübungen gehören bei uns dazu, Fuß ist Fuß und nicht irgendwo neben mir..... aber verhalten, ohne wirklichen Zwang. Wir arbeiten viel zusammen, mein Hund und ich und wir sind ein gutes Team, aber das ist geblieben, über die Jahre hinweg.

    Egal ob er mit Apportl von der Wiese kommt und meint, er müsse drei Meter vor mir noch mal das Bein heben oder ob es um andere Dinge geht, das testen ist geblieben, der zugehörige Anpfiff auch.

    Wie sagte meine Ausbilderin? "Es gibt solche Hunde, seien sie immer, immer konsequent, dann gibts auch keine Probleme....." und ich denke schon, in der falschen Hand wäre mein Hund auch jemand, der die Führung
    übernehmen würde, aber sofort.

    Sein Verhalten ist besser geworden, seit wir unseren Zweithund haben, es dauerte nicht lange, da hat Diego die Führung übernommen..... und Malik wurde deutlich ruhiger, aber einen Versuch - ist das alles trotzdem wert. Bei uns schon lange nicht mehr, aber bei Anderen? Durchaus.

    Sundri

  • Eigentlich wurde ja schon alles gesagt.

    Dominanz ist keine Charaktereigenschaft, sondern eben situationsbedingt. Die meisten, die das Wort anwenden, kennen seine Bedeutung nicht einmal und begründen es völlig verkehrt.

    Es macht es so schön einfach, bestimmte Verhaltensweisen des Hundes darauf zu schieben, dass "er nicht weiß, wer hier das Alphatier ist". Und das heißt dann immer gleich, dass er über alles und jeden regieren will.

    Was die meisten HH nicht verstehen ist, dass es nicht für jeden Hund verlockend und erstrebenswert ist, eine Führungsposition zu übernehmen. Denn es bedeutet in erster Linie Verantwortung für alle anderen Familienmitglieder zu übernehmen, für deren Wohl zu sorgen, aufzupassen, dass niemandem etwas passiert, Konflikte zu lösen usw.

    Ein Hund der andauernd seine Überlegenheit demonstrieren muss ist definitiv kein Hund, der ein "Alphatier" sein könnte. Denn eine wahre Führungspersönlichkeit zu sein, bedeutet Ruhe und Souveränität - jeder Hund, der das nicht kann, ist ein Schnösel, nichts weiter.

  • Zitat

    Der Hund regelt die Dinge nach seinen Veranlagungen, wie ein Hund sie regeln würde, aber es passt uns nicht z.B. er verbellt Besucher. Sehe ich nicht unbedingt als Dominanz

    Ich schon, einfacher zu verstehen wird die Sache für mich immer, wenn ich das Nomen "Dominanz" weglasse, den Satz umstelle, und stattdessen das Verb "beherrscht" verwende.

    Der Hund beherrscht die Situation, in dem er versucht den fremden Eindringling zu verbellen: er meint es sei seine Aufgabe zu entscheiden, wer willkommen ist und wer nicht, und diese Entscheidung durchzusetzen.

  • Zitat

    Sein Verhalten ist besser geworden, seit wir unseren Zweithund haben, es dauerte nicht lange, da hat Diego die Führung übernommen..... und Malik wurde deutlich ruhiger

    Das ist doch selbstredend.

  • Moin,

    ja, aber im Gegensatz zu Malik würde Diego niemals auf die Idee kommen, uns als Menschen in unserer Rolle als Führende in Frage zu stellen...... das meine ich, ist der Unterschied.

    Diego definiert seine Rolle in unserer Familie ganz klar, Ersthund und das hinter uns.... während Malik das immer mal wieder im Laufe seines Lebens testen musste. Selbst mein "nachlässiger" Umgang mit ihm, während er so krank war, hat er als Schwäche meinerseits gesehen - das ist mir schon klar - und mich in Frage gestellt. Ich denke, Diego käme nicht auf die Idee.....

    Sundri

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