Hund hat Angst davor seinen Platz zu verlassen
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Hallo ihr lieben!
Nachdem mir gestern schon so gut geholfen wurde, versuche ich es gleich noch einmal

Es geht wieder um Beno - Ich kopiere seine Beschreibung schnell einmal von gestern hier herein.
ZitatBeno - Männlich, 6 Jahre alt, nicht kastriert. Kommt ebenfalls aus dem Tierheim, hat immer im Zwinger gelebt, wo er tagelang unversorgt blieb, weil seine Besitzerin zu alt und zu krank war um sich um ihn zu kümmern. Dadurch blieb auch eine Augeninfektion unbehandelt und er ist deshalb beinahe blind. Auch hat er eine wunde Schnauze, weil er sich dort am Gitter gerieben hat, diese will wegen einer Autoimmunerkrankung aber nicht mehr heilen. Im Tierheim gab sich der süße Beno sehr zurückhaltend und schüchtern, versteckte sich immer unter seinem Sessel und war nur sehr schwer dort heraus zu bekommen. Mit viel Geduld ist er jedoch zutraulich, lässt sich auch streicheln und verträgt sich eigentlich auch sehr gut mit anderen Hunden.
Er hat sich seinen festen Platz sowohl im Schlafzimmer, als auch im Wohnzimmer gesucht, wenn es jedoch darum geht, die Plätze zu wechseln, wir als schlafen gehen und ihn mitnehmen wollen, reagiert er auf "hier" plötzlich ängstlich und verkriecht sich. Mit Leckerlis lässt er sich dann langsam aus seiner Ecker hervor locken, doch auch mit viel Geduld kehrt er nach der Hälfte des Weges wieder um und ab in seine Ecke. Versuche ich ihn mit sanfter Gewalt an seinem Halsband heraus zu ziehen, sperrt er sich natürlich völlig, also habe ich einmal zur Leine gegriffen und siehe da, gar kein Problem. Er steht sofort auf, sein Schwanz hoch erhoben, die Ohren aufgestellt. Ich kann die Leine wirklich bereits drei Sekunden später wieder abhängen und er geht, als wäre nichts gewesen mit ins Schlafzimmer. Dieses Verhalten zeigt er öfters, wenn es darum geht spazieren zu gehen (er geht aber gerne spazieren) und eben bei Ortswechseln. Es ist einfach so, als würde er jetzt etwas ganz schlimmes erwarten
Nur die Leine gibt ihm anscheinend wieder Zuversicht.Natürlich habe ich mir gestern gedacht gut, lasse ich ihn halt im Wohnzimmer liegen, wenn er sich dort wohler fühlt, die Türen bleiben offen und das Licht ein, damit er jederzeit nachkommen kann. Am Morgen habe ich dann einen zitternden Hund vorgefunden, der sich nicht mehr aus seiner Ecke traute. Mir ist natürlich das Herz gebrochen
Also, was meint ihr, woher dieses Verhalten kommen? Ist das mit der Leine die richtige Art damit umzugehen? (Ich will nicht, dass er die Leine vielleicht mit etwas schlechtem verbindet)Ich freue mich schon auf eure Antworten
Mit freundlichem Gruß
Tschondou - Vor einem Moment
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Hallo,
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Zitat
... und er ist deshalb beinahe blind. ...
Ich vermute, dass könnte das Problem sein.
Ihr habt einen fast blinden, dazu noch schüchternen Hund erst ein paar Tage bei euch.
Er muss doch erst alles bei euch und euch kennenlernen. Das dauert bei einem Hund, der nicht genügend / oder gar nicht sehen kann länger, als bei einem Sehenden.
Wenn du ihn an die Leine nimmst, gibst vermittelst du Sicherheit und er kommt mit.Seine Unsicherheit durch Blindheit würde evtl. auch das andere Problem ( schnappen ) erklären.
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Hallo!
Ich melde mich noch einmal, weil ich zu der Sache mit der Leine noch eine Frage habe.
Beno wird zwar immer sicherer im Umgang mit uns, aber in etlichen Situationen muss ich immer zur Leine greifen. Zum Beispiel dürfen unsere Hunde nicht ins Bett, er springt jedoch jeden Abend hinein, besonders wenn er sich unsicher fühlt. Will ich ihn dann mittels "Hier", Leckerlis, oder am Halsband aus dem Bett befördern, sperrt er sich plötzlich vollkommen. Leine dran und alles ist wieder gut, die Ohren sind aufgestellt, der Schwanz hoch erhoben und er springt aus dem Bett und legt sich auf seinen Platz. Das selbe Verhalten kann man auch noch in anderen Situationen beobachten, das merkwürdige daran ist jedoch, dass es zum Beispiel tagsüber kein Problem ist, ihn von seinem Platz weg zu mir zu rufen, Abends (und es ist dank elektrischem Strom nicht dunkel bei uns
) jedoch hat er plötzlich Angst und drückt sich regelrecht gegen die Mauer hinter sich.Wie kann ich ihm auch ohne Leine die nötige Sicherheit vermitteln?
Ist das mit der Leine überhaupt der richtige Weg? Ich will nicht, dass er mit der Leine etwas schlechtes in Verbindung bringt.Mit freundlichem Gruß
Tschondou -
Hallo Tschondou
Ich denke der Weg mit der Leine ist der richtige. Meine Eltern hatten anfangs auch so einen "In-die-Ecken-drücker". Kommentarlos die Leine dran und die Welt war in Ordnung. Allerdings war dieser Hund nicht blind (oder fast blind).
Mach doch einfach eine Hausleine dran, dafür reicht schon ein Strick von ca 1m der dauerhaft an dem Halsband ist. Pass aber bitte auf, dass du dich nicht drohend über ihn beugst.
Zu der Blindheit und Unsicherheit kann ich dir gerade aktuell ein Liedchen singen.
Wir haben eine blinde Dackelhündin seit 2 Monaten bei uns-ein echter Pflegefall. Du wirst vorraussichtlich mehr Zeit und Geduld für einen schlecht sehenden Hund aufbringen müssen. Aber ich garantiere dir, es lohnt sich!Alles Gute und lass mal hören wie es läuft!
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Zitat
Ist das mit der Leine überhaupt der richtige Weg? Ich will nicht, dass er mit der Leine etwas schlechtes in Verbindung bringt.[/b]Wie du es beschrieben hast, gibt die Leine ihm Sicherheit!Das zeigt ja seine Körpersrpache (Schwanz hoch usw)
Damit wird er nichts negatives verbinden, weil es nicht negativ für ihn ist dir an der Leine zu folgen.
Ich würde eher die Leckerlis weglassen, denn damit wird er etwas negatives verbinden.Er kommt immer ein Stück weiter, aber hat trotzdem noch Angst und kommt nur damit er was zu essen bekommt, die Angst verschwindet dadurch nicht.Ich denke auch es hat auf jedenfall mit seinem Augenproblem zu tun, vorallem weil du sagst dass er tagsüber ohne Probleme kommt.Gib ihm noch ein paar Tage Zeit, er muss erstmal alles kennenlernen.Ich würde ihn aber immer Abends im Schlafzimmer auf seinen Platz legen, denn da ist er in eurer Nähe.Ein Erlebnis das ja fremd für ihn zu sein scheint, da er nur im Zwinger gehalten wurde.Seine Unsicherheit verschwindet, je mehr er euch vertraut!
Das schaffst du!!
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Zitat
Hallo!
Ich melde mich noch einmal, weil ich zu der Sache mit der Leine noch eine Frage habe.
Beno wird zwar immer sicherer im Umgang mit uns, aber in etlichen Situationen muss ich immer zur Leine greifen. Zum Beispiel dürfen unsere Hunde nicht ins Bett, er springt jedoch jeden Abend hinein, besonders wenn er sich unsicher fühlt. Will ich ihn dann mittels "Hier", Leckerlis, oder am Halsband aus dem Bett befördern, sperrt er sich plötzlich vollkommen. Leine dran und alles ist wieder gut, die Ohren sind aufgestellt, der Schwanz hoch erhoben und er springt aus dem Bett und legt sich auf seinen Platz. Das selbe Verhalten kann man auch noch in anderen Situationen beobachten, das merkwürdige daran ist jedoch, dass es zum Beispiel tagsüber kein Problem ist, ihn von seinem Platz weg zu mir zu rufen, Abends (und es ist dank elektrischem Strom nicht dunkel bei uns
) jedoch hat er plötzlich Angst und drückt sich regelrecht gegen die Mauer hinter sich.Wie kann ich ihm auch ohne Leine die nötige Sicherheit vermitteln?
Ist das mit der Leine überhaupt der richtige Weg? Ich will nicht, dass er mit der Leine etwas schlechtes in Verbindung bringt.nix Leckerli schmeißen, heb ihn vom Bett runter.
und dazu ein bestimmtes "Nein"das vertragen auch kleine Mimöschen

ich hatte bei Sammy ungefähr 4 Wochen eine kurze, weiche Leine dran, so dass ich ihn nicht direkt greifen musste. Parallel dazu hab ich dann gezielt verschiedene "Kleinigkeiten" mit ihm geübt:
- Langsam nach seinem Halsband greifen, streicheln, Leckerli.
- Pfoten hochnehmen, kontrollieren. Hund streicheln, Leckerli.
- Hund hochnehmen, auf Tisch setzen. Auf dem Tisch im Arm behalten. Hund streicheln, Leckerli, wieder runtersetzen.
- Hund in Badewanne gesetzt. In der Badewanne Leckerlis verteilt, die er fressen durfte. Hund wieder rausgehoben.
Also immer Dinge, wo er merkt, ich komm ihm nahe, aber es passiert nix Unangenehmes. Dabei immer sehr langsam und behutsam gewesen, den Hund zu nix gezwungen.
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die "Bettgeschichte" hat der Herr schnell spitz gekriegt. Das würde ich nicht als Unsicherheit oder gar Angst werten, sondern mehr in Richung "Hund dressiert Mensch"
Bei der Leine weiß er, dass du damit genau durchsetzt, was du willst. Mit "Leckerli schmeißen" wirste da nich weiterkommen. :)ich bin auch grad dabei, meinem Sammy, diese elende Leckerlifixiertheit, die er sich im Tierheim angewöhnt hat, wieder abzugewöhnen: ohne Leckerli in der Hand machte der nix...
mittlerweile scheint er aber zu begreifen, dass es ab und zu mal n Leckerli gibt, oder ne anderweitige Belohung für das Befolgen eines Kommandos.
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P.S.
eine Box ( in unserem Falle ne Flugbox) neben meinem Bett hat Sammy (auch ehemaliger Zwingerhund) sehr gut angenommen, weil er das von der Hütte aus dem Zwinger ja gut kannte: dies "Höhle" hat ihm ne ziemliche Sicherheit gegeben. In den ersten Nächten hatte ich die Tür zugelassen, damit er nachts nicht durch die Wohnung geistert. Mittlerweile ist die Tür offen und sein normaler Schlafplatz, den er sich auch des öfteren mit Bungee kuschelnderweise teilt. -
Der Hund ist schon in anderen Situationen Ressoucenverteidiger. Da einen Konfrontationskurs zu empfehlen, ist fahrlässig!!!
Zieh ihm, wie schon empfohlen wurde, eine Hausleine an, dann kannst Du ihn aus sicherer Entfernung vom Bett geleiten.
Üb ein "runter" ein und ein "geh auf dein Kissen (oder wie auch immer der Platz heißt, auf dem er schläft)".
Zum "wie krieg ich ihn später auch ohne Leine mit ins Schlafzimmer": Denk Dir eine Wortphrase ein, die du JEDEN Abend sagst, BEVOR Ihr schlafen geht. Bei mir ist das "Wir gehen jetzt ins Bett!" und dann stehen meine Auf und trappen ins Schlafzimmer. Warum, weil ich es immer gesagt habe, bevor ich losmarschiert bin. Dadurch das der Satz kommt, bevor man tatsächlich los geht, bekommt der Satz "vorhersagekraft". Daher kannst Du den Satz jetzt schon einführen. Satz sagen, Hausleine nehmen, Beno auf seinen Platz im SchlaZi bringen. Und wenn Du Konfrontation im Bett vermeiden willst, kannst Du ihn entweder an seinem Platz anbinden, oder ihm eine Box geben, WENN er schon gern in eine reingeht - wenn er die wegen seiner Vergangenheit doof findet, würde ich die erst mal lassen.
Ihr hab schon genügend andere Baustellen - fangt nicht zu viele an zu bearbeiten, sonst ist der fortschritt schwer zu erkennen und daher frustrierend
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