keine Beachtung und kein Schmusen mehr...?

  • Hallo liebe Hundefreunde,

    Mein Balu ist ein sieben Monate junger Spitz-Pinscher-Mix und wohnt erst seit 2 Wochen bei mir. Seine Vorbesitzer mussten ihn weggeben, weil er zu viel Aufmerksamkeit fordert und sich nicht mit dem anderen Hund verstand.

    Die ersten beiden gemeinsamen Wochen waren wunderbar. Anfangs hat er mich immer verfolgt und klebte an mir wie ein Magnet, nach einer Woche hat er zumindest sein Futter in der Küche gegessen und kam dann wieder sofort zu mir. Er will sehr viel schmusen und immer die Nummer eins sein.

    Nun wohnt seit 2 Tagen ein Freund mit in der Wohnung, noch bis Ende Jan. Am Anfang hatte Balu etwas Angst und war zurückhaltend aber nach einer Stunde beschnuppern und annähern ist er nun völlig begeistert von diesem Freund und beachtet mich nicht mehr. Sonst sucht er immer Blickkontakt alle paar Minuten und kam immer zum Schmusen. Jetzt achtet er nur noch auf ihn, schläft bei ihm auf der Couch (nicht mehr bei mir im Bett und da war er vorher nicht rauszuwerfen) und geht immer schmusen. Zu mir kommt er gar nicht mehr.

    Ich gehe alle Sparziergänge mit ihm (ca. 6-8mal am Tag kommt er raus), gebe ihm sein Essen und Leckerlies und spiele mit ihm.
    Seit der Freund da ist hört er nicht mehr sofort auf mich, bei dem Freund sofort aufs Wort.

    Nun weiß ich nicht was ich machen soll. Ich möchte, dass wir eine enge Beziehung zueinander haben und ich seine Bezugsperson bin. Ich habe Angst, dass die kommende 3 Wochen unsere gerade entstehende Bindung kaputt macht. Die Vorbesitzerin hat mir gesagt Balu sei Frauen bezogen und möchte für sein Frauchen immer Nr.1 sein und die ganze Aufmerksamkeit bekommen.

    Ich weiß nicht recht was ich tun soll....ich überlege dem Freund zu sagen, dass er sich vllt für die Zeit was neues zum Wohnen suchen muss, wäre das eine gute Idee?

    Ich danke euch für eure Ratschläge und Hilfe!

  • Hallo
    Also irgendwie denkst du ja sehr egoistisch. Der Hund möchte immer Aufmerksamkeit, das heißt aber nicht, dass er sie immer bekommen sollte. Weder von dir noch von deinem Freund!


    Zitat

    ca. 6-8mal am Tag kommt er raus


    :verzweifelt: Das ist viel zu viel.
    Wie lange gehst du da denn jedes Mal?

  • Huhu,

    naja, wenn dein Balu erst seit 2 Wochen bei dir lebt habt ihr natürlich noch keine wirkliche Bindung aufgebaut; nun wohnt ein anderer Mensch noch da (dass es nur zeitweise ist weiß der Hund ja nicht), der evtl. viel Zeit mit dem Tier verbringt. Da kann es natürlich sein, dass er sich dann an ihn hängt statt an dich ... du klingst, als hättest du selbst ein sehr starkes Bedürfnis nach der Nähe von Balu, du wünschst dir dass er zu dir kommt etc. ... eventuell spürt er das auch, und es verunsichert ihn? Ein Hund braucht einen souveränen Führer, nicht jemanden der quasi wie ein Welpe sein warmes Fell sucht ;) ist nicht böse gemeint. Nur empfindet Balu den Freund unter Umständen als den souveräneren von euch beiden, sieht in ihm eher einen "Anführer" und richtet sich deshalb mehr nach ihm. Ist nur mein Gedanke, ich bin ja weißgott kein Experte!
    Aber: 6-8 mal am Tag raus, so viel, warum das? Mit sieben Monaten sollte das nicht mehr nötig sein. Oder ist Balu noch nicht stubenrein?

  • Latebrae: Er bekommt sie nicht immer. Es gibt auch Zeiten am Tag an dem er zwar nicht auf seinem aber halt auf dem Boden liegt und an einem Knochen kaut oder sich selbst beschäftigt, das klappt mittlerweile auch ganz gut. Nur wenn er jetzt Aufmerksamkeit sucht dann bei dem Freund und nicht mehr bei mir.

    @Elatheia: Aber bevor ein anderer mit in der Wohnung war, war er sehr auf mich fixiert und musste immer schauen wo ich bin und was ich mache. Jetzt interessiert ihn das nicht mehr viel.

    Die ersten zwei Sparziergänge in der früh sind kurze. 10min etwa. Dann kommt der große Mittagsparziergang (45min-1.30h meistens im Park wo er dann viel mit anderen Hunden spielt). Dann etwa 16,20,23.30. Ich bin schon dabei die Sparziergänge zu reduzieren und die Zeit in der er ich alleine beschäftigt zu verlängern, damit er ab nächster Woche auch mal 4-5h alleine bleiben kann. Mittlerweile macht er nur noch ganz selten in die Wohnung aber er muss recht häufig zumindest kurz Pipi machen gehen.

    Der Freund verbringt weniger Zeit mit ihm als ich und geht auch nicht ihm ihm raus.
    Ich weiß nicht warum er mich nicht als souveränen Führer sehen sollte, da ich ihm Futter gebe, ihn rufe wenn wir rausgehen und wenn er essen bekommt etc. und er mit mir viel Zeit verbringt.

    Du hast recht, ich habe starkes Bedürfnis danach, dass er bei mir ist und auch mal zum Schmusen kommt. Weil seine Vorbesitzerin meinte, er braucht eine Bezugsperson nur für sich alleine und viel Aufmerksamkeit und Schmuseeinheiten hat das auch von Anfang an sehr gut gepasst. Er hat in meinem Arm geschlafen und nachts auf meinem Kopfkissen. Tagsüber kam er sehr oft an und legt sich auf meinen Bauch. Das tut er nun bei dem Freund.

    Ich rufe ihn nicht zum Schmusen und zwänge mich auch nicht auf.

    Meint ihr es wäre besser wenn der Freund hier nicht wohnt? Ich weiß, einer Bindung sollte man viel Zeit geben aber es macht mich total traurig, dass er mich nicht mehr so beachtet wir vorher.

  • Zitat

    damit er ab nächster Woche auch mal 4-5h alleine bleiben kann.


    Kann er überhaupt schon alleine bleiben?

    Zitat

    Ich weiß nicht warum er mich nicht als souveränen Führer sehen sollte, da ich ihm Futter gebe, ihn rufe wenn wir rausgehen und wenn er essen bekommt etc. und er mit mir viel Zeit verbringt.


    Das macht aber keinen souveränen Führer aus.


    Ich glaube dir fehlt es gaanz viel an Grundwissen.
    Würde dir empfehlen, dir einen guten Hundetrainer zu suchen, der mit dir den Alltag durchgeht.

  • Du zäumst das Pferd von hinten auf.
    Du solltest deinem Hund gar nicht so sehr viel Beachtung schenken, wie du es tust. Du tanzt - so klingt es - ja geradezu nach seiner Pfeife ;) dasselbe gilt für den Freund. Faustregel: IHR (du) entscheidet wann gekuschelt/gespielt wird, nicht der Hund. Auf seine Forderungen wird nicht eingegangen. Sonst hast du nämlich sehr schnell das Problem, dass er immer mehr fordert und irgendwann auch sehr anstrengend wird ... natürlich muss das nicht immer gelten, man kann auch mal auf sein Angebot eingehen. Aber es klingt hier, als wäre das IMMER der Fall.

    Und: hast du mit ihm das Alleinesein geübt? Wenn nicht, kannst du das nicht machen ihn ab nächster Woche plötzlich allein zu lassen. Das klappt i.d.R. nicht und geht mit Pech ganz böse nach hinten los! Das muss man langsam, Schritt für Schritt minutenweise steigern, halbe Stunde, Stunde ... das geht nicht von jetzt auf gleich, erst recht nicht wenn du zuvor immer den ganzen Tag zuhause warst!

  • Zitat

    Die ersten zwei Sparziergänge in der früh sind kurze. 10min etwa. Dann kommt der große Mittagsparziergang (45min-1.30h meistens im Park wo er dann viel mit anderen Hunden spielt). Dann etwa 16,20,23.30. Ich bin schon dabei die Sparziergänge zu reduzieren und die Zeit in der er ich alleine beschäftigt zu verlängern, damit er ab nächster Woche auch mal 4-5h alleine bleiben kann. Mittlerweile macht er nur noch ganz selten in die Wohnung aber er muss recht häufig zumindest kurz Pipi machen gehen.

    Nur kurz, das ist zu lang für einen 7-monatigen Junghund. Viele kurze kannst du machen, wenn er es braucht, aber dann halte es auch recht kurz :) für junge Hunde gilt 5 Minuten pro Lebensmonat, sprich ca 35 Minuten pro Spaziergang. Denk dran, der Hund ist noch nicht ausgewachsen, zu viel Bewegung geht auf die Gelenke (deshalb sollen sie auch nicht Treppen laufen), und außerdem kann ihn so viel Input auch überfordern.

    Zitat

    Ich rufe ihn nicht zum Schmusen und zwänge mich auch nicht auf.

    Elathaia sagte es schon, genau das solltest du (ihr beide) aber tun. Das ist erstmal ein für Menschen komischer Gedanke - du sprichst von Aufdrängen. Hunde denken nicht so. Im Prinzip verfügt der Hund so über dich (und den Freund), er bestimmt wann er Schmusen oder Spielen will, und dann kriegt er es auch. Das bedeutet aber Stress für den Hund und Frustration, weil er so zwar merkt, er kann (muss) alles kontrollieren (ihr bestimmt ja nichts), auf der anderen Seite wird ihn das hoffnungslos überfordern, weil er nicht alles bestimmen kann und es auch nicht verstehen kann (Stichwort: Alleine bleiben). Du musst diejenige sein, die sagt, wo's lang geht, auch beim Kuscheln.

    PS: Ja also so wie das klingt, glaube ich nicht, dass du ihn nächste Woche schon so lang alleine lassen kannst. Lass dir da mal was einfallen. Zum einen scheint er es nicht zu können (?), zum andern muss er häufig raus zum Pinkeln und drittens ist es eine neue Umgebung, die er erst seit kurzem kennt. Du verlangst ein wenig viel :)

  • Ui, mit dem alleinelassen würde ich aber auch ganz arg vorsichtig sein.
    Mein Hund ist mittlerweile glaube ich davon überzeugt, dass ich IMMER wiederkomme, egal wie lange ich weg war. Selbst als ich ihn letztens für 5 Tage bei meiner Mutter lassen musste hat er sich zwar gefreut mich wiederzusehen aber so richtig überrascht war er nicht- das war vor einem halben Jahr noch nicht der Fall, da hat er fast einen Herzkasper erlitten als ich wiederkam.

    An den ersten eineinhalb bis zwei Stunden haben wir monatelang gearbeitet, das heißt nicht, dass das bei deinem Hund auch so sein muss, aber wenn er nur so kurz da ist, noch gar nicht so richtig weiß wo er hingehört könnte das Alleinebleiben ein Problem darstellen.

    Was das Schmusen etc angeht würde ich ihn einfach lassen. Du sagst doch der Freund von dir ist eh nur 3 Wochen da? Dann ist das halt so, macht doch nichts. Ansonsten haben aber auch meine Vorposter dahingehend recht, dass es bei manchen Hunden schwierig sein kann wenn sie alles entscheiden dürfen- mit wem sie kuscheln, wann, wo, wann nicht, ... Hält dein Hund es denn auch mal aus für einige Zeit alleine auf seinem Platz zu liegen, dort zu schlafen, zu dösen? Ich finde das wichtig, denn irgendwann kommt der Punkt da kannst du ihm nicht mehr die Aufmerksamkeit geben, die er verlangt. Gerade das kann auch ein Problem beim Alleinebleiben sein im Endeffekt.
    Kennst du nicht den Spruch- "was du liebst, lass frei, kommt es zu dir zurück gehört es dir- für immer." ? ;) Das passt vielleicht grad ganz gut. ;)

  • die letzten beiden beiträge haben mir sehr geholfen, danke euch! ich habe ihn gerade gerufen und nun schläft er im meinem arm. sonst läuft er aber also heute und gestern wieder weg bzw geht zu dem freund. wenn ich aber nur mit ihm spiele wenn ich möchte und schmusen auch dann wird er dann wohl nicht mehr weggehen, weil er es ja auch ganz viel sucht.

    okay die sparziergänge sind dann wohl zu viel und zu lang. ich dachte er brauch viel auslauf und bewegung weil er zu hause sonst so viel tobt und dann muss er wieder stündlich raus (nachm toben). er kann aber alleine auf seinem platz liegen, auch länger. mittlerweile ruht er auch öfters und beschäftigt sich viel mit dem knochen etc.

    heisst das, dass wenn er zu dem freund geht um geschmust und gestreichelt zu werden ich ihn rufen soll bzw. nicht unbedingt immer dann aber sonst auch ich ihn rufe wenn zeit zum schmusen und spielen ist?

    ich glaub ich bin um die erkenntnis reicher geworden. ich weiß, ich muss ihm zeigen, dass ich der chef/führer bin, das klappt auch gut wenn ich ihn rufe, auch draussen aber dachte das spielen&schmusen sollten von ihm kommen.

  • Guck mal, es ist ein kleiner Balanceakt... klar soll der Hund nicht auf deiner Nase rumtanzen, andererseits sollst du ihm auch um Gottes Willen nichts aufzwingen, das mag der Hund genau so wenig wie du. I
    ch bin auch der Meinung, dass es sehr sehr individuell ist wie viel Entscheidungsfreiheit okay ist und wie viel nicht. Mein Hund kommt dauernd bei mir an und will kuscheln, ich schick ihn dann nicht weg.. außer wenn ich mal keine Lust habe, dann ja. Und jetzt der Knackpunkt: da gibt es auch keine Probleme. Genau so was solche Sachen angeht wie aufs Bett (ins Bett darf er nicht) oder aufs Sofa. Wenn er problemlos runtergeschickt werden kann denke ich muss man sich nicht den Kopf darüber zerbrechen wer jetzt was wann gerade entschieden hat.

    Ich würde den Hund auch nicht von dem Freund wegrufen, ich verstehe zwar dein Anliegen und deine Zweifel aber würde das alles nicht so eng sehen, da der Freund doch bald sowieso wieder fort ist. Binden wird er sich mit der Zeit bestimmt an dich, aber das dauert und dauert und dauert und manchmal dauerts noch etwas ;) versuch einfach viele tolle Sachen mit ihm zu machen, sodass die Bindung gestärkt wird. Ansonsten warte einfach, das kommt alles mit der Zeit. Du nimmst ja auch nicht gleich jemanden als Familie an, den du zwei Wochen kennst!
    Das ist vielleicht ein ganz gutes Beispiel. Stell dir mal vor du kommst zu einer fremden Person, die echt total nett ist und alles.. kennst sie für 2 Wochen, ist das deine neue Familie? Nein. Dann kommt jemand anderes zu tun, mit dem verstehst du dich echt gut, heißt das, dass du die 1. Person nicht mehr magst? Nein. Wenn die 2. Person nach einiger Zeit wieder fort ist aber die 1. Person einfach immer immer da bleibt und für dich der Fels in der Brandung ist, bei wem wirst du dann wohl sein wollen? Wer ist dann deine Familie?
    Entspann dich ein bisschen, renn deinem Hund nicht hinterher, der kommt von ganz alleine.

    Und, ja, die Spaziergänge solltest du dringendst runterschrauben. Auch das kommt von ganz alleine. ;)
    Dass dein Hund entspannt irgendwo rumliegen kann-darum beneide ich dich tatsächlich ganz schön, das ist die ewige Baustelle mit meinem kleinen Hibbelhund hier. Lass das auf jeden Fall zu. Gib ihm die Zeit wenn er sie will. Stör ihn dann nicht, wenn er sich zurückziehen möchte, das ist so viel wert, wenn der Hund das von alleine tut!

    Gerade zu der Sache mit der Entscheidungsfreiheit haben andere Leute bestimmt eine andere Meinung, lass dir nicht vorschreiben was du machen sollst (auch nicht von mir natürlich ;) ). Nimm das als Anregung, als Austausch und bastel dir deinen eigenen Weg daraus.. Dazulernen ist nie verkehrt, kopieren muss dafür nicht unbedingt klappen. ;)

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