Haben Hunde wirklich kein Zeitgefühl?

  • Ja natürlich! Hunde leben im "Hier und Jetzt". Sie denken in "Schwarz und Weiß", "Gut und nicht Gut". Desshalb lernen Hunde über Verknüpfungen, quasi "Tut mir gut" oder "Tut mir nicht gut".

  • Meiner Meinung nach stimmt das bedingt. Wenn ein Hund ohne Probleme 1 Stunde oder länger alleine bleiben kann, ist es ihm in der Tat schnuppe - meistens pennen sie eh die Zeit durch. Davor ist es Übungssache und da würde ich gerade beim Training die Zeit nicht überreizen.

    Natürlich sollten Gesundheitszustand und Gassi berücksichtigt werden, auch halte ich nix davon den Hund täglich für 10 Stunden alleine zu lassen. Mal finde ich es okay, aber sollte nicht Normalzustand sein.

  • Hallo,

    das ist nur bedingt richtig.
    Natürlich leben Hunde im "Hier und Jetzt", und sie können auch keine Verknüpfungen zu Dingen herstellen, die in der Vergangenheit geschehen sind (Bsp.: Hund macht eine Pfütze in das Haus, Hundehalter sieht die Pfütze nach 30 Sekunden, Strafen etc. unnütz, da der Hund keinen Bezug dazu herstellen kann).

    Dennoch wird es einem Hund dennoch bewusst sein, ob er eine halbe Stunde oder viel, viel länger alleine ist. Sie orientieren sich zwar nicht an der "Zeit", eher an solchen Dingen, wie Sonnenstand (auch die Veränderung ihres Umfeldes im Bezug auf Jahreszeitenwechsel), aber ein gewisses Gefühl für Zeitspannen muss schon vorhanden sein.

  • Also meine Hündin hat definitiv Zeitgefühl :roll:
    Bei uns gibt es beim Alleinbleibtraining immer wieder bestimmte "Hürden", die wir nehmen müssen. Inzwischen schafft sie 1,5 Stunden und ich dachte eigentlich auch, dass dann irgendwann der Knoten platzt und ich auch länger wegbleiben kann. Aber Pustekuchen, der Versuch, eine halbe Stunde draufzupacken, ist direkt mal kläglich gescheitert. Wir müssen wirklich in Kleinschritten steigern, sonst gehts ins Auge. Von daher denke ich doch, dass Hunde auf jeden Fall ein Zeitgefühl haben.
    Anderes Beispiel ist, dass Madame um Punkt 15h +/- 10min vor der Tür steht und spazieren will :D

  • Ich würde es als vage Ahnung von Zeit bezeichnen- eher orientiert an Helligkeit/dunkelheit, Temperaturen etc.
    Bei uns gibt es Rituale- die Hunde ja mögen- zum Beispiel bekommen sie ihr Abendfutter so zwischen 16 und 17 Uhr, unabhängig von der Jahreszeit. Je nachdem, wie die Dämmerung einsetzt oder wie warm oder kühl es ist, stehen sie doch beide so ungefähr um diese Zeit vor mir und sagen:
    Hallo, Abendbrot! Das variiert aber immer so um ne halbe Stunde.

    Wenn wir sie alleine lassen müssen- immer im Hof und großem Garten, nie im Haus- das kann zwischen 1 und 3-4 Stunden dauern, nie länger- scheint es ihnen total egal zu sein- begrüßt werden wir eher schläfrig, die haben dann einfach gepennt- da gibts kein Zeitgefühl.
    Wenn wir aber mal abends ausgehen- sehr, sehr selten- und sie im Dunkeln alleine hier sind, ists anders, dann sind sie aufgeregt und freuen sich.
    Ich kanns nicht wirklich erklären. In Stunden rechnen sie sicherlich nicht, aber geregelte Abläufe, wenn die sich unterscheiden, das merken sie schon.
    Schade, dass sie nicht sprechen können.

    lg
    Kathrin

  • Zitat

    Mein Mann meint immer, es sei dem hund egal, ob er fünf minuten, eine halbe, zwei oder fünf stunden allein wäre, weil er kein zeitgefühl hätte.

    Ich glaube, dass das fast jeder Hundehalter recht schnell widerlegen kann. Wenn dem so wäre, müsste ich es ja nur schaffen, dass mein Hund lernt 5 Minuten alleine zu bleiben (eigentlich reichen auch schon 5 Sekunden, wenn er kein Zeitgefühl hätte) und danach problemlos 5 Stunden alleine bleiben kann. Alleine hier im Forum dürfte es unzählige Hunde geben, die dir schnell das Gegenteil beweisen werden.

    Viele Grüße
    Frank

  • Ja, ich halte das auch so pauschal für Quatsch. Bei unserem gibt es definitiv Unterschiede im Verhalten bei der Begrüßung, abhängig davon, wie lange wir weg waren. Nur mal kurz für 1-2 Stunden machen ihm wenig, bei 3-4 Stunden werden wir schon stürmischer begrüßt, bei 4-5 Stunden (sehr selten) kann er sich gar nicht mehr halten. Wenn er kein Zeitempfinden hätte, warum sollte er da Unterschiede machen?

  • Ich denke auch, daß sie das haben. Sehr gut kann man es beobachten, wenn Familienmitglieder immer zu einer bestimmten Zeit nach Hause kommen. Die Hunde werden dann unruhiger und fangen an zu warten.
    War bei uns immer so ;)

  • Ich denke auch, dass Hunde ein bestimmtes Mass an Zeitgefühl haben.

    Wenn ich pünktlich von der Arbeit komme, steht Bruna schon da und wartet.
    Wenn ich früher Feierabend mache und die Wohnungstür aufmache, kommt Bruna mir total verschlafen entgegen :sleep:

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!