Pflegehund vs. Kater = Chaos

  • Wir haben seit 3 Tagen einen Pflegehund. Er ist vermutlich zum Grossteil Labrador, Rüde, kastriert, 8-9 Monate alt. Er hat schon mal in einer Familie gelebt, nur ob er da im Haus gehalten wurde, ist nicht bekannt. Diese Familie hat ihn zu einem TA gebracht, mit der Bitte ihn einzuschläfern, er sei zu stark und ungestüm.
    Die letzten 2-3 Monate hat er in einer Auffangstation verbracht. 12qm, 3 Rüden, alle in etwa gleich alt, gleich gross. So sieht er auch aus, er hat also mehrere mehr oder wenige frische Bisswunden.

    Bei uns zeigt er sich "eigentlich" von einer völlig anderen Seite. Ja, er hat sehr viel Arbeitswillen, aber er lässt sich wunderbar mit Apportierspielchen beschäftigen. Das klappt für die kurze Zeit hier ziemlich gut, heisst: Ich werfe erst, wenn er sitzt, dreht er zu hoch, kommt das Spielie weg. Er wird dadurch jeden Tag ruhiger.
    Auch wenn er keinerlei Ahnung von Leinenführigkeit hat: Erreicht er das Ende der Leine, schaut er sich unsicher um und reagiert auch ohne gespannte Leine auf mein Rufen. Bei Begegnungen mit anderen Hunden oder Menschen bleibt er entspannt.
    Wenn er raus muss, meldet er sich, oder versucht selbstständig die Tür zu öffnen, das hat er nämlich nach einem Zufallstreffer sofort rausgehabt :hust: Sicherlich geht nochmal was daneben, aber dann nur, weil ich nicht schnell genug bin.
    Mit unseren beiden Hunden geht er gut um, sie spielen und ich muss eher bei meinem eigenen Rüden regulierend eingreifen, wenn er zu hoch dreht. Futterneid scheint ihm fremd zu sein.

    Also "eigentlich" ein Traumhund. Es sei denn, er trifft auf einen unserer beiden Kater. (Er muss die Kater sehen, sie zu hören, juckt ihn nicht die Bohne, fördert auch keine erhöhte Aufmerksamkeit). Ich könnte nicht mal selbst sagen, was er da macht, aber er tut es mit viel Getöse... er grollt, bellt, jault, fiepst, springt vorwärts, rückwärts, seitwärts, hoch, runter - von völlig entspannt auf 180 in weniger als 2 sec. Er möchte auch gerne hinterher rennen und dann tun die dummen Kater ihm auch noch den Gefallen und treten irgendwann die Flucht an.

    Problem 1: Der Labbi kennt auf Grund seiner Vergangenheit keinerlei Kommandos und schon gar kein Abbruchkommando.

    Problem 2: So hochgedreht ist er auch auf normal körpersprachlichem Wege nicht kontrollierbar.

    Problem 3: Unser grosser Kater ist so dermassen genervt (zu Recht!) der würde dann gerne mal ausziehen und sucht verzweifelt Wege, um vom Grundstück zu kommen. Der kleine Kater nimmt es einigermassen relaxt, lebt aber trotzdem recht stark "in Deckung".

    Momentan sieht es so aus - wenn tagsüber alle Türen zum Garten offen sind, lebt der grosse Kater in einem eigenen Raum, eingesperrt. Der arme miaut so herzzereissend, dass ich jede Sekunde daran erinnert werde, was ich für ein böser Mensch bin.
    Abends kommt der Labbi dann auch gerne mal für 1-2h in einen Kennel, den habe ich ihm schön gefüttert und er geht freiwillig rein. Aber das ist natürlich keine Dauerlösung.
    Für den direkten Kontakt haben wir nun an mehreren Stellen Wasserspritzen positioniert. Das kühlt den Jungspund im wahrsten Sinne ab - bis zur nächsten Begegnung, da ist die Wasserspritze wieder vergessen :muede:
    Und da hier in Spanien der Vermittlungsdurchsatz ja nun eh nicht sonderlich hoch ist, ist auch nicht davon auszugehen, dass er bereits nächste Woche sein neues Zuhause findet. Wenn es überhaupt gar nicht besser wird, wäre die letzte Alternative, dass er zurück in die Auffangstation geht - was ihm zum absoluten Nachteil werden würde, der kleine Kerl ist so toll, der hat in jedem Fall eine Chance und ein tolles Zuhause verdient.

    Was ich also brauche: ganz dringend einen Plan. Er soll kein Katzenliebhaber werden, aber ignorieren muss schon drin sein. Wir haben keinerlei Kommandos zur Verfügung. Und nun ist guter Rat teuer.

  • Huhu :-)
    Also ich hab hier 2 Stück sitzen, mit denen wir das gleiche durchgemacht haben bzw. wieder durchmachen.

    Kurz, wir haben zwei Mietzen (Kater und Katze) beides Freigänger.
    Bei Taby war es so, dass sie sich mit der Zeit und konsequentem Unterbinden absolut an die Katzen gewöhnt hat und sie komplett ignoriert.

    Bei meinem Neuzuwachs, Emma ist es das gleiche Schauspiel wie bei euch. Es wird gejault, gebellt etc. aus Unsicherheit heraus. Sind ja auch komische Hunde :-)
    Ich unterbinde das jetzt ebenfalls, nehm sie, meist wortlos und bring sie ins Zimmer oder eben weg von der Katze, aufs Deckchen... Am Anfang war eine kurze Leine dran.
    Letzt hatten wir schon den kleinen Erfolg, dass Emma mir den komischen Hund, der in der Dusche lag, angezeigt hat, auf ein Komando gewartet hat und entspannt blieb. Ich denke einfach, dass die beiden das nie kennengelernt haben.
    Viel Erfolg :-)

  • Hatte die ersten tage bei meinem Rüden wo auch keiner wusste wie das mit Katzen klappt ne Leine in der Wohnung dran.

    Hab das glück das meine Katze ne sehr alte und an Hunde gewöhnte katze ist. Den ersten tag wollt der die Beißen und Jagen, aber ging ja wegen der Leine nicht.
    Hatte auch glück das mein Rüde mein schimpfen nach den ersten Schnapp und Jagdversuchen akzeptierte und die Katze als verbot ansah.
    Am zweiten Tag lief meine katze direkt auf den zu und Kuschelte sich an den Bauch. Da war das Thema das Thema dann gegessen.

    Mit meiner Hündin war es nicht so einfach. Da musste ich meiner Katze zusätzliche Versteck und Rückzugsmöglichkeiten bauen. Damit Sie sich traute auch mal auf die Hündin zuzugehen. Bei den beiden wars aber immer ein Katz und Maus spiel von beiden seiten aus. Allerdings ohne Verletzungsabsicht.

    Hab bei beiden Hunden und Katze aber immer versucht das beide dann zum Kuscheln kommen und was besonderes bekommen. Hunde was Leckeres und meine Katze ist mit Streicheln zufrieden.

    Nur unterschätze es nicht. Für meine Hunde ist meine Katze kein komischer Hund. Für meinen Rüden ist meine Katze sogar Beute. Dank des Will to please und des klaren verbots und der besonderen Aufmerksamkeit die er bekommt, wenn die Katze da ist aber eine Mitbewohnerin die nicht gefressen und Gejagd werden darf.

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