2 Rüden, 1 Problem, 0 Lösung ;)

  • Guten Abend
    mein Freund und ich wohnen bei seinen Eltern im Haus, diese haben seit 2010 einen Pyrenäenberghund, wir haben seit 6 Monaten einen Rottweiler, beide also noch Junghunde.
    Anfangs haben sie sich sehr gut verstanden, der kleine sehr verspielt, der große hat alles mit sich machen lassen.
    mittlerweile müssen wir sie voneinander getrennt halten :muede:
    vor ca. 3 Monaten hat das ganze angefangen. der große (Louis) hat den kleinen zurechtgewiesen weil dieser ihn ständig beim Spielen in die Beine gebissen hat, seitdem ist der kleine (Leon) zurückhaltender geworden, besonders in den ersten gemeinsamen Minuten, das zurechtweisen passierte aber immer wieder und oft ohne erkennbaren Grund, dabei legt sich der kleine Leon auf den Rücken (knurrt nicht beißt nicht) und der große Louis beugt sich über ihn, knurrt, beißt. der Vater von meinem Freund schätzt das als normal ein. Die Situation hat sich aber verschärft. Sobald Essen vom großen rumliegt kann der kleine sich nicht auf 5 meter nähern ohne unterdrückt zu werden obwohl er noch nicht einmal zum Essen will. Wir haben versucht das zu unterbinden und das Essen vor jedem Zusammentreffen entfernt, leider hilft jetzt noch nicht mal das. Aus meiner Sicht grundlose Agressionen des Großen, aus der Sicht der Eltern meines Freundes vollkommen gerechtfertigt, er wolle nur sein Revier verteidigen. Mutmaßliche Gründe: Der kleine "kackt" in den Hof (angebliches markieren), der große hat Angst etwas abgenommen zu bekommen.
    Aber ist es normal, dass mein kleiner ständig zurechtgewiesen wird? und ist es dabei auch normal dass der große nicht nachlässt und auf Rufe, Befehle absolut nicht reagiert! nicht mal von seinem Herrchen?
    Vor kurzem bin ich aus lauter Angst um meinen kleinen Schatz dazwischen gegangen und habe mit voller Kraft an den Backen des Großen gerissen habe mehrere mal und laut "aus" "schluss" "lass es" gerufen, daraufhin wurde ich selbst "leicht" vom großen gebissen.
    wie gesagt der Vater meines Freundes bezeichnet dieses Verhalten als normal
    was sagt ihr?

  • Hey...

    Also, dass der Kleine zurechtgewiesen wird, hört sich in meinen Augen noch normal an, solange er nicht piept oder ihr das Gefühl habt, dass der Große ihm wehtut... Ihr könntet das Ganze noch unterstützen, indem ihr euch eindeutig auf die Seite des Großen stellt, denn wenn plötzlich der Kleine Unterstützung bekommt, wird die Rangordnung noch unklarer und der Große versucht umso vehementer, sie geradezurücken. Natürlich muss man dabei trotzdem immer aufpassen, dass nichts ernsthaftes passiert - Sätze wie "die regeln das schon alleine", während einer von beiden schreiend und blutend am Boden liegt, sind 100%ig fehl am Platz. Mit auf die Seite des Großen stellen meine ich sowas wie "Großen immer zuerst füttern/begrüßen/streicheln/usw.", nicht, dass der Kleine auch von euch immer zurechtgewiesen werden sollte ;)
    Oft passiert es ja, dass Leute denken "Ach, der arme unterdrückte Hund, jetzt darf er mal aufs Sofa, kriegt ein Leckerchen und der "Böse" wird ausgeschimpft", aber das verschlimmert die Situation meist nur. Ist der Kleine denn kräftemäßig imstande, sich zu wehren, falls nötig? So ein Herdenschutzhund ist ja schon ne ganz ordentliche Hausnummer...
    Ist der Kleine denn extrem unsicher? Ich habe bei meinen eigenen (Pflege)Hunden (auch Rüden) erlebt, dass sie in der Pubertät, als sie extrem unsicher waren, gerne mal von den älteren drangsaliert wurden, das hat sich mit Ende der Pubertät gegeben.
    Was mir allerdings eher Kopfzerbrechen bereiten würde, ist diese Sache, dass der Große nach dir geschnappt hat. Das würde ich ganz scharf beobachten, denn grad ein so großer Herdenschutzhund braucht absolut klare Regeln, damit er nicht zum Tyrannen wird. Ist er denn sonst sehr dominant?

    Lg, Kata

  • Das Herrchen vom großen scheint sich auszukennen, ist schon sein 2ter.
    Geblutet hat er noch nicht, er piept und weint die ganze Zeit dabei, das bricht natürlich mein Herz :(
    Wenn er sich befreit hat oder ich das übernehme rennt er meistens das Treppenhaus hoch vor unsere Wohnungstür und ist ganz aufgeregt und ängstlich.
    gefüttert werden sie sowieso getrennt weil es 2 verschiedene Haushalte sind.
    Zu dem Biss des großen wurde nur gesagt "selbst schuld wenn du dich einmischst"
    Ich versuche das nicht generell zu unterbinden, schaue oft zu aber wenn es dazu kommt das der kleine weinend auf dem rücken liegt und der große nicht aufhört zu beißen finde ich es als sinnvoll einzugreifen ?!

  • Hm, ja gut, dann würde ich vermutlich auch eingreifen, so wie du das schilderst... Verletzt werden soll ja keiner. Und der Besitzer des Pyrenäen unternimmt gar nichts? Kein Abrufversuch oder so? Das finde ich schwierig, vor allem weil es sich hier ja anscheinend nicht um bloßes "mal kurz wegschnappen" handelt...

  • Scheint mir aber nicht so, dass der Besitzer des HSH weiß, was er da tut. Je älter der wird, desto ernster wird der machen...

    Solange Deiner noch herumampelt und wegrennt, ist die Maßreglung noch nicht wirklich vollzogen. Aber ich würde ehrlich gesagt das Experiment nicht weiterbetreiben, sondern den Kontakt meiden. Wenn da niemand ist, der den HSH unter Kontrolle hält, dann wird dieser seinen Wachinstinkt ausleben - fremden Hunden gegenüber, fremden Menschen... HSH sind Spätentwickler und (es sind beides Rüden, wenn ich das richtig verstanden habe?) er wird früher oder später einen Geschlechtsgenossen nicht auf seinem Terretorium als "Besucher "akzeptieren. Für HSHs gibt es keine Besucher - entweder man gehört zum "Rudel" oder nicht. Und mit denen, die nicht dazugehören, gehen nicht gerade zimperlich um. Darauf sind sie gezüchtet.

    Viele Grüße
    Corinna

  • das Herrchen vom großen unternimmt selten etwas, erst wenn sich die situation zuspitzt und er es überhaupt mitbekommt, aber ob der hund reagiert ist die andere Frage, mal ja mal nein ...
    wir finden es im moment auch sinnvoll sie getrennt zu halten, kastration würde wohl auch nicht helfen ??

  • Zitat

    das Herrchen vom großen unternimmt selten etwas, erst wenn sich die situation zuspitzt und er es überhaupt mitbekommt, aber ob der hund reagiert ist die andere Frage, mal ja mal nein ...
    wir finden es im moment auch sinnvoll sie getrennt zu halten, kastration würde wohl auch nicht helfen ??

    Ich wüsste nicht, dass Revierverhalten in den Hoden säße.

  • vielleicht sieht er den kleinen wenn dieser kastriert werden würde nicht mehr als konkurrent und würde ihn in "seinem" hof besser akzeptieren

  • Zitat

    vielleicht sieht er den kleinen wenn dieser kastriert werden würde nicht mehr als konkurrent und würde ihn in "seinem" hof besser akzeptieren

    Du willst Deinen Hund kastrieren deswegen? Hast Du Dich mal schlau darüber gemacht, was es bedeutet, wenn man einen heranwachsenden Hund kastriert?

    Abgesehen davon nutzt das nichts. Herdenschutzhunde verteidigen ihr Grundstück, ihr Zuhause nun mal. Das ist rassetypisch und für diese Hunde normal. Man kann das lediglich einigermaßen unter Kontrolle halten, wenn der Besitzer von Anfang an Rituale gut antrainiert, die aber zum Hund passen müssen. Es scheint mir hier eher so, als ob da mehrere Leute am Werk wären, die alle keine Ahnung haben... im Grunde könnte mir das wurscht sein. Aber bei einem HSH kann das ganz böse enden! Und dann ist der Hund der Dumme. Dabei handelt der schlicht seiner Veranlagung nach!

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