Thema Erziehung
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Zitat
Ich meinte mit Konsequenz und seiner Linie treu bleiben natürlich nicht, dass man nicht offen für Anregungen oder neue Wege sein sollte. Es muss nur alles schlüssig und logisch für den Hund bleiben. Ich kann z.B. nicht einmal Pöbeln nach "zeigen und benennen" markern und beim nächsten mal den Hund fürs Bellen strafen.
Ja, das ist natürlich schon klar, und da ist die Vielfalt an Erziehungsratgebern sicher ein Nachteil. Klappt es nicht sofort mit dieser Methode, dann hoppen wir mal zur nächsten und am Ende weiß keiner mehr, was Sache ist.
Und Regeln, die man aufstellt, muss man durchhalten. Heute Küchenverbot und sonntags nicht, das ist natürlich unsinnig. - Vor einem Moment
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Hallo,
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Ich habe hier jetzt erstmal nur den Eingangspost gelesen.
Die ersten beiden Sätze sind einfach nur einleitende Tatsachen. Mir scheint das hier der markante Teil zu sein:
ZitatAber Unsicherheit ist der Feind jeglicher Autorität. Das heisst, jeder von uns muss seine Rolle als Erzieher neu aus sich selbst heraus entwickeln. Er sollte sich hin und wieder der öffentlichen Kritik stellen, wenn andere die Erziehungsmethoden kritisieren.
Ich denke besonders wenn man ein Hundeneuling ist, ist es schwer nicht verunsichert zu sein. Macht man es nun richtig oder nicht. Liest man 10 Bücher hat man 10 Meinungen. Man selbst kann sich mangels Erfahrung keine eigene Meinung bilden. Grusel. Selbst als alter Hase sieht man immer mal wieder Dinge die nicht ins eigene vorhandene System passen, da hilft dann eben nur sich weiter zu informieren, sich mit anderen austauschen und dann entscheiden was eventuell zu einem selbst und den eigenen Hunden passen könnte.
Aus sich selbst heraus werden die wenigsten Menschen Hundeerziehung meistern können. Naja, zur gesellschaftlich akzeptierten Hundeerziehung meine ich, denn die eigene Leidensfähigkeit kann ja bei manch einem erschreckend hoch sein.
Um aus mir selbst heraus, und damit glaubwürdig zu handeln, benötige ich Wissen und Erfahrung. Erst Beides gemeinsam macht dann meine praktischen Fähigkeiten aus bzw bietet mir Handlungsdispostionen.
Wissen ist nichts, bis ich es nicht selber ausprobiert habe und dieses pure Wissen in meine Denkschemata eingefügt habe. Dazu gehört dann Praxis. In Bezug auf ein Lebewesen sollte diese Praxis am besten unter Sachkundiger Anleitung stattfinden.Man sollte sich allerdings nicht nur der Kritik stellen sondern vor allem auch dem Diskurs. Immer wieder neue Dinge zu erleben, zu lernen und zu beobachten, eigene Schlüsse draus ziehen und sich das für sich selbst wichtige herauspicken, den eigenen Bedürfnissen anpassen und anwenden ist das was für mich wichtig ist.
ZitatWichtg ist, sich abzugrenzen und klar zu seiner Entscheidung zu stehen.
Das steht irgendwie im Widerspruch zu dem SatzZitatEr sollte sich hin und wieder der öffentlichen Kritik stellen, wenn andere die Erziehungsmethoden kritisieren.
Kritik hilft mir doch mich zu verändern und damit auch besser zu werden. Wenn ich stur an meiner Position festhalten will, brauche ich doch keinerlei Kritik, bzw will sie nicht hören.
Ich selbst bin mit Hunden groß geworden. Die Hunde liefen so nebenbei, ihre Erziehung, Ausbildung und Ernährung waren total unüberlegt aber immer liebevoll. Wenn es sein musste gabs mal ne Ansage aber ich habe nie erlebt das jemand den Hunden gegenüber körperlich geworden ist. Als ich 18 Jahre alt war bin ich mit meinem eigenem Hund zum Hundesport gekommen. Da hab ich das erste Mal zu meiner Position gestanden: mein Baby bekommt kein Stachelhalsband um! Gott ich wurde belächelt... 4 Wochen später waren wir in der Leistungsgruppe... Mit diesem Hund war es ein ewiges Suchen nach dem richtigen Weg. Tarz war nicht einfach und ich wußte zwar genau was ich nicht wollte aber mir fehlte Ruhe, Gelassenheit, Souveränität und vorallem viel Wissen (dabei hatte ich seit ich lesen kann alles über Hunde verschlungen-Menno) Erst durch das Zusammenleben mit Tarzan wurde ich ruhiger, gelassener und auch souveräner da er mir jegliches Fehlverhalten sofort quittierte. Er gab mir einfach die Praxis und forderte auch immer neue Theorien und dass hat mich sehr viel weiter gebracht! Ohne ihn würde ich kein Obi machen (er kam nicht mehr zu diesem Vergnügen) ohne ihn würde ich heute auch äusserlich mit mir Kämpfen.
Ich hatte als Basis, dieses Bauchgefühl aus der Kindheit, dazu ein breites Wissen und dann kam die Praxis die viel in Frage gestellt hat. Heute hab ich meine grundlegende Position immer noch aber ich kann sie in Worte fassen: Liebevolle Konsequenz & macht mein Hund einen Fehler habe, so habe ich ihn zugelassen und ich gehöre bestraft. Theorien über Lernverhalten und all so wissenschaftliches Zeug helfen mir beim Umsetzen dieser Maxime und wie das dann im Detail erfolgt überlege ich selbst erst gründlich und wenn es mir nicht schlüssig ist wird es ausgiebig im Kreise meiner Lieblingshundesportler besprochen.
Mh ich hoffe ich habe mich jetzt nicht zu sehr in OT begegeben...
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Zitat
Mh ich hoffe ich habe mich jetzt nicht zu sehr in OT begegeben...
Gar nicht
solche Posts lese ich immer gerne ( und hab wieder dieses
Grinsen im Gesicht). -
Anja, das Bauchgefühl aus der Kindheit ist ein großer Schatz. Seit ich 3 war hatten wir Hunde, man wächst da so rein. Ich glaube der Umgangsstil prägt sich schon in jungen Jahren.
Als der Alph dann aus dem TH kam, hatte ich ein paar Termine mit einer Hundetrainerin, die viel mit TH-Hunden arbeitet. Mir hat das mehr geholfen als das ganze Bücherwälzen. Sie konnte mir konkret und in Ruhe sämtliche Schritte zeigen und gleichzeitig mal ein professionelles Auge auf den Hund werfen.
Ich profitiere heute noch von den wenigen Stunden ganz am Anfang. -
Ich finde, es ist schwer, da eine allgemeingültige Aussage zu treffen.
Ja natürlich muss man hinter dem stehen, was man tut, sonst kann man es sich gleich schenken. Ja klar ist es sinnvoll, nicht heute "Hüh" und morgen "Hott" zu sagen. Aber manchmal ist es genauso wichtig und sinnvoll, sich mit der eigenen Denkweise kritisch auseinanderzusetzen, sich andere Meinungen anzuhören und zu hinterfragen, ob das, was man macht, gut ist oder ob man da besser an sich arbeiten sollte.
Ich glaube grundsätzlich nicht, dass es DEN Weg gibt, dafür sind Menschen und Hunde einfach zu unterschiedlich gestrickt. Es gibt einige Dinge, die ich für mich ausschließe, weil ich nie wirklich dahinter stehen könnte. Aber ansonsten brech ich mir keinen Zacken aus der Krone, mir auch mal andere Sichtweisen anzuhören, zu sehen, wie andere etwas lösen und dann für mich zu überlegen, ob und was ich davon übernehmen möchte. Unsicherheit muss daraus doch nicht zwangsläufig entstehen. Hinter etwas zu stehen heißt ja nicht, dass man Scheuklappen aufsetzt und alles andere gar nicht erst in Erwägung zieht, sondern auch, dass man Alternativen sieht und sich bewusst dagegen entscheidet, weil man die Vor- und Nachteile sieht und zwar aller Varianten.
Ja, ich würde dafür plädieren, dass man offen ist, offen für Neues. Annehmen muss man eben nicht alles. Manchmal ist es ja gerade sinnvoll, alles einmal "durchgespielt" zu haben, um dann umso überzeugter zu sein von dem, wofür man sich entschieden hat.
LG Henrike
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Man sollte immer fähig sein über den Tellerrand schauen zu können...keiner hat nunmal die allwissende (Hunde)erziehungsweisheitspille gefressen!
Fehler gehören dazu...ist nunmal (leider) menschlich und voraussetzung zum Lernprozess. Natürlich sollte man trotzdem manns genug sein, zu seinen momentanen Entscheidungen zu stehen um souverän, selbstbewusst und authentisch rüberzukommen. Es ist wie so vieles eine Gratwanderung.
Ich stelle mich dem gerne...auch wenn es oft zerknirschend ist sich im ersten Moment zugestehen zu müssen, dass man vielleicht nicht ganz so "richtig" gelegen hat.
Und Hund wie Mensch erfasst man nicht in einem Tag wie er/sie tickt...Zeit und (leider) auch Fehler gehören zum kennenlernen und verstehen dazu...hoffentlich sind die Irrungen immer von kurzer Dauer und nicht nachhaltig schwerwiegend...das zählt für mich.

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Zitat
Ich finde, es ist schwer, da eine allgemeingültige Aussage zu treffen.
Ja natürlich muss man hinter dem stehen, was man tut, sonst kann man es sich gleich schenken. Ja klar ist es sinnvoll, nicht heute "Hüh" und morgen "Hott" zu sagen. Aber manchmal ist es genauso wichtig und sinnvoll, sich mit der eigenen Denkweise kritisch auseinanderzusetzen, sich andere Meinungen anzuhören und zu hinterfragen, ob das, was man macht, gut ist oder ob man da besser an sich arbeiten sollte.
das finde ich sehr wichtig.
wie oft wird vor allem hier immer geschrieben wie böse die anderen zu einem sind, nur weil man nicht den popes gepudert bekommt.
nicht in seiner meinung bzgl. der erziehung bestättigt wird, sondern von anderen zum nachdenken, überdenken oder zu umdenken gebeten wird.ich muss ja für mich sagen ich hab einige sachen hier mitgenommen, erziehe und lebe aber mit meinem hund so wie ich denke das es richtig ist.
habe mich da ehrlich gesagt noch nie so wirklich von irgendwem verunsichern lassen, weil sie eben nicht meiner meinung waren (liegt aber auch vllt. daran das ich hier nie threads zum thema erziehung etc. aufgemacht habe).ich finde auch nicht das eine jahrelange erfahrung einen unbedingt zum guten hh macht, bzw. das man da eher aufs bauchgefühl hört usw.
grundsätzlich stimme ich aber dem zitat zu, anstatt auf sein bauchgefühl zu hören was falsch und richtig ist wird heutzutage viel zu oft auf irgendwelche gurus gehört, wird man viel zu oft wegen der flut an infos verunsichert und zweifelt an sich.
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Ja das stimmt- gerade als Anfänger lässt man sich durch andere Meinungen/Bücher verunsichern.
Ich habe im regal mehrere Bücher von verschiedenen Autoren stehen, manche können unterschiedlicher nicht sein.
In einem Buch geht es darum, den Hund per Nackenschütteln zu disziplinieren, in einem anderen Buch steht geschrieben, dass man einen Hund auf gar keinen Fall strafen soll, unerwünschtes Verhalten sollte man ignorieren.
Hat man sich als Hundeanfänger diese zwei Werke zufällig gekauft- ist die Verwirrung perfekt.
Was ich herausgefunden habe, während der Erziehung meines Hundes: Es ist richtig, auf sein Bauchgefühl zu hören.
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Das Zitat aus dem ersten Posting bringt meine Sicht der Dinge ziemlich genau auf den Punkt. Ich finde es traurig zu sehen, wie viel Verunsicherung auch hier im Forum immer wieder bei einzelnen Beiträgen mitschwingt.
Statt sich auf die Suche nach seinem Weg zu machen, hinter dem man stehen kann, mit dem der Hund klar kommt und mit dem man Fortschritte sehen kann, lässt man sich sehr schnell durch andere User verunsichern. Die Angst, das Vertrauen des Hundes zu verlieren, unberechenbar zu sein und nicht mehr geliebt zu werden erschreckt mich teilweise.
Man sollte nicht unreflektiert, respektlos und ohne gesunden Menschenverstand fröhlich rumerziehen und die Schotten gegen jegliche andere Meinung dicht machen. Aber es hilft auch niemandem – weder Hund noch Mensch – wenn ich wie ein Fähnchen im Wind flattere und das Zusammenleben mit meinem Hund zur Tortur wird, weil ich schon lange vergessen habe (oder noch schlimmer: mir nie darüber im Klaren war), was ich erwarte, was mir wichtig ist und wo ich Zugeständnisse machen kann und will.
Viele Grüße
Frank
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