Wie bringe ich das "nix fressen ohne Freigabe" bei?

  • Davon bin ich kein Fan, ehrlich gesagt. Vor allem, weil man da sehr vorsichtig sein muss, wie der Hund auf solch ein Vorgehen reagiert. Manche verpacken das problemlos, andere bekommen den Schock ihres Lebens, wie schon geschrieben.
    Die Große weiß, dass, wenn sie mir etwas bringt, sie niemals Schelte bekommt, im Gegenteil. Die ersten Male schien sie richtig verdattert, danach fasste sie Vertrauen. Würde ich bei ihr aversiv arbeiten, hätte ich ganz schnell ein völlig verängstigtes Wrack neben mir, das sich nichts mehr trauen würde, bei jeder Bewegung meinerseits sofort beschwichtigen und sich hinwerfen würde und ihr mühsam aufgebautes Vertrauen in mich und die Menschheit wären dahin. Übrigens auch einer der Gründe, warum ich bei ihrer leichten Leinenaggro nicht mit Wasser gearbeitet habe.

  • Diese Art der Erziehung könnte bei Lucy auch leicht nach hinten losgehen. Aber wenn sie nicht aufs erste Wort hört, kommt von mir schon auch mal ein sehr tiefes "Hey". Das muss sie schon abkönnen. Wenn ich aber mit irgendwas nach ihr werfen würde, wäre der Ofen wohl recht schnell aus.
    Als wir mal das Platz aus der Bewegung trainiern wollten und mir eine Userin geschrieben hatte, dass sie bei ihrem Hund drohend auf ihn zugegangen sei, wenn er sich nicht hingelegt hat, habe ich das bei Lucy auch ein einziges Mal versucht. Mit der Folge, dass sie dann ängstlich zurückgewichen ist, weil sie wohl noch etwas anderes befürchtet hat,sich aber trotzdem nicht hingelegt hat.

  • Zitat

    Ihr berichtet teilweise hier auch davon, dass ihr "nein" sagt, wenn etwas aufgenommen wird bzw. dass Hundi streng gemaßregelt wird. Soll das quasi im Umkehrschluss bedeuten, dass ich durch ein ständiges, evtl. sehr rauhbeiniges Verbieten den Hund über kurz oder lang dazu bringen werde, es von selbst zu lassen - also gar nicht mehr erst versuchen, weil er quasi dann schon vorausdenken kann, dass ich ohnehin gleich meckere und verbieten werde?

    Denke so siehst du es richtig!
    Hunde lernen durch ständige Wiederholungen und ein dosiertes "Nein", mal scharf - mal weicher, je nach Situation ist schon prägend.

    Stehe, laufe ich neben einer meiner Hunde und sie schnuppern an was, das da so fressbares rumliegt, reicht ein stimmmäßig ruhiges "Nein", ist er ein Stück weg oder sehr hatnäckig wird das "Nein" bestimmter.
    Ab und an belohne ich ein Ignorieren des Objekts auch mit einem Leckerchen aus meiner Jackentasche, muss sich ja auch lohnen.

    Fussel hat früher Hundekot eingesaugt und es war ein langer Weg, doch er hat sich gelohnt. Ich musste lernen immer meine Augen bei ihm zu lassen und bei dem Versuch, eventuell in weiterer Entfernung ( Auslaufgebiet), mit einem schreienden "Nein" entgegenzurennen. Heute sehe ich die Nase im Wind und die Spuraufnahme und es reicht ein normales bis strenges "Nein" und er gibt die Spur auf und kommt angelaufen.

    Ich bin kein Freund von schmeißenden Gegenständen und kann den Hund auch dazu bringen, einfach mit der Beute abzuhauen oder schneller zu schlingen. Es mag bei anderen Hunden wirken doch wende ich das nicht an.

    LG Sabine

  • Zitat

    Ihr berichtet teilweise hier auch davon, dass ihr "nein" sagt, wenn etwas aufgenommen wird bzw. dass Hundi streng gemaßregelt wird. Soll das quasi im Umkehrschluss bedeuten, dass ich durch ein ständiges, evtl. sehr rauhbeiniges Verbieten den Hund über kurz oder lang dazu bringen werde, es von selbst zu lassen - also gar nicht mehr erst versuchen, weil er quasi dann schon vorausdenken kann, dass ich ohnehin gleich meckere und verbieten werde?


    Hunde sind nicht doof....wenn das gefundene Leckerlie sooo verfuehrerisch ist dann setzt man sich ueber eine Strafe hinweg, bzw. dann ist die Strafe schnuppe.
    Und indem Du Hund einen gefundenen Brocken aus dem Maul reisst und schimpfst machst Du das ganze noch viiiel interessanter und wichtiger als es ist...muss ja ein auserordentlich guter Brocken sein wenn sogar Frauchen ihn will...

    Trainier' doch einfach ein "leave it" indem Du Hund anschaulich machst das etwas das auf dem Boden liegt uninteressant ist.
    Fang' "leave it!" an zu trainieren indem Du ein Leckerlie in die Hand nimmst und es ihm mit der geschlossenen Hand hinhaeltst und in normalen Konversationston (kein Kasernenton) "leave it" (oder was immer Du fuer ein Wort benutzen moechtest) sagst. Hund bekommt das Leckerlie nicht waerend er an der Hand schnueffelt, anschubbst, leckt, mit der Pfote scherrt etc....geduldig bleiben und Hund nicht vollabern....sobald er anfaengt Interesse zu verlieren und wendet sich ab sagst Du sofort "Ja", haeltst Du es ihm mit offener Hand hin und laesst ihn fressen. Dann faengt das gleiche Spiel wieder von vorne an......alle 3-4 Male haeltst Du ihm das Leckerlie einfach vor ohne "leave it" zu sagen damit er merkt das nur bei "leave it" das Verbot ist Leckerlie von Dir anzunehmen. Das breitest Du dann aus auf anschauen.....Du spielst das Handspiel weiter wenn Schritt 1 sitzt und wenn Hund sich dann entfernt vom Leckerlie und auf ein "Ja" wartet von Dir sagst Du nichts und wartest bis er dich fragend anguckt...dann sofort bekommt er das Leckerlie. Das wiederholst Du solange bis Hund automatisch Dich anguckt wenn er "leave it" hoert....und immer wieder und immer wieder..Konsequenz!

    Sitzt das, faengst Du an mit Leckerlies auf dem Boden zu arbeiten. Dafuer besorgste Dir Leckerlies die noch viiiiel besser sind als die ersten Trainingsleckerlies.....die so-la-la-Leckerlies legste auf den Boden und deckst es mit deiner Hand ab...dann beginnt das Spiel von vorne...Hund wird versuchen ans Leckerlie zu kommen und Du sagst ihm sofort "leave it"...gibt er Dir Blickkontakt gibt Du ihm wieder ein "Ja' und gibst ihm aber das Superleckerlie, nicht das was da eben auf dem Boden lag. Wiederholen, wiederholen...solange bis Hund das Leckerlie auf dem Boden uninteressant findet und sofort Blickkontakt sucht. Das breitest Du dann immer weiter aus bis das Leckerlie auf dem Boden liegen kann und Hund es ignoriert sondern Dir Blickkontakt gibt wen er das So-la-la-Leckerlie erspaeht....ohne das Du die Hand drueber haeltst. Breite das immer weiter aus bis es im Hirn verinnerlicht ist das etwas Fressbares auf dem Boden Blickkontakt zu Frauchen signalisiert...denn die hat ja was viiiiel Besseres fuer Hundi. Ist das alles verinnerlicht wird es uebergehen in ein einfaches "Fressen auf dem Boden = Blickkontakt zu Frauchen"...ohne das er dafuer ein Ersatzleckerlie bekommt.

  • Hier ist auch ein Link zu Thema "nein" beibringen, wie schon beschrieben und das funktioniert im Haus / Wohnung auch fantastisch.
    https://www.dogforum.de/bring-deinem-h…bei-t61351.html

    Doch die Realität an Stinker in der Natur, sieht ein wenig anders aus und braucht schon eine geraume Zeit bis es sitzt und das wie gesagt nie zu 100%, jedenfalls bei uns.

    Trotz Training immer die Augen offen halten! ;)

    LG Sabine

  • Zitat


    Hunde sind nicht doof....wenn das gefundene Leckerlie sooo verfuehrerisch ist dann setzt man sich ueber eine Strafe hinweg, bzw. dann ist die Strafe schnuppe.
    Und indem Du Hund einen gefundenen Brocken aus dem Maul reisst und schimpfst machst Du das ganze noch viiiel interessanter und wichtiger als es ist...muss ja ein auserordentlich guter Brocken sein wenn sogar Frauchen ihn will...

    Da hast du Recht. Ich habe leider schon einige Erfahrungen mit verfressenen Hunden. Meine,leider schon verstorbene Labradorhündin Stella war ein extremer Staubsauger. Sie hat keine Gelegenheit ausgelassen. Angefangen von den wirklich ekligen Dingen die so herumliegen bis hin zu unreifem Obst oder Wachsresten (Friedhof). Es war immer was zu finden. Mit Strafe bin ich da nicht weit gekommen. Dann hat sie ihre Beute eben noch schneller gefressen oder schnell in Sicherheit gebracht. Da bin ich mit Schimpfen wirklich gar nicht weitergekommen.

    Bei meinen jetzigen Hunden funktioniert es mit so einem "leave it"-Training viel besser. Jede Strafe macht sie nur noch mehr wild auf ein Häppchen zwischendurch. Also ruhig bleiben und konsequent üben. Deine Übungsbeschreibung ist sehr gut. LG

  • Hab auf youtube mal dieses Video dazu gefunden.
    [youtube]

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    [/youtube]
    Wie erfolgreich diese Methode anzuwenden ist, kann ich leider nicht beurteilen. Mit meinem Welpen bin ich bisher auch nur bei "nein" und das reicht vorerst, denn es funktioniert zu 95%
  • Oh, super, vielen Dank noch für eure Antworten und auch das Video! Sieht auch interessant aus; kann mir bei Lucy aber nicht so ganz vorstellen, dass das klappt.

    tagakm: Ähnlich, wie du das "leave it" beschreibst, habe ich mit Lucy "lass" trainiert. Anfangs hatte ich ihr ein Leckerlie hingehalten; wollte sie dran, habe ich "lass" gesagt und die Hand geschlossen. Sobald sie das Interesse an der Hand verloren hat und sich zurückgenommen hat, bekam sie aus der anderen Hand ne Belohnung.
    Als das saß, habe ich das ganze auf dem Boden weitergeübt. Leckerlie auf den Boden gegeben, wollte sie hin, Fuß drüber und "Lass", Belohnung dann aus der Hand, wenn sie zurückgegangen ist. Meinst du ich kann mein bereits trainiertes "lass" umbauen zu deinem Leave it, also ich lasse natürlich mein Kommando "lass" und würde halt nur versuchen, es so hinzubekommen, dass sie mich nach dem ablassen ansieht und erst dann was bekommt. Das käme doch dann aufs gleiche raus, oder?

  • Zitat

    Oh, super, vielen Dank noch für eure Antworten und auch das Video! Sieht auch interessant aus; kann mir bei Lucy aber nicht so ganz vorstellen, dass das klappt.

    tagakm: Ähnlich, wie du das "leave it" beschreibst, habe ich mit Lucy "lass" trainiert. Anfangs hatte ich ihr ein Leckerlie hingehalten; wollte sie dran, habe ich "lass" gesagt und die Hand geschlossen. Sobald sie das Interesse an der Hand verloren hat und sich zurückgenommen hat, bekam sie aus der anderen Hand ne Belohnung.
    Als das saß, habe ich das ganze auf dem Boden weitergeübt. Leckerlie auf den Boden gegeben, wollte sie hin, Fuß drüber und "Lass", Belohnung dann aus der Hand, wenn sie zurückgegangen ist. Meinst du ich kann mein bereits trainiertes "lass" umbauen zu deinem Leave it, also ich lasse natürlich mein Kommando "lass" und würde halt nur versuchen, es so hinzubekommen, dass sie mich. nach dem ablassen ansieht und erst dann was bekommt. Das käme doch dann aufs gleiche raus, oder?

    wenn sie lass kann, würde ich das weiter üben und kein neues kommando üben.
    Bei uns ist es bleib und notfalls bring.
    Bleib üben wir mit leckerchen drinnen und draussen aber auch vor dem Futternapf.
    Jaaaa, es ist unendlich schwer für ihn (für mich auch), aber langsam bekommt er
    den Bogen :smile:

  • Hallo Kirsten,
    bleib ist dann also euer Abbruchkommando? Er soll dann also verharren, wenn er gerade im Begriff ist, an was leckeres ranzugehen? Ist natürlich auch ne Möglichkeit.
    Ich habe heute - angeregt durch ein Posting von shoppy auf eine ältere Frage von mir "wie bringe ich platz aus der Bewegung bei" - angefangen, mit Lucy Sitz aus der Bewegung zu üben. Shoppy meinte, ich solle einfach mal schauen, was meiner Hündin evtl. leichter fällt als das Platz. Da sie sitz ohnehin recht zuverlässig ausführt, habe ich das mal probiert. Und das hat recht gut geklappt, solange keine Ablenkung da war. War sie recht weit von mir weg, kam sie aber erst zu mir und hat dann sitz gemacht. Aber egal - sollte sie gerade das dann irgendwann mal davon abhalten, hinter Wild herzujagen, kann sie natürlich auch gerne erst zu mir kommen und dann sitz machen, statt es dort zu tun, wo sie gerade ist. Nun hätte ich als nächstes natürlich gerne noch, dass sie das Sitz auch macht, wenn sie irgendwo was unglaublich feines zu riechen hat. Dass sie dann also aufhört zu schnüffeln und sich hinsetzt. Tja, es ist noch ein langer Weg...

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