Pflaumt fremde Menschen an - wie reagieren?

  • Hallo,

    unser Caillou ist ein 9 Monate alter weißer Schäferhundrüde. Ein sehr auf mich und die Familie fixierter Hund, sehr folgsam und gelehrig. Alles super, wenn da nicht das Problem mit fremden Menschen wäre. Solange sich Fremde nicht für ihn interessieren, ist alles paletti, aber wehe es wagt einer ihn anzusprechen, oder zu nahe zu kommen - sprich ihn streicheln wollen - dann geht er nach vorne und bellt.....und das sieht nicht sehr nett aus!
    Er hat überhaupt keine Proble mit Menschen, auch Menschenansammlungen wie Feste, Familienfeiern, Stadt solange die Distanz gewahrt wird. Allerdings gibt es da auch anscheinend Sympathien, denn er macht es nicht immer.
    Ich pflaum ihm dann natürlich bei so einem Verhalten gleich an - bzw. versuch natürlich von vornherein es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.
    Mit Kindern hat er übrigens überhaupt keine Probleme.

    Mir stellt sich jetzt zum einen die Frage, muss/soll sich mein Hund von Fremden anfassen lassen (Tierarzt) und wie reagiere ich richtig bzw. trainiere ich ihm das ab?

    Das Verhalten hatte er schon zum Teil in der Welpenschule gezeigt und die Trainerin meinte ich solle gelassen bleiben, dass Verhalten eher ignorieren, da er sehr an mir orientiert wäre und sofort nach meiner Reaktion schauen würde. Allerdings ist mittlerweile aus dem süßen Knuddelwelpen schon eine 30kg schwerer Jungrüde geworden und da ist dieses Verhalten alles andere als niedlich.

    Kennt das jemand auch von seinem Hund? Wie verhaltet ihr euch?

  • Zitat

    unser Caillou ist ein 9 Monate alter weißer Schäferhundrüde.

    Aha, also im einer erneuten Unsicherheitsphase.

    Zitat

    Solange sich Fremde nicht für ihn interessieren, ist alles paletti, aber wehe es wagt einer ihn anzusprechen, oder zu nahe zu kommen - sprich ihn streicheln wollen - dann geht er nach vorne und bellt.....und das sieht nicht sehr nett aus!

    Dann sorge dafür, dass ihn niemand Fremdes anfasst, anspricht oder streichelt.
    Da du das bisher nicht übernommen hast, regelt er das nun selber, indem er nach vorne geht und bellt.
    Angriff ist der beste Weg der Verteidigung.

    Zitat

    Er hat überhaupt keine Proble mit Menschen, auch Menschenansammlungen wie Feste, Familienfeiern, Stadt solange die Distanz gewahrt wird.

    Die Distanz macht es.
    Menschenmengen und Ansammlungen stellen in der Regel eine kleinere Bedrohung dar als ein einzelner Mensch.


    Zitat

    Ich pflaum ihm dann natürlich bei so einem Verhalten gleich an

    Falsch!
    Dein Hund ist unsicher, fühlt sich bedroht, muss dieses äußern und mittlerweiler regeln und du motzt ihn dafür an.
    Sorge dafür, dass die Distanz eingehalten wird.

    Ja, ich kenne das Verhalten auch von einem meiner Rüden, als er so alt war, wie deiner.
    Das Problem hat sich mittlerweile längst erledigt.

    https://www.dogforum.de/zeigen-und-benennen-t128830.html Lies mal hier!

    Gruß
    Leo

  • Hallo,

    erst mal danke für die Antworten.
    Also nicht falsch verstehen - mein Ziel ist es nicht, dass Hundi sich von jedem knuddeln lassen soll. Ich nehm sein Verhalten schon ernst und denke auch, dass es eher Unsicherheit ist und sorge normalerweise auch dafür, dass die Distanz gewahrt bleibt - aber leider sind manche Menschen unbelehrbar / unvorhersehbar.......und ja - ich bin halt auch nicht perfekt und manchmal eben nen Tick zu spät und ärger mich dann über mich selber.

    Aber wie reagiere ich dann richtig? Das Verhalten komplett ignorieren? Bis jetzt hab ich halt immer mit einem "Ey - lass dass" reagiert......

    In der Hundeschule zeigt er das Verhalten eigentlich nicht, bis auf letzte Woche, da hat er die Trainerin angepflaumt.
    Die meint halt, Korrigieren durch ein scharfes Nein und die Trainerin aus der Welpenstunde (war eine andere HuSchu) meinte ruhig bleiben, so tun als ob nix wär.

    Hundeplatz ist so ne Sache - ich war mit Caillous Vorgängerinnen (auch Weiße Schäferhunde) auf 2 verschiedenen SV-Plätzen - war ganz ehrlich net so ganz meine Welt. Es gab da immer so ein paar "Altgediente" (falls ihr wißt was ich meine) die einem die ganze Sache verderben konnten. Und dann wohne ich sehr ländlich, da ist halt auch alles mit ner ewigen Fahrerei verbunden. Z.Z. gehe ich 1x die Woche in die HuSchu......

  • Leo hat es schon geschrieben: Der Hund wird nicht angefasst, angesprochen und muss sich auch nicht streicheln lassen. Es ist Deine Aufgabe, genau dafür Sorge zu tragen.

    Unbeirrbare Menschen würd ich konsequent blocken. Meist kennt man seine Pappenheimer ja schon und da steht man konsequent vor dem Hund und blockt diese Herschaften bestimmt ab.

    Ignorieren würd ich sein Verhalten nicht, denn er regelt selbst.

    Ruhig raus aus der Situation ist da besser.

  • Hallo!
    Verbieten /unterbinden würde ich das Knurren oder Grummeln nicht.
    Wenn er das nicht darf, wie soll er denn dann sein Mißfallen ausdrücken? Gleich schnappen?

    Ich würde seine Unmutsäußerung zur Kenntnis nehmen und ihm sagen, was er tun kann, um aus der Situation rauszukommen, nämlich "hier, zu mir" (oder wie immer das Kommando bei Euch heißt).

    Vielleicht kannst Du ihm irgendwie vermitteln, dass er hinter Dich kommt, wenn er sich unwohl fühlt.
    Dann ist er geschützt und muss das nicht selber regeln...???

  • Also ist eine verbale Korrektur schon angepasst?
    Er ist ja in den Situationen immer bei mir und ich halte es da schon für unangebracht, dass er es sich rausnimmt so zu reagieren.
    Ich bin ja einer der "braven" Hundebesitzer, die Ihren Hund bei entgegekommenden Menschen mit oder ohne Hund an die Leine nimmt - was bei uns ehrlich gesagt nicht viel Mühe macht, da wir so ländlich wohnen, dass wir kaum jedmanden treffen ...... liegt's vielleicht auch daran?

    Ich kann sein Verhalten in der Situation wirklich schwer einschätzen - Schutzinstinkt, so wie die Züchterin meint, Unsicherheit? Er orientiert sich normalerweise sehr an meinem Verhalten - wenn er mal unsicher ist, schaut er zu mir und wenn er merkt, Fraule reagiert nicht, also is nix, dann ist's für ihn auch gleich wieder gut - nur eben diese eine Sache!

    Und ganz ehrlich - am allermeisten graut's mir da vor Tierarztbesuchen.....wie will der Hund sich mal anfassen lassen, wenn er schon so reagiert, wenn er nur angesprochen wird?????!!!!!

  • Zitat

    Hallo!
    Verbieten /unterbinden würde ich das Knurren oder Grummeln nicht.
    Wenn er das nicht darf, wie soll er denn dann sein Mißfallen ausdrücken? Gleich schnappen?

    Ich würde seine Unmutsäußerung zur Kenntnis nehmen und ihm sagen, was er tun kann, um aus der Situation rauszukommen, nämlich "hier, zu mir" (oder wie immer das Kommando bei Euch heißt).

    Vielleicht kannst Du ihm irgendwie vermitteln, dass er hinter Dich kommt, wenn er sich unwohl fühlt.
    Dann ist er geschützt und muss das nicht selber regeln...???

    Er sitzt in den Situationen neben mir und er knurrt und grummelt nicht, sondern er geht bellend nach vorne.
    Also doch nicht korrigieren?

  • Zitat


    Er sitzt in den Situationen neben mir und er knurrt und grummelt nicht, sondern er geht bellend nach vorne.
    Also doch nicht korrigieren?

    Es sollte erst gar nicht soweit kommen, dass dein Hund es regeln muss.Zeigt er bereits obiges Verhalten, ist er schon dabei, diesen (bedrohlichen) Menschen zu maßregeln.
    Durch sein Gebell will er den Menschen vertreiben, da du es nicht schon vor der "potenziellen Gefahr" übernommen hast.
    Wenn du den Zeitpunkt verpasst hast, dein Hund also schon agiert, drehe dich um, nimm den Hund schleunigst aus der Situation.

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