Mal wieder....Futteraggression

  • Hallöchen Forianer,

    ich wollte mal fragen, wie eure Erfahrungen bei Futteraggressiven Hunden ist bzw wie ihr das in den Griff bekommen habt.

    Beispiel einer Nachbarin: (Wo ich grad einfach nicht mehr weiter weiß)

    Hund (Mix, Größe Schäferhund, knapp 1 Jahr alt) knurrt alles und jeden an, wenn sich jmd ihm nähert, sobald er einen Kauartikel hat. Beim "normalen Fressen" BISHER noch kein Problem.

    Ich persönlich würde es als "Angst, dass ihm etwas weggenommen wird" deuten.

    Nur wie geht man da am Besten vor?

    Erste "Maßnahmen" (Wenn Du mich anknurrst, dann nehm ichs halt weg) führten eher zum gegenteiligen "Erfolg". Hund knurrt mitlerweile schon beim Annähern und wird dann immer lauter und energischer.

    Ich hab nun schon auf einigen Seiten gelesen, dass man es als "Souveräner Rudelchef" einfach ignorieren soll...aber ich bin mir unsicher, ob das wirklich der richtige Weg ist.l..ich mein, ich vertrete persönlich die Ansicht, dass mein Hund mich nicht anzuknurren hat, nur weil ich an ihm vorbei gehe.

    Wie seht ihr das? Bin auf die Diskussion und Vorschläge gespannt.

    Ach ja, Kinder sind dort keine im Haushalt und der Hund wird generell in Ruhe gelassen beim Fressen.

    Hab schon überlegt, ob man ihm jedesmal n Leckerchen hinwirft, wenn man dran vorbei geht...sozusagen "Schön füttern"...aber ob das so wirklich Sinn der Sache ist?

  • Was bei mir bisher gut geklappt hat: Erstmal nur an der Hand knabbern lassen -also das Leckerchen garnicht erst loslassen. Dabei auch mal die Hand wechseln. Nach einigen malen -wenn es gut klappt- mal KURZ loslassen. Nach und nach kann man dann die Abstände verlängern...

  • Ich würde mit dem Hund erstmal Tauschen oder "Aus" üben. Vielleicht erstmal mit etwas was nicht ganz so beliebt beim Hund ist.
    Das könnte man dann Schritt für Schritt steigern. Also erst Leberwurst gegen Stöckchen tauschen (dabei "Aus" sagen), dann gegen ein Tau tauschen, dann vielleicht Balli und später einen Kauknochen. Je nach Fortschritt und Prioritäten des Hundes natürlich.
    Ein weiterer Schritt könnte sein den Hund dann "Aus" machen zu lassen, ohne es in die Hand zu nehmen, sondern auf den Boden fallen lassen.
    Dann gibts vielleicht auch mal nix dafür, sondern bloß ab und zu, dafür aber immer was richtig gutes.

    Ich hoffe das kann dir helfen :smile:

  • Zitat


    Ich hab nun schon auf einigen Seiten gelesen, dass man es als "Souveräner Rudelchef" einfach ignorieren soll...aber ich bin mir unsicher, ob das wirklich der richtige Weg ist.l..ich mein, ich vertrete persönlich die Ansicht, dass mein Hund mich nicht anzuknurren hat, nur weil ich an ihm vorbei gehe.

    Er knurrt ja nicht, weil Du an ihm vorbei gehst, sondern er verteidigt seine Beute. Muss er ja eigentlich auch nicht, aber das müsst Ihr ihm beibringen. Nun hat er ja schon prima gelernt, dass, wenn er knurrt, ihm die Beute weggenommen wird. Ich würde das Knurren ignorieren und wenn das funktioniert, d.h. er knurrt nicht mehr und kaut genüsslich weiter, würde ich neu aufbauen und ihm das Tauschen schmackhaft machen.

  • @ balaika
    Die Idee ist klasse. Werde ich ihr mal vorschlagen. Super-Leckerchen gibt es also nur noch aus der Hand.

    @ Anja
    Leider ist der Hund überhaupt nicht an Spielzeug interessiert....aber gut, dann muss man mal überlegen, was man wie kombinieren kann, damit es halt immer ne Steigerung gibt.....heisst: Büffelhautknochen - Pansen - Trockenfisch etc....

    ferry

    Ja, da wurd leider wohl einiges an Vertrauen kaputt gemacht. Breani hatte anfangs ja auch ne leichte Futteraggro, aber da war er 13 Wochen alt und per Tauschgeschäft haben wir das bei ihm super hinbekommen.
    Nur ist die Nachbarin leider zu spät auf mich zugekommen und eine Bekannte einer Bekannten etc hatte ihr dann erzählt, man solle es ihm wegnehmen. Naja, dumm gelaufen, jetzt geht das Spiel von vorne los...


    Hatte auch schon versucht herauszufinden, woran es liegen könnte. Denn bis vor etwa einem halben Jahr war dies wohl nie ein Problem. Dann schlich sich so nach-und-nach ein Brummeln ein, aus dem dann letztendlich nun das Knurren entstand. Ich weiß aber, dass sie sich zu der Zeit in ner heftigen Beziehungskrise befand und ihr Mann nun guter letzt vor ein paar Wochen ausgezogen ist. War schon am Überlegen, ob es mit dem Stress zu tun haben könnte? Dass der Hund sie plötzlich nicht mehr als Rudelführer sieht, sondern nun die Rolle in gewissen Punkten übernommen hat bzw im Moment einfach gar nicht weiß wer wo steht? (Sie war psychisch ziemlich am Ende und Hundi wurde in der Zeit auch ziemlich verhätschelt) Sollte man da vielleicht auch ansetzen? (Hatte da auch mal irgendwas in der Art gehört/gelesen)


    Aber mit den oben genannten Tipps, kann man zumindest nix falsch machen. Und wenn gar nix hilft, dann muss sie sich doch mal jmd ins Haus holen, der mit dem Thema vielleicht mehr Erfahrung hat als ich.

    Das Problem ist einfach, dass es unheimlich schwierig einzuschätzen ist, was der richtige Weg ist.
    Wenn mich "früher" einer meiner Hunde wegen Futter angeknurrt hat, dann gabs einen auf den Deckel die Sache war gegessen. Das war dann halt einfach mal "Aufmucken". Bei Breandán musste ich ja nun auch schon ne andere Richtung einschlagen. Da kam auch das "Problem" auf und der "Deckel" ging nach hinten los. Hatte dann plötzlich einen, mit dem Knochen panisch hin und her laufenden Welpen in der Wohnung und das brachte mich dann "gott-sei-dank" zum Umdenken. Bei ihm war es halt kein Aufmucken sondern schlichtweg Panik.

  • Da sich die Futteraggression ja gegen die eigenen Menschen richtet, würd ich es auch erstmal mit Tauschgeschäften machen. Wenn man nicht nah genug ran kommt, dann eben Leckerlie hinwerfen.
    Am besten wär sogar nur noch Futter aus der Hand geben und sowas wie Knochen abgeben dann separat üben. Dieses dann steigern. Erst nen weniger schmackhaften Knochen bis man irgendwann sogar nen getrocknetes Pansen stück Tauschen kann. Also wie Anja es beschrieben hatte.

    Man kann es über einen Test feststellen was beim Hund Favoriet ist. Du nimmst 2 unterschiedliche Leckerchen in die Hand und hälst beide hin, lässt beide Hände kurz abschnüffeln und dann darf der Hund wählen. So kann man sich ne Liste erstellen was der Hund am liebsten mag. Mit der Liste kannst dann arbeiten.

    Viele Hunde fahren total auf Leberwurst, Käse, oder Pansen ab. Diese normalen Rinderhaut Knochen sind oft ganz nett für Hunde, aber son Ochsenziemer ist meist besser noch leckerer. Auch das normale Futter sollte mit getestet werden welchen Ranglisten Platz das einnimmt.

    Würde erstmal das Superleckerlie rausfinden und es dem Hund dann zuwerfen und dann in der Hand anbieten. Die ersten Wochen das verteidigte Futter komplett Ignorieren und immer nur auf zuruf das super leckerlie anbieten und immer näher heran gehen. Soviele Wochen/Monate bis man den Hund sogar streicheln kann während er frisst. Danach würd ich mir erst Gedanken machen, wie es weiter geht das der Hund es auch abgibt.

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