Verhalten, wenn einen ein Hund "angreift"

  • Hi,

    nun ich bin kein Hundebesitzer und hatte bisher auch noch nie Probleme mit Hunden, allerdings auch wenig Kontakt.
    Dummerweise habe ich aber jetzt ein Problem. Ich hoffe ich bin hier im richtigem Forum und ihr hab Tipps für mich.

    Vor kurzem hatte ich es eilig und bin zur Haustür rausgestürmt. Dummerweise ist just in diesem Moment Hundehalter mit Hund genau vor der Tür vorbeigelaufen. Ich bin erschrocken, der Hund ist sichtlich erschrocken, Hundebesitzer stöhnt leise. Der Hund fängt aus sofort das Knurren an. Ob er auch an der Leine gerissen hat, weiß ich gar nicht mehr. Ich bin einfach weiter gegangen und hatte gehofft das es sich damit hat.

    Dummerweise liegt mein Nachhauseweg auf dem Weg, den Frauchen und Hund zum Gassi gehen benutzen, weshalb wir uns gelegentlich über den Weg laufen. Die ersten Male sieht mich der Hund bevor ich ihn sehe und fängt sofort an tief zu Knurren, zu Bellen und stehen zu bleiben. Frauchen muss ihn dann immer wegreißen War jetzt 2-3 mal so.

    Jetzt bin ich ihm mal wieder begegnet und eigentlich war nix, bis auf die letzten Meter. Ich denke mir noch "Hey, er hat's aufgegeben" und beobachte ihn, ob er nicht doch was machen will. Dabei schaue ich ihm dummerweise in die Augen (vielleicht war das auch schon der Fehler). Er schaut mich kurz an, scheint mich zu erkennen (hatte zur Abwechslung einen Vollbart, evtl. hat er mich nicht sofort erkannt) und fängt auch sofort an in meine Richtung zu springen, tief zu Knurren und zu bellen. Frauchen muss ihn wieder mit beiden Händen an der (Metall-)Leine zurückhalten. Ich gehe mit gleichem Tempo weiter und entferne mich.

    Ehrlich gesagt habe ich vor dem Hund Angst bekommen. Ich habe die Befürchtung das er mir an die Kehle geht, wenn Frauchen ihn nicht zurückhalten kann oder er mich einfach angreift, wenn wir beide gerade um die Ecke gehen und uns mal wieder gegenseitig erschrecken.

    Wie ist denn das richtige Verhalten in dieser Situation? Sich aufplustern und den Hund anschreien (mit "Sitz!", "Platz", o.ä.) um Dominaz zu zeigen (wahrscheinlich schon zu spät)? Einfach den Hund nicht beachten und möglichst nicht angucken?

    Weiß nicht. Hoffe ihr habt einen Tipp für mich.

    (Falls euch die Hundeart interessiert: schwarzes, halblanges Fell, am Kopf abstehend. spitze Schnauze, schwarze Augen, etwas kleiner als ein Schäferhund, tiefes Bellen - falls euch das weiterhilft)

  • Zitat

    zum einen, nicht fixieren und in die Augen schauen, damit machst Du dem Hund eine Kampfansage.

    Ich würd einen Bogen laufen, den Hund ignorieren und gut ist.


    würde ich auch machen
    und langsam und ruhig laufen ohne hektische Bewegungen
    sich ggf. vom Hund wegdrehen

  • Das kommt ganz darauf an, welches Verhältnis Du zu dem Hund haben willst.
    Ist es einfach irgendeine Nachbarin, dann einfach aus dem Weg gehen.

    Versteht man sich aber ganz gut und hat sonst noch Kontakt, wäre es vielleicht möglich, sich mal mit der Hundehalterin zu unterhalten, ob man an dem Problem arbeiten kann.
    Der Hund scheint, den Vorfall wohl als Angriff oder Ähnlichem gesehen zu haben und mag Dich seitdem nicht mehr, bzw hat selbst Angst vor Dir. Und manche Hunde reagieren mit Aggression. ("Angriff ist die beste Verteidigung")
    Falls ihr an dem Problem arbeiten wollt, würd ich den Hund vorsichtshalber mit Maulkorb sichern (Falls der Besitzerin doch mal die Leine aus der Hand rutscht) und ihn eventuell "anfüttern". Leckerchen hinschmeissen etc. Aber da wohl am Besten nen Trainer hinzuziehen.

  • Hallo,

    ich find's ehrlich gesagt total super, dass Du Dir als Nicht-Hundehalter darüber Gedanken machst und nicht nur über den "blöden Köter" schimpfst.

    Was ich in Deinem Bericht vermisse ist, wie denn der Hundehalter, es ist eine Frau, oder? mit Euren Begegnungen umgeht. Eigentlich wäre es in erster Linie ihr Ding dafür zu sorgen, dass durch ihren Hund kein Stress entsteht. Egal ob Du den Hund erschreckt oder in die Augen geguckt hast.

    Ich habe auch so 'ne schreckhafte Schissbuchse an der Leine und wäre froh, jemandem wie Dir zu begegnen. Bei meinem weiß ich nämlich, dass 5 Minuten unerschrockener Beschäftigung mit ihm Harry für den Rest seines Lebens zu Deinem ergebenen Freund machen würde.

    Vielleicht ist das ja bei deiner "Hundebekanntschaft" ähnlich. Versuch doch mal mit Frauchen darüber ins Gespräch zu kommen - und wenn Du geneigt bist - kurze Zeit aufzuwenden, um Freundschaft mit dem Hund zu schließen.

    Ansonsten bleibe ich dabei, selber Hundehalter mit nicht problemlosem Hund, dass nicht der hundelose Mensch Bogen schlagen muss!

    LG Appelschnut

  • Ganz grundsätzlich ist in den allermeisten Fällen die Kaninchen-Schockstarre das ideale Verhalten bei "komischen" Hundebegegnungen. Also stehen bleiben, sich absolut ruhig verhalten, weggucken - auch mit Kopf wegdrehen.
    Und eben wenns geht Abstand halten, Bogen laufen usw.

    Wenn ihr Euch öfters begegnet und Du nicht grundsätzlich Angst vor Hunden hast wäre es sicher für alle Beteiligten am Besten, wenn ihr irgendwie Freundschaft schließen könntet. In Absprache mit dem Frauchen wäre z.B. auch Leckerli-Schmeißen dann eine Möglichkeit ...

    Klar ist in erster Linie der Hundhalter verantwortlich. Lösungen finden sich aber viel schneller und leichter, wenn auch die jeweils andere, nicht-hundehaltende Seite mitarbeitet oder sich zumindest nicht kontraproduktiv verhält. Insofern find ich das total klasse :gut: das Du hier nachfragst und um Lösungen bemüht bist.

    Vielleicht noch zur Beruhigung: der Spruch "Hunde die bellen beißen nicht" stimmt in den allermeisten Fällen. Nicht selten isses "viel Lärm um nichts" und die jeweiligen Hunde haben eigentlich mehr Schiss als die Menschen.

    LG
    Susa

  • Hey, danke für die konstruktiven Antworten! Ich glaube ich bin hier richtig. :)

    Nun, Appelschnut: Ja ist eine Frau. Und, wenn es nicht nur Zufall war, dann hält sie den Hund schon mit beiden Händen fester, wenn sie mich sieht. Wenn er dann anfängt rumzumaulen und an der Leine reißt, scheißt sie ihn zusammen und zieht ihn weg.

    Dann werde ich erst mal versuchen einen Bogen zu machen. Vielleicht merkt er sich ja dann mit der Zeit, dass ich nix von ihm will. Bleibt das Problem mit dem um-die-Ecke-laufen, aber da muss ich durch...

    Habe auch schon überlegt einfach mal die Hundehalterin zu fragen, was man da am besten macht, aber ich will auch nicht mit ihr plauschen, wenn der Hund gerade durchdreht ;) Wenn das ganze jetzt noch weiter geht, dann werde ich evtl. trotzdem mal versuchen das Gespräch zu suchen und evtl. das Leckerli-Freundschafts-ding probieren, sofern der Halter zustimmt (wobei ich da irgendwie denke, dass der Hund dann denkt "Hey, ich greife an und kriege Leckerli - das mache ich jetzt öfters").
    Weil eigentlich habe ich keine Lust jedem Hund, den ich schief angeguckt habe, aus dem Weg gehen zu müssen...

    Und zum Hunde-die-bellen-beißen-nicht: Ich weiß grad gar nicht ob er erst los springt und erst dass Knurren anfängt, wenn er merkt das da eine Leine ist, oder erst knurrt. Werde das mal beobachten.

  • Hallo,

    also ich finds ganz mega klasse, dass du dir da Gedanken machst. Und der beschriebene Hund könnte echt meiner sein...seufz.

    Zum meinem Hund mal als Beispiel: Auch sie reagiert so, wenn sie jemand mal erschreckt hat. Bei meiner Hündin ist es aber in der Tat heiße Luft um nix. Sie steigert sich da an der Leine total rein. D.h. wenn man einen positiven Kontakt haben will, dann würde es bei ihr prima helfen, sie einmal knurrend zu dir hinrennen zu lassen. Wenn du sie erstmal ignorieren würdest, egal wie meine Hündin rumknurrt, dann mit mir reden, sodass sie merkt, dass nichts schlimmes passiert und ich dich nett finde, dann könntest du sie eine Minute später problemlos streicheln und das Ganze hätte sich für den Rest des Lebens erledigt.

    Sollte aber eigentlich garkein Kontakt erwünscht sein, dann würde es mir als Hundehalter sehr dabei helfen, den Hund ruhig zu halten, wenn du einen kleinen Bogen läufst und wegschaust.
    Denn meine Kleine ist sozusagen angstaggressiv und durch das bisschen mehr Distanz und die fehlende Bedrohung durch wegschauen, würde sie dann ziemlich sicher ruhig im Fuß an meiner Seite an dir vorbeilaufen.

    Was du auch tust: Ich würde auf jeden Fall von "Aufplustern", groß machen oder Blickkontakt abraten. Denn unter Hunden ist das nunmal eine Bedrohung. Klein machen oder wegrennen aber auch nicht, sondern bestenfalls ruhig stehen bleiben und den Hund so gut es geht ignorieren, dich abwenden oder wegdrehen, falls er hochhüpft.

    Viel Glück und erzähl doch mal vom Ausgang eurer Situation irgendwann. Ich find deine Einstellung auf jeden Fall ganz ganz prima!

    Liebe Grüße,
    Lily und Happy

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