Plötzlich sehr aggressiv an der Leine :(

  • Hallo,

    Wie schonmal in einem anderen Beitrag beschrieben, hapert es bei unserem Don immernoch etwas an der Leinenführigkeit. Es wird aber immer besser und die Tage, an denen er extrem in die Leine geht werden immer weniger.
    Diesen Erfolg zu sehen, hat uns sehr gefreut, weswegen wir fleißig weiter üben.
    In letzer Zeit jedoch macht uns entwas anderes Sorge. Und zwar reagiert Don seit einiger Zeit auf andere Hunde sehr aggressiv, wenn er sich an der Leine befindet. Er hat schon seit er bei uns ist mit Hunden die genauso groß oder großer waren als er gemoppert, aber in letzer Zeit macht er das auch bei kleinen Hunden. Unabhängig davon ob ich ihn führe oder mein Freund, reagiert er schon wenn er den Hund vom Weiten sieht und geht dann so dermaßen durch, dass es häufig nichtmal mehr möglich ist ihn mit Futter abzulenken. Selbst wenn ich ihn ablenke, interessiert ihn auch das Futter spätestens dann nicht mehr, wenn der andere Hund an uns vorbeigeht.
    Wie gesagt ist das erst seit einiger Zeit so extrem und dass obwohl er solche Fortschritte gemacht hat.
    Als mein Freund vor ein paar Tagen mit den Hunden zur Arbeit ging, hat Don das erste Mal so extrem reagiert und ist dann sogar einen Mann angegangen, was einfach nicht sein darf.
    Aus medizinischer Sicht ist er gesund, also kann das Verhalten nicht durch Schmerzen ausgelöst werden.

    Nun frage ich mich, was der Grund für dieses plötzliche Extremverhalten sein könnte.
    Habt ihr vielleicht schonmal ähnliches erlebt? Vielleicht hat jemand Erfahrung mit so einer plötzlichen Aggressionssteigerung?

    Ich würde mich sehr über Antworten freuen.

  • Hallo Abessinerin,

    ja, mit Cattledings ist der Australian Cattle Dog gemeint. Don ist ein Cattle Dog- Pointer Mischling. Da wir ihn aus dem Tierschutz haben, kennen wir sein genaues Alter nicht. Er soll zwischen 2 und 3 Jahren alt sein. Kastriert wurde er bevor er zu uns kam. Also recht spät. Falls das eine Rolle spielen könnte.

  • Hmm, was genau war der Auslöser für dieses Verhalten?

    Und ehrlich? Grad wenn Don auch Menschen angeht würd ich einen Trainer hinzuziehen.

    Ebenso würd ich mir die kompletten Schilddrüsenwerte holen und mir das Futter mal genau ansehen.

  • Also den Mann hat er wohl erheblich angenurrt und gebellt. Das war anchdem er einem anderen Hund begegnet ist. Ansonsten ist er Menschen gegenüber mittlerweile meist gleichgültig oder freundlich interessiert. Daher wunderte uns das auch sehr und wir führten es auf den Stress wegen des anderen Hundes zurück. Trotzdem will ich das nicht verharmlosen. Sowas darf nicht passieren. Aber weil es eben ein Einzelfall war, frage ich mich, ob es nicht eine Möglichkeit ohne Trainer gibt.

    Der Auslöser für das Verhalten ist, so sieht es zumindest aus, der andere Hund. Er sieht ihn und sobald der andere ihn nicht komplett ignoriert, gehts los mit knurren, ggf. bellen und wildem rumgezerre.

    Heute morgen haben wir einen Hund getroffen, der von sich aus gemoppert hat und da hat sich Don recht schnell beruhigt. Der Hund war allerdings auch nicht so groß und etwas weiter von uns entfernt.

  • Wielang habt ihr Don schon? Manche Hunde brauchen lange um sich einzuleben.
    Vielleicht ist er erst jetzt richtig angekommen und zeigt euch erst jetzt sein wahres Gesicht.

    Mit nem Trainer könntet ihr dann jetzt direkt dagegensteuern. Oder ein Hundeverein, die sehr günstig sind. Mit dem verein hättet ihr den vorteil, das ihr regelmäßig andere Hunde trefft, die nicht wie beim Gassi gehn weiter gezogen werden und Don kein erfolgserlebniss im Sinne von "er hat den anderen Hund davon gejagd verspürt".

    Ich bereu es immernoch, das ich bei meinem Rüden nicht sofort nach den ersten anzeichen von Leinenaggression/Unverträglichkeit in nen Verein gegangen bin. Weil mein Rüde so auch bei mir kennengelernt hat, das er mit seiner Pöbelei und Rüpelei andere Hunde verjagen kann und erfolgreich damit ist.
    In einer Gruppe im Verein bleiben die Hunde eben paar meter weiter einfach sitzen.

  • Zitat

    Ich bereu es immernoch, das ich bei meinem Rüden nicht sofort nach den ersten anzeichen von Leinenaggression/Unverträglichkeit in nen Verein gegangen bin. Weil mein Rüde so auch bei mir kennengelernt hat, das er mit seiner Pöbelei und Rüpelei andere Hunde verjagen kann und erfolgreich damit ist.
    In einer Gruppe im Verein bleiben die Hunde eben paar meter weiter einfach sitzen.


    Diese Erfahrung (dass ein Verein helfen kann) habe ich auch gemacht. Timon war, als er kam, zwar verträglich aber der Leinenproll schlechthin.

    Ein wesentlicher Schritt in Richtung Besserung brachte die Hundeschule. Wir haben dort zwar nicht an dem Leinenproll-Problem gearbeitet, aber dort blieben die Hunde so gut wie immer an der Leine und an der Leine gab es keinen Kontakt. Punkt. Er hat dort einfach gelernt, dass wir unser Ding machen können ohne dass uns die anderen interessieren müssen.

    Mit dem Mann -- das könnte durchaus tatsächlich eine Übersprungshandlung gewesen sein. Ihr müsst aber trotzdem drauf vorbereitet sein, dass sich das wiederholen könnte -- und ihr müsst es natürlich verhindern.

    Eine andere Sache, die bei Timon in der Tat auch Fortschritte ermöglicht hat: ich habe ihn, auch wenn es beruflich nicht unbedingt nötig war, immer 1x in der Woche für mindestens 5 Std hier in eine sehr gute HuTa gebracht. Hat einfach geholfen, dass er sich regelmäßig unter sachkundiger Aufsicht in einem Rudel aufgehalten hat.(Allerdings wie gesagt, Timon ist grundsätzlich sozialverträglich und von daher HuTa-tauglich, ich weiss nicht wie es bei deinem ist).

    Ansonsten, was auch geholfen hat: Mantrailen (gibt es mittlerweile auch als Thera-Trailen für ängstliche / angstaggesive Hunde).
    Es ist ein Potpourri aus verschiedenen Maßnahmen gewesen, was schliesslich den Erfolg brachte (heute ist er friedlich, mit wenigen Rückfällen).
    Ich weiss jetzt nicht, wie lange Ihr den Hund schon habt, aber "Bindung" und "Vertrauen" ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. Alles was die Bindung verstärkt ist hilfreich.

    Ich würde den Hund aber mal trotzdem von einem Trainer wenigstens anschauen lassen. Oft sind die Einschätzungen hilfreich. Verlass dich aber auch auf dein Bauchgefühl -- wenn du denkst, der Trainer schätzt deinen Hund nicht richtig ein oder das was er vorschlägt bringt nichts, ist das vielleicht so.

  • Hm, falls der Cattle stark durchschlagen sollte, dann könnte es schon ein Fall für ein Einzeltraining sein.
    Das können aber nur Leute beurteilen, die sich eben auch mit Cattles auskennen.

    Wenn ich an Deiner Stelle wäre, dann würde ich mich an die Nothilfe für Cattles wenden, eventuell können die Dir einen guten Trainer in der Nähe empfehlen:
    http://www.acd-in-not.de/

    Dazu passend, schau Dir mal die Beschreibungen in der Vermittlungen an.
    Leider sind viele der Hunde nicht verträglich und es gab auch zum Teil schon Beißvorfälle.
    Deshalb würde ich mich an Leute wenden, die sich mit der Rasse auskennen =)

  • Danke für die Antworten.

    Don ist jetzt seit 7Monaten bei uns. Also gut möglich, dass er jetzt erst richtig warm wird. Ich habe schonmal gelesen, dass Tierheimhunde bis zu einem halben Jahr brauchen, um sich richtig einzuleben.
    Ich denke er vertraut mir schon, aber trut mir manchmal etwa szu wenig zu. Das ist aber etwas, das ich ändern muss. Mein Freund hingegen ist sehr souverän und strahlt in jeder Situation Ruhe aus. Trotzdem reagiert er bei ihm momentan auch komisch, weswegen das mit der eingewöhnungszeit schon passen würde.
    Die Sache mit dem Mann sehe ich egentlich auch eher als Übersprungshandlung, da es unmittelbr nach dem Hundekontakt war. Dennoch achte ich darauf um ggf. eingreifen zu können.

    Im Freilauf neigt Don manchmal zum pöbeln. Wenn er aber merkt, dass der andere sich davon nicht beeindrucken lässt, dann geht er lieber zum Rückzug über. Des Weiteren kann ich ihn vom pöbeln im Freilauf zuverlässig abrufen.

    Die Idee mit dem Verein finde ich gut. Wir haben uns schon über Vereine in unserer Umgebung gesucht, da wir mit Don und dem Border etwas in Richtung Hundesport machen wollten. Außerdem gibt es in unserem Freundeskreis keine Hundehalter, da ist es mal schön gleichgesinnte zu treffen. Und auch das Argument, dass der Hund dort lernt, dass ihm die anderen egal sein können, wenn er an der Leine ist, finde ich gut. Denn wenn man draußen so eine doofe Situation hat, liegt dem anderen hundehalter ja auch viel daran, schnell weiterzugehen, was für den Hund dann wie abhauen aussieht. Wir werden uns demnächst mehrere Vereine und Hundeschulen ansehen.

  • Vielleicht sollte ich mich nochmal verbessern und das Wort "angegangen" zurücknehmen. Das hört sich einfach zu extrem an. er hat den Mann halt angeknurrt und etwas gebufft. Ich habe das oben etwas zu extrem ausgedrückt.
    Trotzdem soll er andere Menschen immernoch nicht anbuffen.

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