Nachbars Kater und die Stubenreinheit

  • Eigentlich weiß unser Freddie, daß er sein Geschäft draußen machen soll. Eigentlich.

    Das Problem dabei ist Willi, der Kater von unseren Nachbarn.
    Freddie ist jetzt 4,5 Monate alt und für ihn ist die Welt noch unheimlich interessant und deshalb läßt er sich von allem möglichen ablenken. Er kennt zwar Katzen, wir haben selber vier Kater, aber die lassen sich inzwischen von ihm abschlabbern oder raufen auch mal mit ihm. Willi ist dagegen völlig anders. Entweder er läuft weg oder er steht in einigem Abstand bewegungslos auf der Straße.
    Das irritiert und interessiert Freddie wiederum dermaßen, daß er dabei alles andere vergißt. Für ihn gibt es dann nur noch Willi.

    Und Willi folgt uns auf unserem Gassigang.

    Ich habe wirklich schon alles versucht, habe Freddie mit Leckerlies ablenken wollen, ihn gezogen (naja, nicht wirklich fest, weil ich ihm ja auch nicht wehtun will) habe ihn mit Willi bekannt gemacht, soweit Willi es zuließ und einiges mehr.
    Es hat aber alles keinen Sinn. So lange Freddie draußen ist, ist er nur auf Willi fixiert und sobald er drinnen ist, macht er sein Geschäft. :???:
    Wenn ich dann mit Freddie schimpfe und ihn wieder rausbringe, ist Willi natürlich auch noch da und das Spiel beginnt von neuem.

    Zum Glück ist Willi nicht immer da, aber vor allem am Abend und frühen Morgen geht kein Weg an ihm vorbei, weil er bei seinen Leuten nicht reindarf und ich ihm auch regelmäßig Futter hinstelle. :ops:

    Doch das Problem ist ja eigentlich auch nicht Willi, das Problem ist, daß Freddie sich in dem Maße ablenken läßt, daß er selbst nach einer halben Stunde immer noch nicht sein Häufchen gemacht hat und es halt erst wieder im Haus macht.

    Weiß irgendwer von euch, was ich da noch ausprobieren könnte?
    Ich bin für jeden Vorschlag dankbar, weil wir Freddie sonst nie wirklich stubenrein kriegen... :verzweifelt:

  • Hallo,

    entweder Du bleibst länger draußen bis er von alleine das Interesse verliert, oder aber Du fährst mit dem Auto ein Stück raus auf eine Wiese oder einen Acker.

    Ich gehe auch davon aus, dass Willi nicht der einzige Ablenkungsfaktor bleiben wird, sondern es noch viele weitere geben wird. Andere Hunde und auch Menschen, raschelnde Blätter, fliegende Vögel usw.

    Dein Welpe wird schon noch lernen, dass er das Geschäft draußen machen muss.
    Du brauchst halt nur Geduld und solltest ihn zuhause nicht aus den Augen lassen damit Du schnellstmöglich eingreifen kannst.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Hallo Steffi,

    vielen Dank für deine Antwort.

    Rauszufahren ist gar keine schlechte Idee und ich denke, daß werden wir die nächsten Tage auch machen, bis er gelernt hat, daß er sich abends noch mal löst.
    Alles andere hätte keinen Sinn, haben wir auch schon probiert.

    Und ja, andere Ablenkungen gibt es wirklich, nur verlieren die sehr bald ihren Reiz, wenn er zum Beispiel einem Vogel zusieht, ist das bald nicht mehr sooo interessant, aber Willi ist für Freddie der Hit schlechthin! :roll:

    Doch du hast uns wirklich sehr geholfen und ich frage mich, warum wir noch nicht selber auf die Idee gekommen sind, zumal wir nur 100 m weit fahren müssen... :headbash:

    LG
    Marion

  • Zitat

    zumal wir nur 100 m weit fahren müssen...

    bisschen gehfaul, die Dame? :D

    Aber ich kenn das. Wir haben auch unsere Stalker-Katzen immer in der Nähe. Wir selbst haben keine, also sind die Katzen für jeden meiner Hunde im Welpenalter ein Highlight gewesen :muede:

    Ich habs immer so gemacht: Welpe ableinen und mal sehen, wie er mit den Viechern klarkommt - und umgekehrt. Ein Welper frisst noch keine Katze und ist sehr leicht zu beeindrucken. Eine Katze widerrum läuft vor einem Welpen nicht weg (die hier ansässigen zumindest nicht) und wird so auch nicht zur Beute.
    Und jedes mal das selbe: Welpe stürzt zur Katze, die wird natürlich von jetzt auf gleich doppelt so groß und optisch eher gruslig... Welpe stoppt seinen Sprint, nähert sich also vorsichtig. Katze macht einen Satz nach vor, explodiert akustisch und Welpe sucht das Weite.
    So, das ganze dann an die 4, 5 mal. Immer das selbe, nach zwei, drei Tagen is die Sache dann durchgestanden.
    Katzen und Hunde kennen und dulden sich. Mein Problem war damit gelöst. Bei jedem Hund.
    Klar, ab und zu gibts heute ne neue Katze, die is spannend, sieht anders aus und so - aber dann gehts einfach per sofort in die Unterodnung, und da hat sowieso nichts außer mein Wort zu gelten. Also auch kein Problem.

    Würd ich mir heute einen Hund nehmen, der aus dem oh-wie-spannend-und-furchterregend-is-die-Welt-Alter raus is, würd ich das allerdings nicht tun. Zum einen könnte das Drohverhalten der Katze nicht wahr- oder ernstgenommen oder nicht erkannt werden, dann hat der Wuff im schlechtesten Fall ne Kralle im Auge. Oder die Katze läuft weg, wird zur Beute und bei schlechter Bindung oder fehlender Abrufbarkeit sind dann eben beide weg :???:

    Noch was: meine Freundin (und ihr Pitti) hatten das Problem auch. Pitti war aber kein Sprößling mehr, sondern ein gestandener Rüde. So Katze da, Hund da - beide erstarren. Frauli war vorbereitet und verharrte einfach ewig neben ihrem Hund in front of the cat. Nach ner halben Stunde hat der körperliche Drang des Hundes alles andere abgeschalten und Hund suchte Gassiplätzchen auf. Das auch ein paar mal und schon wirds dem Hund zu blöd. Aber die Geduld hat kaum ein Mensch :D

  • Ja, wenn's denn mal so einfach wäre...

    Abgeleint habe ich Freddie auch schon, nachdem ich gesehen hatte, daß weder auf seiner, noch auf Willis Seite wirkliche Gefahr drohte, doch Willi haut dann ab hinter Nachbars Zaun und Freddie versteht nicht, warum er da nicht durch kommt. Um das zu überdenken, braucht er dann allerdings wirklich ewig. (Ist ja noch jung und dumm...)
    Ich glaube sogar gesehen zu haben, wie Willi hinter dem Zaun meinem Freddie den Stinkefinger gezeigt hat. ;-)

    Auf die Art, daß wir jetzt die paar Meter mit dem Auto fahren, schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Freddie kann sein Geschäft machen und hat nur die üblichen (nicht wirklich provozierenden Ablenkungen) und er bekommt mehr Praxis im Autofahren. Diese Idee war wirklich richtig gut.
    Ist nur die Frage, warum man auf so einfache Sachen nicht von selber kommt...

    Mit Willi anfreunden kann er sich dann immer noch am Tage, wenn wir mehr Zeit haben und vielleicht laufen die beiden in ein paar Wochen einträchtig neben- oder hintereinander her. :-)

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