Anfänge einer Leinenaggression!?

  • Hallo,

    meine Emma wurde seit sie bei mir ist öfter mal von leinenaggressiven Hunden angebellt, einmal auch angegriffen (war eine insgesamt aufgeheizte Stimmung mit mehreren Rüden, die sich angegangen sind. Die einzige Hündin, die noch dabei war hat sich dann Emma vorgenommen. Emma war an der Leine und wir waren schon im Begriff auszuweichen, die andere Hündin war auch an der Leine, hat sich dann aber aus ihrem Geschirr gewunden. Es gab keine Verletzung und die "Auseinandersetzung" dauerte wirklich nur sehr kurz, die andere Hündin wurde schnell weggenommen).

    Seit ihrer Läufigkeit (jetzt ca. 1,5 Monate her) bellt Emma jetzt zurück wenn sie an der Leine ist und von anderen Hunden angebellt wird, und seit neuestem bellt sie auch (ein/zwei kurze Kläffer) als erste. Bisher nur, wenn wir mit dem Fahrrad an den anderen vorbei sind (vermutlich zu eng).
    Zeitgleich habe ich bemerkt, dass sie immer häufiger eine Bürste aufstellt. (Auch ohne Leine bei Hundekontakt)

    Emma ist eher unsicher, auch gegenüber manchen Menschen, und ich frage mich jetzt: gebe ich ihr zu wenig Sicherheit? Wie kann ich ihr (besser) vermitteln, dass ich alles im Griff habe?
    Ich nehme sie, wenn ich gehe, schon immer auf die abgewandte Seite, so dass ich Puffer bin. Am Rad ist das etwas schwieriger, aber auch hier versuche ich einen gewissen Abstand zu den anderen Hunden/"komischen" Menschen zu bekommen. Manchmal leider aufgrund der Verkehrslage nicht möglich.

    Ich würde dieser Entwicklung gerne schnellstens entgegenwirken, brauche aber eine Idee wie.

    Ich freue mich auf eure Ideen und Anregungen. Wenn ich etwas zur Situation vergessen haben sollte fragt bitte nach :)

    Danke,
    Andrea

  • hi andrea, so wie du bereits vorgehst, ist es schon mal gut: wenn unsichere situationen auftauchen, den hund auf die andere seite nehmen und mit dem körper "splitten".

    ich würde so vorgehen: den situationen keine große aufmerksamkeit schenken: sie zur kenntnis nehmen, aber dann muß auch wieder gut sein und du solltest deinen weg ganz normal fortsetzen. gelingt das und orientiert sich deine hündin an dir, dann würd ich das ganze zu anfang bestärken.

    mein hund bekommt beispielsweise sein spielzeug wenn er die stressituation (anderer pöbelnder hund) ausgehalten hat und wir an dem hindernis vorbei sind und er schön mitgelaufen ist. er kann dann durch den biss ins spielzeug seine angestaute energie abbauen.

    als sich der stinker in einer unsicherheitsphase befand bin ich so vorgegangen:

    wenn er fixierte/ seine schritte verlangsamte- hab ich ihn mit einem abbruchkommando "gestoppt" und bin dann lobend (wenn er sich an mir orientierte) an dem hindernis (anderer Hund/unheimlicher mensch/ komisches Hindernis) vorbei gelaufen.

    sollte die Klickerarbeit etwas für dich sein, dann schau mal hier:

    https://www.dogforum.de/zeigen-und-ben…0und%20benennen

    liebe grüße

    biggi

  • Tja am schnellsten bekommst du es wahrscheinlich mit einem Trainer hin, denn je länger du erfolglos ausprobierst und es damit noch förderst, umso schlechter bekommst du es wieder heraus...weiß ich leider aus eigener Erfahrung.

    "zeigen und benennen" ist auch eine gute Möglichkeit...das benutze ich auch, da mein Hund leinenagressiv ist.

    Wie alt ist dein Hund?...es kann auch eine Angstphase sein.
    Was für eine Rasse ist dein Hund?

    Aber wenn sie generell unsicher ist, dann würde ich die Fahradsituation nochmal überdenken, sprich lieber zu Fuß trainieren.

  • euch beiden erstmal danke für eure Antworten.

    Zum Thema Unsicherheitsphase: Emma wird bald 2. Sie ist ein bunter Mix (Mutter wohl Labrador-Kleinpudel Mix, Vater unbekannt). Sie ist gerade insgesamt wieder unsicherer geworden (habe sie ja est seit Mai. Da wars anfangs Unsicherheit gegenüber Menschen besonders in der Dunkelheit - hat sich gebessert. Jetzt ist es ja wieder viel früher dunkel und sie erschrickt auch wieder bei Menschen. Zu Fuß geht es aber wunderbar, wenn ich sie zu mir rufe - was ich bei Begegnungen mit fremden Menschen ohnehin mache. Am Fahrrad tauchte letztens ein Mensch zwischen parkenden Autos auf, da hat sie sich erschrocken und fand auch danach alles furchtbar)

    Zeigen und Benennen klingt super, und passt zu uns, da wir eh schon clickern. Habs auch gerade direkt bei einem Nachbarn ausprobiert (manchmal bellt sie, wenn uns jemand die Treppe runter entgegenkommt) und sie hat sich ohne bellen direkt aufs Markerwort zu mir gedreht.

    Ganz ohne Fahrrad werde ich nicht auskommen, auch nicht kurzzeitig.
    Ich habe kein Auto und die Busse fahren unmöglich. Brauche also mein Rad um von A nach B zu kommen.
    Was ich mir aber vorgenommen habe ist, dass ich nicht mehr versuchen werde im normalen Tempo an Hunden vorbeizufahren, sondern abzubremsen, soweit es geht auszuweichen und evtl. auch abzusteigen um splitten zu können. Es gibt hier fast überall Radwege, ich denke es wird fast immer möglich sein.

    Warum es am Rad schlimmer ist ist, denke ich, weil Emmas Strategie eigentlich ist sich langsam und ruhig zu verhalten, sich klein zu machen etc. und das ist beim am Rad laufen nicht so gut möglich. Deswegen versucht sie sich die anderen über bellen vom Leib zu halten. Meine Theorie :)
    Ich werde versuchen ihr die Möglichkeit sich defensiv zu verhalten versuchen zu geben und dann auch über zeigen und benennen arbeiten.

    Trainer ist im Moment finanziell nicht so ganz drin, da ich Emma in Kürze fürs Agi durchchecken lassen möchte.
    Wenn allerdings das zeigen und benennen nicht rasche Erfolge zeigt werde ich wohl bei meinen Eltern betteln gehen für ein paar Trainerstunden.

    Klingt das so sinnvoll?

    Hat jemand noch andere Ratschläge?

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