Zweithund mag keine Besucher

  • Zitat

    Der typische Aussie bellt Besucher an und ist unsicher? :roll:


    Also erstmal möchte ich mich Roberts erstem Absatz voll anschließen. ;) Undi ch muss gestehen, dass ich den Beitrag beim erstem mal durchlesen etwas anders verstanden habe.

    Dann: Nein unsicher soll ein Aussie natürlich nicht sein. Es kommt aber häufig vor. Solche Hunde brauchen dann ganz klare Strukturen und Regeln. Nicht selten neigen solche Aussies (leider) auch dazu nach dem Besuch zu schnappen.
    In diesem Fall wäre mein Vorgehen (wenn ich jetzt richtig verstanden habe, dass den Hund Fremde in der Wohnung nicht akzeptiert und mit Bellen quittiert) so:
    Besuch kommt, Hund geht auf den Platz. Er muss nichts regeln. Besucher haben nichts mit ihm zu tun und sind nicht aufregend.
    Das nicht begrüßen lassen würde ich nciht als "Strafe" für den Hund sehen. Schließlich hat der Hund ganz offensichtlich Stress damit Besucher zu "empfangen". Also ist es meiner Meinung nach eher eine Erleichterung für den Hund.

  • Ich würde auch sagen, dass es für den Hund eine große Erleichterung ist, wenn er das nicht regeln darf, sondern auf seinem Platz liegt. Mein Aussie Lenny, den ich vor 3 Wochen aus dem Tierheim geholt habe, ist auch etwas unsicher bei Besuch und er ist sehr wachsam. Wir wohnen im 2. Stock und wenn unten ein Hund auf dem Fußweg langläuft und das Fenster offen ist, möchte Lenny ans Fenster und Bellen.

    In der ersten Nacht, die wir bei offenen Fenster geschlafen haben, ist er wegen Geräuschen draußen 7-8 Mal aufgestanden und hat angeschlagen. Ich habe ihn, die Nacht wohl nur im Halbschlaf verbringend ^^, konsequent jedes Mal sofort auf die Decke geschickt und in den nächsten Nächten hat er höchstens noch einmal und nach einer Woche gar nicht mehr nachts gebellt. Auch tagsüber ist er sehr viel enspannter, seit er nicht jedes klimpernde Halsband melden darf, sondern immer ins Platz geschickt wird. Er fängt nun nur noch an zu Hecheln und beruhigt sich schnell wieder. Manchmal schaue ich dann für ihn nach draußen und/oder sage ihm, dass alles in Ordnung ist. Vorher stand er am Fenster und hat sich nur sehr langsam wieder eingekriegt, obwohl der Hund schon weg war.

    Ich muss sagen, dass das für uns alle eine Entlastung ist, so wie es jetzt ist. Lenny bellt in der Wohnung kaum noch und widersteht auch, zum Fenster zu rennen, weil ich ihn sowieso auf seinen Platz schicke, wenn er das versucht. Das hat zwei Wochen gedauert. Mit Besuch ist das in meinen Augen ähnlich. Dem Hund wird genauso Verantwortung genommen, die ihn sonst stresst.

  • Als unsicher erlebe ich oft Aussies, denen es an Führung mangelt und deren Besitzer versuchen, dem Hund den Besuch "schön zu machen". Das entspricht tatsächlich oft nicht dem Naturell des Hundes.

    Daher rate ich dazu: Der Hund hat am Besuch nichts verloren und der Besuch nichts am Hund. Der Besuch hat dem Hund auch keine Leckerchen zu geben.

    Damit fährt man bei "wachenden" Rassen oft am besten.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Da will ich mal was klarstellen.
    Dem Hund mangelt es nicht an Führung. Er verhält sich in seinem "Rudel"-jaja, ich weiß, ein ganz umstrittener Begriff im Forum- einwandfrei. Er meldet und hütet, wie es von uns erwünscht ist, mehr aber auch nicht- nur eben, wenn jemand das Gelände betritt, den er nicht kennt, weicht er aus und bellt. Es steht ihr frei, sich Menschen nicht zu nähern, die Bellerei nervt.
    Schön gemacht wird hier kein Besucher, der Hund auch zu nichts gezwungen. Ich wollte, der Hund hätte am Besuch "was verloren", würde sich nähern und gucken, ob es passt- entscheiden kann er sich dann, ob er sich nähern möchte. Hab ich mich denn so unklar ausgedrückt?
    (Warum werden viele Aussie-Besitzer im Forum eigentlich überproportional angemeckert- weil sie alle nicht wissen, wie mit der Rasse umzugehen ist? Davon gehen wohl die meisten aus. Lese seit längerem mit, es fällt mir schon auf. :hust: )
    Wir haben die Aussies nicht, weil sie so schnuckelige Modehunde sind, sondern weil uns ihr Naturell gefällt. Über Auffälligkeiten wird man ja reden dürfen. Trotzdem können wir damit natürlich leben, daß die Kleine sich distanziert und unsicher verhält. Und weiter behutsam daran arbeiten, daß sie souveräner wird. Das ist es eigentlich schon.
    trotzdem Danke für die Beiträge :smile:
    lg
    Kathrin

  • Bei Leuten, bei denen es mir sehr wichtig war, dass ein guter Kontakt zu Mitch da ist, habe ich es so gemacht, dass wir uns mit demjenigen draußen getroffen haben, ein bisschen gelaufen sind, und dann gemeinsam ins Haus gegangen sind.

    Vielleicht kannst Du mit Deinem Hund aber auch nach dieser Methode
    https://www.dogforum.de/zeigen-und-benennen-t128830.html
    an der Unsicherheit gegenüber Fremden arbeiten.
    Mein meinem anderen Hund, Andiamo, Terrier, habe ich danach schon gute Erfolge bei seiner Bellerei erzielt.

  • Zitat

    Er meldet und hütet

    Hab ich wohl überlesen. Was habt Ihr denn? Schafe, Rinder...?

    Zitat

    wenn jemand das Gelände betritt, den er nicht kennt, weicht er aus und bellt. Es steht ihr frei, sich Menschen nicht zu nähern, die Bellerei nervt.

    Folglich darf der Hund das handhaben wie er möchte und - nicht erstaunlich - handhabt es wie er möchte.

    Zitat

    Ich wollte, der Hund hätte am Besuch "was verloren", würde sich nähern und gucken, ob es passt- entscheiden kann er sich dann, ob er sich nähern möchte. Hab ich mich denn so unklar ausgedrückt?

    So ein Hund hat am Besuch gar nichts verloren und das gehört ihm auch mitgeteilt.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Ich wollte, der Hund hätte am Besuch "was verloren", würde sich nähern und gucken, ob es passt- entscheiden kann er sich dann, ob er sich nähern möchte. Hab ich mich denn so unklar ausgedrückt?

    Nein hast du nciht, aber dein Hund ist wie viele andere Aussies (leider) damit überfordert zu entscheiden ob der Besuch "ok" ist oder nicht. Folglich musst du ihm die Entscheidung abnehmen. Glaub mir, so wie du die Sache beschreibst wäre dein Hund glücklich darüber nicht selbst entscheiden zu müssen. Er hätte definitiv weniger Stress...

  • Danke für eure deutlichen Beiträge. Ich bin zwar nicht der TS, aber verstehe durch diese Aussagen meinen Aussie etwas besser, obwohl ich es schon immer so handhabe, dass er bei Besuch auf dem Platz zu liegen hat, bis ich ihm erlaube, aufzustehen.

    Lenny hatte bei seinen Vorbesitzer so vieles zu regeln - er musste die Wohnung gegen jedes Geräusch verteidigen, auf der Straße alle Hunde lautstark davon abhalten, sich zu nähern, Katzen und Wild im Auge behalten bzw. durfte er jagen, darauf achten, ob draußen Menschen rumlaufen, die verdächtig aussehen. Das hat den kleinen Lenny furchtbar überfordert, denn er sollte das alles gleichzeitig tun, Tag und Nacht...
    Nach drei Wochen ist er gefühlte 70% entspannter, weil ich ihm permanent zeige, dass er davon nur ganz wenig erledigen braucht und es unnötig ist, bei jedem Ereignis auf 180 hochzufahren.

  • Hallo,
    Danke an alle für die Tipps und fürs "Kopfwaschen" :hust:

    Zeigen und Benennen ist ein guter Hinweis, das werde ich angehen.
    Und auch versuchen, dem Hund die Entscheidung garnicht erst zu überlassen. Sie wirkt da immer etwas gestresst und unsicher, wir haben sicher nicht gut genug mit ihr kommuniziert.

    war alles hilfreich, was Ihr geschrieben habt.

    lg
    Kathrin

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