Plötzlich pöbelt sie..

  • Hallo ihr Lieben,

    mal wieder ein verzweifelter Ersthundebesitzer der von der Pubertät seines sonst so tollen Junghundes überrollt wird... :roll:
    Vielleicht könnt ihr mir ja aufgrund eurer Erfahrungen helfen.

    Meine Hündin Nala (ein Mix aus französ. Bulldogge und Jack Russel) war bislang immer jedermanns Freund. Egal ob Hund oder Mensch, alle wurden heiß und innig geliebt, zum Spielen aufgefordert und bekuschelt. Mit Menschen verhält sie sich nach wie vor so, aber in den letzten 2-3 Wochen (ziemlich exakt seit ihrer ersten Läufigkeit), entwickelt sie sich mehr und mehr zu einem kleinen Pöbler.
    Sie hatte schon immer das Problem, dass sie scheinbar sehr gut gerochen hat für andere Hunde, denn schon lange vor ihrer ersten Läufigkeit haben immer wieder Rüden versucht, sie zu besteigen. Ihre Läufigkeit hat dann auch sehr lange gedauert, sie hat ungefähr 4 Wochen lang Blut verloren und klebte wie eine Klette an mir. Seitdem sind die Versuche der Rüden nicht weniger geworden und das geht ihr gehörig auf die Nerven. Klar, dass sie das auch zeigt (kurzes Schnappen), aber die Läufigkeit hat auch einiges andere durcheinander gebracht.

    Seit dem fängt sie zusehends an, sich anderen Hunden gegenüber anders zu verhalten, und zwar beiderlei Geschlechts. Es begann damit, dass sie sich Spielgefährten auf einmal nach Sympathie aussuchte. Das fand ich nicht besonders schlimm, sie muss ja nicht jeden mögen. Hunden, die sie nicht mochte, ist sie einfach aus dem Weg gegangen. Gestern und heute hat nun aber begonnen, andere Hunde regelrecht zu attackieren. Und zwar sowohl an der Leine als auch ohne. Sie schnüffelt kurz und geht dann auf sie los. Die anderen Hundebesitzer haben bislang immer total freundlich und locker reagiert, ich selbst, leider Gottes, total panisch. Vielleicht bin ich ja auch einfach überängstlich... (Ich habe übrigens eher Angst um die anderen Hunde, die manchmal echt überrascht sind, und es ist mir ehrlich gesagt auch peinlich, dass Nala sich so aufführt.) Vor allem, weil sie in den letzten beiden Tagen auf alle uns begegnenden Hunde so reagiert hat, außer auf Hunde, die sie gut kennt und auf Welpen.

    Eine weitere "Unart" ist mir auch noch aufgefallen: Sie hat begonnen, wenn sie im Garten ist, alles anzubellen, was am Garten vorbei geht, auch ihr bekannte Nachbarn. Wenn die dann das Tor öffnen und auf sie zugehen, rennt sie ihnen zwar schwanzwedelnd entgegen und rollt sich auf den Rücken um sich den Bauch kraulen zu lassen, im nächsten Moment schießt sie aber wieder mit aufgestelltem Nackenfell auf den nächsten Passanten zu.
    Bei den Situationen im Garten rufe ich sie immer sofort zu mir und sage mit Nachdruck "still". Wenn sie sich beruhigt und still wird, gibt's ein Leckerchen. Kann ich sonst noch etwas tun?

    Und wie würdet ihr bei Hundebegegnungen reagieren? ich hab mich sonst immer total gefreut, wenn wir andere Hund getroffen haben, mittlerweile habe ich richtig Panik davor, dass sie wieder wem an die Gurgel geht. Ich habe nun schon überlegt, sie immer zu mir zu rufen, sie sich hinlegen zu lassen und andere Hunde einfach vorbeigehen zu lassen. Aber ist das richtig? Oder ist das eher eine Vermeidung der Situation, statt ihr zu zeigen, dass es auch anders geht? kann ich das überhaupt?

    Oh jee, jetzt ist mein Beitrag ganz schön lang geworden. Ich danke jedem, der sich die Zeit zum lesen genommen hat. Ich bin einfach total verunsichert, ich habe von Anfang an viel Wert auf gute Erziehung gelegt, der Rückruf klapp echt gut (auch trotz Pubertät), das Jagen haben wir prima im Griff, sie kläfft nicht und ist ein ganz fantastischer, sher gelehriger Hund. Doch nun habe ich das Gefühl die Situation "entgleitet" mir irgendwie. Sehe mich schon beim Rütter in der Sendung :-( Eine Einzelstunde bei unserem Hundetrainer habe ich schon vereinbart, aber der kann leider erst nächste Woche.

    Für eure Ratschläge wäre ich echt dankbar. Mir ist auch egal, wenn das jetzt viel Arbeit für uns bedeutet, ich will nur wissen, WIE ich daran arbeiten könnte.

    Liebe Grüße von einer verzweifelten Sophia!

  • Wie alt ist denn deine Hündin?...ich habe jetzt nicht ganz aus deinem Beitrag lesen können, ob es sich jetzt um die erste oder zweite Läufigkeit handelt.
    könnte sie scheinschwanger sein?

    Ansonsten würde ich sagen, das es ein normaler
    Entwicklungsproßess ist.
    Durfte deine Hündin off-oder online immer zu anderen Hunden hin?
    Ich würde an deiner Stelle anfangen sie auf dich zu kondionieren...also Aufmerksamkeit zu dir lenken, wenn ein anderer Hund kommt.
    Mit welcher Methode du arbeiten kannst mußt du vielleicht erst noch herausfinden...man kann aus der Ferne schlecht beurteilen wie deine Hündin reagiert wenn du sie zb. ablegen lässt...

    im Freilauf würde ich sie auf jedenfall darauf kondionieren, das sie zuerst zu dir kommt und ein Ok abholt, bevor sie zu einen anderen Hund darf.
    Achte dabei auf die Körpersprache deines Hundes.

    Auch die Situation im Garten ist ganz normal...sie entwickelt halt einen Wachtrieb.
    Hier ist eine Schleppleine sehr hilfreich.

    Allgemein ist diese Neuorientierung nicht einzig allein eine Reaktion auf die Läufigkeit (gut , die "Sympthome" können heftiger sein), sondern eine Entwicklungsphase die mit der Läufigkeit ein-und einhertritt.

  • Die Situation im Garten bewältigst du doch super, genauso kannst du auch die Situation draußen bewältigen. Handele nach deinem Bauchgefühl, was meinst du was in der Situation angebracht ist? du machst es doch im Garten schon absolut richtig (für mcih, für zig andere wahrscheinlich wieder nicht ;) ).

    Ansonsten kann ich dir nur raten, dir gleich im Ansatz des Problemes einen guten Trainer zu holen und gar nicht monatelang zu versuchen selber dran rumzudoktorn (mit Hilfe von Ratschlägen, Büchern und Foren). Der Trainer sieht vor Ort das Verhalten und kann das ganz anders beurteilen, wie man es auf die Entfernung könnte. Er ist ein direkter Ansprechpartner für dich und kann dir effektive Wege aus dem Problem zeigen, was deutlich einfacher ist, wenn das Problem grade neu ist, als wenn es sich schon über Monate verfestigt hat.

  • Hallo,
    vielen Dank für eure Antworten!!
    sinaline: Es war ihre erste Läufigkeit und ich hab so das Gefühl, ganz abgeschlossen ist das ganze immer noch nciht, obwohl die Blutungen bereits Wochen zurück liegen. Die Rüden (und oft auch Hündinnen) sind nach wie vor auffallend interessiert und versuchen, sie zu besteigen :???:
    Deinen anderen Tipp werde ich auf jeden Fall umsetzen, sie soll nun immer erst mal zu mir kommen, wenn ein anderer Hund auftaucht. Bislang durfte sie ehrlich gesagt immer sofort zu allen anderen hinlaufen (sofern die auch abgeleint waren) und hallo sagen. Waren die anderen Hunde angeleint, habe ich sie gerufen und ebenfalls angeleint, dann sind wir einfach vorbei marschiert. Das war auch nie ein Problem.

    Fantasmita: Der Trainer ist bereits angerufen ;) Er kennt Nala ja von klein auf und ich hoffe, er kann mir noch weitere Verhaltensmaßnahmen mit auf den Weg geben. Mich interessiert nur wirklich, ob das eine "normale" Verhaltensweise ist, die Hunde an den Tag legen wenn sie pubertär werden (bislang hab ich immer nur gelesen, dass Hunde dann schlecht hören, das ist bei uns bislang gar nicht der Fall), oder ob wohl etwas vorgefallen ist, dass meine Maus nun immer so den Proleten raushängen lässt. Vielleicht habe ich sie während ihrer Läufigkeit zu wenig vor anderen Hunden geschützt und nun vertraut sie nicht mehr drauf, dass ich ihr helfe(n kann)?


    Liebe Grüße!

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