Erkenne meinen eigenen Hund nicht mehr
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Ben wird nun August 3 Jahre alt. Letztes Jahr hatte ich ihm im April ein Kastrationschip setzen lassen,der gut 1 Jahr gewirkt hat. Die erste läufige Hündin haben wir gut geschafft, aber bei der 2. ist dann alles aus den Fugen geraten und Ben ist leider auf den Geschmack gekommen, abzuhauen, wenn ihm danach ist. Heute morgen ist er sogar einer Hasenfährte hinterher, obwohl wir dieses im 1. Winter abgestellt hatten. Hätte gestern noch meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass er sowas nicht macht. Erkenne ihn wirklich nicht mehr wieder. Hatte ihn die letzten Monate immer ohne Leine laufen gelassen..und nun haut er immer ab. Das Abhauen war vor dem Chip ein Thema gewesen, allerdings "nur" bei Hunden und Futter. Bin wirklich mit den Nerven runter. Habe schon viel Zeit, Nerven und Kraft in den Burschen investiert und nun stehe ich wieder am Anfang.
Habt ihr ähnliches erlebt und wie seit ihr ähnliches damit umgegangen?Verzweifelte Grüße
Heike - Vor einem Moment
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Hallo,
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1) ich meine die Chips halten nur 6 Monate
aber vielleicht gibts da auch unterschiedliche... Aber MUSS der Chip sein?2) Was für eine Rasse ist das denn? Es gibt auch Hunde die spät geistig reifen, da ist dann "3 Jahre" noch mal ein Abschnitt zum Erwachsen werden.
3) Ist das kein Weltuntergang, da muss man dann weiter trainieren. Ist alles mit Erziehung in den Griff zu kriegen - auch ohne Chip
Kopf hoch und weitermachen!
Ein Hund kann sich auch an läufige Hündinen "gewöhnen" ist aber trotzdem für die meisten Rüden sehr schwer zu widerstehen, üben üben üben - bzw. bei läufigen Hunden einfach Vorkehrungen treffen wie Schlepp, bis auch da der Abruf sitzt!
Jagen ist immer ein Thema, "abstellen" gibt es nicht! Man muss kontinuierlich die Impulskontrolle üben, und dem Hund ggf andere Möglichkeiten der Auslastung bieten... Umlenken ist das Zauberwort, der Versuch es einfach zu unterdrücken oder "abzustellen" ist bei echten Jägern zum scheitern verurteilt.

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Da hilft wohl nur "am ball bleiben" und den Hund erziehen.
ZitatHeute morgen ist er sogar einer Hasenfährte hinterher, obwohl wir dieses im 1. Winter abgestellt hatten.
bei solchen dingen frage ich mich, warum man nicht vorher eingreift. man sieht doch an seinem hund, wo die aufmerksamkeit hingeht, ich würde schon den Ansatz des Stöberns unterbrechen und den Hund loben, wenn er sich auf einen konzentriert bzw den Hund notfalls anleinen.
ZitatHatte ihn die letzten Monate immer ohne Leine laufen gelassen..und nun haut er immer ab.
manchmal ist es so, dass man (gerade wenn es gut läuft) weniger auf kleinigkeiten achtet, die für den hund aber wichtig sind. evtl hat dich dein hund einige male "getestet", ohne dass es dir bewusst war und versucht jetzt herauszufinden, wie weit er wieder gehen kann.
ZitatHabe schon viel Zeit, Nerven und Kraft in den Burschen investiert und nun stehe ich wieder am Anfang
schlechte tage gibt es immer wieder mal. lass dich nicht hängen.

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Hast du keine gute Hundeschule?
Ansonsten kann ich dir das Anti Jagd Buch von Pia Gröning emfehlen.
Da sind viele Sachen drin die allgemein die Aufmerksamkeit des Hundes auf das Herrchen verstärken. -
Hört er denn insgesamt nicht oder nur bei läufigen Hündinnen?
Bei meinem Kalle hat der Chip auch etwa 1 Jahr gehalten. Das ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Der Hersteller "garantiert" halt 6 Monate.
Ich hatte ihn 2mal chippen lassen, also war er ca. 2 Jahre als "Kastrat" unterwegs. Beim 1. Chip war er 4 Jahre alt, also schon erwachsen. Sein Streß bei läufigen Hündinnen war so stark geworden, dass ich mich damals dafür entschied. Wir lebten in der Stadt, ständig läufige Hündinnen. Und irgendwann konnte ich's nicht mehr mit ansehen. Ansonsten war er aber damals schon sehr gehorsam, konnte überall frei laufen und "arbeitete" schön mit mir (Agility, UO, Mantrailing). Durch den Chip ließ sein Streß enorm nach. Gleichzeitig wurde er noch "führiger", was für mich aber nebensächlich war.Jetzt leben wir auf dem Land, und ich hab den Chip auslaufen lassen, ohne noch an Kastration zu denken. Und erlebe momentan auch eine starke Veränderung bei ihm. Er saugt sich an jeder Pippistelle fest und ist insgesamt angespannter. Allerdings ist eine Hündin aus der Nachbarschaft auch gerade läufig. Sonst sind hier eigentlich kaum unkastrierte Hündinnen. Das ganz große Drama erlebe ich aktuell beim Agility. Er arbeitet nicht mehr, obwohl er all die Jahre so begeistert bei der Sache war. Stattdessen klebt er mit der Nase am Boden und ist nicht mehr ansprechbar. In meinem Gruppentraining hängt er sich an jede Hündin, auch wenn sie gar nicht läufig ist. Ich kann ihn derzeit kaum noch mit Hündinnen spielen lassen. Das ist ärgerlich, aber ich denke, das braucht nun alles seine Zeit. Die Hormone schießen über, er ist mit 6 Jahren plötzlich erneut in einer Art Pubertät und muss sich erst wieder im Leben zurecht finden. Ich gehe das mit Ruhe und Konsequenz an, mehr bleibt nicht. Ich erwarte von meinem Hund nicht, dass er seine hormonelle Situation reflektiert. Unterstützend gebe ich Mönchspfeffer.
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Zuerst ist er wegen der läufigen Hündin abgehauen, nun sind andere Dinge/Gerüche Grund zum Abhauen. Gestern ist er mir noch einmal abgehauen. *schnief*
Deine Schilderungen passen genau zu dem, was wir hier gerade erleben. Das es eine Umstellung sein würde, damit habe ich gerechnet, aber das es so schlimm sein würde, damit habe ich nicht gerechnet. Hatte Ben damals den Chip setzen lassen, weil er sich zuhause wegen der läufigen Hündinnen blutig gelegt hatte und er auch abgehauen
Naja, jetzt heißt es Zähne zusammen beißen und wieder von vorne anfangen. Ist halt sehr schade, weil das Zusammenleben mit ihm schon sehr gut geklappt hatte und man sich auf bestimmte Dinge verlassen konnte.Wofür ist das Mönchspfeffer gut?
Hundeschulen in denen man Sitzt, Platz, Aus lernt gibt es genügend, aber das kann er. Treffe mich heute mit jemanden, der von sich sagt, dass er mehr macht.
Gruß
Heike -
Heike, in einer Hundeschule lernt man nicht nur mit seinem Hund die Grundkommandos sondern auch wie der Hund zu lesen ist und wie man ihn händelt.
Häng ihn derweil an die Schlepp und sei konsequent.
Mönchspfeffer in hohen Dosen mindert die sexuelle Aktivität.
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Ja, ich hatte auch nicht mit so einer heftigen Reaktion gerechnet. Wobei ich sagen muss, dass Kalle's Alltagsgehorsam nach wie vor sehr gut ist und er auch nicht abhaut. Er ist nur extrem aufdringlich bei unkastrierten Hündinnen, selbst wenn sie nicht läufig sind. Da muss ich dann eingreifen und ihn ggf. anleinen. Und er ist halt sehr "störanfällig" im Sport.
Schöner Nebeneffekt: Sein Fell ist in der Farbe wieder satter geworden und die Muskulatur strafft sich deutlich. Hat also auch was Gutes
Man bekommt ja dann schnell mal so Kommentare vonwegen "harte Hand", "durchgreifen" etc. Ich habe für mich persönlich entschieden, ihm nun in dieser sicher schwierigen Phase die nötige Geduld entgegen zu bringen. Ich schraube meine Anforderungen runter, damit nicht so viel schief laufen kann. Gleichwohl bin ich konsequent in dem, was ich von ihm verlange.
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