Leinenaggro, wenn Hund mit Gassigeherin unterwegs ist

  • Als ich meine Große vor ca. 15 Monaten bekam, kämpften wir anfangs etwas mit ihrer Leinenaggro. Bei vielen Hunden hängte sie sich bellend in die Leine.
    Im Laufe des letzten Jahres hatte sich das sehr verbessert. Ich gehe meistens ein paar Meter zur Seite, so dass wir den anderen Hunden nicht direkt begegnen (falls die Hunde jeweils an der Leine bleiben). Wenn sie ohne Zicken vorbei ging, gabs ein Leckerli. Auf diese Weise haben wir recht gut erreicht, dass Mia meist ohne Probleme an anderen Hunden vorbei gehen kann, und sich sogar schon aufs Leckerchen freut, wenn uns ein Hund entgegen kommt.
    Nur noch ganz selten reagiert sie mit "sich in die Leine werfen und laut bellen" ... Meistens nur dann, wenn der andere Hund anfängt (und selbst dann nicht immer), oder wenn sie einen Hund wirklich nicht leiden kann.
    Manchmal fiept sie heute nur noch, weil sie zu dem anderen Hund hin will, und nicht darf. Aber aggressiv o.ä. habe ich sie lange nicht mehr erlebt.
    Auch Menschen liebt sie über alles, und ich habe meine Große fast noch nie einen Menschen anknurren sehen, ausser mal einen groben TA, und den Schornsteinfeger, der in der oberen Etage war, ohne dass sie ihn hatte raufgehen sehen.

    Seit etwa einem halben Jahr gehen meine Hunde ca. einmal pro Woche, wenn ich arbeiten muss, für ca. 2 Stunden mit einer Abiturientin Gassi, die die Hunde sehr mag, sehr zuverlässig ist usw.
    Heute erzählte sie mir nun ganz nebenbei, dass meine Große recht aggressiv sei, wenn sie anderen Hunden begegnen, diese regelmäßig anknurrt etc. und auch schon Menschen angeknurrt hat. :???:
    Ich war ehrlich gesagt schockiert. Dass sie Menschen (ohne Hund dran) anknurrt, kann ich mir absolut nicht vorstellen, da muss ich meine Gassigeherin nochmal genauer zu fragen.
    Aber dass sie ganz offensichtlich bei ihr immernoch die Leinenaggro anderen Hunden gegenüber zeigen soll, hat mich ehrlich gesagt erschreckt und schockiert.

    Was kann der Grund dafür sein, dass Mia, wenn sie mit dem 19-jährigen Mädchen geht, diese Leinenaggro zeigt, wenn sie mit mir läuft, aber super ruhig und "manierlich" an anderen Hunden vorbei geht???? :???: Bin wirklich ratlos. Und schadet es ihrer "Erziehung", wenn die Gassigeherin sie diese Leinenaggression "ausleben" lässt?

  • Naja, wie händelt sie denn Hundebegegnungen? Wahrscheinlich anders als du oder? Dadurch wird ihr Rythmus und der erlernte Ablauf gestört und so kommt auch wieder die Leinenaggro. Ich an deiner Stelle würde ihr mal zeigen wie du das machst, damit sie das dann umsetzen kann.

    Das sie Menschen anknurrt, mhm vielleicht sahen die Menschen unheimlich aus. Da würde ich nachhaken, trugen sie Kappen, auffällige Taschen o.ä.?

    Mit dem Alter deiner Gassigängerin hat das herzlich wenig zu tun, es ist egal wie alt man ist, wenn man es richtig macht und dem Hund Sicherheit und Routine gibt.

    EDIT: Klar, es KANN der Erziehung schaden, es kommt auf den Hund drauf an. Manche unterscheiden zwischen den Gassigehern andere nicht. Ich würde ihr einfach zeigen wies richtig geht, fände es nicht gut, wenn jemand eine Macke meiner Hunde "ignoriert".

  • Das Mädel sagte, dass sie auch ein paar Schritte zur Seite geht, so wie ich auch. Aber ich denke nicht, dass sie es "verbietet", an der Leine so auszuflippen, und auch nicht, dass sie braves Vorbeigehen belohnt hat.

    Scheinbar bellt auch meine kleine Hündin bei ihr (bei mir darf das auch die Kleine nicht, und sie hält sich in der Regel daran, hustet dann zwar vor Aufregung, geht aber ohne Pöbelei am anderen Hund vorbei).

    Ich werde sie nochmal näher dazu befragen müssen, es war heute leider keine Zeit, als ich mit ihr gesprochen habe, weil ich gearbeitet habe.

    Hm... dass sie Mensche anknurren soll ... halte ich für unwahrscheinlich, ihr ist eigentlich noch nie ein Mensch unheimlich gewesen, egal, ob mit Stock, Hut, Krücken, Rollstuhl etc. :???: Wie gesagt, liebt sie Menschen und möchte auch beim Gassigehen zu jedem hin, um sich streicheln zu lassen.

  • Das ist wirklich seltsam. Ist das Knurren gegenüber Menschen öfter vorgekommen?

    Wegen der Leinenaggro glaube ich wirklich, dass sie das zwar evt. ähnlich händelt wie du, aber einfach noch nicht die gleiche Routine und die damit verbundene Sicherheit aufgebaut hat. Da reichen auch Details wie fehlendes Leckerlie.

    Wegen der Kleinen, das kann auch an einfacher Inkonsequenz liegen. Ich an deiner Stelle würde mal einen gemeinsamen Spaziergang mit ihr machen und sie alles mit den Hunden machen lassen, genau wie sie es immer macht. Vielleicht siehst du da schon den "Fehler".

    Ganz wichtig, ich würde ihr ganz deutlich sagen, dass du sehr viel Wert auf das "korrekte" Verhalten deiner Hunde legst und sie sich aber bei Fragen gerne an dich wenden kann.

  • Ja, ich werde das unbedingt nochmal mit ihr besprechen, und vielleicht auch mal mit ihr zusammen Gassigehen.

  • Zitat

    Da reichen auch Details wie fehlendes Leckerlie.


    Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es daran liegt.
    Sicher hat es etwas mit dem Mädel zu tun, aber dann bestimmt eher an deren Unsicherheit, die sie evtl. unbewusst ausstrahlt.

    Glaube auch nicht, dass es etwas bringt, wenn Frauchen oder Herrchen mitlaufen- das spürt der Hund und benimmt sich dann ggf. entsprechend....

  • Zitat

    Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es daran liegt.
    Sicher hat es etwas mit dem Mädel zu tun, aber dann bestimmt eher an deren Unsicherheit, die sie evtl. unbewusst ausstrahlt.

    Glaube auch nicht, dass es etwas bringt, wenn Frauchen oder Herrchen mitlaufen- das spürt der Hund und benimmt sich dann ggf. entsprechend....

    Natürlich reichen solche Details bei besonders sensiblen Tieren. Da Aimee nur mäßige Routine braucht gebe ich dir als Beispiel mein Pferd, ehmalig von der Rennbahn. Du musst jeden Tag die selbe Routine (beim kompletten Tagesablauf) einhalten, ansonsten wird er panisch (wenn es zum Satteln kommt). Ich habe letzten ein kleines Detail geändert (erst Satteln, dann Beinzeugs dran) und er hat mehrmals versucht sich hinzuschmeißen, kein Spaß glaub mir. Das ist der Extremfall, aber es gibt viele Tiere die durchaus Routine brauchen und was ich bisher so gelesen habe ist das beim Hund der TS ebenfalls der Fall.

    Wenn sie mit dem Mädel mitgeht ist nicht das Ziel, dass der Hund ausflippt, sondern das die TS ihr einmal vormacht wie sie Hundebegegnungen regelt, nachdem das das Mädchen gezeigt hat, einfach, dass sie sieht was falsch läuft- dazu braucht der Hund nicht auszuflippen.

    Wie gesagt, das wäre meine persönliche Vorgehensweise, ich freue mich natürlich auch andere zu lesen ;)

  • Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich mir solch einen Spaziergang mal heimlich ähm ;) ganz zufällig aus der Ferne anschauen.

    Erzählen kann sie dir viel, wie sie mit dem Hund umgeht, aber wie es wirklich abläuft, kannst du nur selber sehen.

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