Angsthase oder normales Verhalten?

  • Seit 5 Wochen ist mein Benny jetzt bei mir. Er wird am Freitag 14 Wochen alt.
    Anfangs störte ihn beim "Gassigehen" wenig. Er lief hinter allem was 2 Beine hatte hinterher. Autos waren ihm egal. Nur Hunde waren ihm suspekt. Da wollte er am liebsten weg (zwei Ausnahmen: ein Bolonka und ein Schäferhund).

    Mit 12 Wochen begann er zu fremdeln, was andere Menschen angeht. Dafür gehts mit Hunden etwas besser.
    Seit 3 Tagen zeigt er jetzt Angst vor dem Straßenverkehr. Wohne in der Innenstadt, da lassen sich halt keine Autos oder Straßenbahn vermeiden. Er läuft mit gesenktem Schwanz und gespitzten Ohren zielstrebig entweder zu mir nach Hause oder zu meiner Tochter (5 Minuten zu laufen).

    Ich war froh, daß er endlich an der Leine ging ohne zu "bocken" und nun das. Ich möchte betonen, daß ich ihn draußen, wenn er Angst hat nicht hochnehme. Auch nicht wenn andere Hunde kommen.

    Was nun? "Sanft nach Hause ziehen" ist doch auch keine Lösung. Gibt sich das wieder?
    Gilt bei Hunden wie bei Menschen, der Angst "stellen" bis sie weg ist??
    Ich möchte ihn nicht traumatisieren. :hilfe:

  • Ja,

    Hunde machen eine sogenannte "Unsicherheitsphase" durch.
    Sogar mehrmals im Leben.
    Da wird "plötzlich" alles zum Feind, was gestern noch "normal" war.
    Die Straßenlaterne auf der anderen Straßenseite,
    die Mülltonne im Garten,
    ein Baum im Wald,
    ein parkendes Auto,
    ein Erdhaufen im Park,
    und so vieles mehr.


    Wie Du ihm "helfen" kannst, ist immer von der Situation abhängig.
    Als meine Maus mal meinte, einen Baum verbellen zu müssen, weil dieser ja noch "nie" dort gestanden hatte :roll: , habe ich ihre natürliche Neugier ausgenutzt.
    Sie war unsicher, ja. Aber auch neugierig.
    Also habe ich sie zum Baum (wir waren im Wald) hin laufen lassen, damit sie sich selbst davon überzeugen konnte, daß es ungefährlich ist.
    Das gleiche habe ich auch mit allem gemacht, wo es vertretbar war.

    Stark frequentierte Straßen sind natürlich nicht so "einfach".
    Wenn Du eine Möglichkeit hast, auszuweichen, dann geh aus der Situation heraus, und geh langsam und ruhig wieder darauf zu. Bleibe in der Distanz zur Straße stehen, wo sich Dein Hund noch wohlfühlt.
    Und laß ihn auf diese Weise sich an alles "gewöhnen".
    Mit der Zeit wird er "mutiger" werden.
    Und wenn er merkt, daß es "harmlos" ist, wird er vor Stolz, daß er die Situation ganz alleine gemeistert hat, ein ganzes Stück wachsen.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Du musst deinem Hund auf jeden Fall das Gefühl geben dass du auf ihn aufpasst und er sich auf dich verlassen kann. Wenn ihn zB ein Hund bedrängt und er offensichtlich Angst hat (womöglich noch an der Leine) dann ist es deine Aufgabe ihn aus der Situation herauszuholen, bzw den Anderen abzublocken.

    Ich persönlich finde es nicht schlimm wenn man einen kleinen Hund auch mal hochnimmt. Stellt man sich vor wie eine Menschenansammlung aus 30cm Höhe aussieht, dann ist es besser dem Hund Sicherheit zu geben als ihn durchzuziehen.

    Wie lange muss er denn draußen laufen? Es wäre auch möglich dass es einfach zu viel für ihn ist. Ansonsten kannst du einfach auch mal eine Bank an einer Straße suchen, dich dort draufsetzen und ihn einfach schauen lassen.

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