Liegts am Hütetrieb oder ist es Angst?
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Hallo ihr Lieben,
nach ein paar Jahren melde ich mich mal wieder, da ich ein Problem habe. Zum besseren Verständnis kommt erstmal eine Kurzfassung zu Finas bisherigen Leben.
Fina habe ich mit 5 Monaten bekommen. Sie wurde aus Portugal nach Deutschland importiert und war mit ihrem jungen Leben schon total verstört. Sie wurde offensichtlich misshandelt - wie genau, weiß ich nicht. Sie hatte extreme Angst vor allen fremden Menschen, Straßenbahnen, Bussen, LKWs, lauten Geräuschen und und und.
Mit Tieren hat sie allerdings nie Probleme gehabt, egal ob groß oder klein. Stubenrein war sie erst nach einem halben Jahr und alleine bleiben ohne irgendetwas kaputt zu machen hat erst nach einem Jahr funktioniert. Leuten, die sie öfter gesehen hat, fing sie auch an zu vertrauen, braucht halt alles nur seine Zeit. Soweit so gut.
Eigentlich war sie bisher der tollste Hunde den ich kenne, sie hört super, stellt eigentlich nie irgendwas an und wir kommen super miteinander aus. Zeit, Geduld und Liebe war meine Erziehungsmethode und hat ganz toll funktioniert.Jetzt kam aber etwas neues dazu, bei dem ich an meine Grenzen stoße. Aus ihrer früheren Angst vor Menschen und dem davon rennen/sich verstecken wurde jetzt bellen. Wenn ihr Jemand suspekt war, fing sie an denjenigen anzubellen - aus ihrem Territorium (v.a. von mir weg) zu treiben. Das aber nur, wenn sie nicht an der Leine war, vermutlich, weil sie da weiß, dass sie immer noch wegrennen kann und sie keiner zwingen kann, sich der Situation wirklich auszusetzen. Sie ist zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit übrigens ein Hütehund.
Also hinrennen - bellen - hinterherrennen - bis die Person außer (meiner) Reichweite war. Alles gar nicht sooo schlimm, aber manche Leute reagieren da natürlich ängstlich drauf (auch wenn sie denen nie so richtig nahe kommen würde) und ich kann sie davon eigentlich auch nicht abhalten. Wenn sie es durch Rufen oder einen Pfiff wieder lassen würde, dann wäre ja alles spitze, man darf ja nicht vergessen, dass das auch ein Trieb von ihr sein kann: Rudel (ich und evtl. Freunde) beschützen.Neulich ist es dann etwas eskaliert (bin da sensibel). Ich war im Biergarten. Zwei Hunde liefen da ohne Leine rum, also hab ich sie auch losgemacht, damit sie spielen können. Meine Fina ist gleich hin und als die Besitzer dazu kamen, hat sie diese nur noch angebellt und gar nicht mehr aufgehört. Im Biergarten natürlich gar nicht gut. Ok, dann habe ich sie an die Leine genommen und bei mir Platz machen lassen - wer Leute anbellt, kann halt dann eben nicht spielen. Pech gehabt.
Hat aber dieses Mal nicht geholfen. Sie fing dann nämlich an, die beiden Hunde durchgehend anzuknurren, wenn sie in ihrer Nähe waren. Egal was ich gemacht habe, sie hat nicht aufgehört, da kam ich mir ziemlich machtlos vor. Das Ende vom Lied: ich hab sie zu meinem Freund gebracht, da ich sie nicht noch mehr verunsichern wollte und sie auch nicht als böser, knurrender Hund da liegen sollte, schließlich bin das Problem wohl eher ich gewesen, da ich nicht weiß, was ich in so einer Situation machen soll.Woran liegt das jetzt aber? Beschützt sie mich? Hat sie Angst und macht einen auf großen Macker, damit die Leute nicht näher kommen? Bin ich vielleicht doch nicht so ihr Chef wie ich dachte? Vertraut sie mir nicht genug, sprich, sie glaubt nicht, dass ich sie beschütze(n kann)?
Es wäre schön, wenn ihr euch da ein bisschen auskennt und mir Tipps geben könntet. Ich will meine Hündin nicht durch meine Unwissenheit in eine bellende, knurrende Töle verwandeln. Vielen Dank schon mal fürs Roman lesen
Liebe Grüße, Judith
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14. Mai 2011 um 22:06
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Liegts am Hütetrieb oder ist es Angst? - Vor einem Moment
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Zitat
Jetzt kam aber etwas neues dazu, bei dem ich an meine Grenzen stoße. Aus ihrer früheren Angst vor Menschen und dem davon rennen/sich verstecken wurde jetzt bellen. Wenn ihr Jemand suspekt war, fing sie an denjenigen anzubellen - aus ihrem Territorium (v.a. von mir weg) zu treiben.
Das ist mir noch nicht ganz klar.
Du hast geschrieben, dass sie sich früher versteckt habe und jetzt verbellt sie.
Aber, wenn ihr jemand suspekt war, fing sie an, denjenigen anzubellen, aus ihrem Territorium (welches ist ihres?)
Also hat sie schon immer gebellt oder wie ist das zu verstehen?ZitatDas aber nur, wenn sie nicht an der Leine war, vermutlich, weil sie da weiß, dass sie immer noch wegrennen kann und sie keiner zwingen kann, sich der Situation wirklich auszusetzen.
Und warum sollte sie man dazu zwingen, sich der Situation auszusetzen, wenn man könnte...
Solltest du sie in den Anfängen der Unsicherheit gezwungen haben, sich der Situation zu stellen, hat sie im Laufe der Zeit gelernt, es selbst zu regeln:
ZitatAlso hinrennen - bellen - hinterherrennen - bis die Person außer (meiner) Reichweite war.
Verbellen, nach vorne gehen und das Bedrohliche verjagen, sich vom Leib halten.
Zitataber manche Leute reagieren da natürlich ängstlich drauf (auch wenn sie denen nie so richtig nahe kommen würde) und ich kann sie davon eigentlich auch nicht abhalten.
Du kannst einen Hund, der Leute verbellt, nicht einfach hinrennen und machen lassen.
Sie gehört an die Leine, um das zu verhindern.
Sie regelt sich selber, selbstbelohnend.ZitatWenn sie es durch Rufen oder einen Pfiff wieder lassen würde, dann wäre ja alles spitze, man darf ja nicht vergessen, dass das auch ein Trieb von ihr sein kann: Rudel (ich und evtl. Freunde) beschützen.
Nein, nichts wäre spitze, es darf erst gar nicht dazu kommen und ein Hund der nicht abrufbar ist, muss eben an der Leine bleiben.
ZitatMeine Fina ist gleich hin und als die Besitzer dazu kamen, hat sie diese nur noch angebellt und gar nicht mehr aufgehört. Im Biergarten natürlich gar nicht gut.
Nicht nur im Biergarten ist das nicht gut, sondern nirgendwo.
ZitatOk, dann habe ich sie an die Leine genommen und bei mir Platz machen lassen - wer Leute anbellt, kann halt dann eben nicht spielen. Pech gehabt.
Hat aber dieses Mal nicht geholfen. Sie fing dann nämlich an, die beiden Hunde durchgehend anzuknurren, wenn sie in ihrer Nähe waren. Egal was ich gemacht habe, sie hat nicht aufgehört, da kam ich mir ziemlich machtlos vor.Was hast du gemacht?
ZitatWoran liegt das jetzt aber?
Sie war von Anfang an eine unsichere Hündin und wenn ich es richtig gelesen und auch richtig verstanden habe, hast du sie trotz dieser Unsicherheit laufen und sie es regeln lassen, für sie auf hündische Art.
So hat sich das Verhalten gefestigt, verstärkt und verschlimmert.Ehrlich, an deiner Stelle würde ich mir einen guten Hundetrainer suchen, der sich das Ganze ansieht.
Gruß
Leo -
Ne, früher hat sie nicht gebellt, jetzt aber schon. Es ist jetzt nicht sooo oft, aber manchmal eben. Ich glaube auch, dass sie es in unterschiedlichen Situationen macht. Einmal wenn sie sich stark fühlt und gut drauf ist und aber auch wenn sie Angst hat. Territorium war wohl falsch geschrieben, daheim oder so macht sie nichts. Sie will nur die Leute von sich und/oder von mir wegtreiben.
Mit "sie zwingen, sich der Situation auszusetzen" meine ich einfach nur an der Leine sein und an Leuten direkt vorbei laufen müssen. Das ist mittlerweile kein Problem mehr, aber sie bellt halt nicht, sondern verhält sich unauffällig, weil sie da eben nicht frech bellen und dann rumspringen kann, sondern da bleiben MUSS (wegen der Leine). Meiner Meinung nach, weil sie eben gar nicht so mutig ist und nur frech wird, wenn sie weiß, dass ihr eh keiner was kann, weil sie dann einfach die Biege macht. Also sie ist ja auch ein Hund, der gar nicht gefährlich ausschaut und die Leute finden sie eher lustig, wenn sie bellt und würden auch nie drauf reagieren (außer gut zureden, weil sie meinen, dass sie dann aufhört und ihnen vertraut), also rennt sie auch nicht weg, was ihr durch ihren Hütetrieb auch verdammt schwerfallen würde
ABER selten gibts eben auch Leute, die schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht haben und dann ist das einfach scheiße. Also es ist auch so Mist, weil mir das zeigt, dass ich sie nicht hundertprozentig unter Kontrolle habe.Es klingt von dir so, als meintest du, dass mein Hund völlig außer Kontrolle ist, alle Menschen verbellt und ich nur hilflos dran stehe und mich dafür schäme. So ist es aber nicht, kam wohl falsch rüber. Sie ist meistens sehr brav, wenn ich sie rufe, kommt sie zu mir, es macht ihr Spaß mit mir zu arbeiten und sie macht auch sämtliche Kommandos einwandfrei. Sie an der Leine zu lassen, wäre absolut nicht in Ordnung, da sie da richtig aufblüht und wirklich eher selten Zwischenfälle sind. Was ich vielleicht machen könnte, wäre nochmal bisschen Schleppleinentraining, damit ich eventuelles Bellen sofort unterbinden kann. Das mit dem verbellen kommt ab und zu mal vor, ist nie sonderlich schlimm und ich hab das nur erwähnt, weil man da vielleicht auch schon etwas herauslesen könnte, dass sie mich dominiert oder etwas dergleichen. Im Park kann ich auch einfach in die anderen Richtung laufen und zack ist sie wieder bei mir und bellt nicht mehr. Das geht aber im Biergarten nicht. Ich muss sagen, ich finds einfach immer viel schwerer meinen eigenen Hund und mich zu analysieren, als das bei anderen Hunden zu machen. Deswegen suche ich nach Tipps.
Das Hauptproblem war für mich eben die Situation im Biergarten, weil ich sie das erste Mal nicht ruhig gekriegt habe. Was ich gemacht habe: klares Nein, neben mir Platz machen lassen. Das Knurren hat nicht aufgehört, also Schnauze zugehalten und Blickkontakt "erzwungen", so dass sie auch nicht mehr zu den anderen Hunden schauen konnte. Da war sie dann schon still, aber wenn ich sie wieder losgelassen habe, hat sie wieder angefangen.
Dass sie unsicher war und es dann für sich selbst geregelt hat, da sie freilaufen durfte, das stimmt. Hätte ich sie aber nur an der Leine gehabt, dann glaube ich, wäre sie nie geworden wie sie jetzt ist: mutiger, selbstbewusster. Ehrlich gesagt hab ich lieber einen Hund, der mal bellt, als einen der nur mit eingezogenem Schwanz sich bei jedem Menschen ins Gebüsch verzieht und da zitternd abwartet.
Deshalb glaube ich aber schon, dass es eine einfache Lösung gibt, das Problem mit dem Knurren und so in den Griff zu kriegen. Ich kenn sie nur nicht
Hundetrainer wäre natürlich top, aber das kann ich mir einfach nicht leisten :/ Wenn sich das natürlich verschlimmert, dann werde ich es mir leisten müssen, aber bisher kam das nicht so oft vor.
Liebe Grüße, Judith
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Hier mal ein Bild von ihr:
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Zitat
Dass sie unsicher war und es dann für sich selbst geregelt hat, da sie freilaufen durfte, das stimmt. Hätte ich sie aber nur an der Leine gehabt, dann glaube ich, wäre sie nie geworden wie sie jetzt ist: mutiger, selbstbewusster. Ehrlich gesagt hab ich lieber einen Hund, der mal bellt, als einen der nur mit eingezogenem Schwanz sich bei jedem Menschen ins Gebüsch verzieht und da zitternd abwartet.Deshalb glaube ich aber schon, dass es eine einfache Lösung gibt, das Problem mit dem Knurren und so in den Griff zu kriegen. Ich kenn sie nur nicht
Hundetrainer wäre natürlich top, aber das kann ich mir einfach nicht leisten :/ Wenn sich das natürlich verschlimmert, dann werde ich es mir leisten müssen, aber bisher kam das nicht so oft vor.
Liebe Grüße, Judith
Das Ding ist aber das Gleiche. Der Hund glaubt für die Situation das passende (vom Halter gewünschte) Verhalten zu zeigen.....weil man ihm einfach nnicht erklärt hat, dass er sich statt dessen anders verhalten soll. zB hinlegen oder ignorieren etc.
Ich glaube Du interpretiert zuviel in Deinen Hund rein.
Du musst ihm nur erklären was Du von ihm erwartest- mehr nicht.
Ich schliess mich dem Vorredner an und empfehle auch nen Hutrainer. -
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Zitat
Zwei Hunde liefen da ohne Leine rum, also hab ich sie auch losgemacht, damit sie spielen können. Meine Fina ist gleich hin und als die Besitzer dazu kamen, hat sie diese nur noch angebellt und gar nicht mehr aufgehört. Im Biergarten natürlich gar nicht gut. Ok, dann habe ich sie an die Leine genommen und bei mir Platz machen lassen - wer Leute anbellt, kann halt dann eben nicht spielen. Pech gehabt.
Hat aber dieses Mal nicht geholfen. Sie fing dann nämlich an, die beiden Hunde durchgehend anzuknurren, wenn sie in ihrer Nähe waren.[...] Hat sie Angst und macht einen auf großen Macker, damit die Leute nicht näher kommen?
Hallo Judith,
so aus der Ferne vermute ich mal, dass sie mit der Situation überfordert war und nach ihrer Vorgeschichte war wahrscheinlich auch Angst und Unsicherheit im Spiel. Ihre Individualdistanz konnte sie durch die Enge im Biergarten nicht herstellen, also musste Plan B her: vertreiben. Was auch nicht gelang.
Ich habe zwar auch eine Hütehündin, denke aber nicht, dass das etwas mit Hüteverhalten zu tun hat.
Sie reagiert(e) oft ähnlich, wenn es ihr zu eng /zu nah wurde. Ich stelle dann mehr Abstand her, d.h. ich gehe mit ihr aus der Situation, so weit weg und so lang, bis sie sich beruhigt hat. Dann nähere ich mich langsam wieder, wenn ich es für sinnvoll halte, belohne dabei jedes ruhige Verhalten. Dabei lenke ich sie nicht ab, sie soll ja lernen, mit der Situation umzugehen und sie auszuhalten.
Es ist Fingerspitzengefühl nötig, um den Hund zu fordern, aber nicht zu überfordern. -
Das klingt nach zunehmend wachsendem Terretorialverhalten.
Ich würd's daher auch so handhaben:
ZitatDas Ding ist aber das Gleiche. Der Hund glaubt für die Situation das passende (vom Halter gewünschte) Verhalten zu zeigen.....weil man ihm einfach nnicht erklärt hat, dass er sich statt dessen anders verhalten soll. zB hinlegen oder ignorieren etc.
Übrigens wäre ein Hütehund ein ziemlich unbrauchbarer Hütehund, wenn er das Vieh wegjagen würde

Viele Grüße
Corinna -
Zitat
Übrigens wäre ein Hütehund ein ziemlich unbrauchbarer Hütehund, wenn er das Vieh wegjagen würde
Naja der Hüterich will ja nicht das Vieh wegjagen, sondern die Viehfeinde. Wölfe, Bären und andere Schafdiebe

Ich habe schon den Eindruck, dass viele Vertreter der Hütehundrassen -besonders wenn die Rasse auch Schutzaufgaben hatte wie beim Briard, Aussie, Cattle etc.- oft eher misstrauisch oder ablehnend gegen alles Fremde eingestellt sind, sei es Mensch oder Hund. Könnte eine potentielle Gefahr für die Herde sein.
Ein Hütehund, der schwanzwedeln jeden Fremden freudig begrüßt hätte, wäre als nicht tauglich "aussortiert" worden. -
Womit wir wieder beim Terretorialverhalten wären

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Jepp könnte sein, da fällt mir der hübsche Begriff mobil-territorial ein

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