Bellen in 2 Situationen! Wie verhalten?

  • Hallo zusammen!

    Cooper, mein fast 1,5 Jahre alter Schnauzer-labbi Mix hat sich da in hauptsächlich zwei verschiedenen Situationen eine kläfferei sondergleichen angewöhnt! Das alles hat vor ein paar Wochen irgendwie angefangen...

    Situation 1:
    Wenn ich mit meiner Freundin am Fenster stehe und eine rauche. Die erste Minute ist alles ruhig und ok. Dann fängt er an vor uns rumzulaufen und unruhig zu werden. Und von dem Punkt an dauert es nicht mehr lange Bus er anfängt uns anzubellen. Dabei hat er uns auch immer ständig im Auge. Geht als mal ein kleinen Schritt zurück, bellt weiter, läuft mal kurz im Kreis, guckt uns wieder an und bellt weiter. Wir rufen ihn dann immer bei, lassen ihn Sitz machen und probieren zu beruhigen. Das klappt so im Schnitt 20-30 sec und das spielt geht von vorne weiter. Sind wir mit der Zigarette fertig, ist bei ihm urplötzlich auch wieder alles in Butter!

    Situation 2:
    Wenn sich meine Freundin und ich aus scheiss, ein wenig kabbeln, wenn etwas raufen, kuscheln oder auch mehr (wenn ihr wisst was ich meine) ;-)
    Da verhällt er sich genauso wie in der ersten Situation. Wenn wir im Schlafzimmer im Bett liegen, läuft er ums Bett (rein darf er nicht, macht er auch nicht) läuft er drum rum, bellt uns an oder rennt in seine Box und guckt uns durch die Box an, bellt und rastet schon fast aus, wenn er dann noch in der box rumspringt...


    Komisch finde ich, das in 90% der Fälle, wenn ich z.b alleine am Fenster steh und eine rauche, es ihn null stört. Mir kommt es fast so vor, als würde es ihn stören wenn ich mich nur mit der Freundin abgebe, wenn wir uns angeregt unterhalten oder siehe Situation zwei ;-)
    Meine Freundin meint auch, wenn sie allein mit ihm ist, wenn ich z.b arbeiten bin, lässt er sie auch nicht in Ruhe, bellt sie an wenn sie schlafen will oder springt aufs Bett und auf sie drauf wenn sie sich hingelegt hat! Wenn ich da bin Boeings beim bellen in den zwei Situationen. Gelegentliches wuffen und anbellen, wenn's im tv mal klingelt oder draußen ein anderer Hund bellt malmausgenommen. Aber das ist auch in einem ganz normalen Rahmen!

    Es ist auch kein aggressives bellen...eher so ein "hallo, ich bin auch noch da, bindet mich gefälligts in euer treiben mit ein" bellen. Manchmal schon mit fast spielerischen Ansätzen... Wenn wir ihn dann rufen Ist er auch sofort immer schwanzwedelnd parat. Aber sobald man ihm dann keine Aufmerksamkeit mehr zukommen lässt passiert es wieder und meist in gesteigerter Form! Wenn er dann zu hoch dreht, schnapp ich ihn mir auch schonmal und Dreh ihn mit sanfter Gewalt aber bestimmt auf den Rücken bis er wieder runterkommt. Gelegentlich ist es danach besser, aber nie für lange.

    Ignorieren können wir sein bellen dann auch nicht immer, wenn's z.b s hon spät ist. Und unser Haus plus Nachbarschaft ist eh so hellhörig...

    Langsam aber sicher zehrt das an unseren nerven da er eh ein flegelhafter Pubertätsspross ist und viel Aufmerksamkeit möchte! und das sexleben leidet auch schon drunter, jetzt mal salopp gesagt :-D

    Wir sind für jeden Tipp oder Idee dankbar!!!!

  • ich glaub da ist einer eifersüchtig! :lol:

    weiß zwar nicht seit wann du mit deiner freundin zusammen bist, bzw. ob ihr euch vermehrt miteinander statt du dich um den hund kümmerst, aber er scheint ein kleines "aufmerksamkeitsdefizit-syndrom" zu entwickeln... :hust:
    ich würde ihn wenn er mit dem zirkus anfängt nicht dazu holen, sondern in bestimmendem ton auf seinem platz ablegen - er wird tausend mal probieren wieder rum zu rennen aber da hilft nur konsequenz. :sad2:

    meiner erfahrung nach kann es helfen

    - wenn erstmal nur deine freundin ihn füttert - am besten nur aus der hand und nicht im napf,
    - sie mit ihm auch arbeitet (unterordnung und zwar vermehrt),
    - sie ihn ruft zum gassi gehen und er auch nur von ihr leckerlie, lob oder tadel bekommt usw.

    das würde bedeuten dass du ihn so gut wie eben möglich vollkommen ignorierst bis er deine freundin als vollwertiges "rudelmitglied" akzeptiert welches über ihm steht in der rangordnung - denn dass tut er ja aktuell nicht... :roll:

    wenn ihr erstmal die rollen tauscht und er sich an deiner freundin orientieren muss lernt er hoffentlich bald nicht so aufzudrehen damit das privatleben wieder funktioniert. ;)

    viel glück!!

  • Hi und danke für die späte Antwort ;-)

    Also Cooper ist jetzt seit August 2010 bei mir und ca zwei Wochen später bin ich mit meiner Freundin zusammen gekommen. Und seit ein paar Monaten wohnt sie auch bei mir. Wie gesagt, vorher ging es auch ohne Gebelle...
    Wir machen auch nicht mehr oder weniger als vorher mit ihm.

    Das Problem mit dem auf den Platz schicken ist ja, das er z.Gnom Schlafzimmer sein Platz in der Box hat, die immer offen ist und ja freiwillig da rein geht während seinem
    Anfall und dann da drin total abdreht... Und er hört auch nicht von selbst wieder auf. Jetzt kann man ihn ja spät abends nicht mehr kläffen lassen. Und dafür bräuchte ich eine Lösung! Ich kann ihn nicht ignorieren, sonst stehen mir die Nachbarn auf der matte!

    In den Wochen in denen ich Nachtschicht habe und meine Freundin allein daheim ist, ist es am schlimmsten. Sie war bzw ist schon soweit, das sie der Hund nur noch nervt und sie garnichts mehr mit ihm zu tun haben will! Ich meine das legt sich nach dem sie mal wieder ausgeschlafen hat auch wieder... Aber die Beziehung zwischen den beiden steht gerade unter keinem guten Stern!

    Ich frag mich halt vor allem warum er plötzlich dieses aufmerksamkeitsdefizit hat! Es hat sich im Tagesablauf nichts geändert. Die gassizeiten etc varieren zwar wöchentlich da wir beide Schicht arbeiten, aber das war vorher auch schon so!

    Das einzige was ich mehr oder anders gemacht habe in letzter Zeit ist mit ihm vermehrt das "komm"' zu üben, das ich ihn nur noch per Hand füttere und ihn ein Teil
    Des Futters spielerisch erarbeiten lasse. Und ein Kong zum kauen hat er wieder bekommen, da er wirklich für sein leben gerne rumkaut... Aber eigentlich sind das alles Dinge, die ja positiv wirken sollten :-D

  • moin,

    was genau der auslöser war kann ich dir nicht sagen, das kannst nur du rausfinden indem du überlegst was neu ist oder ob es einen zwischenfall gab - wenn überhaupt. vergiß nicht in welcher lebensphase dein hund ist - rüpelzeit! in der zeit machen die allen möglichen quatsch.... :lepra:

    auch wenn deine freundin von ihm genervt ist muss sie sich mehr mit ihm beschäftigen sonst könnte er noch schlimmer reagieren (z.b. anpinkeln, wegbeißen usw.), meiner erfahrung nach werden das ein paar wochen harter arbeit für euch drei und dann sollte das verhältnis geklärt sein.
    wichtig ist aber dass sie ihre einstellung ändert denn dein hund spürt wenn ihm negative gefühle entgegen gebracht werden und dann habt ihr einen extrem harten stand.
    viell. könnt ihr ihm ja auch im whz eine decke hinlegen damit er nicht komplett ausgeschlossen wird - da muss er aber dann auch bleiben. z.b. kannst du, bzw. deine freundin ihm seinen kong geben ( wenn dieser befüllbar ist was leckeres rein, leberwurst oder so ) und ihn auf seinem platz ablegen bevor ihr eine rauchen geht, dann hat er zusätzlich eine positive unterstützung und konzentriert sich weniger auf euch, wenn das alleine auch nicht hilft vielleicht für die nächste zeit erstmal nacheinander rauchen gehen...... ;)

  • Hallo,

    meine bescheidene Meinung ist, dass Hunde nicht eifersüchtig sein können.
    Das überschreitet dann doch ein wenig ihre kognitiven Fähigkeiten, wie ich finde.

    Und das Verhalten, was du beschreibst, ist schlicht erlernt:
    Wenn du rauchst oder mit deiner Freundin rumalberst, hat er Sendepause, das weiß er. Dann bist du anderweitig beschäftigt - doch das passt ihm nicht.
    Beim Raufen (oder auch bei anderen Aktivitäten, die nahen Körperkontakt vorraussetzen) kann es auch sein, dass der Hund einen Konflikt zwischen euch darin sieht und diesen gerne auflösen möchte.
    Da mischt sich dann die Harmoniesucht des Labradors mit der Bellfreudigkeit des Schnauzers.

    Also fängt er an zu meckern und: Super, er wird rangeholt, bekommt Aufmerksamkeit, ihr unterbrecht euer Verhalten -> ein Erfolg auf voller Linie.
    Besser kann es gar nicht für ihn laufen, da reichen bei einem cleveren Hund schon 2-3 Vorfälle dieser Art und ihr habt ein ziemlich gefestigtes Verhalten.

    Das Problem ist nun, wenn ihr ihn ignoriert, löst das Stress aus, weil sein Weg nicht mehr funktioniert. Also schlägt er noch schlimmer Alarm, ich könnte mir auch vorstellen, dass es bei euren Rauferein irgendwann zu Maßregelungen (wegschnappen) kommen könnte, wenn das weiterhin so läuft.

    Das klingt jetzt schlimmer, als es ist; ich verstehe, dass euch das belastet, aber es ist keine Katastrophe.
    Im Gegensatz zu meiner Vorschreiberin würde ich die Aufmerksamkeit, die ich dem Hund gegenüber drinnen entgegenbringe, runterschrauben, damit das "ruhig sein und aussitzen" normaler für ihn wird.

    Ich würde ihm eine Hausleine oder einen Kurzführer (bitte nur! ans Geschirr) anlegen und die Bellerei unterbrechen, indem ich -dringend: dabei nicht angucken und nicht ansprechen- den Hund aus der Situation entfernen würde.

    Gleichzeitig solltet ihr an der Frustrationstoleranz arbeiten, denn auch das halte ich in eurem Fall für ein Schlüsselwort. Dazu kannst du ja ein Mal die Forumssuche nutzen, dazu findet sich einiges.

    Ich hatte auch ähnliche Probleme, nur mit Fiepen anstatt Bellen und habe es über diesen Weg gut geregelt bekommen.

    Liebe Grüße

  • Zitat


    Im Gegensatz zu meiner Vorschreiberin würde ich die Aufmerksamkeit, die ich dem Hund gegenüber drinnen entgegenbringe, runterschrauben, damit das "ruhig sein und aussitzen" normaler für ihn wird.


    wo liest du denn dass er drinnen mehr aufmerksamkeit bekommen soll? :???:

    gerade das eben nicht, er soll ja mit kong positiv abgelenkt werden damit er sein negatives verhalten unterbricht und es irgendwann als normal ansieht dass er nicht mittendrin aber schon dabei sein kann - und zwar ohne zirkus!

    wenn du einen harmoniebedürftigen hund gerade in der entwicklungsphase ausschließt entwickelt er erst recht fehlverhalten bedingt durch stress.

    übrigens - auch wenn hinter dem satz mit dem eifersüchtig ein smiley steht welches du wohl übersehen hast - dass hunde durch die jahrelange domestizierung sehr viele kognitive fähigkeiten entwickelt haben ist mittlerweile bestätigt und anerkannt - nur werden manche verhalten mit menschenbegriffen ausgedrückt, oder glaubst du das wölfe schon gemobbt haben? ;)

  • Aufmerksamkeit durch die Freundin, das meinte ich.
    Und da ich nicht viel von der Theorie halte, dass zwischen Mensch und Hund ein Rudel, geschweige denn eine Rangordnung besteht (das schließt nämlich im Prinzip schon der Definitionsbegriff aus), weiß ich auch nicht, inwiefern es in dieser Situation irgendwie helfen soll, wenn die Freundin nun mehr mit dem Hund unternimmt.

    Kurz am Rande zum kognitiven Denken:
    Der "klügste Hund der Welt", ein BC namens Ricco (oder so ähnlich), schafft es, 250 Dinge per Begriff auseinander zu halten. Das ist nicht so bemerkenswert wie die Tatsache, dass er auf einen unbekannten Befehl hin ein ihm unbekanntes Spielzeug bringt, da alle anderen ja schon einen Namen haben und es dieses sein müsste. Das ist die Topleistung, die irgendein Hund bis heute erbracht hat.
    Es ist bemerkenswert, kommt aber in der Leistung nicht annähernd an ein Gefühl wie Eifersucht heran.
    Und auch wenn wir einiges in Menschensprache ausdrücken, passt "Eifersucht" einfach überhaupt nicht - es geht von einem falschen Ansatz aus und führt zu falschen Schlüssen, weshalb ich die inflationäre Verwendung des Begriffes überhaupt nicht mag.

    Und Umleiten ist schön und gut, in diesem Fall aber nur eine Kompensation der Auswirkungen, nicht wirklich eine Arbeit am Problem: der Hund hat offensichtlich Probleme mit Frust, klar löst das Stress aus.
    Aber hier wurde eine Verbindung geknüpft, nämlich Affentheater->Aufmerksamkeit und die sollte wieder gelöst werden; schnell und effektiv, wenn möglich.

    Da halte ich es einfach für sinnvoll, daraus ein Affentheater->"worst case szenario"/Ausschluss zu machen. Wenn das einen Schaden hervorrufen sollte, wäre ja jeder Hund geschädigt, der in diesem Alter, wenn auch nur kurze Zeit, alleine bleiben muss.
    Ich rede ja auch nicht davon, den Hund stundenlang auszusperren, sondern eben so lang auszuschließen, bis er wieder ein ruhiges, angebrachtes Verhalten zeigt. Ähnlich, wie es beim Alleinsein-Training läuft.
    Denn besonders beim Raufen gehe ich davon aus, dass die Situation an sich den Stress erzeugt, so dass eine Auszeit eventuell gar nicht so verkehrt wäre.
    Und ich betonte, dass dem ein Frustrationstoleranztraining beigeschaltet werden sollte.

    Was ich übrigens in meinem ersten Post vergessen hatte:
    Lieber TS, bitte lasse es sein, deinen Hund auf den Rücken zu drehen. Er wird es nicht verstehen können, da solch ein Vorgehen von innerartlicher Kommunikation abgeleitet ist, wir es aber nicht so fein und dosiert einsetzen können, wie es Hunde tun.
    Im schlimmsten Falle erreichst du damit, dass der Stress und das Problem noch größer werden, da du deinen Hund damit schlicht verwirrst.
    Außerdem ist es wenig förderlich für eine vertrauensvolle, klare Basis einer gesunden Mensch-Hund-Beziehung.

    Liebe Grüße

  • hallo lisa,

    darf ich mal fragen an welche bücher du deine aussagen anlehnst, bzw. welche theorien du dem mensch-hund-verhältnis zugrunde legst?

    generell magst du mit deinen aussagen theoretisch nicht so verkehrt liegen, was den speziellen fall betrifft läßt es sich wohl kaum praktisch anwenden, wenn du die anmerkung des ts gelesen hast dass der hund noch mehr stress bekommt wenn er weggesperrt wird und sich da auch nicht mehr eigenständig beruhigt, dann würde ich persönlich es nicht in kauf nehmen dass er total durchdreht und vielleicht irgendwann mal damit aufhört - allein schon dem hund zuliebe, von den nerven des ts und der nachbarn mal komplett abgesehen.....

    wie gesagt - meine erfahrung, meine meinung... :smile:

  • Zitat

    meine bescheidene Meinung ist, dass Hunde nicht eifersüchtig sein können.
    Das überschreitet dann doch ein wenig ihre kognitiven Fähigkeiten, wie ich finde.


    Könntest Du das bitte mal meinen Hunden sagen? :D

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