Ängstlicher (vermutlich misshandelter) Hund

  • Hallo liebes Forum,

    seit ca. 3 Wochen haben wir unsere Cookie bei uns. Sie ist mit 5 Monaten zu uns gekommen und ist ein Beagle / Dackel Mischung. Gleich von Anfang an war sie leider sehr ängstlich und schüchtern :sad2:

    Der Vorbesitzer hatte sie eine Woche weggegeben, diese Leute haben sie dann aber zurückgebracht uns seitdem verhält sie sich so (vorher nicht). Also ist da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit etwas vorgefallen.

    Nunja. Zu uns ist sie gar nicht mehr ängstlich - überhaupt nicht. Kann auch schon leicht mit Training anfangen (Sitz, Hier, Dominanz Regeln, ...) um ihr ein wenig Sicherheit, Zuneigung zu geben uns damit sie auch ein wenig ruhiger werden kann.

    Was aber leider immer noch der Fall ist: bei Menschen die sie nicht kennt, ist sie immer noch sehr ängstlich. Heute bei der Tierärztin auch, sehr demütig, hat sich hinter mir versteckt und mit Leckerli auch sehr sehr langsam nur aus der Situation rausholen können.

    Zuhause ist es meistens dann so, das sie jetzt bei Besuch nicht mehr ganz so ängstlich ist, aber dann viel bellt und Sicherheits Abstand einnimmt. Das Bellen ist dann permanent und musste heute mit dem Besuch was besprechen, das konnte ich dann nur machen indem ich Cookie zu mir holte an den Tisch, ihr das Bellen verboten habe und dann gestreichelt als sie aufhörte (sobald ich sie lolasste aus der Situation fing aber Bellen und Sicherheits Abstand wieder an).

    Vor dem Nachbarn hat sie auch Angst und bellt (Streicheln geht gar nicht - ist aber sonst sehr kuschelbedürftig). Eine Situation hatte ich noch als ein Freund von mir abends sich versehentlich einem Leckerli von ihr genähert hat - da hat sie dann angefangen heftig zu knurren und schnappen (ich kann ansonsten in ihrem Futter Napf rumrühren wie ich das möchte - stört sie nicht).

    Hundetrainer ist natürlich schon bestellt. Wollte aber vorab mal fragen ob ihr Erfahrungen mit evtl. misshandelten (geschlagenen?) Hunden gemacht hat und ob ihr da Tips habt. Wie gesagt - bezeichnend war heute wieder die Situation bei der Tierärztin (da hat sie nicht gebellt - aber ganz unterwürfig, ängstlich, Schnauze nach unten und hinter mir versteckt).

    Soweit ich das bis jetzt beurteilen kann bellt Cookie bei Männern mehr als bei Frauen.


    Sorry für den langen Text. Ich hoffe echt das ich Cookie gut helfen kann :tropf:

  • Zitat

    Hallo liebes Forum,

    seit ca. 3 Wochen haben wir unsere Cookie bei uns. Sie ist mit 5 Monaten zu uns gekommen und ist ein Beagle / Dackel Mischung. Gleich von Anfang an war sie leider sehr ängstlich und schüchtern :sad2:

    Zwei bis drei Wochen sind noch nicht wirklich lange, um sich eingewöhnt zu haben.
    Alles ist neu und fremd, grundsätzlich ist das zu berücksichtigen.

    Erschwerend hinzu kommt das Alter, sie befindet sich in einer Unsicherheits - bzw. Angstphase!
    Auch das ist mit einzuschließen.

    Zitat

    Der Vorbesitzer hatte sie eine Woche weggegeben, diese Leute haben sie dann aber zurückgebracht uns seitdem verhält sie sich so (vorher nicht). Also ist da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit etwas vorgefallen.

    Kannst du das bitte genauer erklären?
    Wem gehörte sie, warum wurde sie von dieser Person für eine Woche abgegeben?
    An wen?
    Und warum hast du sie jetzt?
    Warum wurde sie nach einer Woche zurückgebracht?
    War das so geplant oder waren es primär Welpenabnehmer, die mir der Hündin nicht klarkamen?


    Zitat

    Kann auch schon leicht mit Training anfangen (Sitz, Hier, Dominanz Regeln, ...) um ihr ein wenig Sicherheit, Zuneigung zu geben uns damit sie auch ein wenig ruhiger werden kann.

    Was sind denn Dominanzregeln?
    Kenne ich nicht.

    Zitat

    Was aber leider immer noch der Fall ist: bei Menschen die sie nicht kennt, ist sie immer noch sehr ängstlich. Heute bei der Tierärztin auch, sehr demütig, hat sich hinter mir versteckt und mit Leckerli auch sehr sehr langsam nur aus der Situation rausholen können.

    So ganz ungewöhnlich ist das Verhalten nun nicht, manche Hunde sind eben schüchtern, andere wiederum nicht.
    In dem Alter sind Angst und Unsicherheit keine Seltenheit.

    Zitat

    Zuhause ist es meistens dann so, das sie jetzt bei Besuch nicht mehr ganz so ängstlich ist, aber dann viel bellt und Sicherheits Abstand einnimmt.

    Gewähre ihr den Sicherheitsabstand doch einfach und zwar in der Distanz, aus der sie eben nicht bellt.
    Richte ihr einen festen Platz ein, eine Ruhe - und Tabuzone für Fremde.
    Dort soll sie dann bleiben, wenn Besucher kommen, niemand bedrängt sie und fasst sie an.
    Einfach in Ruhe lassen.
    Von da aus kann sie erst mal alles beobachten und lernen, dass ihr niemand "an die Wäsche will".
    Später wird sie vielleicht neugierig und kommt von alleine, aber bitte zu nichts zwingen.


    Zitat

    Vor dem Nachbarn hat sie auch Angst und bellt (Streicheln geht gar nicht - ist aber sonst sehr kuschelbedürftig).

    Meine müssen sich auch nicht von Fremden streicheln lassen.
    Sorge dafür, dass auch der liebe Nachbar sie in Ruhe lässt.
    Nicht anfassen lassen.
    Sucht sie irgendwann aus Neugierde freiwillig (!) Kontakt, kann man den verbal loben, was nicht gleich anfassen und bedrängen beinhalten sollte.

    Zitat

    Eine Situation hatte ich noch als ein Freund von mir abends sich versehentlich einem Leckerli von ihr genähert hat - da hat sie dann angefangen heftig zu knurren und schnappen

    Instinktive Ressourcenverteidigung.
    Lasse nichts Fressbares herumliegen, wenn Besuch da ist.
    Alles, was nicht sofort gefressen wird, wird entfernt, grundsätzlich.

    Zitat

    (ich kann ansonsten in ihrem Futter Napf rumrühren wie ich das möchte - stört sie nicht).

    Noch nicht.
    Wie bist du vorgegangen?
    Näherst du dich auch, während sie frisst?

    Zitat

    Hundetrainer ist natürlich schon bestellt.

    Hoffentlich ist es ein guter Trainer...


    Zitat

    Wollte aber vorab mal fragen ob ihr Erfahrungen mit evtl. misshandelten (geschlagenen?) Hunden gemacht hat und ob ihr da Tips habt.

    Mit so einer Aussage wäre ich vorsichtig, es muss nicht zwangsläufig stimmen.

    Diese Hündin muss erst mal Bindung zu euch aufbauen, euch vertrauen können.
    Das erreicht man, indem man zwar liebevoll mit ihr umgeht, jedoch Grenzen setzt.
    Behandelt sie wie einen normalen Hund.
    Angstverhalten nicht durch Beruhigen bestätigen.
    Souverän an alles heranführen, aber nicht zwingen (s.o.).
    Positives Verhalten loben, schlechtes nicht bestrafen, sondern abbrechen und Alternative bieten.

    Gruß
    Leo

  • Glaube in dem alter von Misshandlung reden ist noch etwas übertrieben...

    Mangelnde Prägung ect. können genauso der Grund dafür sein. Dein Hund muss nicht geschlagen worden sein.

    Ich hoffe der Trainer ist wirklich gut. Meine Hündin kam mit 18Wochen zu mir und war auch total ängstlich. Brauchte dann auch mal Hilfe von einer Trainerin. Die kannte ich vom Spazieren gehen und war mit mir 3 Tage bei den Spaziergängen zusammen unterwegs.
    Die hat mir ordentlich den kopf gewaschen und genau erklärt und gezeigt wie ich es richtig machen muss um ihr sicherheit zu vermitteln, da war das problem nach einer Woche schon vorbei. Konnte die nach der Woche wieder von der Leine lassen ohne das die wegrannte. Die hat lieber meine nähe gesucht und sich hinter mir versteckt.

    Natürlich war die immernoch ängstlich, aber ich wusste durch die Trainerin wie ich richtig reagieren muss.

    Allerdings vorher gabs bei mir auch die Regel für Besuch, das die die nichtmal angucken dürfen, weil sonst hat die unter sich gepinkelt.

    Die durfte ruhig auf abstand Bellen. Ausserdem durfte sie ihren abstand zu den fremden selbst aussuchen. Hat sich dann meist nach kurzer Zeit auf die Couch gelegt und wenn der Besuch Sie angesprochen hat mir vielleicht die Couch vollgepullert... . Aber irgendwann ging das auch, hatte ja nie negative Erfahrung mit Besuch gemacht bei mir und geschimpft hat ich auch nicht mit ihr wegen dem angst pieseln.

    Denke auch bei dem Bellen ist Schimpfen nicht richtig.

    Stimme auch in allen Punkten dieschweizer zu.

  • Hallo und Danke für die Antworten.

    Es ist natürlich schwer Situationen nur über geschriebene Worte wiederzugeben.

    Ich kann nur soviel dazu sagen:
    - nachdem der Hund 1 Woche weg war, hat er sich extrem verändert
    - der Tierarzt ist sich sicher das der Hund traumatisiert ist und mit Sicherheit getreten und geschlagen wurde

    Vielleicht kann ich es neutraler formulieren:
    - hat jemand einen Tipp oder Erfahrungen mit traumatisierten Hunden?


    Danke. Robert

  • Hallo,
    ich lese da jetzt gar nicht so ein riesengroßes Angstproblem heraus - sondern vielmehr die ziemlich normale Unsicherheit eines Hundes, der mit 5 Monaten schon ein kleiner Wanderpokal ist, in einer ihm noch völlig neuen Lebenslage.

    Und erst seit 3 Wochen bei Euch - da wäre auch ein gut sozialisierter, erwachsener Hund ohne traumatische Vorgeschichte noch nicht wirklich angekommen.

    Hundetrainer ist sicherlich eine gute Idee - damit man im allgemeinen Umgang richtig mit den Unsicherheiten des Hundes umzugehen lernt. Wichtig ist dabei, dass Hunde da doch sehr anders ticken als wir Menschen und deshalb zwar Sicherheit/Geborgenheit vermittelt bekommen sollten, aber keinen menschlichen Trost - den würde ein Hund nur als Bestätigung in seiner Unsicherheit interpretieren.

    Wenn eine dubiose Vorgeschichte vermutet wird - dann wird Euer Umgang mit dem Hund einfach noch ruhiger, gelassener, sicherer, als so schon. Die Kleine muss erstmal ankommen dürfen.
    Bei unseren traumatisierten Hunden dauert das wirkliche Ankommen zwischen 6 Monaten und einem Jahr.

    Wenn Ihr den Eindruck habt, dass Cookie noch arg unter Streß steht, eben weil sie in kurzer Zeit zu viele Wechsel hinter sich hat, kann man unterstützend mit dem DAP-Halsband (gibts beim TA) oder mit Bachblüten arbeiten.
    Das macht es oft ein wenig leichter - ersetzt aber weder Ausbildung noch sinnvollen Umgang.

    Beagle/Dackel ist eine "interessante" :D Mischung - wenn die Kleine sich eingelebt hat, steht Euch sicher noch einiges an Sondereinlagen der Spaßfraktion ins Haus.

    LG, Chris

  • Ausserdem gibts hier auch nen thema über Angst Hunde, wo chris total viele hilfreiche Beträge geschreiebn hat und viele ander Angst Hund Besitzer auch.

    Vielleicht schreibst du Chris mal dafür an damit das Thema wieder hochgeholt wird.

    Du aber ich hab hier neben meiner Hündin die null kennengelernt hatte in der Prägephase auch nen Hund der wirklich mal geschlagen wurde.

    Der ist nicht wirklich ängstlich, da gibts ja Hunde die Ängstlich werden und welche die nach vorn gehen... . Und den hab ich nu bald 12 Monate und der grummelt nur noch rum, wenn ihm etwas unangenehm ist was berührungen angeht.

    Aber es hat halt eben fast ein Jahr gedauert. Ich wurde mal gebissen von dem, zur sicherheit trägt er auch nen Maulkorb wenn wir durch Menschenmengen gehen.

    Aber mittlerweile ist es echt genial wie er sich entwickelt hat. Werd ich halt eben angegrummelt von dem Brummbär... ja und muss ihn dann auch loslassen und ihm seinen individual bereich lassen dem ollen Brummbär^^, aber beißen würd er glaub ich sogar garnicht mehr.

    Weil es hat sich soviel vertrauen aufgebaut in den letzten 12 Monaten. Es hat aber wirklich Monate gedauert. Und bei meiner Hündin hatte es ebenfalls Monate gedauert bis die Streicheln nicht mehr als Strafe empfand, dabei wurd die bestimmt nie geschlagen.

    Meine Hündin mag Streicheln bis heute nicht richtig(wird am5.5 8 Jahre alt), die ist eben nicht son Hund dafür. Darum steht auf ihrem geschirr auch drauf "Nicht Anfassen"

    Dagegen mein Rüde der mal geschlagen wurde liebt streicheln und im Mittelpunkt stehen.

    Also behandel deinen Hund ganz normal. Lass ihn ankommen, geb ihm sicherheit, lass ihn angst haben und versuch nicht bei deinem Hund sondern an der Situation selbst für deinen Hund erleichterung zu schaffen... Wie Besuch nicht angucken, nicht anfassen, den Hund ignorieren lassen und wenn dein Hund mal drauf zu geht dann Leckerlie.

    Lass dir Zeit, das ist ne Sache von Monaten. Hunde die Angst haben oder unter Stress stehen lernen sowieso nichts, also brauchst da auch nicht drauf reagieren(Ignorier es). Also nicht den Hund wegschicken, wenn er deine nähe sucht sondern einfach nähe ok, aber sei emotionslos dabei. Nichts belohnen, nicht trösten.

    Es gibt ja auch nichts zu trösten oder zu belohnen, es ist ja für dich völlig normal!!! Das strahlst du aus für dienen Hund, egal wenn dein Hund grad leidet in deinen Augen... Dein Hund ist ja klein, da kannst den auch völlig emotionslos auf den arm nehmen. Nicht streicheln nicht auf ihn einreden sondern eben auf dem arm durch die Situation tragen und völlig ignorant sein.

    Das war ja auch ne Sache wo mir die Hundetrainerin den kopf waschen musste... hatte meine Hündin behandelt wie ne Porzellan Puppe, weil Sie so ängstlich war...

    Dabei waren grad Konsequenz und ganz klare Regeln total wichtig... Grad für sie als Unsichere waren klare regeln wichtig. Sie wusste ich bin Konsequent zu ihr und somit auch zu jedem der ihr Angst macht...

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