Sozialisierung mit KINDERN und BEHINDERTEN Menschen

  • Hallo,

    ich verfolge eure Diskussion mit Interesse- wir haben 2 nicht ausgebildete Hunde- und mein Mann sitzt im Rollstuhl- und ich kann nur sagen, den idealen Hund für Aufgaben an und neben und mit dem "Behinderten" gibt es nicht, ist auf jeden Fall viel Arbeit. Unsere Hunde lernten bestimmte Dinge auch erst so mit 2-3 Jahren, aber das ist keine professionelle Sache, nur für den Hausgebrauch, bestimmte Rücksichten zu nehmen.
    Eine Idee, wie Du vielleicht feststellen kannst, wie Dein Hund mit Gehandicapten umzugehen lernen kann, sind Altersheime. Ich weiß, daß viele dieser Einrichtungen sehr gerne auch Besuch von Privatpersonen mit Hund kriegen und man dann versucht, den alten und ja oft auch stark eingeschränkten Bewohnern einen Kontakt zu dem Tier zu ermöglichen- mit sehr guten Erfolgen übrigens.
    Vielleicht erkundigst Du Dich in der Nähe, nach meinem Ermessen gibt es da behördlicherseits kaum Vorgaben, und eine aufgeschlossene Heimleitung wird dies begrüßen. Erfahrungsberichte gibt schon einige.
    Nur so eine Idee.
    Gruß,
    Kathrin

  • Hallo,

    danke für deine Antwort. Altenheime finde ich jedoch eher ungeeignet... alte Menschen sind zwar auch auf ihre Art und Weise "anders", aber dennoch längst nicht so wie Kinder oder behinderte Menschen auf Hunde wirken. Im Übrigen ist Nera auch schon sehr oft bei meinen Großeltern gewesen. Mein Opa kann nicht mehr so gut laufen und geht dementsprechend sehr langsam, ruckartig und mit einem Gehstock. An "typische" alte Menschen ist sie also eigentlich relativ gut gewöhnt. Mein Schwerpunkt liegt wirklich eher auf Kinder mit ihrer stürmischen Art und behinderte, mit ihrer "anderen" Art. Wie meike.s auch schon beschrieben hat merken Hunde einfach, dass behinderte eben "anders" sind.
    Da die Altenheime scheinbar etwas toleranter im Umgang mit Hunden sind, wäre es tatsächlich eine gute Idee gewesen, aber wie grad schon beschrieben, liegen meine Schwerpunkte eher woanders und Nera kennt bereits alte Menschen und ihre "Eigenarten" mit dem Gehstock, ihre langsame art zu reden, usw.
    Trotzdem danke für den Vorschlag! :)

  • Evtl. versuchst du es am Anfang eher mit einer Schule, die KInder sind schon etwas älter und wenn du merkst, die kommen zu schnell, würd ich einfach ruhig rufen, das sie etwas warten sollen und dann langsam näher kommen lassen. Wird es zuviel, einfach gehen.
    Ich hatte mich am Anfang mit Hayly auch mal für eine Ausbildung zum Besuchshund interessiert, doch hier gibt es so was noch nicht.
    Also Kindergärten, Schulen oder Altersheime besuchen und dort den Umgang mit einen Hund zu erklären. Da könntest du ja auch mal unverbindlich nachfragen, evtl. ergibt sich da eine Möglichkeit.
    Was mir noch einfällt, sind Kindergruppen in Vereinen(Turnverein) oder auch in Kirchengemeinden. Hier wird evtl. auch nicht so strikt nach Vorgaben gehandelt. Es soll ja auch eher ein unverbindlicher Kontakt erstmal werden.

    Übrigens gehe ich öfter mal mit Hayly in unser Seniorenheim, hier entscheidet der Senior/in selber , daher sind auch solche Kontakte möglich. Rollstühle usw. gibts hier auch. Hayly liebt es, die geruhsamen Kontakte und jede Menge Leckerchen, eine echt entspannte Art neue Menschen kennen zu lernen. Meist besuchen wir schwer demenzkranke Menschen, da ist der Unterschied zum Behinderten sehr klein.

  • also ich finde doch, so wie anka gerade schrieb, du solltest die möglichkeit mit den alten menschen nicht weglassen. erstens gibt es da auch einige schwerstbehinderte mit unvermuteten reaktionen, autisten etc- zum gewöhnen wäre es sicher was. hört sich jetzt etwas kaltherzig an, du verstehst es hoffentlich richtig.
    noch eine idee- wenn du dich an die örtliche diakonie, caritas etc. wendest, kannst du eventuell kontakt mit behinderten menschen aufnehmen, die nicht in heimen leben- viele werden zuhause betreut, und ich kann mir vorstellen, da gibt es interesse.
    wenn wir keine hunde hätten- die wir erst lange nach eintritt der behinderung hier angeschafft haben- hätte ich mich längst darum gekümmert, für meinen mann eine art begleithund zu suchen- und sei es nur zeitweise.
    er, eigentlich gar kein hundetyp, profitiert seelisch und auch körperlich von den tieren- und die sind nicht extra ausgebildet.
    auf jeden fall toll, daß du das mit deiner hündin machen willst- hut ab.
    gruß, kathrin

  • Wenn mein Hund den Kindertest vor Kindergärten und Schulen oder Spielplätzen "bestanden" hat, kann ich das sicherlich machen. Ich würde ungern mich so reinhängen und ins Altenheim mit extra-Genehmigung gehen geschweige denn einen behinderten Menschen zuhause besuchen, wenn ich vorher nicht die Gewissheit habe, dass Nera nicht "überreagiert". Die Begegnung mit dem Kind letztens hat mir echt den Atem geraubt. Sie war SO ängstlich und hat gebellt und wollte einfach nur weg. Mit "so einem" Hund will ich ungern auf gut Glück in eine solche Einrichtung gehen, sondern sie erstmal allgemein mit "anderen" Menschen vertraut machen, wie Kinder z.B.
    Ich denke sie muss erstmal ihre momentane Angst vor Kindern (aufgrund des Vorfalls vor 2 Monaten ca., als das Kind voll auf sie drauf ist) überwinden, bevor ich in ein Altenheim/Hospiz/Behindertenwohnheim etc. mit ihr gehe. Das wäre sonst wohl ein Schuss nach hinten und würde ihre Unsicherheit verstärken. Meint ihr nicht?

    Ansonsten vielen Dank für eure Tipps und Ideen, darauf werde ich - wenn auch erst später - sicherlich noch zurückkommen!

  • Eine kleine, aber dennoch postive Erfahrung mit einem Kind -> siehe Neras Fotofred :)

    Klein aber fein - und dennoch macht es mir Hoffnung, dass noch nichts verloren ist!

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