Merkwürdiges Verhalten

  • Hallo, vielen Dank für eure Antworten.
    Ich werde jetzt mal der Reihe nach antworten.

    1. Schmerzen: Ja, er hat eine Beule zwischen den Zehen, seit vorgestern. Als sie gestern größer war, waren wir gestern abend ( da haben wir erst einen Termin bekommen ) beim TA. Es ist noch unklar, ob etwas drin steckt oder nicht. Ich bade den Fuß jetzt 4-5 mal am Tag mit Kernseifenwasser. Das hat der Tierarzt so verordnet. Eventuell hat das Verhalten auch damit was zu tun gehabt.

    Heute ist Balou bestens gelaunt, er hört und läßt sich wieder wunderbar hochnehmen zum ins Auto setzen. Vllt hat er gestern einfach mal austesten wollen oder hatte wirklich einen Bullyspleen?

    2. Weggehen: Wieso hälst du es nicht für Panik, als ich wegging und er hinter dem Gatter blieb? Auf mich hat es so den Eindruck gemacht, er lief am Gatter hin und her und schaute ganz verzweifelt uns nach. Was könnte dieses Verhalten sonst noch aussagen?
    Ignorieren beim Spaziergang könnte ich das nächste Mal, wenn er so drauf ist, ausprobieren. Ich mein, er ist ja nicht meilenweit weggerannt, er war schon immer in meiner Nähe, er wollte sich nur nicht festhalten/ einfangen lassen. Was ich an dem Ganzen so beunruhigend fand, war, dass es den Anschein machte, dass er Angst vor mir hat, was sich heute aber schon wieder widerlegt hat. Er hat mit mir im Garten gespielt und hat mich "angelacht".

    3. Die letzten 6 Wochen: Balou ist jetzt erst seit, heute genau, 9 Wochen bei uns. Er kommt aus der Tschechei, wo er Deckrüde war. Er wurde zusammen mit ca. anderen Hunden aus einem Kellerloch rausgeholt. D.h. er kannte bis vor 9 Wochen noch überhaupt NICHTS. Keine Wohnung, keine menschliche Zuwendung, kein Halsband, kein Gassi usw.
    Bis jetzt hatte ich eigentlich nur zum Ziel, dass er sich gut einlebt, dass es ihm besser geht und das er die grundlegenden Dinge lernt. ( Gassi ..etc)
    Er hat sich sehr viel von meiner Pointer-Mix-Hündin abgeguckt. Unter anderem Das "Hier" und das "Sitz".

    Was ich nun festgestellt habe, bei genauen Beobachten, ist, dass er scheinbar nicht gelernt hat mit den anderen Hunden zu kommunizieren. Auf der Hundewiese ist er immer abseits, ignoriert andere Hunde und macht sein eigenes Ding. Hauptsache weg von den anderen. Z.B. habe ich bei ihm, jedenfalls beim Beobachten, noch kein Beschwichtigungssignal gesehen.

    Ich denke, dass jetzt wohl die Erziehung ( richtig ) anfängt. Bis jetzt war das eher lasch, erstens weil er auch nix falsch machte, außer manchmal Essen klauen, da hab ich dann schonmal geschimpft, aber sehr sachte, zweitens hatte ich Angst, dass er nur noch mehr Angst bekommt, wenn ich jetzt gleich zuviel von ihm verlange.

    Oder er war vllt wirklich einfach überfordert gestern? Dazu kommt, dass er dieses warme Wetter gestern und am Samstag nicht so gut vertragen hat.

    @ Tromba: Ja, Bully´s sind schon etwas anders, dass habe ich schon gemerkt. :D
    Kleine Dickköpfe eben, wenn sie sich was in den Kopf gesetzt haben... :smile:

    Aber ich bin froh, dass ich nicht die Einzigste war, dessen Hund einen Tanz veranstaltete.
    Wenn er sonst so Sachen macht, wie "Ich setz mich mal kurz ein bißchen runter hinten, damit Mama denkt, ich mach Pipi, damit ich mein Leckerchen abholen kann!" oder ähnliches um an Leckerlies zu kommen, da muß ich dann auch echt lachen, die sind schon kreativ, wenn sie wollen. :D

    So, ich hoffe, ich habe jetzt an alles gedacht, wenn nicht, einfach fragen. ;)

    Lg
    Dani

  • ah paar einzelheiten mehr und die sache sieht schon anders aus.

    die beulen bei bullys zwischen den zehen sind eine typische "erkrankung" beim bully, viele ärzte raten diese zu operieren, ist aber totaler quatsch. sie tauchen auf und verschwinden meist wieder ohne das man dafür einen grund findet.
    diese zwischenzehenzysten lassen sich gut mit kernseife behandeln, salbe drauf aber auf keinen fall da rumdrücken.

    diese dinger entstehen meist beim bully weil sich die talgdrüsen unter der pfote entzünden, liegt an dem gewicht des bullys,kann aber auch genetisch sein..gründe weiss man nicht so 100%.

    meist ist der spuck in einer woche vorbei.

    zum thema ehemaliger zuchthund.
    nunja erziehung brauchen diese hunde von anfang an, man kann nicht erst nach 9 wochen damit anfangen und sich wundern das der hund nicht gehorcht.
    auch wenn das mitleid mit dem kleinen groß ist, glaub mir ohne konsequenz von anfang an tanzen einem die racker sonst auf der nase rum.
    nach 4 vemehrerhunden, meine ich zu wissen wovon ich rede ;)
    bullys kommunizieren auch anders, sie haben eine andere körpersprache als "langnasige" hunde. ein vermehrerhund der sein lebenlang nur seinesgleichen kannte, wird die ersten monate probleme haben hunde die anders aussehen zu lesen, genauso wie viele andere hunde meist probleme mit der körpersprache von bullys haben.
    bringt man dagegen bullys zusammen, geht die party los.

    bullys können auch schnell beleidgt werden, wenn es nicht nach ihrem kopf geht, das geht z.b bei meiner hündin soweit das sie richtig schmollt und wenn frauchen böse war mich mit dem a.. nicht anguckt.
    meist ist sowas am nächsten tag aber schon vorbei.

    ein tip den ich immer neu bullyleuten gebe, ihr müsst den längeren atem haben als euer bully, egal in welcher situation.

  • hej,

    es ging mir weniger um die Situation mit dem Gatter, wie um sein Verhalten insgesamt.
    Natürlich hat es ihn erschrocken, als er gemerkt hat, dass er plötzlich nicht mehr zu Dir konnte.

    Du machst einen klassischen Fehler, der aber meiner Meinung nach, eigentlich der Fehler desjenigen ist, der Dir den Rückruf beigebracht hat.
    Wenn man einem Hund den Rückruf beibringen will, ist es tatsächlich sinnvoll, Leckerli dafür zu verwenden.
    Leckerli haben schon selber eine Anziehungskraft auf unsere Hunde, deshalb ist es wahrscheinlicher, dass die Hunde auch kommen.
    Ausserdem wirkt Essen beruhigend, dieser beruhigende Effekt kann helfen, wenn man einem Hund versucht einen Zusammenhang beizubringe (ich rufe - der Hund kommt - der Hund wird belohnt).
    Ausserdem nutzen wir dabei das aus, wie das Gehirn funktioniert.
    In der Erinnerung "schmeckt" der Rückruf gut und wird deshalb mit etwas angenehmen verbunden.
    Der Geschmackssinn hat einen sehr guten Zugriff auf unser Erinnerungsvermögen, wenn wir etwas schmecken, dann erinnern wir uns meist sehr gut daran, wie wir uns gefühlt haben, als wir es früher geschmeckt haben.
    Dies funktioniert auch umgekehrt.

    Ich weiss nicht, was man Dir alles davon erklärt hat, als man Dir beibrachte, wie man einem Hund den Rückruf beibringt aber man hat Dir definitiv nicht gesagt, dass dies nur für das Einlernen gilt.
    Alle Lebewesen haben eine eigene Meinung über die Umwelt und was sie von ihr wollen, so auch unsere Hunde.
    Dein Hund hat nun beobachtet, dass der Rückruf darauf hinausgehen kann, dass er anschliessend angeleint wird.
    Fertig lustig.
    Dies wollte er aber in dieser Situation nicht und er stand jetzt vor dem Problem, Dir das zu zeigen, schliesslich kann er nicht reden.
    Wenn Du Dich nun in die Situation Deines Hundes versetzt, wie würdest Du das zeigen?
    Das erste wäre wohl, dass Du Dich nicht mehr für die Belohnung interessieren würdest, nur so könntest Du zeigen, "nein, darum geht es mir jetzt nicht".
    Könnte es sein, dass Du stattdessen versuchen könntest, den anderen zu einem Spiel aufzufordern, damit der versteht, dass Du noch nicht gehen willst?
    Wenn Du Dir das vorstellen kannst, wärst Du in diesem Augenblick wirklich fröhlich, entspannt usw. und hättest ein Spielgesicht oder könnte es sein, dass Du etwas angespannt wirken könntest, in Deinen Bemühungen?
    Diese Fragen sind eigentlich rhetorisch, denn für mich sind die Antworten eigentlich klar aber ich versuche mit den Fragen zu erreichen, dass Du verstehst, in welcher Situation Dein Hund sein konnte.

    Die Frage, die sich nun stellt, ist natürlich die, wie soll man es den sonst erreichen, dass der Rückruf funktioniert.
    Der erste Schritt ist jetzt wohl logisch, Leckerli können nicht die Lösung sein.

    Darauf gehe ich im nächsten Beitrag ein, jetzt ruft wieder einmal die Realtität.

    Liebe Grüsse aus dem Norden

  • du darfst aber einen bully nicht mit einem labi was den rückruf angeht vergleichen.
    dafür hat der bully gar keinen will to please.

    man muss nen bully - auch wenns manchmal lästig ist - meist mehrmals rufen, bis er irgendwann angetrottet kommt.
    sie haben ihren eigenen kopf und wenn sie ein kommando befolgen, dann meist nur deswegen weil sie sich immer einen vorteil davon versprechen.

    ich würde euch generell empfehlen den rückruf neu aufzubauen. ich halte es zu ruf nach 6 oder 9 wochen einen hund abzuleinen, der bis jetzt nichts von der umwelt mitbekommen hat.

    meine hündin hab ich das erstemal ohne schleppe nach 3 monaten laufen lassen, die pflegis waren die ganze zeit an der schleppe, es sei denn ich war auf einem gelände das zu war.

    ich denke der vorfall mit dem gitter war eher angst von seiten des hundes vor dem gitter. vermehrerhunde bekommen es anerzogen das sie nicht durch türen gehen sollen. sprich hund wird durch eine tür gelockt, sobald er durch gehen will gibts schläge.
    so kann vermehrer sicher gehen das hund eben nicht so schnell abhaut, weil er angst hat durch tore, türen und gatter/gitter zu gehen.
    jeder meiner pflegehünde - der eine schneller als der andere - hatte z.b angst durch die tür in den flur zu gehen, oder durch die terrassentür nach draussen. hat meist paar tage gedauert bis sie bemerkt haben das da nichts böses kommt, wenn sie durchgehen.

  • @Tromba:
    Ah, jetzt versteh ich das mit der Türenangst auch viel besser. Balou hat tatsächlich Angst durch Türen zu gehen. Oh Mann, die würd ich auch gern mal durch eine Tür locken und dann setzt aber was, wenn sie durchgehen. Ich krieg immer mehr Wut auf diese Sch...Vermehrertypen.
    Und es stimmt, wenn ich mal die Leckerlies vergessen habe, hört Balou zwar auch, aber längst nicht so freudig, er ist sogar ein wenig beleidigt dann. Soviel zum Thema Bully macht nichts ohne Vorteil.

    Das mit den Beulen zwischen den Zehen ist gut, dass du das sagst, ich hätte es wahrscheinlich sonst aufschneiden lassen, aber wenn das nicht nötig ist, muß ich ihm das ja nicht antun. Ich bade die Pfote mehrmals täglich in Kernseife, das hat mir der TA auch geraten. Es ist auch schon kleiner geworden.

    Und ich wußte zwar, dass Bully´s etwas anders sind, als andere Hunde, aber nicht, dass sie tatsächlich auch einen andere Sprache sprechen. Da hatte ich ja doch den richtigen Eindruck. Werde das nochmal genauer beobachten, das finde ich sehr interessant. Vllt verstehe ich ihn dann auch etwas besser. ;)

    Ich habe nicht jetzt erst angefangen mit der Erziehung, ich habe ihm natürlich auch von Anfang an gezeigt, welches Verhalten unerwünscht ist. Wenn er z.B auf dem Tisch stand um Essen zu mopsen usw. Das "Hier" habe ich ehrlich gesagt nicht trainiert mit ihm, er hat es sich bei Kira abgeguckt. Ich habe das einfach mal ausprobiert und er kam angerannt. Das "Sitz" genauso.Er wird jetzt sowieso erstmal an der Schlepp bleiben.
    Er kam ja auch schon zu mir vorgestern, er hat sich nur nicht anleinen lassen, das war das Problem. Er wäre wahrscheinlich auch mit zum Auto gewatschelt ohne Leine, aber das wollte ich nicht, denn dort ist eine vielbefahrene Straße.
    Dass er unbedingt noch dort bleiben wollte...weiß nicht... er hatte schon ´deutlich mehr Spaß dort gehabt.
    Ich habe den Rückruf bei einer Hundetrainerin gelernt, ich weiß, dass das Leckerlie nur zum Erlernen des Kommandos erstmal sein soll, aber wir sind ja noch beim Lernen,denke ich.

    Das mit dem längerem Atem stimmt allerdings. Wenn wir runtergehen und zu Auto wollen, bleibt er entweder erstmal oben stehen oder rennt in den zweiten Stock. Mittlerweile gehe ich einfach schon mit Kira runter, lade sie ins Auto und gehe dann wieder zurück und hole ihn, dann kommt er, weil er vllt denkt, dass wir sonst ohne ihn fahren. Früher stand ich da erstmal und rief und rief und.... hat ihn gar nicht interessiert... :headbash:

    Lg
    Dani

  • hej,

    eigentlich will ich mich nicht aufdrängen oder als Besserwisser erscheinen.
    Zum guten Glück schreibt man aber in einem Forum, da ist es möglich, einfach Beiträge zu überspringen, wenn sie einem nicht passen.

    Ich möchte aber nicht missverstanden werden, lesen darf jeder der will, Kommentare und Kritik sind von meiner Seite her erwünscht, den dies ist schliesslich eine der stärken eines Forums.
    Nur belästigen möchte ich nicht, schliesslich soll jeder mit seinem Hund so leben, wie er es will, solange der Hund nicht ernsthaft darunter leidet.

    Liebe Grüsse aus dem Norden

  • Laursen
    ah du lästig fand ich das was du geschrieben hast jetzt nicht, ist ja viel gutes dabei. nur wie schon geschrieben bullys sind eben anders als anderes hunde.
    das war auch nicht böse gemeint oder so.

    das zum auto gehen, da hat meine bis heute auch noch "probleme". sprich sieht sie es geht zum auto mag man nimmer...
    bei nem ehemaligen vermehrerhund musst du eben immer bedenken woher die hunde kommen, meist haben die eine etwas andere verknüfpung mit autos. sprich ein kombi kann für die schon bedrohlich sein, weil sie vllt. in der vergangenheit mit nem kombi irgendwo hin transportiert worden sind.
    viele ehemalige vermehrerhunde haben z.b angst vor den kleinen sprintern oder transportern. ist genauso wie mit dem durch türen gehen.

    viele dinge die für andere hunde normal sind, können bei solchen hunden ängst auslösen.

    aber ich kann dir sagen das ändert sich alles..ich hab meine hündin jetzt über 1 1/2 jahre und vieles ist besser bzw. normal geworden.

  • hej,

    @tromba dann ist ja alles gut :hust:

    bevor ich jetzt auf das eigentlich Rückruftraining komme, finde ich, dass man unbedingt eine Grundvoraussetztung ändern muss.
    Nicht wir Menschen müssen die ganze Zeit darauf achten, wo der Hund ist und was er macht sondern diese Aufgabe muss zu einem guten Teil dem Hund übertragen werden.

    Dies geht wirklich ganz einfach.
    Ich hoffe wir sind uns zu erst einmal einig, dass man einen Hund, der nicht bei uns sein will, nicht von der Leine lassen kann, alles andere wäre dumm.
    Wenn dies der Fall ist, sucht man sich ein Gebiet mit wenig Ablenkung und das auch so ungefährlich ist, wie es dem Verhalten des Hundes angemessen ist.
    Bei Hunden mit ausgeprägten Jagdtrieb, Streunern oder ähnlichem kann das schon bedeuten, dass das Gebiet eingezäunt oder ähnliches sein muss.
    Dann macht man sich Gedanken, wie nahe der Hund bleiben sollte für unsere normale Bedürfnisse, dies wird normalerweise zehn bis fünfzehn Meter sein.
    In dem Gebiet lässt man den Hund einfach ab der Leine und lässt ihn machen.
    Sobald er aber weiter weg ist, als der Abstand für den wir uns vorher entschieden haben, gehen wir ohne ein Wort vom Hund weg.
    Je nach Situation macht es Sinn, sich dann zu verstecken, so dass der Hund uns suchen muss, wenn er nicht sofort reagiert.
    Bei dieser Aktion ist es wichtig, dass der Hund nicht in Panik gerät, unter Panik kann man nicht lernen, dafür kann es aber zu anderen Verhaltensänderungen kommen, die nicht unbedingt erwünscht sind.
    Findet der Hund uns oder läuft er uns nach, verhält man sich freundlich sozial aber es braucht keine grossen Belohnungen oder ähnliches, schliesslich soll dies das normale Verhalten des Hundes werden, trotzdem kann man natürlich mit dem Hund spielen oder mit ihm sprechen.

    Wenn man dies einlernen will, ist es wichtig sich klar zu sein, dass der Erfolg von unserem Konsequenten Handeln abhängt, reagieren wir immer so, wenn der Hund zu weit weg ist, wird er immer wie öfter in diesem Bereich bleiben, ohne dass wir dafür etwas anderes tun müssen, wie Konsequent zu sein.
    Jeder Hund hat einen eigenen Radius, in dem er sich so von alleine verhalten würde, wenn wir ihnen nicht die ganze Zeit nachlaufen würden.
    Dies und unsere Inkonsequenz kann es sinnvoller machen, dass wir den Radius etwas vergrössern, so dass wir wieder Konsequent handeln.
    Deshalb beträgt der Radius bei meinem Hund zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Meter, das war eine nötige Anpassung an mich und meinen Hund.

    Für Hunde ist unser Verhalten so natürlich, dass der Erfolg eigentlich sicher sein sollte, wenn man so keinen Erfolg hat, ist dies ein deutlicher Hinweis auf andere Probleme, zum Beispiel fehlende Auslastung.
    Die Erfolge machen den Hund immer wie zuverlässiger und machen uns so auch Selbstsicherer, so kann man die Anforderungen an den Hund nach und nach erhöhen.
    Zum Beispiel mit anderen freilaufenden Hunden usw. und es ist auch ohne Schwierigkeiten möglich, dass man sogar vom Hund auf diese Weise verlangt, dass er immer in Sichtbereich bleiben muss.
    Man reagiert ganz einfach gleich, wenn es zu einer Sichtbehinderung kommt, zum Beispiel durch Büsche oder eine Ecke etc.

    Ein Hund, der zuverlässig in seinem Radius bleibt, hat viele Vorteile im alltäglichen Leben.
    Zwar muss man immer noch darauf achten, was der Hund macht, dafür gibt es einfach zu viele Gefahren aber man hat trotzdem sehr viel mehr Möglichkeiten, auf die Umgebung zu achten und so auf veränderte Situationen zu reagieren.
    Ausserdem kann man dem Hund sehr viel mehr Freilauf geben, wenn wir sicher wissen, dass er im Radius bleibt.
    Als nächstes ist dies schon fast eine Voraussetzung für einen sichereren Abruf.

    Wenn es nun der Fall sein sollte, dass man dem Hund einen grösseren Radius geben will, dann kann man dies ganz einfach machen, sobald der Hund nach uns sieht, bewegen wir uns in seine Richtung, Hunde verstehen auch dies ohne dass man es vorher einlernt.

    Leider funktioniert dieses Methode nicht zuverlässig genug, als dass man damit den Jagdtrieb unterdrücken könnte oder auch verhindern kann, dass ein Hund streunt.
    Trotzdem hat diese Methode auch bei solchen Hunden immer wieder Vorteile, man muss einfach darauf achten, dass der Hund nicht überfordert wird.

    Liebe Grüsse aus dem Norden

  • Laursen:
    Ich finde deine Beiträge auch überhaupt nicht lästig oder aufdringlich. Schließlich habe ich ja eine Frage ins Forum gestellt und freue mich über Antworten.
    Und du erklärst auch alles sehr gut und verständlich. Vielen Dank!

    Nun zum Rückruftraining: Balou bleibt bis jetzt IMMER in einem noch kleineren Radius als du beschrieben hast. Er reagiert auch auf das Rückrufkommando "Hier" wie er sollte, er kommt angeflitzt. An besagtem Tag war das eigentliche Problem, dass er sich nicht anleinen bzw. einfangen lassen wollte, wofür ich den Grund nicht ersehen konnte. Jetzt denke ich, i-was hat ihm an diesem Tag nicht gepaßt oder er hatte einfach einen Spleen, wie man es von Bullys so kennt. Ich habe mich auch noch in einem Bullyforum angemeldet und auch dieses Problem geschildert und muß sagen, dieses war vielen Bullybesitzern nicht unbekannt.
    Ich denke auch nicht, dass Balou nicht bei mir sein will, ich glaube mittlerweile hat er´s gecheckt, dass ich ihm nur gut will und hängt auch an mir. ( Ok, Einschätzung vllt auch nur für´s eigene Ego hilfreich... :headbash: )

    Dann kommt bei Balou natürlich noch seine Vergangenheit mit ins Spiel, wo man bestimmte Verhaltensweisen erstmal nicht verstehen kann bzw. den Grund nicht ersehen kann. Wie z.B. mit dem Türen, ich wußte bis gestern nichts von der Handhabung des Türen durchgehens bei den Vermehrern.

    @Tromba: Nochmal zu dem bullyspezifischen Verhalten zu anderen Hunden: Balou ignoriert fast alle anderen Hunde, nur gelegentlich zeigt er Interesse an einem anderen Hund. Z.B. spielte er bis jetzt einmal mit einem Jack-Russell, da war ich sehr erstaunt drüber. Aber er reagiert auch nicht auf jeden anderen Bully. Wir haben z.B. eine Bullyhündin auf der Hundewiese kennengelernt, die original so aussieht wie Balou. Total witzig. April ist ganz typisch Bully. Sie ist etwas überdreht, macht den Clown, wenn sie mal nicht im Mittelpunkt steht. Balou findet sie , naja, er ist total genervt von ihr, obwohl sie ihn in Ruhe läßt, sie hat das schon verstanden, dass er kein Interesse hat. Sie spielt dann mit Kira, die das Überdrehte toll findet und gerne das Spielangebot annimmt.
    Dann haben wir noch einen jungen Bully, 7 Monate, dort kennengelernt, den findet Balou ganz gut, hat auch schon mal etwas mit ihm gespielt. Vegas ist etwas ruhiger als April.
    Bei Nachbars Möpsen scheint er auch Interesse zu haben. Er ist in der Tschechei mit Möpsen und englischen Bulldoggen zusammen rausgeholt worden. Ich nehme an, dass er sie daher kennt.

    Alles in allem ist Balou seit dem wieder ganz "normal". Er ist freudig, heute sogar sehr verspielt und läßt sich auch wieder hochnehmen und ins Auto setzen.
    Manchmal denke ich, dass er vllt Albträume hat von deiner Vergangenheit und dann den folgenden Tag schlecht drauf ist? Kann das möglich sein?

    Lg
    Dani

  • Bei allem Respekt vor eurer Erfahrung! Aber ich denke, hier werden die Bullys dann doch ein wenig zu sehr "romantisiert". Mag sein, dass sie ihre rassetypischen Eigenarten haben, auf die man gesondert eingehen muss (gilt ja quasi für alle Hunde, der eine gewisse Individualität geniessen).
    Dennoch sind Bullys ja nicht von einem anderen Stern! Zu behaupten, dass alle bekannten Erziehungs- und Kommunikationsmethoden nicht fruchten, halte ich für leicht übertrieben :D

    Was der Hund kann oder nicht liegt ja zu großen Teilen auch beim Besitzer. Wenn ich also sage, dass man Bullys "6 mal rufen muss, bis sie kommen", dann heisst das ja nur, dass ich als HH das so hinnehme. Das ist natürlich nicht schlimm sondern durchaus legitim, hat aber mit der Rasse nix zu tun sondern nur mit dem eigenen Anspruch ;-)
    Der beste Beweis ist der Hund der TS, der nach ihren Aussagen sofort angeflitzt kommt.

    Auch die Pauschalisierungen, mit denen hier gehandelt wird, halte ich für übertrieben. ZB ist es nun wirklich nicht erwiesen, dass ALLE Vermehrer ihren Hunden verbieten, durch Türen zu gehen und daher ALLE Hunde dieses Problem haben. Ich würde das alles in die gleichen Schubladen stecken wie: Boxer sind alle hibbelig, Terrier bellen den ganzen Tag, Border Collies bekommt man nicht leinenführig, Huskys kann man überhaupt nicht erziehen... usw.

    Zitat

    Manchmal denke ich, dass er vllt Albträume hat von deiner Vergangenheit und dann den folgenden Tag schlecht drauf ist? Kann das möglich sein?


    Ich denke, dass ist eines der Dinge, die wir nie wirklich erfahren werden.
    Allerdings ist es so, dass Hunde - wie auch wir Menschen - das Erlebte im Traum verarbeitet. Ob das ihre Laune beeinflusst ist nicht bekannt. Dass Hunde aber auch mal schlechte Tage weiss dagegen wahrscheinlich jeder HH auch ohne wissenschaftlichen Beweis :-)

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