• Hallo,

    entschuldigt, gleich ncoh ein Problem:
    Ich hatte ja schon mal vor einiger Zeit berichtet, dass unser Hund gerne zwickt und besonders unser jüngster Sohn darunter zu leiden hat. Die Lage hat sich leider nur etwas gebessert, trotz aller konsequenter Erziehung, wie Ihr es mir geraten habt. Es ist etwas schwer, weil unser Sohn halt sich eher hüpfend und Arme schwingend fortbewegt, dazu auch eher schnell und das ist natürlich unwiderstehlich für den Hund. Ich versuche, meinem Kind immer wieder zu erklären, wie er sich besser verhalten soll, aber trotz asllem sollte sich mein Kind doch einigermaßen verhalten können, wie es ihm entspricht und der Hund muss irgendwie kapieren, dass er nicht beißen und schnappen darf. Aber wie??

    Dazu kommt Folgendes: auf Fremde oder Besuch reagiert er meistens recht aufgeregt mit Bellen, Hochspringen, schnüffeln. Wir üben jetzt schon ewig das Platz und dass er dort bleiben muss, was auch in der konkreten Trainingssituation sehr gut klappt. Nicht jedoch in Ernstsituationen. Er verhält sich dabei von Mensch zu Mensch auch wieder in Abstufungen: mal merkt man, dass er denjenigen gar nicht leiden kann, dann wiederum geht es sehr schnell mit dem Beruhigen. Er merkt in solchen Situationen gar nicht, dass ich neben ihm stehe und ihn wirklich ruhig ins Platz schicke, dort auch hinbringe..alles so, wie es lt. Theorie sein sollte. Aber er ist nur tierisch aufgeregt, auch ängstlich, wie ich meine.

    Aber es geht noch weiter: dieses Wochenende ist ein Freund meines Großen zu Besuch. Der Hund sollte ihn eigentlich langsam kennen, denn er kommt regelmäßig (ich habe allerdings den Eindruck, als könne er sich gar nciht merken, wen er eigentlich schon kennt und wen nicht). Trotzdem bellt er ihn an, sobald er ihn sieht! Folge ist, dass er eigentlich nie mit den Kids in einem Zimmer bleiben kann, weil er ständig zu ihnen will, sie im Gesicht und am Kopf abschlecken will und danach beißt, in was auch immer er erwischt. Ich merke, dass er wirklich gerne bei den Kindern sein möchte, aber sich dann nicht mehr unter Kontrolle hat. Vielleicht, weil er so oft "ausgeschlossen" wird? Und vor lauter Freude dann nicht an sich halten kann, wenn er doch mal ins Zimmer kommt? Oder ist er doch so ängstlich, nervös, weil er eben den Jungen angeknurrt hat und nach ihm schnappen wollte? Dem würde widersprechen, dass er meinen jüngsten Sohn mit Sicherheit nicht fürchtet, ihn aber trotzdem beißt.
    Ach ja, und heute hat er dann noch einfach unterm Gehen in der Küche angefangen zu pullern!! Pfützen passieren nun wirklich nur noch selten, aber das?? Völlig ohne Vorwarnung? Ca. 1 Stunde später hat er dann noch das Bein gehoben und an die Wand in der Küche gepieselt. Und heute hat er mich zu guter Letzt auch noch gebissen und nach mir geschnappt. Ich bin nicht ausgewichen, sondern habe einen Schritt auf ihn zugemacht, ihm Platz genommen, da hat er dann aufgehört.
    Mir kommt das wirklich wie Stress vor, oder täusche ich mich da? Was kann ich denn tun, damit er sich an Besuch gewöhnt? Ich weiß, es dauert, aber wieso vergisst er dann im entscheidenden Augenblick immer zu gehorchen, wenn's sonst schon so gut klappt?

    Es ist so schade, weil er so schlau ist und so schnell begreift und im Großen und Ganzen wirklich lieb ist, gut an der Leine geht, Spaß am Spielen hat etc....und dann immer wieder seine Aussetzer!

    LG,
    krahkrah

  • Hallo,

    an den "alten" Thread kann ich mich erinnern.

    Erst einmal:
    Euer Hund ist ein Mischling zwischen Labrador und Appenzeller.
    Das sind zwei gegensätzliche Hunde.
    Einmal den gegenüber Fremden Skeptischen, Distanzierten und den gegenteiligen Labrador.
    Das spielt in seinem Verhalten eine große Rolle.

    Gegenüber den Besuchern:
    Im Ernstfall klappt es mit dem "Auf den Platz gehen" nicht, in Übungssituationen aber schon.
    Warum bindest du ihn nicht einfach an, wenn es klingelt?
    Ich bin mir nicht mehr sicher, aber hatte ich dir dazu nicht geraten?
    Wenn nicht, macht es bitte jetzt.
    Ein junger Hund kann das in Ernstsituationen einfach noch nicht zuverlässig ausführen.
    Solange er aber die Chance erhält, Besucher zu reglementieren, wird er es nicht von alleine abstellen.
    (Selbstbelohnendes Verhalten).

    Wie seid ihr beim Erlernen der Beißhemmung vorgegangen?

    Ja, euer Hund scheint in meinen Augen unter Stress zu stehen.

    Das unkontrollierte Gepinkel, Schnappen, Knurren usw. spricht dafür.

    Wie du selber schon geschrieben hast, hat sich seit deinem letzten Beitrag leider nicht viel geändert.
    Wobei man bei so einem jungen Hund auch nicht zu viel Erwartungen haben sollte.

    Du klingst sehr verzweifelt, unsicher und auch überfordert.
    Das überträgt sich schnell auf den Hund.

    Um endlich entspannter an dieses Problem heranzugehen, solltest du einen guten Hundetrainer hinzuziehen.
    Mache es bitte nicht im Alleingang.
    Einen Hund hat man etwa 15 Jahre und man möchte Freude an ihm haben.
    Hole dir nun wirklich Hilfe durch einen Profi.
    Vier Augen sehen mehr als zwei, von hier aus wage ich keine Tipps mehr zu geben.
    Jemand muss dir vor Ort zeigen, wie zu handeln ist.
    Und überhaupt muss sich ein Hundetrainer ansehen, warum und wie der Hund agiert.
    Vor allen Dingen muss das Timing der Erziehung bzw. deiner Reaktion stimmen.
    Schnell bestätigt man den Hund zur falschen Zeit und somit wird die Verhaltenskette nie durchbrochen.

    Alles Gute und ich hoffe, du findest einen tollen Trainer.

    Gruß
    Leo

  • Hallo Leo,

    Danke für Deine Antwort!

    Ich denke auch, dass da jetzt mal ein Trainer ran muss. In die Hundeschule wollte ich sowieso jetzt im März mit ihm.
    Eigentlich denke ich nicht, dass ich nervös reagiere, mittlerweile bin ich ziemlich entspannt in jeder Situation. Trotzdem ist es natürlich nicht gut so.
    Klar weiß ich, dass ein Appenzeller ein ziemlich misstrauischer Hund ist, das kommt bei ihm klar durch (überhaupt mehr als der Labrador), aber sooo misstrausich muss es nun doch nicht sein.
    Die Beißhemmung haben wir so geübt: zum einen das "Nein" mit dem Leckerli in geschlossener Hand, dann auf dem Knie, dann auf dem Boden. Er rührt es nicht mehr an, sobald ich "Nein" sage. "Nein" in anderen Situationen klappt, wenn er etwas von der Straße liegenlassen soll, wenn er irgendwo nicht hingehen soll etc., nicht aber beim Beißen, da ist er wie im Wahn. Wenn ich ihn dann wegnehme geht er selber auf seinen Platz. Er weiß es also irgendwie.
    Zum Anderen mit "Aus", das wir im Austausch eines Gegenstandes in seinem Maul gegen was Interessantes, Leckeres geübt haben, so dass er den Gegenstand fallen lässt. Klappt auch, beim Apportieren, beim Spielen, nicht bei Händen und Pullis. Puh.

    Bis jetzt ein TRainer hierherkommt, binde ich ihn an und übe nochmal mehr das Bellen abstellen bei Türklingel. Und beim Staubsauger. Und beim Wischlappen. Das war's dann aber. Reicht auch.

    LG und Danke,
    krahkrah

  • Zu meinen Faustregeln gehört schon immer so lange ich Hunde habe, dass sie ausgelassen sein sollten - also viel Auslauf und Beschäftigung - leider schreibst Du nichts dazu

    Zum anderen klingt es, als ob Du und dein Hund noch viel Training vor Euch habt - man braucht für viele Dinge ja eine Menge Geduld, es klappt nicht von heute auf morgen

    Und der nötige Respekt Dir gegenüber fehlt wohl auch noch.

    Wenn Du es Dir alleine nicht zutraust, ist es sicher eine gute Idee, einen Trainer einzuschalten, hoffe, dass Du auf einen guten triffst.

    Vielleicht berichtest Du ja mal, wie es so läuft...

  • Ich finde es ziemlich hart, daß Du von Deinem Instinkt-Welpen mehr als von Deinen Intelligenz-Kindern verlangst...

    Ich würde die Kinder mehr erziehen und bei denen dann auch mal konsequent eingreifen UND so gezielt mit dem Hund trainieren, in einem Rahmen, wo er noch ansprechbar ist und lernen kann... ..

  • Hallo,

    @Fräuleinwolle
    da gebe ich Dir im Prinzip schon Recht, aber es handelt sich
    a) nicht um meine Kinder insgesamt, sondern um den Kleinen mit 6 Jahren, der eben auch noch nicht alles über seine Intelligenz regelt, sondern der halt mal durch die Gegend hüpft, weil er ein lustiges Kind ist. Lustig ist der Hund auch, aber bei ihm tut es weh, deshalb muss er lernen, das nicht zu tun.
    b) um andere Leute, die sich nicht hüpfend fortbewegen, sondern ganz normal und ruhig sind.
    Insofern bitte ich zu differenzieren. Ich denke durchaus, dass meine Kids genügend erzogen sind (soweit man das je sagen kann). Eine Wesensveränderung wegen des Hundes beabsichtige ich nicht durchzuführen, da wird sich schon der Hund irgendwann anpassen müssen.

    Was Du vorschlägst, also mit dem Hund und den Kindern trainieren, mache ich, täglich mehrfach, immer wieder. Tortzdem hat er seine witchy minutes...

    Hundenase,
    Auslauf hat er wirklich ausreichend, auch mit anderen Hunden, denen gegenüber er sehr aufgeschlossen und gar nicht aggressiv reagiert, aber ich denke, ich muss ihn noch mehr beschäftigen, daran mag es vielleicht auch liegen. Ich werde das mal austesten, so oder so, und sehen, was es bewirkt.

    Viele Grüße,
    krahkrah

  • krahkrah,

    dein Hund ist fünf Monate, den brauchst du noch nicht großartig auszulasten.
    Bei deinem ersten Thread diesbezüglich waren wir uns alle einig, dass eher zu viel gemacht wurde.
    Wichtiger ist, dass dein Hund Ruhephasen hat.

    Da er aber noch so jung ist, neigt er dazu, voll aufzudrehen, das machen Hunde in dem Alter einfach.
    Sie reagieren auf "wilde" Kinder, der Hund wird animiert.
    Meine Hunde sind 8 1/2 und 9 Jahre alt, wenn ich renne und wild aufdrehe, machen sie einfach mit.
    Da ich erwachsen bin, kann ich ein Abbruchkommando anwenden und die Hundis stoppen.

    Du sagst, der Hund muss lernen, dass er darauf nicht so reagieren darf.
    Das funkioniert nicht per Knopfdruck und verschwindet nicht von alleine, da es normales Hundeverhalten ist (mitspielen).

    An der Beißhemmung müsst ihr intensiver und konsequenter arbeiten.
    Dazu hatte ich dir im Januar einen Link geschickt.

    Zitat

    Die Beißhemmung haben wir so geübt: zum einen das "Nein" mit dem Leckerli in geschlossener Hand, dann auf dem Knie, dann auf dem Boden. Er rührt es nicht mehr an, sobald ich "Nein" sage. "Nein" in anderen Situationen klappt, wenn er etwas von der Straße liegenlassen soll, wenn er irgendwo nicht hingehen soll etc., nicht aber beim Beißen, da ist er wie im Wahn. Wenn ich ihn dann wegnehme geht er selber auf seinen Platz. Er weiß es also irgendwie.

    Das ist in etwa die Konditionierung des Wortes "Nein".
    Wenn er sowieso schon schnappt, ist das Kommano überflüssig, da zu spät.
    Seid ihr nicht wie im Link von Januar vorgegangen?

    Zitat

    Und heute hat er mich zu guter Letzt auch noch gebissen und nach mir geschnappt. Ich bin nicht ausgewichen, sondern habe einen Schritt auf ihn zugemacht, ihm Platz genommen, da hat er dann aufgehört.

    Was ging denn da ab?
    Erzähle mal bitte genauer, wie es dazu kam.

    Du hast oben schon irgendwo im Zusammenhang "Besuch" geschrieben: "habe ihm Platz genommen"...
    Bedeutet es, dass du ihn in solchen "Aufdrehphasen" Platz machen lässt?
    Damit ist so ein junger Hund überfodert und lernt eigentlich nichts daraus, zumindest bringt er es nicht mit seinem vorherigen Verhalten in Verbindung.

    Nach wie vor:
    Hole dir nun wirklich Hilfe.
    Im Alleingang wird das nichts.
    Du musst lernen, deinen Hund zu verstehen und entsprechend mit ihm zu kommunizieren und den in den Situationen richtig zu handeln.
    Irgendwie läuft das nicht ganz gerade.
    Dein Hund weiß nicht, was er machen soll.
    "Platz" machen ist keine Alternative.
    Mit fünf Monaten sind Hunde nun mal so, sie drehen auf, wenn seine Menschen aufdrehen.
    In dem Alter (und noch länger) ist viel Spieltrieb und Energie vorhanden, auch wenn du es nicht annimmst, aber im Grunde überfordert dich das.
    Unsere Hunde zogen ein, als unser Kind 4 1/2 Jahre alt war.
    Hier ging auch teilweise "die Post" ab.
    Macken, Bisse, Schrammen... Tränen.
    Da müssen alle Familienmitglieder durch.
    Meiner Tochter habe ich dann einfach gesagt: "Selber schuld, solange du den Hund/die Hunde so aufdrehst, bekommst du ein paar Schrammen und Zähne ab.
    Eingespielt hat sich mit der Zeit alles.
    Meinem Kind gegenüber habe ich etwa 3 Jahre lang, 5 x tgl. sagen müssen: "Lass diese oder jenes besser sein."
    Ständige Wiederholungen, ja, auch mir hingen sie irgendwann aus dem Hals heraus, aber was nutzt es?
    Kinder vergessen, sind unbedacht.
    Hunde aber auch, gerade in der Junghundphase.
    Du verlangst zu viel und ein Patentrezept gibt es nicht.

    Und dieses Pinkeln, wenn er ansonsten wirklich stubenrein ist, stimmt mich nachdenklich.
    Es deutet auf großen Stress hin.
    Spontanpinklen kann auch Angst bedeuten.
    Es ist ein wichtiges Beschwichtigungssignal.

    Noch einmal:
    Ein Trainer muss kommen und sehen, was bei euch los ist.

  • Zitat


    Mir kommt das wirklich wie Stress vor, oder täusche ich mich da?

    Ja, liest sich eigentilch nach totaler Überforderung und Stress. Da ist es logisch, dass er nichts lernt. Unter Stress kann ein Lebewesen nur sehr schwer lernen.

    Zitat

    Was kann ich denn tun, damit er sich an Besuch gewöhnt? Ich weiß, es dauert, aber wieso vergisst er dann im entscheidenden Augenblick immer zu gehorchen, wenn's sonst schon so gut klappt?

    Klar weiß ich, dass ein Appenzeller ein ziemlich misstrauischer Hund ist, das kommt bei ihm klar durch (überhaupt mehr als der Labrador), aber sooo misstrausich muss es nun doch nicht sein.

    Tja. Das, was Du gern hättest, hast Du in dem Hund aber nicht. Dafür hast Du Dir die falsche Mischung ausgesucht. Oftmals ist das Misstrauen gegenüber Fremden bei Mischlingen, die aus einem Anteil "Menschenfreundlich" und einem Anteil "Menschenmisstrauisch" bestehen, fast höher ausgeprägt als bei rassereinen, misstrauischen Hunden. Das Problem ist nämlich, dass die dauernd schwanken - einerseits Kontakt haben möchte, dann aber wieder nicht.

    Du wirst Dich damit wohl anfreunden und es akzeptieren müssen - und zeitlebens damit leben müssen, dass man einen solchen Hund nie unbeaufsichtigt im eigenen Haus lassen kann, sobald irgendwo fremde Menschen sind.

    Trainer wäre auf jeden Fall ratsam, damit ihr wenigsten einigermaßen die Kontrolle darüber bekommt.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo Leo,

    Zitat

    krahkrah,

    dein Hund ist fünf Monate, den brauchst du noch nicht großartig auszulasten.
    Bei deinem ersten Thread diesbezüglich waren wir uns alle einig, dass eher zu viel gemacht wurde.
    Wichtiger ist, dass dein Hund Ruhephasen hat.

    ja, das haben wir auch geändert. Es ist jetzt eigentlich so, dass er morgens in den Garten geht und dort einige Zeit verbringt, aber das meistens allein. Er schläft vormittags meist sehr viel und gerne, da bringe ich dann meistens nochmal eine Viertelstunde Training mit Kommandos unter, manchmal auch einfach eine halbe Stunde draußen spielen, Ball werfen und bringen lassen etc., die Hühner besuchen...dann schläft er wieder. Am Nachmittag dann großer Spaziergang mit Freilauf und Austoben, manchmal danach noch Spielen mit seinem Hundefreund. Zwischendurch geht er immer mal wieder mit mir in den Garten, stöbert da rum, oder geht mit mir alles mögliche inspizieren. Ab ca. 18 Uhr ist er eigentlich schon wieder müde und legt sich dann auf seine Couchecke. Munter wird er nochmal gegen 24 Uhr, da will er noch was Kauen oder mit der Katze spielen, aber alles sehr ruhig und danach ist wieder Nachtruhe. Trotzdem habe ich den Eindruck, er möchte, dass ich mich mehr mit ihm beschäftige. Oder ist das wieder meine menschliche Sichtweise?

    Zitat


    Da er aber noch so jung ist, neigt er dazu, voll aufzudrehen, das machen Hunde in dem Alter einfach.
    Sie reagieren auf "wilde" Kinder, der Hund wird animiert.
    Meine Hunde sind 8 1/2 und 9 Jahre alt, wenn ich renne und wild aufdrehe, machen sie einfach mit.
    Da ich erwachsen bin, kann ich ein Abbruchkommando anwenden und die Hundis stoppen.

    Du sagst, der Hund muss lernen, dass er darauf nicht so reagieren darf.
    Das funkioniert nicht per Knopfdruck und verschwindet nicht von alleine, da es normales Hundeverhalten ist (mitspielen).


    Das ist mir wirklich klar und ich weiß, dass das alles nur in kleinen Schritten und manchmal mit zwei Schritten zurück passieren wird. Aber das heute hat mich einfach sehr nachdenklich gestimmt.

    Zitat


    An der Beißhemmung müsst ihr intensiver und konsequenter arbeiten.
    Dazu hatte ich dir im Januar einen Link geschickt.


    Danach sind wir vorgegangen, aber ich sehe jetzt, dass es einfach nicht konsequent genug war. Also, Kommando zurück und nochmal von vorne, in Absprache mit allen Beteiligten.

    Zitat

    Die Beißhemmung haben wir so geübt: zum einen das "Nein" mit dem Leckerli in geschlossener Hand, dann auf dem Knie, dann auf dem Boden. Er rührt es nicht mehr an, sobald ich "Nein" sage. "Nein" in anderen Situationen klappt, wenn er etwas von der Straße liegenlassen soll, wenn er irgendwo nicht hingehen soll etc., nicht aber beim Beißen, da ist er wie im Wahn. Wenn ich ihn dann wegnehme geht er selber auf seinen Platz. Er weiß es also irgendwie.

    Zitat

    Das ist in etwa die Konditionierung des Wortes "Nein".
    Wenn er sowieso schon schnappt, ist das Kommano überflüssig, da zu spät.
    Seid ihr nicht wie im Link von Januar vorgegangen?


    Ja, da hast Du Recht, so habe ich das bisher nicht gesehen. Mein Fehler, Danke für's Draufstoßen!

    Zitat

    Und heute hat er mich zu guter Letzt auch noch gebissen und nach mir geschnappt. Ich bin nicht ausgewichen, sondern habe einen Schritt auf ihn zugemacht, ihm Platz genommen, da hat er dann aufgehört.

    Zitat

    Was ging denn da ab?
    Erzähle mal bitte genauer, wie es dazu kam.


    Ich habe ihn von den Kindern weg nach draußen gebracht, er hat dabei fröhlich weiter gezwickt. Ich bin vor ihm stehengeblieben und habe ganz bestimmt "Aus" gesagt. Normalerweise hört er dann auf und beruhigt sich (aber eben nur, wenn ich es bin, die er zwickt, bei anderen ist das alles sinnlos, wie bereits gesagt.), aber da ist er immer dreister geworden.

    Zitat


    Du hast oben schon irgendwo im Zusammenhang "Besuch" geschrieben: "habe ihm Platz genommen"...
    Bedeutet es, dass du ihn in solchen "Aufdrehphasen" Platz machen lässt?
    Damit ist so ein junger Hund überfodert und lernt eigentlich nichts daraus, zumindest bringt er es nicht mit seinem vorherigen Verhalten in Verbindung.


    Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Ich habe ihn nicht Platz machen lassen sondern habe mich nicht von ihm wegbewegt, sondern auf ihn zu. Ich habe ihm keinen Raum zum Springen und Beißen gelassen.

    [/quote]
    Nach wie vor:
    Hole dir nun wirklich Hilfe.
    Im Alleingang wird das nichts.
    Du musst lernen, deinen Hund zu verstehen und entsprechend mit ihm zu kommunizieren und den in den Situationen richtig zu handeln.
    Irgendwie läuft das nicht ganz gerade.
    Dein Hund weiß nicht, was er machen soll.
    "Platz" machen ist keine Alternative.
    Mit fünf Monaten sind Hunde nun mal so, sie drehen auf, wenn seine Menschen aufdrehen.
    In dem Alter (und noch länger) ist viel Spieltrieb und Energie vorhanden, auch wenn du es nicht annimmst, aber im Grunde überfordert dich das.
    Unsere Hunde zogen ein, als unser Kind 4 1/2 Jahre alt war.
    Hier ging auch teilweise "die Post" ab.
    Macken, Bisse, Schrammen... Tränen.
    Da müssen alle Familienmitglieder durch.
    Meiner Tochter habe ich dann einfach gesagt: "Selber schuld, solange du den Hund/die Hunde so aufdrehst, bekommst du ein paar Schrammen und Zähne ab.
    Eingespielt hat sich mit der Zeit alles.
    Meinem Kind gegenüber habe ich etwa 3 Jahre lang, 5 x tgl. sagen müssen: "Lass diese oder jenes besser sein."
    Ständige Wiederholungen, ja, auch mir hingen sie irgendwann aus dem Hals heraus, aber was nutzt es?
    Kinder vergessen, sind unbedacht.
    Hunde aber auch, gerade in der Junghundphase.
    Du verlangst zu viel und ein Patentrezept gibt es nicht.[/quote]
    Oh ja, ich höre mich selber, wenn ich das lese. Aber ich sehe es eben auch so, dass ich es immer wieder erklären muss, ermahnen muss, ihm zeigen muss, was er besser machen kann. Er vergisst es halt immer wieder vor lauter lustig.
    Nein, ein Patentrezept gibt es wirklich nicht, und ich erwarte das auch nicht, aber das heutige Szenario war einfach so außerhalb der Norm, deshalb mein Posting.

    Zitat


    Und dieses Pinkeln, wenn er ansonsten wirklich stubenrein ist, stimmt mich nachdenklich.
    Es deutet auf großen Stress hin.
    Spontanpinklen kann auch Angst bedeuten.
    Es ist ein wichtiges Beschwichtigungssignal.


    Ja, genau, deshalb bin ich ja beunruhigt. Ich würde ihm gerne helfen, diese Nervosität abzulegen, die Angst. Wahrscheinlich kann das wirklich nur mit Hilfe eines Trainers passieren.

    Zitat


    Noch einmal:
    Ein Trainer muss kommen und sehen, was bei euch los ist.


    Ja, ich kümmere mich gleich am Montag darum.

    Heute hat er dann auch gleich noch bei unseren Freunden (die mit seinem Hundefreund) zweimal in die Küche gepinkelt. Das ist noch nie passiert. Wahrscheinlich wirklich alles zuviel heute für ihn.
    Dafür hat es dann zuhause gut geklappt. Als Freund Nr. 1 abgeholt wurde, hat er nur kurz geknurrt, ist aber nicht aufgestanden. Ich war da bei ihm, habe mit ihm gesprochen und in an der Brust gekrault, das mag er sehr. Tu ich sonst ja auch, aber da wirkt es nicht. Diesmal schon. Danach ist er zu allen ins Wohnzimmer, hat mal kurz nachgesehen , wieder raus zu mir in die Küche und sich wieder kraulen lassen. Als dieser Besuch dann gegangen ist, wieder kein Bellen, mit hinaus begleitet, aber überhaupt kein Theater. Die Kinder sind danach nach oben ins Bett, auch da kein Hochspringen und Beißen und Bellen. Ich glaube, der war einfach hundemüde.

    Ich möchte es wirklich schaffen, ihm zu helfen, ein glücklicher und ausgeglichener Hund zu werden, ohne Angst. Es hilft mir schon sehr, hier fragen zu dürfen. Habe die letzten Stunden wieder viel gelesen, und so langsam fügt sich wieder ein Puzzlestück zum anderen. Ich sehe durchaus, was ich falsch mache, wo die Haken sein könnten, versuche, aus seiner Sicht die Dinge zu sehen. Hoffentlich haben wir beide Erfolg!

    Danke, Leo,
    krahkrah

  • Hallo Corinna,

    Zitat


    Tja. Das, was Du gern hättest, hast Du in dem Hund aber nicht. Dafür hast Du Dir die falsche Mischung ausgesucht. Oftmals ist das Misstrauen gegenüber Fremden bei Mischlingen, die aus einem Anteil "Menschenfreundlich" und einem Anteil "Menschenmisstrauisch" bestehen, fast höher ausgeprägt als bei rassereinen, misstrauischen Hunden. Das Problem ist nämlich, dass die dauernd schwanken - einerseits Kontakt haben möchte, dann aber wieder nicht.

    Du wirst Dich damit wohl anfreunden und es akzeptieren müssen - und zeitlebens damit leben müssen, dass man einen solchen Hund nie unbeaufsichtigt im eigenen Haus lassen kann, sobald irgendwo fremde Menschen sind.

    Trainer wäre auf jeden Fall ratsam, damit ihr wenigsten einigermaßen die Kontrolle darüber bekommt.

    Viele Grüße
    Corinna

    ja, diese Mischung. Da wohnen wohl zwei Seelen in seiner Brust, was? Das ist sehr interessant, was Du schreibst, dass sich solche Charaktereigenschaften bei Mischlingen noch verstärken können, das wusste ich nicht.
    Ich finde es auch überhaupt nicht schlimm, dass er bellt, wenn jemand kommt, oder an unserem Haus vorbeigeht. Ich möchte lediglich, dass er nicht mehr zwickt und schnappt, und das muss doch auch mit diesem Mischling zu erreichen sein, oder? Denn wenn er das nicht lernen könnte, dann wird das eine ernste Situation (ist es ja schon, irgendwie).
    Ich habe da mal eine Frage: auch ein misstrauischer Hund wird doch sicherlich irgendwann die Leute erkennen, die regelmäßig ins Haus kommen. Wie lange kann so etwas denn dauern? Ich meine, ich lasse die Kinder sowieso nie allein mit dem Hund, aber es geht mir eher darum, dass er irgendwann weiß "Ja, der ist in Ordnung, das ist okay, dass der jetzt kommt." Wie bringt man ihm so etwas bei?

    Er ist so ein schöner Hund, und so dankbar, wenn man ihm kräftig den Rücken krault, er legt sich dann immer auf den Rücken, lässt die Beine zur Seite plumpsen und will auch am Bauch gekrault und massiert werden. Er würde sich doch nicht so verhalten, hätte er keine Bindung und kein Vertrauen? Er sieht mich ganz sanft an und ich nehme seinen Kopf in beide Hände und streichle ihn ganz zart im Gesicht, an den Ohren..Ich habe den starken Kerl wirklich sehr liebgewonnen und möchte so gerne, dass alle sich wohlfühlen.

    LG,
    krahkrah

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