Blinder/Tauber Hund...

  • Hallo ihr Lieben,
    ich bin hier ganz neu, habe auch noch nicht viel in dem Forum gestöbert...
    Darum sollte es solche Fragen schon geben, nicht böse sein :ops:

    Und zwar geht es um folgendes...Mein Partner und ich möchten demnächst umziehen in eine größere Wohnung.
    Da wir beide mit Hunden aufgewachsen sind, stand bei uns der Entschluss fest, das bei uns früher oder später auch ein felliger Mitbewohner einziehen wird.
    Jetzt haben wir letztens gelesen, das es viele Hunde gibt, die leider aufgrund einer Taubheit bzw Blindheit nicht vermittelt werden, und daher im Tierheim leben müssen. Oftmals sind dort ja sogar schon Welpen aus diesem Grund zu finden, die das Tierheim nicht mehr wieder verlassen werden, was wir sehr schade finden.

    Wir sind nun am überlegen, wenn wir uns einen Hund zulegen, vllt auch nach gerade solchen armen Geschöpfen Ausschau zu halten um ihnen ein schönes Leben zu ermöglichen.
    Zeit ist genug vorhanden, da ich von zu Hause aus arbeite, und mein Partner immer sehr früh daheim wäre.

    Jedoch wollten wir einmal wissen, welche besonderen Bedürfnisse die Hunde haben würden?
    Also bei Tauben Hunden kann ich mir vorstellen, das sie sehr auf ihre Herrchen fixiert sein werden, habe auch schon gehört das sie gerne mit Körperkontakt (sprich auf dem Bett) schlafen, da sie selbst nicht hören können, wenn etwas passiert, womit ich selbst kein Problem habe...
    Jedoch denke ich das solche Hunde viel mehr Bedürfnisse haben, als Hunde ohne Beeinträchtigungen.

    Nun wollte ich einmal wissen, ob jemand von euch evtl schonmal Erfahrungen in dem Bereich gemacht hat, von denen er mir berichten könnte, oder evtl Literatur oder andere Infostellen empfehlen könnte, denn ich möchte mich vorher echt gut informieren, ob ich dem Hund gerecht werden würde, bevor er es bei mir doch nicht so gut hat wie er es benötigt...

    Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen und wünsche ein schönes Restwochenende.

    Liebe Grüße

    Eure Chilly

  • Hallo,

    ...schön, dass ihr einem Handicap-Hund eine Chance geben wollt. :gut:

    Ob blind oder taub, die Hunde selbst stellen keine besonderen Ansprüche
    an ihre Besitzer. Sie versuchen bestmöglich selbst klar zu kommen und
    schaffen dies auch weitgehend.

    Wir Hundehalter hingegen müssen uns darüber im Klaren sein, dass solche
    Tiere in unserer Welt keine Chance haben, ohne unsere Unterstützung.
    Wir müssen die Augen bzw. die Ohren dieser Tiere sein und daher immer
    vorausschauend und aufmerksam aggieren, wenn wir mit ihnen unterwegs
    sind.

    In der heimischen Umgebung bewegen sich Hunde ohne Gehör oder Seh-
    fähigkeit sehr sicher. Oftmals merkt man ihnen ihr Handicap gar nicht an.
    Gerade bei blinden Tieren ist es allerdings wichtig, so wenig wie möglich
    in zuhause zu verändern.
    Man lernt aufzuräumen und nichts rumstehen zu lassen. ;)
    Alltägliche Dinge, wie Staubsauger oder Putzeimer, werden ansonsten zu
    Hindernissen, an denen sich die Tiere stossen und wenn so etwas öfter
    vorkommt, werden sie unsicher.

    Ganz wichtig bei blinden Hunden ist ein Kommando, bei dem sie todsicher
    stehen bleiben, bei tauben Hunden ist das Training auf Sichtkontakt uner-
    lässlich.
    Tastbefehle sind ebenfalls hilfreich.
    Bei beiden Handicaps kann ein Vibrationshalsband gute Dienste leisten.

    Wichtig ist einfach, den Hunden Sicherheit zu geben und das für sie über-
    nehmen, was ihnen fehlt.

    Gelingt dieses, können beide Seiten miteinander zufrieden und glücklich
    sein. Einmal eingespielt, wird trotz der Behinderung Normalität einkehren.

    Unser Dino war elf Jahre lang blind und die letzen seiner 15 1/2 Jahre
    taub. Trotzdem war er Freigänger und ich denke sagen zu können, die
    meiste Zeit sehr zufrieden.
    Es ist nicht immer leicht, aber durchaus machbar.

    liebe Grüsse ... Patrick

  • Das ging ja verdammt schnell mit der Antwort.

    Danke für deinen Bericht.

    Ja die Idee mit dem Handicap-Hund kam meinem Partner eigentlich recht schnell, ich musste mich noch etwas mit dem Gedanken anfreunden, da ich wie gesagt diese "Ängste" hatte.

    Bei uns zu Hause hat alles seinen Platz, ich kann es selbst nicht wirklich leiden, wenn ich nachts mal "raus" muss und über Kabel oder Wäscheboxen o. Ä. stolper.

    Dem Hund würden wir einen Schlafplatz in Bettnähe, oder am Fussende gewähren. Habe zur Zeit hin und wieder 2 Dobis bei mir (eine Omi von 9 Jahren und einen Jungrüden von knapp einem 3/4 Jahr aber nie zusammen xD)
    Sie schläft grundsätzlich im Bett, war so eine Angewohnheit seit sie aus dem Tierheim kam und er findet es auch gemütlicher und kommt uns Nachts dann auch gerne "besuchen" und macht sich dick :)
    Ich denke von daher würde mich das im Bett schlafen auch nicht stören...Der Hund ist ja nicht sooo dreckig nachts, und selbst wenn, man kann ja waschen xD

    Wie sah es mit eurem Dino mit Hundesport aus?
    Haben mit unseren Hunden früher immer Hundeschulen besucht und Sport getrieben, was wir auch gerne mit dem neuen Hund dann machen würden, wenn er bei uns einzieht...

    Ein Vibrationshalsband wäre nciht schlecht...Damit könnte man die wichtigsten Kommandos, wie stehen bleiben sicherlich besser eintrainieren...Muss man beim Kauf eines solchen Halsbandes was wichtiges beachten?

    Wie habt ihr euch auf euren Blindie vorbereitet?Oder wurde das erst nach dem Einzug festgestellt?

    Liebe Grüße
    Chilly

  • Zitat


    Wie sah es mit eurem Dino mit Hundesport aus?
    Haben mit unseren Hunden früher immer Hundeschulen besucht und Sport getrieben, was wir auch gerne mit dem neuen Hund dann machen würden, wenn er bei uns einzieht...

    Ein Vibrationshalsband wäre nciht schlecht...Damit könnte man die wichtigsten Kommandos, wie stehen bleiben sicherlich besser eintrainieren...Muss man beim Kauf eines solchen Halsbandes was wichtiges beachten?

    Wie habt ihr euch auf euren Blindie vorbereitet?Oder wurde das erst nach dem Einzug festgestellt?

    Hallo,

    ...Hundeschule haben wir auch gemacht, allerdings recht erfolglos. :roll:
    Dino war ein knurriger Sturkopf, etwas zu erzwingen war fast unmöglich.
    Gehorcht hat er allerdings recht gut.
    Hundesport war nicht möglich, er litt an HD und hatte schon als junger
    Hund schwere Arthrose.
    Zu der Zeit hat er allerdings noch gesehen.
    Seine Erblindung kam schleichend und war zwischen dem vierten und
    fünften Lebensjahr dann vollständig. Wir mussten uns also nicht speziell
    auf einen Handicap-Hund vorbereiten, die Umstellung ging fliessend.

    Gemerkt haben wir es erst im Urlaub (fremde Umgebung), als er immer
    wieder gegen Möbel und Gegenstände lief.
    Sicher, dass etwas nicht stimmen kann waren wir, als er in den Dünen in
    vollem Galopp in einen Maschendrahtzaun rannte. Zuhause in einer
    spezialisierten TK, hat sich der Verdacht dann bestätigt.

    Im Prinzip dürfte aber -bei gegebener Anlage beim Hund- dem Hundesport
    nichts im Wege stehen. Im Rahmen des Möglichen natürlich.

    Bei dem Umgang mit dem Vibrationshalsband würde ich versuchen,
    einzelne Befehle klar auszutrainieren, bevor ich zum nächsten übergehe
    und die Befehle auch klar abgrenzen, damit sich keine Fehlverknüpfungen
    beim Hund einschleichen.
    Mit den Bändern selbst habe ich allerdings keine Erfahrung.
    Hätte ich sie damals schon gekannt, hätte ich sei bei Dino aber verwendet.
    Hätte ihm so manche Beule erspart.

    liebe Grüsse ... Patrick

  • Hallo,
    schön, dass Ihr Euch für einen Handicap-Hund interessiert und besonders toll finde ich es, dass Ihr Euch im Vorfeld gut informiert.

    Auch, wenn es doof ist, zu einem anderen Forum zu verlinken, möchte ich Euch das Behinderte-Hunde-Forum ans Herz legen - dort gibt es zu allen möglichen Handicaps beim Hund Unterrubriken - mit Tipps, Erfahrungsberichten, Vorstellung von Hilfsmitteln etc., reinschauen lohnt sich:
    http://www.behinderte-hunde-forum.de/index.php

    Und da Alfonso, der blinde Podenco schon fast eine Berühmtheit ist und sein Mensch hilfsbereiter Ansprechpartner für Fragen im Umgang mit blinden Hunden ist, auch seine Seite:
    http://www.hundeblueten.de/index.php?page…=1&i=1598031176

    LG, Chris

  • Danke schonmal für die vielen Infoseiten...
    Da werde ich mich mal fix durchlesen...
    Ja ich finde halt das auch ein Hund mit Handicap ein ordentliches und liebevolles Zuhause verdient...

    Ich danke euch vielmals...

    *jetzt erstmal alles durchlesen* :)

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