• Hallo,

    ich habe ein großes Problem mit meinem Hund und hoffe das ich hier einige Ratschläge bekommen kann.

    Unser Hund ist vor 2 Jahren zu uns gekommen (Er ist jetzt ca. 4 Jahre alt). Seine Vorbesitzer hatten ihn aus dem Tierheim. Da er dort so gut wie gar nicht erzogen wurde, hat er sehr schnell die Führungsrolle übernommen und die damaligen Besitzer hatten keine Chance mehr gegen ihn. Er war sehr aggressiv und hat auch schon mal gebissen. Der Hund war völlig überfordert und nervlich ziemlich am Ende als wir ihn bekamen. Wir sind dann mit ihm auch sofort in eine Hundeschule gegangen und haben dort an den Problemenn gearbeitet. Es hat auch gut geklappt und unser Beni hat sich gut bei uns eingelebt. Er hört sehr gut und ist auch abrufbar in jeder Situation.
    Zumindest war er das bis vor ca. 3-4 Monaten. Er hat damit angefangen meine Kinder anzuknurren und langsam wollte er auch keine Kommandos mehr ausführen. Ich weiß einfach nicht was wir falsch gemacht haben. Vielleicht hängt es damit zusammen, das ich wieder mehr gearbeitet habe. Unser Hundi war dann in der Zeit immer bei meinen Schwiegereltern. Die beiden wohnen mit bei uns im Haus und kennen Beni auch sehr gut. Wichtig ist vielleicht auch das er von Anfang an eine starke Beziehung zu mir hat.
    Mittlerweile trägt unser Hund wieder einen Maulkorb (wie zu Anfang, als er bei uns war). Durch tägliches Training hört er auch wieder, aber er knurrt nach wie vor meine Kinder an und auch Besuch wird angebellt und angeknurrt. Selbst wenn ich ihn auf seinen Platz lege hört er nicht auf zu brummeln. Ich habe mich auch schon wieder in der Hundeschule angemeldet, aber vielleicht kann mir ja jemand noch ein paar Tipps geben, wie ich mit der jetzigen Situation umgehen kann. Der Kurs fängt erst im November an und bis dahin ist es ja noch ein Weilchen hin.
    Ach ja, Beni ist ein roter Cocker Spaniel. Er ist sehr dickköpfig und nicht leicht zu händeln (ich bezeichne ihn allerdings lieber als Charakterstark).
    Ich würde mich freuen, wenn jemand etwas enteckt, was mir möglicher WEise entgangen sein könnte, man sieht ja selbst oft den Wald vor lauter Bäumen nicht.

  • Wenn Besuch kommt, würde ich ihn auf seinem Platz liegen lassen. Er darf da ruhig brummeln, solange er liegen bleibt.
    Wenn er sich eine Zeit ruhig verhalten hat, kannst du ihn - wenn du das willst - heranrufen, so dass er den Besuch in Ruhe aus der Nähe ansehen kann.
    Aber er kann auch die ganze Zeit in seinem Korb bleiben, schadet ihm auch nicht ;)
    Auch deine Schwiegereltern sollten das beherzigen.

    Wie alt sind die Kinder und in welchen Situationen knurrt er?
    Bei den Kindern: Klingt für mich nach Stress. Dass ihn die Kinder stressen und er sie deshalb "auf Anstand knurrt" bzw er ihr Rumlaufen abmahnen will.
    Ich würde ihn aus der Situation rausnehmen und den Kindern auch sagen, dass sie den Hund ignorieren sollen.
    Hat der Hund seinen Platz (Korb) als absoluten Ruhepol? Wenn er dort liegt, sollte er von keinem Kind berührt oder angesprochen werden.

    Für mich klingt es danach, dass der Hund viel selber regelt/regeln will - auch Situationen, die ihn eigentlich nichts angehen.
    Kann er sein, dass der Hund vielleicht etwas verwöhnt wird von deinen Schwiegereltern und ihm dadurch klare Regeln, Struktur und Grenzen fehlen?

  • Hallo,

    ich versuche mal der Reihe nach zu antworten:

    Also, wenn Besuch kommt lege ich ihn immer auf seinen Platz, schon wenn es an der Tür klingelt. Er bleibt auch da liegen und beruhigt sich nach kurzer Zeit auch. Aber wehe der Besuch steht auf ... Dann geht sofort das geknurre wieder los. Er bleibt aber immer auf seinem Platz und steht nur auf wenn ich es ihm erlaube. Er mag aber auch nicht von Leuten angefasst werden, die nicht direkt zur Familie gehören. Wir haben das auch immer repektiert und unser Besuch weiss da auch bescheid.

    Bei meinen Kinder ist das komisch. Am Anfang als wir aus der Hundeschule kamen, konnten die beiden (sie sind 4 und 12 Jahre alt) den Hund streicheln und mit ihm spielen, war alles kein Problem. Er hatte richtig Spaß dabei. Jetzt ist es so, das er sobald eines der Kinder auch nur in das gleiche Zimmer kommt, knurrt und manchmal auch kurz bellt. Wenn ich dann um die Ecke gucke und er das bemerkt, hört er auf und zieht sich auf seinen Platz zurück. Die Kinder wissen auch, dass sie ihn dort in Ruhe lassen müssen und halten sich daran. Wir hatten vorher schon Hunde und sie kennen das bereits.
    Unser Beni ist wohl auch Rassebelastet, wie es der Tierarzt nennt. Er hat ziemliche Flatternerven. Bisher hat er aber immer wenn es stressig wurde einfach das Weite gesucht, also sich auf seinen Platz zurückgezogen und alles war gut.
    Wie gesagt, es fing ziemlich plötzlich an umzuschwenken und ich schätze ds irgendetwas passiert sein muss, was ich einfach nicht mitbekommen habe.
    Meine Schwiegereltern verwöhnen den Süßen ziemlich arg. Er bekommt ständig leckerchen und darf auch sonst so ziemlich alles. Ich habe auch schon ein paar mal mit den beiden gesprochen. Aber ich sehe das ja nicht wenn ich nicht da bin. :headbash: Macht das denn schon soviel aus. Ich meine sein Zuhause ist ja bei uns und wir sind konsequent in seiner Erziehung. Das ist bei ihm auch notwendig. Ich weiss ja, das er gerne Fehler ausnutzt.
    Kann es sein, das er glaubt das er wenn er bei meinen Schwiegereltern alles darf das auch bei uns versucht durchzusetzen??
    Aber wie passt das mit den Kinder ins Bild. Ich bin ehrlich gesagt etwas verwirrt. Dieser Hund ist mal eine echte herausforderung.

  • Zitat

    Kann es sein, das er glaubt das er wenn er bei meinen Schwiegereltern alles darf das auch bei uns versucht durchzusetzen??
    Aber wie passt das mit den Kinder ins Bild. Ich bin ehrlich gesagt etwas verwirrt. Dieser Hund ist mal eine echte herausforderung.

    Ja - Dein Hund glaubt daher wichtiger zu sein als er sein sollte.
    Außerdem ist er jetzt so richtig erwachsen - während die Kiinder sich in der gleichen Zeit (natürlich) nicht so schnell weiter entwickelt haben - daher versucht er diese zu erziehen.

    Sicherheitshalber würde ich aber zunächst eine gründliche medizinische Untersuchung machen lassen, besonders die Schilddrüse - denn Veränderungen daran wirken sich oft auf das Verhalten aus. Aber vorsichtig - leider haben sich noch nicht alle Tierärzte gründlich mit dieser Thematik befasst, dann werden nicht alle notwendigen Werte untersucht und die vorliegenden auch falsch interpretiert (verharmlost).

    Eine Herrausforderung ist eigentlich jeder Hund - und jeder auf eine andere eigene Art. :D

  • Hallo susami,

    danke für deine Antwort.
    Beim Tierarzt haben wir ihn schon untersuchen lassen. Seine Schilddrüse ist in Ordnung. Er hat allerdings eine beginnende Arthrose und einen zu hohen Blutdruck. Der Tierarzt ist sehr gut und hat die SChildrüsenuntersuchung vorgeschlagen als wir das letzte mal dort waren.

    Was die Kinder betrifft, wie meinst du das mit dem Erziehen? Sollte ich die Kinder vielleicht in das Training mit einbinden (der große könnte ja schon mit ihm arbeiten) um dem Hund zu zeigen, das es nicht seine Aufgabe ist die Kinder zu erziehen sondern eher umgekehrt?

    Bei seinem Verhalten fällt mir auch auf, das er sich ängstlich abduckt, wenn die Kinder in die Nähe kommen, wie bewerte ich das?
    Ich habe mit meinem älteren Sohn (12) schon darüber gesprochen, ob er Beni vielleicht mal versehentlich wehgetan hat. Aber er sagt nein und ich glaube ihm das auch. Mein kleiner Sohn (4 ) ignoriert unseren Hund größtenteils, schon von Anfang an. Manchmal streichelt er ihn im Vorbeigehen, aber mehr nicht. Vielleicht fällt mir ja noch was ein. Ich schreibe es dann immer mal dazu in der Hoffnung das sich das Puzzel zusammenfügt.Wir haben unseren "Dummhund" wirklich gerne und möchten nicht das er durch menschlichen Versagen zu einem Problem wird, das wir nicht mehr verantworten können.

  • Zitat

    Was die Kinder betrifft, wie meinst du das mit dem Erziehen? Sollte ich die Kinder vielleicht in das Training mit einbinden (der große könnte ja schon mit ihm arbeiten) um dem Hund zu zeigen, das es nicht seine Aufgabe ist die Kinder zu erziehen sondern eher umgekehrt?

    Hi,

    nein - ich denke die Kinder sind beide noch zu klein um den Hund notfalls in die Schranken weisen zu können, das würde sich ein vierjähriger Hund möglicherweise nicht gefallen lassen.
    Dieses Grenzen setzen (in die Schranken weisen) ist aber ein wichtiger Bestandteil der Erziehung.
    Du kannst aber dennoch beide Kinder ins Training einbinden, jedoch IMMER unter Deiner Aufsicht und immer so das DU die Kommandos gibts (und notfalls durchsetzt).
    (die Kids könnten sich z.B. verstecken und Hund darf suchen, dafür gibts dann bei Erfolg ein Leckerlie (falls er gierig schnappt sollten die Kids das Leckerlie auf den Boden werfen))

    Zitat

    Bei seinem Verhalten fällt mir auch auf, das er sich ängstlich abduckt, wenn die Kinder in die Nähe kommen, wie bewerte ich das?
    Mein kleiner Sohn (4 ) ignoriert unseren Hund größtenteils, schon von Anfang an. Manchmal streichelt er ihn im Vorbeigehen, aber mehr nicht.

    Hm ... ist Dein Hund auch sonst ehr ein ängstlicher unsicherer Typ?
    Vielleicht sind die doch oft schnelleren, lauteren Kinderbewegungen "zu viel" für ihn?
    Kann er richtig sehen?
    Kann er richtig höhren?

    Dieses mal eben im Vorbeigehen streicheln ist keine gute Idee - macht lieber gemeinsam eine Kuschelstunde auf dem Sofa wo auch der Kleine mit kraulen und schmusen darf.

  • Hey Susa,

    ich habe meinen großen Sohn schon öfter mit auf gemeinsame Spaziergänge genommen. Er kann Beni ohne Probleme zurückrufen, er kommt auch sofort und freut sich richtig. Auch auf die Kommandos Sitz und "Aus" (beim Spielen mit dem Ball) gibt es bei meinem Sohn keine Probleme. Nur zuhause führt er sich dann wieder auf als hätte man ihn getreten.

    Die Idee mit der Kuschelstunde finde ich richtig gut. Das werde ich auf jeden Fall mal probieren und dann berichten.

    Mir ist da noch was eingefallen. Als wir neulich auf unserer Runde waren haben wir eine Gruppe von geistig behinderten Erwachsenen getroffen (Wir haben en Heim in unserer Nähe). Es waren auch Betreuer dabei. Beni hat sich von den Behindertern Menschen streicheln und knuddeln lassen ohne einen Mucks von sich zu geben. Die Betreuer fanden das Super und ich habe auch nicht schlecht gestaunt. Als einer der Betreuer ihn dann auch streicheln wollte hat er aber wieder geknurrt.
    Komisch war das schon. Wir treffen uns auch oft mit einer Gruppe HH und gehen dann mit ca. 5 Hunden (mal mehr mal weniger) zusammen auf Tour. Beni versteht sich mit fast allen Hunden gut. Auch mit den Menschen geht alles gut. Nur anfassen darf ihn keiner. Dann wird wieder geknurrt. MIttlerweile wissen das unsere "Mitläufer" :hust: aber auch und lassen ihn einfach links liegen. Ab und zu bekommt er mal ein Leckerchen von jemandem . Das findet er natürlich Klasse.
    Ich habe auch schon überlegt, das er früher vieleicht mal mishandelt wurde und deshalb berührungen nur von wenigen Menschen mag denen der vertraut. Wäre das Möglich?

    Ich weißmdas er als Welpe in dem Tierheim einfach über den Zaun geworfen wurde. Danach war er auch schon mal bei jemandem, aber wir wissen nicht wie er da behandelt wurde. Wir sind also schon die 3. Besitzer
    Danke erstmal für Deine Zeit und Ratschläge.....
    Viele Grüße
    Andrea

  • Oh habe ich vergessen: Beni ist von der Körpersprache eher unsicher aber nicht ängstlich. Er orientiert sich sehr an mir, wen ihm eine Situation nicht geheuer ist und wartet auf meine Reaktion. Wenn ich ruhig bleibe ist er auch sofort beruhigt.

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