• Hallo,ich habe seit ca. 3 Monaten einen Schäferhund Rüden.Ich hab ihn aus einer Pflegestelle übernommen.Sein Name ist Rex.Er wurde schon 2 Mal vermittelt und wieder zurück gebracht.Er ist jetzt ca 1 1/2 Jahre alt.
    Nun hab ich folgende Probleme und ich verzweifel langsam.
    Er ist ziemlich stark auf mich fixiert.Ich weiß das Schäferhunde vom Wesen so sind,aber er kann mich keine 2 Minuten aus den Augen lassen.Ich konnte ihn am Amfang keine 2 Minuten alleine lassen ohne das er gejault,unter sich gemacht hat,oder was zerstört hat.Nun hab ich es hinbekommen das er schon mal 2-3 Stunden alleine bleibt ohne zu bellen und zu jaulen.Ich habs langsam aufgebaut.Ihn immer wieder 5 Minuten allein gelassen und es gesteigert.Trotzdem macht er mir häufig noch Sachen kaputt und pinkelt mir ins Schlafzimmer.
    Dann ist er ungeheuer aufmerksam..sobald jemand neues in eine Situation kommt bellt er die Person an.Manchmal steh ich mit ihm an der Bushaltestelle und er bellt Menschen an.Oder wenn jemand zu lange vor ihm steht oder ihn anspricht.Das ist doch nicht normal?!Und total schlimm ist es mit andere Hunden.Wenn er an der Leine ist,wirft er sich total rein bellt und zieht.Ich hab keine Chance ihn mit Leckerchen abzulenken.Wenn er von der Leine ab ist,verträgt er sich mit jedem Hund,solange die anderen Hunde es zulassen.Er hört super!Ich kann ihn aus der Spielsituation raus rufen und die Grundkommandos führt er ohne Probleme aus.Nur ist mir jedes Mal unwohl,wenn ich irgendwo in der Stadt stehe und Menschen an mir zu nah vorbei gehen,weil ich Angst hab das er jeden Moment wieder bellt.Das macht er auch ab und zu mit Bekannten Leuten.Sobald sie die Hand hinhalten beruhigt er sich.Was kann ich tun??Er ist ungeheuer wachsam und hat ein ausgeprägten Beschützerinstinkt.Ich hatte vorher schon eine Schäferhündin,aber die saß nicht wie ein Bodyguard vor mir.Er sucht immer den Körperkontakt zu mir.Ich lass ihn auch nicht auf die Couch oder ins Bett,sonst würde er gar nicht mehr von mir abrücken.
    Wenn ich in die Stadt geh ist er super nervös.Man merkt ihm den Stress richtig an.Er läuft kreuz und quer und ,,bei Fuß" ist zwecklos.
    Hat jemand Tips für mich?

  • schau mal hier:
    HILFE!

  • Hallo Jeanne,

    ich glaube, man kann die von dir beschriebene Situation durch zwei "einfache" Dinge entschärfen: Ruhe und Sicherheit.

    Der Hund ist noch nicht lange bei dir und Du hast offenbar schon so einiges mit ihm geübt und versucht das Verhältnis zwischen euch aufzubauen. Das ist schön. Nun solltest Du ihm meiner Meinung nach ein etwas ruhigeres Umfeld bieten in dem er etwas "runter kommen" kann und in dem er vor allem Sicherheit gewinnt. Wenn Du mit einer ständigen Unsicherheit rumrennst, dass dein Hund bellen könnte, ist dieser allein deswegen schon unruhig, d.h. Du schaffst diese Situation zumindest mit. Die Unruhe und Unsicherheit überträgst Du mit auf deinen Hund.

    Versuch deinen Hund doch einfach mal aus diesen Stress-Situationen rauszunehmen, ihn runter kommen zu lassen und ihn dann Stück für Stück wieder "in den Alltag" zu integrieren. Es wird natürlich nicht einfach sein und bei manchen Dingen muss er einfach durch, aber wenn Du den Fokus darauf legst, wird das schon werden.

    Ausserdem braucht es seine Zeit, 3 Monate sind nicht so sehr lange für einen Hund, der schon 2 mal vermittelt wurde. Gib ihm etwas mehr Zeit.

    Zur Praxis:

    - Möglichst ruhige Gassi-Gebiete: Spiel und übe dort mit ihm, festige eure Bindung. Das er dir immer nachrennt ist nicht unbedingt "Ich lieb dich so sehr" sondern eher "Bitte lauf Du nicht auch noch weg". Schaff vertrauen, lern' deinen Hund besser kennen und erkenne, wie er tickt - Im Alltag ist das oft schwer.

    - Innenstadt erst einmal meiden, wenn möglich: Die Innenstadt ist DER HORRORSTRESS für einen Hund. Ich habe meinen Hund Schritt für Schritt an die Innenstadt gewöhnt und das über einen Zeitraum von einem Jahr und wenn ich länger unterwegs bin, nehme ich ihn trotzdem nicht mit.

    - Manage Stress-Situationen: Wird dein Hund angesprochen, nimm ihn zu dir/hinter dich und sage der Person, dass dein Hund das nicht mag. Bellt er, sagst Du einfach nur kurz "ksch" und machst aus der Situation kein Drama. Reagiere ruhig, vermittle deinem Hund das Gefühl, dass Du dich der Situation annimmst und das für euch beide regelst. Geh mit deinem Hund ruhig aus der Situation heraus und setze ihm dieser nicht länger als nötig aus. Regle es, wie wenn Du es für dein Kind regeln würdest.

    - Übe Leinenführigkeit: Es gibt hier im Forum einige Beiträge zur Leinenführigkeit. Ein Hund an der Leine zu haben ist vergleichbar damit ein Kind an der Hand zu nehmen. Der primäre Gedanke den dein Hund dabei haben sollte ist nicht "Ich bin angebunden" sondern "Ich werde beschützt".

    - Sozialisierung: Lasse deinen Hund kontrolliert mit anderen Hunden spielen, soziale Kontakte sind enorm wichtig. Wähle aber keinen Ort, an dem hunderttausend Hunde sind. Vermeide erst einmal Stress und sorge für eure eigene Bindung.

    Ich hoffe, das hilft dir erst einmal.

    Liebe Grüße

    storyboard

  • ja: ganz ruhig bleiben. nicht aufregen.
    vielleicht passt er so auf weil er nicht weiß wie lang er bie dir nun wieder sein darf?
    eine entspannte Bindung von langer Dauer kennt er ja noch nicht. das dauert bis ihr beide Vertrauen ineinander fassen könnt, euch aufeinander verlassen könnt.
    und dann muss er noch ausprobieren, wie weit er bei dir gehen kann...
    was du von ihm willst u erwartest, lernt er erst im Lauf der Zeit. das dauert Jahre, u er ist noch jung. du auch.
    u ganz schön stark, oder?
    wenn du entspannt bist u dich mit ihm wohl fühlst, geht es ihm auch gut.
    also nicht überfordern u euch an schwierige Situationen langsam annähern, nicht zu viel auf einmal verlangen.
    im einzelnen findest du darüber hier u da im Forum genug Informationen!

  • Der ausgeprägte Beschützerinstinkt ist typisch für Schäfis. Da kann und muss man dran arbeiten.

    Es geht darum, das an sich erwünschte Verhalten in vernünftige Bahnen zu leiten. Denn was der Hund nur sehr schlecht kann, ist das Deuten der Situation. Zwei Beispiele:

    Der 2-jährige Till war der dicke Freund meines Rüden (Schäferhund) (umgekehrt genauso). Nun war Till bei uns als sein Vater ihn zum Abendbrot holen wollte. Till wollte aber nicht weg. Papa schnappt sich Till, klemmt ihn unter seinen Arm und Till fängt natürlich an zu weinen. Alarm und mein Rüde wollte Till verteidigen.

    Revierfest des Polizeireviers meiner Frau. Ich hole sie ab, habe die Hunde dabei und wir gesellen uns dazu. Es wird getanzt, ein Abklatschen mit dem Tanzpartner und mein Rüde sieht wieder eine Alarmsituation.

    Aus seiner Sicht gab es in beiden Fällen gute Gründe, um eingreifen zu wollen. Völlig ok, nur objektiv bestand kein Grund zum Eingreifen. Das kann ein Hund aber nicht erkennen. Er unterliegt einem verständlichen Irrtum. Hier ist der Hundehalter gefragt, der korrigierend eingreifen muss, aber auch erzieherisch den Eiertanz auf die Reihe bringen muss, dass der Hund nur dann eingreifen darf, wenn er den Auftrag dazu hat oder wenn wirklich eine akute Gefahr für Leib und Leben besteht. Exakt so, einschließlich der Eigeninitiative im Falle des Befehlsnotstandes, wird das von Polizeihunden erwartet!

    Es ist ein Eiertanz! Aber das, was dein Hund macht, auch typisch Schäfi, nämlich durch Bellen Neugierige zu warnen, ist m.E. nicht schlecht. Wenn er gut ist, dann beißt er auch nicht ernsthaft mit aller Kraft sondern setzt nur die Mittel bzw. soviel Kraft ein, wie nötig ist, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

    Warnen (bellen), scharf warnen (knurren), korrigierend eingreifen (wegdrängen, z.B. am Arm fassen und wegführen oder an Ort und Stelle festhalten) und unmittelbarer Zwang (Biss) sind die Mittel, die dem Hund zur Verfügung stehen und die er auch, sofern er vernünftig handelt, abgestuft einsetzt.

    Wie gesagt, arbeite daran und siehe zu, dass du seinen Schutztrieb in geordnete Bahnen gelenkt bekommst. Konkret: Mache ihm klar, dass die meisten, die allermeisten Situationen völlig normal sind und ihn die auch gar nicht interessieren müssen. "Nein, interessiert nicht, ruhig!"

  • DSH Bauer:

    Ohne deine zweifelsohne vorhandene Kompetenz in Sachen DSH anzweifeln zu wollen, denke ich, dass deine Hinweise hier nicht ganz der Problematik entsprechen. Es mag mir entgangen sein, aber die TS ist meiner Meinung nach keine erfahrene Hundehalterin und bei dem Hund handelt es sich nicht um einen Polizeihund. Ich halte es für wichtiger, dem Hund Vertrauen beizubringen und ihn überhaupt kontrollierbar zu machen.

    Abstufung von Schutztrieb und den Fähigkeiten eines Schäferhundes gehören in die Hände eines erfahrenen Hundeführers, der einen Arbeitshund für den Schutzdienst ausbildet. Sie gehören aber, meiner bescheidenen Meinung nach, mitnichten auf die Straße.

  • Danke schon mal für die Tips.Ich weiß nur leider nicht wie ich ihm das beibringen soll,dass alles ,,normal" und ungefährlich ist.iIch bin davon ausgegangen je öfter ich mit ihm diese Stresssituationen übe/durchgehe,desto normaler wird es für ihn.Auf einer Internetseite habe ich was von Calming Signals gelesen(beschwichtigungssignale) das gähnen zB in diesen Stresssituationen Hunde entspannen könnte.Was haltet ihr davon??Ich denke auch das er nicht begreift das er jetzt bleiben darf und nicht wieder abgeschoben wird.Ich überlege mir ob ich in einen Schäferhund Verein eintreten soll und mit ihm üben sollte.Aber ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit einem Verein gemacht.
    Lieber eine gemsichte Hundeschule?
    Es ist schon ziemlich schwierig,wenn man die Sozialisierung von Anfang man nicht mit machen konnte :(

  • XD nein bin ich nicht
    Ich denke ich hab verstanden was gemeint war..Man muss dem Hund einfach begreiflich machen,wann es angebracht ist zu ,,beschützen"

    Ich hab vorher auch eine Schäferhündin gehabt.War 3 Jahre lang im Schäferhund Verein.Aber wie gesagt nur schlechte Erfahrungen mit den Trainern gemacht!
    Also so ganz unerfahren bin ich nicht ;)Aber muss auch noch sicherlich viiiiiel lernen.

    Liebe Grüße

  • Das muss sie auch nicht so umsetzen, aber um zu verstehen, wie ein Schäferhund tickt, hielt ich die Erläuterung für wissenswert.

    Klar, wenn ich einen angenehmen Familienhund haben will, dann ist der Erntscheidungsspielraum, den ich ihm gebe, geringer als bei einem Arbeitshund.

    Aber auch beim "arbeitslosen" Familienhund sollte man wissen, wie er tickt. Denn das ist doch wohl klar, so ganz gegen die Natur des Hundes, den ich habe, kann ich ihn nicht erziehen. Ich kann das, was in ihm steckt, nur in die von mir erwünschten Bahnen lenken.

    Aber auch zur Beantwortung der Frage, ob der konkrete Hund "mein Hund" ist, sollte ich wissen wie er tickt.

    Stimme dir aber zu, im konkreten Fall sind "Interessiert nicht" und "Ruhig" die Mittel der Wahl.

    Eigentlich bin ich kein Freund von VPG / SchH. Einfach weil ich meine, dass es nicht sein muss, dass ich einem Hund das zeigen muss, was ein Hund wissen sollte, was ein normaler Hund mit der Muttermilch aufgenommen haben sollte. Aber in diesem Falle lag mir das schon auf der Zunge zu VPG zu raten.

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