Während "damischer Phase" werden wir angesprungen

  • So, nun zu meinem ersten Beitrag hier.

    Es geht um Barney, einen 6 Monate alten Mischling (Riesenschnauzer und Magyar Vizsla). Eigentlich ist er ein sehr braver Kerl und folgt seinem Alter entsprechend auch sehr gut. Spielen und rumalbern ist bei ihm noch an der obersten Stelle seiner Prioritätenliste. Er wohnt bei meinen Eltern, hat aber mich als Rudelchef auserkoren. Wir sehen uns eigentlich täglich für 1-2 Stunden und am Wochenende rund um die Uhr (da ist er quasi Wochenendgast)
    Ein Verhaltensmuster macht mir jedoch Probleme. Und zwar beim Gassigehen. Barney darf schon ohne Leine rumlaufen, da er eigentlich beim Abrufen sofort kommt. Während des freien Rumlaufens hat er mitunter seine "damische Phase", sprich er schießt wie von der Tarantel gestochen durch die Gegend. Dieses Verhalten ist lt. unserer Hundetrainerin normal und ich finde es eigentlich auch nicht schlimm. Allerdings ist mir in letzter Zeit aufgefallen, daß Barney während dieser Phase auf uns zuläuft (egal, wer mit ihm Gassi geht) und kurz davor abdreht. Aber ab und zu sprint er auch an einem hoch, was bei vollem Tempo und ~ 30 Kilo Gewicht, schon recht heftig werden kann. Dann kommt es auch vor, daß er von hinten angelaufen kommt und an einem seitlich hochspringt und in den Arm zwickt. Ich würde meinen, daß es sich hierbei um spielerisches Verhalten (eine Art Aufforderung) handelt (er ist ja erst 6 Monate). Aber evtl. ist da doch mehr dahinter?? :hilfe:
    Ich reagiere auf dieses Verhalten, in dem ich ihn "anknurre" und mit tiefer Stimme sofort anspreche. Dann hört er auch wieder mit dem wilden Rumlaufen auf und verhält sich wieder ruhig.

  • Hallo,

    ich sehe da einen aufgedrehten Junghund vor mir, der an euch Übersprungshandlungen ablässt.
    Mit Anknurren und tiefer Stimme wirst du kaum weiterkommen.
    Auch wenn es nicht einfach ist, aber du solltest (auch der Rest) deine Augen immer auf d. Hund haben.
    Kommt er angerast, würde ich ihn blocken, bevor er springt.
    Ihr müsst reaktionsschnell sein.
    Seitlich wegdrehen und ihn ins Leere laufen lassen.
    Die andere Möglichkeit wäre, das Verhalten umzuleiten:
    Da ihr den Junghund nun stets im Auge habt, seht ihr, wenn er auf euch zukommt - konditioniere/festige so den Rückruf und belohne das Verhalten, bevor er springt.
    Alles was sich ein Hund nicht angewöhnt, muss man ihm nicht abgewöhnen.

    Gruß
    Leo

  • Hallo,
    danke für die Antwort. Werde heute nach der Arbeit wieder mit ihm Spazieren gehen und dann mal das Ausweichen bzw. das "Herbeirufen" ausprobieren. Wenn das Kerlchen bloß nicht so schnell wäre... ;)

  • Konnte es gestern abend probieren und das "Auf die Seite gehen" hat tatsächlich funktioniert. :gut: Ok, kann auch Zufall gewesen sein, aber bei seiner 2. damischen Phase ist er nicht mehr an mir hochgesprungen. Werde es auf jeden Fall weiter beobachten und praktizieren. Ist auf jeden Fall entspannter (für uns beide wohl), als ihn zu ermahnen oder anzuschnauzen.

  • Zitat

    Konnte es gestern abend probieren und das "Auf die Seite gehen" hat tatsächlich funktioniert. :gut: Ok, kann auch Zufall gewesen sein, aber bei seiner 2. damischen Phase ist er nicht mehr an mir hochgesprungen.

    Klingt doch super, bleibe konsequent, dann wird das schon.

    Zitat

    Ist auf jeden Fall entspannter (für uns beide wohl), als ihn zu ermahnen oder anzuschnauzen.

    Ermahnen und anschnauzen pusht Hunde noch mehr hoch, auch negative Ansprache ist Aufmerksamkeit, die den Hund animiert, weiterzumachen.

    Gruß
    Leo

  • Hallo,

    ich sehe das als Spielaufforderung an. Klar, das Anspringen solltest Du vermeiden, aber manchmal kommt Filou auch so auf mich zu und dann mach ich einen schnellen Satz nach vorne und versuche ihn zu berühren.
    Er sprintet dann in großen Sätzen um mich rum, wir machen ein kurzes Fangenspiel und dann ruf ich ihn ab.
    Belohne ihn fürs Kommen und wir gehen entspannt weiter.

    Er ist ausgetobt und besser abrufbar.

    So ist es mit Murphy auch, er kommt und stupst, knurrt und hüpft. Eine schnelle Bewegung von mir und das Gerenne geht los.

    Murphy hingegen versucht aber auch ab und an hochzuhüpfen. In dem Moment wo er das tut geh ich auch auf die Seite und das Spiel ist dann bei mir beendet.

    Funktioniert ganz gut.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Also, ich muß sagen: wow!! Wir waren jetzt viel beim Gassigehen und es ist absolut unglaublich. Barney springt einen nicht mehr an bzw. nur noch äußerst selten (1x). Es ist unglaublich. Barney wurde ja von unserer Hundetrainerin als sehr íntelligent bezeichnet und ich finde, man merkt schon, daß er sehr schnell lernt, wenn man ihm zeigt, wie´s geht bzw. wo seine Grenzen sind.
    Jetzt haben wir bloß noch das Problem mit der Leinenführigkeit, weil er da zieht wie ein Stier, aber ich hoffe, daß wir auch das noch in den Griff kriegen werden.
    Auf jeden Fall bin ich von dem "kleinen" Kerlchen absolut begeistert, wobei es bis jetzt keine Phase gab, wo ich nicht vom ihm begeistert gewesen wäre. Er ist halt bis jetzt der größte Hund, den wir hatten. Die beiden davor waren in etwa 30-40 cm hoch und da wars nicht so schlimm, wenn sie mal gebockt haben. Bei Barney, der mal über 60 cm hoch sein und 40-45 kg wiegen wird, ists halt problematischer...
    Auf jeden Fall vielen Dank für die Tips!!

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