Jungspund knurrt und bellt Leute an - Hilfe

  • Hallihallo,

    seit nun ein paar Wochen hat Happy (10 Monate alt, seit 2 Monaten bei uns, Labbi-Bulldogge-Mix) angefangen, Leute (aber gelegentlich auch Gegenstände) anzuknurren oder zu bellen.

    Und ich habe das Gefühl, dass es eher mehr statt weniger wird.

    Angefangen hat das insgesamt mit einer gewissen Ängstlichkeit...wichtig dabei, dass das alles mal einen Tag auftritt, am nächsten wieder nicht. Also an einem Tag sitzt unter dem Gullideckel anscheinend ein RIESIGES Monster, am anderen geht sie unbeeindruckt drüber. An einem Tag ist unser Nachbar TOTAL nett, am anderen wird er im Treppenhaus angebellt.

    Auf der Straße erkenne ichs zu 98% schon vorher, ob sie vorhat, jemanden anzuknurren. Sie fixiert ohne den Blick auch nur eine Sekunde von der Person zu nehmen. Wir haben deshalb das "Schau" geübt. Das heißt, auf der Straße ziehe ich ihre Aufmerksamkeit mit "Schau" auf mich und nehme sie dann ins Fuß. Denn beim Fuß konzentriert sie sich ja auf mich und geht dann auch ohne zu Knurren an demjenigen vorbei.

    Aber gerade am Wochenende hatten wir sie zu einer Familien-Grillfeier mit (wir nehmen sie nach Möglichkeit immer überall mit hin). Am Nachmittag garkein Problem: Wir waren zuerst da, damit sie sich in Ruhe umsehen konnte und die nach und nach eintrudelnden Gäste wurden von Frauchen freudig begrüßt, sodass Happy alle nur schwanzwedelnd begrüßte.

    Aber: Einmal rannte sie plötzlich bellend und knurrend mit voller Rückenbürste los und zu einer Frau, die draußen langlief. Sobald sie die Frau erreicht hatte, schnüffelte sie an ihr und find direkt an mit dem Schwanz zu wedeln und war ganz freundlich.

    Auch als es später kälter wurde und wir alle ins Haus gegangen sind, ist sie jedesmal, wenn jemand reinkam, erstmal bellend und knurrend draufzugesprungen. Kurz geschnuffelt und sofort wurde sie freundlich.

    Unterwegs habe ich das auch leider öfter bemerken können...wenn da jemand auftaucht, wird der angeknurrt was das Zeug hält und sie ist ganz aufmerksam, sobald sie dann bei der Person ankommt, wird sie total freundlich. Und so verhält sie sich sowohl bei bekannten, als auch bei unbekannten Personen.

    Ein Schema (Männer, Frauen, Kinder oder so) ist nicht zu erkennen.

    Was kann das sein? "Nur" Pubertätsgespinne?
    Wie verhalte ich mich richtig? Weiter wie bisher und hoffen, dass es wieder aufhört??

    Über Tipps und Anregungen würde ich mich sehr freuen, denn etwas verunsichert bin ich oft schon, auch wenn das Ablenken etc. sehr gut klappt. Nur trotzdem habe ich das Gefühl, dass das Geknurre eher mehr statt weniger wird...

    Liebe Grüße,
    Lily und Happy

  • Hallo,

    wie ist denn ihre Körpersprache in dem Moment wo sie die Menschen beschnüffelt?
    Eher nach hinten geneigt?

    Generell würde ich sie erstmal sichern, denn es kann ganz böse nach hinten losgehen wenn sie knurrend auf Fremde zuläuft. Sollte so ein Fremder Angst haben und nach dem Hund treten, dann gibt das ein richtiges Problem.

    Sie sollte auch nicht ohne Leine in fremden Wohnungen rumlaufen wenn sie die Menschen anbellt. Du kannst dann gar nicht auf sie einwirken, denn bis Du da bist hat sich die Sache schon wieder erledigt.
    Von daher würde ich sie bei Besuchen an der Leine lassen und sie bei mir halten. Knurrt sie, dann würde ich ihr sagen, dass es ok ist und gut ist es. Knurrt sie dennoch weiter, dann würde ich ihr zu verstehen geben, dass das nicht gewünscht ist. Hierzu brauchst Du aber ein Abbruchkommando wie "Schluss".

    So würde ich vorgehen.

    Liebe Grüße

    Steffi

    PS: sie ist zudem in einem Alter wo sie eine Unsicherheitsphase haben kann. Bellt sie einen Gully an, dann geh hin, schau rein und lauf desinteressiert mit einem "da ist nichts" weiter. Je weniger Aufhebens Du darum machst um so besser ist es.
    Versuch nicht beruhigend auf sie einzureden, denn damit machst Du es nur schlimmer.
    Hat ein Hund vor etwas Angst was im Feld ist, dann lauf ich da hin, fass es an und geh weiter. Der Hund hat aber so viel Leine, dass er nicht gezwungen wird dort hinzugehen. Wenn er möchte, dann kann er und wenn nicht dann nicht.
    Meist sieht es nach ein oder zwei Wochen schon wieder ganz anders aus.

  • check erstmal ob wirklich alles in ordnung ist mit augen und ohr...meiner ist jetzt 6 monate alt hat zum teil auch schon solche aktionen gestartet....ich bleibe dann cool und zeige ihn als alpha-wolf es is nichts....wenn mir aber mal ein verhalten gar nicht gefällt dann schimpfe ich auch und lobe sofort wenn er damit aufhört oder ich ignoriere auch immer ganz viel...

  • Körperlich ist alles in Ordnung, das haben wir schon getestet.

    Normal lasse ich sie in Wohngebieten schon immer an der Leine. Bei besagter Familienfeier haben wir nur kurz Ball gespielt, wo sie vor die Tür gerannt ist :roll: Sie macht sich dann groß, Kamm aufgestellt, also drohend würde ich sagen. Aber wie gesagt, sobald sie bei der Person ist wandelt sich die Körpersprache in freundliche Begrüßung und es ist Ruhe :headbash:

    Mein Problem war eben, dass sie sich überhaupt nicht beruhigt hat, als sie abends an der Leine war, wenn jemand rein kam. Kein Nein, kein auf die Decke schicken, kein "ist in Ordnung" hat etwas genützt, obwohl sie die Kommandos kennt. Dann hat sie auf der Decke etc. weitergebellt.

    Bei unbelebten Gegenständen gehe ich wortlos hin, tatsches an, dass sie sieht, dass es nichts schlimmes ist, und gehe weiter.

    Beim Spazierengehen konzentriere ich sie wie gesagt auf mich. Falls ich doch mal zu unaufmerksam war gehe ich wortlos weiter.

  • nicht immer, wenn der hund mit dem schwanz wedelt ist dies rein freundschaftlich, sowie auch nicht immer, wenn der hund den kamm stellt, dies ein "ärgerliches" verhalten von ihm bedeutet.

    nun, es könnte bei deinem hund einiges sein:

    vielleicht doch augen?

    vielleicht mit 10 monaten nochmal so ne "fremdelphase", unsicherheit?

    vielleicht kontrollverhalten personen gegenüber?

    ich würd's mal mit nem guten hu-trainer durchgeh'n, MIR wäre das wichtig. nicht, dass sich sein verhalten manifestiert. =)

  • Hallo,

    mein Zweithund hat auch in der Unsicherheitsphase exakt dieses Verhalten an den Tag gelegt.
    Du gehst im Prinzip schon richtig vor, indem du Blickkontakt mit deiner Hündin aufnimmst.
    So wie ich es nun herauslese, ist es möglich, dass dein Timing nicht stimmt.
    Du musst da jetzt gründlich vorgehen.
    Das bedeutet, du musst den Blickkontakt deines Hundes auf dich ziehen, sobald du jemand Fremdes sichtest und nicht erst, wenn deine Hündin schon beginnt, jemanden zu fixieren.
    Das Ganze solltest du belohnen.
    Wichtig ist, dass du zuerst in großen Abständen arbeitest, am besten in der Distanz, solange dein Hund ruhig ist und solange den fremden Menschen "schönfüttern", bis er an euch vorbei ist.
    Fixiert oder bellt sie, weil du den richtigen Zeitpunkt verpasst hast, nimm sie wortlos aus der Situation (kein "nein", "aus" oder sonstiges), indem du die Richtung wechselst.
    Leider kannst du sie zurzeit nicht ohne Leine laufen lassen, auch nicht auf Festen, Feiern und Grillpartys.
    Sie wird so die Möglichkeit haben, in selbstbelohnendes Verhalten zu verfallen.
    Entweder bindest du sie dir bei solchen Festen um den Bauch und hast alles im Blick (auch an der Leine hat sie bei Unachtsamkeit deinerseits die Möglichkeit...) oder du weist ihr einen festen Platz zu, auf dem sie angebunden wird:
    Fernab von der Tür, fernab vom Geschehen, mit der Auflage, dass sich niemand dem Hund nähert. Sie wird von allen Gästen und Besuchern ignoriert.
    Auf diese Weise soll sie lernen, dass Menschen nichts Bedrohliches sind.
    Denn durch ihr Verhalten will sie sich diese aus purer Unsicherheit vom Leib halten - das ist aber nicht ihr Job, sondern deiner.
    Eine schnelle Änderung ihres Verhaltens kannst du nicht erwarten.
    Das dauert und braucht viel Geduld und Konsequenz, aber es zahlt sich aus.
    Ziehe das Programm eine Weile durch. Wenn du deutliche Besserung erkennen kannst, ist es erst möglich, die Abstände zu verringern.
    Wie gesagt:
    Zurest beginnst du mit der Aufnahme des Blickkontaktes, bevor sie Fremde sichtet (Verhalten abgewöhnen).
    Dann beobachtest du ihr Verhalten...
    Viel später beginnst du, Menschen "schön" zu reden:
    Du machst sie auf Entgegenkommende aufmerksam, indem du mit ganz positiver, freudiger Stimme, in höchsten Tönen zu deiner Hündin sagst:
    "Ahhh, schauuuuu mal, wer da kommt, (freu dich, jubel) und bevor sie irgendeine negative Reaktion zeigt, beginnst du sie zu füttern (nimm was Besonderes).
    Ein Hund der kaut, kann nicht bellen und kauen entspannt.

    Zu Hause begleitet sie dich nicht zur Haustür, wenn es klingelt.
    Sie muss auf ihren Platz gehen.
    Deine Tür, dein Besuch.
    Niemanden hat sie abzuchecken.

    Gruß
    Leo

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