
Ich bin so stolz auf meinen Hund!
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Pochi -
10. August 2010 um 21:46
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Als ich meine Hund bekam erzählte das Tierheim, dass er ein toller Anfängerhund wäre, er wäre eben nur ein wenig schüchtern.
Der etwas schüchterne Hund zitterte wie Espenlaub, wenn man ihn heran wollte. Der Anfängerhund freute sich, wenn er sah, dass man die Leine holte und kniff den Schwanz ein, wenn er begriff, dass man ihn berühren musste um ihn anzuleinen damit man nach draußen zu gehen. Der vom Tierheim gepriesene Hund spielte unwahrscheinlich gern, doch seine Angst vor mir war zu groß, als dass er es gewagt hätte ein Zerrspiel mit mir zu beginnen oder gar einen Ball zu meinen Füßen abzulegen. Der Anfängerhund hatte keine Bindung zu Menschen, kaum von der Leine, war ich Luft für ihn. Der etwas schüchterne Hund biss sofort zu, wenn man ihn nur kurz am Halsband festhalten wollte.
Dieser Hund war alles, aber nicht der Hund, den ich mir gewünscht hatte.
Dennoch, nach vier Wochen Probezeit und einem "Okay" vom Tierheim behielt ich ihn. Er war nichts was ich wollte, nichts, was ich brauchte und doch alles für mich.
Das Tierheim wurde zur Rede gestellt. Sie hatten gewusst, dass die Fellnase mein erster Hund sein wird, dass ich erst 15 war, dass meine Eltern nie einen Hund wollten und mir auch jetzt nicht helfen würden. Auf die Nachfrage hin erklärten sie: "Ihre Tochter hat sich ja den Problemhund rausgesucht."
Der Problemhund kostet mich viele Tränen. Der Problemhund raubte mir meine letzten Nerven.
Nach einem halben Jahr wollte mein Vater ihn zurückbringen. Er sagte, er wolle mich so nicht mehr sehen, der Hund würde mich fertig machen. Sogar mein Freund war dieser Meinung. Fast zwei Stunden saß ich nachts draußen, die Arme fest um meinen Problemhund geschlungen und fühlte mich wie im falschen Film. Es war eiskalt, die erste Schneedecke hatte sich schon seit Tagen über unsere kleine Ortschaft gelegt und irgendwann kamen mein Vater und mein Freund frustiert nach draußen, versprachen mir hochheilig, dass mein Problemhund auch wieder da sein würde, wenn ich morgen aus der Schule käme und ich solle jetzt einfach nach drinnen kommen.Das alles erscheint so weit entfernt. Heute bin ich so stolz auf meinen weltbesten Chaoten!
Früher nahm er im Freilauf einen Abstand von mind. 50m von mir und interessierte sich so sehr für mich wie dafür, ob in China der sprichwörtliche Sack Reis umfällt.
Heute bleibt er immer in meiner Nähe, dreht sich oft um und sieht nach, wo ich bin. Nach wie vor ist er nicht die Art Hund, die ihren Menschen sofort sucht, wenn er sich versteckt, der immer an ihm klebt. Aber heute sagen die Leute zu mir, dass sie sehen, dass wir eine tolle Bindung haben, weil mein Hund immer so nah bei mir bleibt.Früher ließ er sich nie abrufen, wenn er andere Hunde sah. Kaum war ein anderer Vierbeiner in der Nähe, war meiner weg.
Heute hat er zwar immer noch Artgenossen, bei denen es für ihn - warum auch immer - kein Halten gibt, doch in 95% der Fälle lässt er sich abrufen, wenn ich es nicht will, geht er nicht zum anderen Hund hin und oft bleibt er auch lieber bei mir als einen fremden Hund genauer unter die Lupe zu nehmen.Früher raufte er sich oft mit Rüden, es war schrecklich. Ich hatte panisch Angst ihn überhaupt noch mit anderen Hunden in den Freilauf zu lassen.
Heute geht er Streitereien bei Möglichkeit aus dem Weg. Er schlägt große Bögen um Hunde, die auf Krawall aus sind und sogar seinen Futterneid hat er abgelegt. Heute kann er neben anderen Hunden gefüttert werden ohne nach einem anderen zu schnappen. Manchmal pöbelt er noch, lässt sich jedoch abbrechen.Früher hatte er panische Angst vor allen fremden Menschen. Er wich ihnen aus und wollte sich von niemandem anfassen lassen.
Heute ist er zwar weiterhin distanziert, traut sich jedoch näher ran und so manch einer darf ihn auch streichen. Gehe ich mit ihm zu der fremden Person und kraule ihn, dann hat diese Person bei ruhigem Verhalten auch eine große Chance ihn anfassen zu dürfen.Perfekt ist er nicht, aber der Problemhund ist ein Traumhund geworden und hätte nicht gedacht, dass das Verbundenheitsgefühl zu ihm einmal in solche Höhen steigen kann wie es heute vorhanden ist.
Und das musste ich nun einfach mal runterschreiben
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
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Das ist sehr schön geschrieben und du hast allen Grund stolz auf deinen Hund zu sein- und auf dich!
Und wieder sehe ich bestätigt was ich immer sage: Es sind die sogenannten "Problem- Hunde" die einem ganz besonders ans Herz wachsen... -
Zitat
Und wieder sehe ich bestätigt was ich immer sage: Es sind die sogenannten "Problem- Hunde" die einem ganz besonders ans Herz wachsen...
Ja allerdings
Ohne Balou hätte ich mich wohl bei aller Hundeliebe nie so sehr mit Hunden befasst, wie er mich gezwungen hat es zu tun. Erst durch ihn habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit diesen Tieren auch macht.Vor allem habe ich aber gemerkt, wie sehr es auch von einem selbst abhängt. Nachdem mein Leben bisher immer drunter und drüber ging habe ich mich im letzten Jahr endlich abfangen können und finde allmählich zur Ruhe und je besser es mir geht, desto besser wurde es mit Balou und mir.
Im letzten Jahr hat er mich so oft zum Schmusen aufgefordert, so oft hat er es in den vergangenen sechs Jahren glaube ich nicht getan -
Ich kann mich nur anschließen: Das hast du wirklich sehr schön geschreiben!
Aber du solltest nicht nur stolz auf deinen Hund sein, vor allem solltest du stolz auf dich sein! Denn wärst du damals nicht hart geblieben und hättets auf deinen "Problemhund" bestanden, wär er eventuell heute imme rnoch im Tierheim oder eventuell, noch schlimmer - besonders bei einem so ängstlichen Hund, durch zig Hände gewandert....
Und nicht zuletzt hast du mit dem Hund gearbeitet, ihm damit all diese neuen Chancen gegeben!
Hut ab davor! -
Ich kenne das, zwar nicht so heftig wie du aber die grundzüge kommen mir sehr bekannt vor.
Ich hab emeinen ersten Hund auch aus dem TH geholt - das war edne April diesen Jahres.
Bis auf die Sachen die ich mir angelesen hatte, wusste ich gar nichts. Naja, ich wusste noch das die Hundeschule 2 Wochen nach Einzug losgehen wird.
Anfangs war er toll. Dann, nach kurzer zeit stellten sich viele Baustellen raus die man mir hätte vorher sagen müssen.
- Probleme mit Männern
- Probleme mit Menschen mit Hüten
- Probleme mit Rüden
- Verlustängste
uswall diese Dinge mussten bekannt gewesen sein als ich ihn abholte. Ich besuchte ihn 4 Wochen vor der Abholung 2/Woche. Mehrer gepsräche aber nichts von seinen Problemen.
Ich bin wahnsinnig glücklich ihn zu haben und sehe jeden eizelnen Tag seine Vortschritte aber am Anfang war meine Verzweiflung recht groß und mein Trainer in meiner Favoritenliste vom Handy.
Er wird immer Gesellschaftstauglicher und vlt in einem jaqhr dann auch endlich mal ohne leine draußen laufen.Glücklichrweise war er nie wirklich aggressiv, ansonsten hätt ich ihn wohl zurückgebracht. Dem wäre ich nicht gewachsen gewesen.
und wenn ich ihn so anschaue, wie er da so schön träumt und immer wieder schaut ob ich noch da bin, weiß ich das er mir dankbar ist und mir auch in der Erziehung viel verzeiht.
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Zitat
Ich kann mich nur anschließen: Das hast du wirklich sehr schön geschreiben!
Aber du solltest nicht nur stolz auf deinen Hund sein, vor allem solltest du stolz auf dich sein! Denn wärst du damals nicht hart geblieben und hättets auf deinen "Problemhund" bestanden, wär er eventuell heute imme rnoch im Tierheim oder eventuell, noch schlimmer - besonders bei einem so ängstlichen Hund, durch zig Hände gewandert....
Und nicht zuletzt hast du mit dem Hund gearbeitet, ihm damit all diese neuen Chancen gegeben!
Hut ab davor!Danke
Allerdings habe ich zu Anfang soooooo viel falsch mit ihm gemacht, dass ich ihm unfassbar dankbar bin, dass er heute noch immer freiwillig in meiner Nähe bleibtZitatEr wird immer Gesellschaftstauglicher und vlt in einem jaqhr dann auch endlich mal ohne leine draußen laufen.
Das wird ganz sicher alles bei euch klappen! :reib:
Bei uns war es ein steiniger Weg von über sechs Jahren. Zum einen, weil ich einfach zu unerfahren für 'so einen' Hund war, zum anderen aber auch, und daran lag es denke ich noch viel mehr, weil ich innerlich nicht so gefestigt war. Je zufriedener ich mit mir selbst wurde, je ausgeglichener ich wurde und je runder mein Leben lief, desto mehr wuchsen Balou und ich auch zusammen.
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Du kannst verdammt stolz auf dich sein...
Lieselotte:
was ist das für eine rasse auf deinem Avatarbild? -
Wow, tolle Geschichte...
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