Hilfe - Jimmy wird immer ängstlicher!

  • Hallo liebe Forengemeinde,

    nun meldet sich wieder ein frisch gebackenes Mitglied mit Sorgen... hoffe jedoch, dass ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt.

    Leider muss ich etwas ausholen - denn ich glaube, dass auch die Rahmenbedingungen eine große Rolle spielen!

    Mein Jimmy ist nun 7 Jahre alt und war schon immer ein Angsthase - nicht zuletzt, weil die ersten 7 Monate seines Lebens alles andere als optimal verlaufen sind.
    Als Welpe wurde er ausgesetzt (im Wald angebunden), daraufhin folgte Tierheim, eine Vermittlung und schließlich wurde er wieder ausgesetzt (auf dem Feld frei gelassen) woraufhin er uns zugelaufen und seitdem ein Mitglied der Familie ist.

    Dass ihm bis dahin nicht viel Liebe zuteil wurde merkte man schnell, er wusste nicht wie man spielt, war sehr schüchtern und ängstlich.
    Auch an Erziehung hat es gemangelt, er kannte kein Kommando und Stubenreinheit war ein Fremdwort für ihn - aber das war eher das kleinere Problem und lies sich mit viel Leckerli und ausgelassenes Loben relativ schnell beheben. Was wir bis heute jedoch nicht beheben konnten ist die Tatsache, dass er nicht alleine zu Hause bleibt... alle Bemühungen scheiterten.
    Ansonsten hat er sich zu einem relativ fröhlichen Hund entwickelt, Ballspiele sind seine Leidenschaft, aber auch gegenseitiges fangen findet er toll und Suchspiele fordern ihn ganz besonders.
    Ein richtig selbstbewusster Hund wurde er jedoch nie - nur anderen Hunden tritt er mit einem riesen Ego gegenüber, ist jedoch sehr friedlich und umgänglich.

    Nun scheint er sich jedoch "zurück zu entwickeln"... was mir wirklich viele Sorgen bereitet!

    Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass Jimmy eine Allergie gegen Flöhe hat... trotz Frontline scheint ihn ein Floh (zumindest einmal) gebissen zu haben, worauf hin er wieder schrecklichen Juckreiz bekam und Kortison benötigte. Die erste Behandlung (3 Tages-Sprite mit anschließender Tablettenbehandlung über 5 Tage) schlug gut an, sobald ich die Tabletten abgesetzt habe, hat es wieder angefangen. Die zweite Behandlung war eine Kortison-Depotspritze (2 Wochen) - allerdings kratzt er sich nun noch immer ein wenig.
    Ob das nun psychische Ursachen hat weiß ich nicht - jedoch vermute ich es... denn schon lange vor dem Flohbiss hat Jimmy sich regelmäßig an den Pfoten geknabbert, bis sie fast wund waren.
    Angefangen hat dieses Verhalten kurz nachdem meine fast 6jährige Beziehung in die Brüche ging -> Jimmy ist also mit diesem Mann "groß geworden" und die beiden waren auch ein tolles Team.
    Erst dachte ich mir nichts dabei... nun ist es auch schon fast 1 Jahr her, jedoch wird dieses Verhalten eben immer schlimmer!

    Mittlerweile sind wir soweit, dass Jimmy nur noch teilnahmslos herumliegt, sich für nichts wirklich begeistern kann und sich schließlich unter bzw. hinter mein Bett drückt - hauptsache dunkel und "höhlenartig"... und dort würde er wenn es nach ihm ginge auch den ganzen Tag verbringen.

    Außerdem ist er mittlerweile extrem ängstlich - selbst mir gegenüber. Er läuft oft geduckt und mit eingezogenem Schwanz durch die Wohnung, obwohl es keinen Anlass dazu gibt. Wenn ich ihn draußen etwas forscher rufe, weil er nicht hören will, duckt er sich, guckt als hätte man ihn getreten und traut sich nicht mehr zu mir - bzw. er kommt schon, hält aber 1 Meter "Sicherheitsabstand" und weicht zurück, wenn ich ihn streicheln will!
    Um keinen falschen Eindruck zu erwecken - Jimmy hat durch uns NIE Gewalt erfahren - umso ratloser macht es mich.

    Am allermeisten jedoch schmerzt es mich für Jimmy, für ihn muss es die Hölle sein in ständiger Angst zu leben... jedoch weiß ich nicht, wie ich ihm helfen kann und bitte darum hier um Hilfe - vielleicht hat jemand eine Idee oder Erfahrung wie man mit so einer Problematik am besten umgeht um es für den Hund wieder etwas angenehmer zu gestalten.

    Gruß
    Marion

  • Huhu,

    hast du Jimmy schonmal beim Tierarzt richtig durchchecken lassen? Blutbild, Gelenke, Zähne das ganze Packet.

    Wenn da alles in ordnung ist, dann am besten mal einen Trainer nachhause holen, der sich das mal anguckt.
    Bachblüten könnten vielleicht auch etwas helfen.

    https://www.dogforum.de/ftopic92533.html
    Das Thema könntest du dir auch nochmal komplett Durchlesen, vielleicht hat dort ja jemand einen rat.

  • Hallo Marion und willkommen im DF :winken:

    Was ich nicht raus lesen konnte, ist Jimmy kastriert?
    Wart ihr mal in einer Hundeschule oder bei einem Trainer?
    Wurde mal ein großes Blutbild gemacht?

    Ich würde mal seine Schilddrüse checken lassen.
    Hier einige Tipps dazu:
    T4, fT4 Dialyse, T3, fT3, TSH. Großes BB und Screening. Es gibt neben den typischen SD werten noch ein paar Parameter, die gern bei SDU Hunden verrutschen.
    Hier einige gute Links zu dem Thema:
    http://www.problemhundeforum.de/downloads/subk…U-d_jantzen.pdf

    http://www.afghans4u.de/gesundheit/Hypothyroidism1.html
    http://www.afghans4u.de/gesundheit/Hypothyroidism2.html

    https://www.dogforum.de/ftopic107671.html

    Schau hier mal rein, ob ein TA in Deiner Nähe ist oder ruf dort an und frag, ob sie einen TA in Deiner Nähe empfehlen können:
    http://www.gtvt.de/ueberweisungsliste.php

    Gruß
    Bibi

  • Hallöchen,

    hier einfach mal so ein paar Punkte/Fragen, die mir beim Lesen Deines Textes auf- bzw. einfallen:

    - Ein von der Persönlichkeit bzw. den Genen her unsicherer Hund (so etwas kann angeboren sein, so wie es ja auch von Kleinauf unsichere Menschen gibt) wird sein Leben lang unsicher bleiben. Er kann durch Training an Selbstsicherheit gewinnen und lernen damit umzugehen, aber in entsprechenden Situationen wird sein angeborener ängstlicher Charakter doch durchkommen. Dies nur am Rande.

    - Hat es im Laufe Deiner Trennungsphase lautere Auseinandersetzungen gegeben? Wäre ja nicht ungewöhnlich. Das alleine aber kann bei einem entsprechend disponierten Hund reichen, um ihn in seine Ur-Ängstlichkeit zurückzuversetzen. Bitte nicht als Angriff verstehen, ich versuche nur Gründe für das Verhalten des Hundes zu identifizieren (oder auch auszuschließen ;) ).

    - Spielt er gerne, oder eher nicht? Über das gemeinsame Spiel kann man 'depressiven' Hunden wieder Spaß am Leben vermitteln. Da bedeutet aber 1. unterschiedliche Spiele - bitte nicht immer dasselbe und 2. sehr kurze Spiele, bei denen Hund unbedingt auch öfters gewinnt.

    Tja, soweit meine spontanen Gedanken - außer, dass ich mich auch unbedingt dem Rat zum Gesundheitscheck mit Blutbild usw. anschließen würde, um eine Erkrankung, Schmerzen oder dergleichen auszuschließen.

  • Huhu, ich kann mit meinen Vorrednern nur anschliessen, ein Blutbild und vor allem Schilddrüsencheck wäre von nöten, ebenso ein Grundcheck, damit Schmerzen ausgeschlossen werden können.

    Eine Pflegehündin von mir hatte mal ein Magengeschwür (es hatte sich wohl schon vor meiner Zeit ein Knochensplitter o.Ä. in die Magen-Haut gebohrt und blieb unbemerkt, bis es umwuchert war - sie hatte unsägliche Schmerzen!) und ihr verhalten änderte sich auch so rapide, gerade das mit dem Verkriechen und ängstlich herumlaufen kommt mir sehr bekannt vor.

    Da der Hund die Schmerzen mit so ziemlich jeder Alltagssituation verknüpft hat, und schliesslich alles meiden wollte (weil sie wohl dachte, der Schmerzen kommen von einer bestimmten Situation...), verhielt sie sich ähnlich deiner Aussage - aber alles reine Spekulation. Daher wäre ein rumdum Check sehr ratsam, und wenn sich trotz allem nichts findet, und alles andere auch ausgeschlossen werden kann (Psyche etc.) mal eine Woche Schmerzmitteltherapie, damit man sieht ob sich das Verhalten dadurch ändert, wenn die Schmerzen weg sind (das aber als allerletzte Option - ändert sich das Verhalten dadurch rapide, muss man weitersuchen bis die Schmerzquelle gefunden wird)

    Ansonsten ist man bei einem guten Hundetrainer, wenns um die Psyche geht, sicherlich am allerbesten aufgehoben, weil man sich da vor Ort ein besseres Bild der Gesamtsituation machen kann. Ich drücke euch die Daumen!

    VLG

    FBD

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