Auslastung? Oder mache ich meinen Hund hibbelig?

  • Huhu!

    Ich glaube ich brauche ganz ganz dringend einige Meinungen!
    Kurz was zu uns, damit ihr uns besser einordnen könnt.
    Ich habe meine 8jährige Cockerhündin Tina vor zwei Jahren bekommen. Sie ist der "nach Status strebende Typ", wenn ich es jetzt mal so ausdücken darf. Soll heißen, sie braucht Grenzen und testet diese auch gerne, akzeptiert sie aber. Als ich sie bekommen habe, war sie eigentlich vollkommen unerzogen, hatte jedoch ein gutes Wesen und war irgendwie gut sozialisiert [sie schläft zum Beispiel auf dem überfüllten Alexanderplatz in Berlin zwischen meinen Füßen ein, akzeptiert meine Kaninchen etc.].
    Dieses Jahr haben wir vor, den Hundeführerschein zu absolvieren und sind auch ganz gut im Rennen, denke ich. Sie lernt schnell, ist über Futter super motivierbar und wir haben eine sehr tolle Hundeschule gefunden, wo alles auf Basis positiver Bestärkung abläuft.

    Und nun unser Problem: Jagdtrieb.
    Ich habe das auch per AJT und Schleppleine und den ganzen Kram in Angriff genommen; sie lässt sich sehr gut sogar beim Hetzen kleinerer Vögel abrufen. Nun hatte ich gestern meinen Schockspaziergang: Madame ist 2 Enten hinterhergehetzt und die flogen weq (sie ist immer nach maximal 1 Minute wieder bei mir) und ist dann auch noch auf die Weide, den Ziegen hinterher!
    Bei den Ziegen habe ich geschlafen, da hätte ich sie früher abrufen müssen. Allerdings meine Frage: Ist es realistisch, dass sie sich auch beim Hinrennen noch abrufen lässt (natürlich nach intensivem training)? Was habt ihr da für Erfahrungen gemacht?

    Und weiter im Text. Das eigentliche Problem ist nämlich, dass sie einfach sich z.B. im Wald super und immer abrufen lässt, aber dann wieder lospest. Ich habe schon beschlossen, da wieder mit Schleppleine ranzugehen, aber es geht um die Sache an sich: Sie rennt und springt und ist so aufgeregt! Ich bilde mir ein, noch letztes Jahr war sie souveräner. Z.B. ist sie beim Ablegen immer sehr unruhig und fiebt recht schnell. Gesundheitlich ist alles okay und die Läufigkeit ist auch vorüber, also die Gründe sind ausgeschlossen.
    Welche Gründe für einen hibbeligen Hund kennt ihr noch (vor allem eine, die ja eher älter wird und auch geistig gefordert wird)? Wie kann ich sie entspannen, sozusagen? Kann es sein, dass sie schon von 2-3 mal 3/4 inlinern hochgepuscht wird? Soll ich hier "verbieten", am Wegesrand stöbern zu gehen?


    Verbeugung an alle, die sich das alles durchgelesen haben :gott:


    GGLG, Marie & Tina

  • also wir haben festgestellt, dass teddy ruhiger geworden ist, seitdem wir jetzt eine woche an seinem "kontrollbedürfnis" arbeiten. ich schicke ihn oft auf seinen platz weil er mir viel hinterhergerannt ist.
    ein nebeneffekt scheint im moment zu sein, dass er von allein öfter seinen platz aufsucht und dort bleibt.
    übertragen auf deine situation würde ich denken, es könnte helfen, ihr ruhezeiten zu "verordnen". keine ahnung, kann vielleicht auch nach hinten losgehen, aber bei uns war es ein nebeneffekt, der uns eigentlich ganz gelegen kam, bei dem alten hibbel-opa ;)
    viele haben auch entspannungskommandos, bei denen die hunde gelernt haben, runter zu kommen. vielleicht wäre ja auch das etwas für euch und bringt sie so wieder etwas an ihren ruhigen punkt.

  • ja das klingt nach einer guten idee. ins körbchen schicken machen wir auch öfter zuhause, bloß das kann ich ja schlecht auf spaziergängen verordnen.
    wie baut man denn ein entspannungskomando auf? :hilfe:

  • Zitat


    wie baut man denn ein entspannungskomando auf? :hilfe:


    Das ist kein Kommando wie Sitz und Platz, welches man auch gewaltsam durchsetzen kann, sondern ein klassisch konditioniertes Signal: gib mal "konditionierte Entspannung" in die Suchfunktion ein; es wurde hier schon mehrfach beschrieben.

    Ich sehe da kein "Kontrollbedürfnis", sondern eher mangelnde Frustrationstoleranz und fehlende Impulskontrolle. Spaniels werden bei Ungeduld gerne laut, und es sind Nasentiere, die bei warmer Wildwitterung entsprechend reagieren - schliesslich wurden sie dazu gezüchtet!

    An der Frustrationstoleranz kann man arbeiten, und mehr Ruhe reinbringen würde ich jedem Spanielbesitzer empfehlen. Aber je nach individueller Veranlagung - die gerade bei als Begleithunde gezüchteten Cockern extrem variieren kann - reicht eine beliebige Beschäftigung durch Tricks nicht, und man muss eine rassegerechte Auslastung insbesondere der Nase bieten.

  • Zitat


    Das ist kein Kommando wie Sitz und Platz, welches man auch gewaltsam durchsetzen kann, sondern ein klassisch konditioniertes Signal: gib mal "konditionierte Entspannung" in die Suchfunktion ein; es wurde hier schon mehrfach beschrieben.

    Ich sehe da kein "Kontrollbedürfnis", sondern eher mangelnde Frustrationstoleranz und fehlende Impulskontrolle. Spaniels werden bei Ungeduld gerne laut, und es sind Nasentiere, die bei warmer Wildwitterung entsprechend reagieren - schliesslich wurden sie dazu gezüchtet!

    An der Frustrationstoleranz kann man arbeiten, und mehr Ruhe reinbringen würde ich jedem Spanielbesitzer empfehlen. Aber je nach individueller Veranlagung - die gerade bei als Begleithunde gezüchteten Cockern extrem variieren kann - reicht eine beliebige Beschäftigung durch Tricks nicht, und man muss eine rassegerechte Auslastung insbesondere der Nase bieten.


    Ich werde das Entspannungssignal in Zukunft benutzen, und testen, ich bin mir ziemlich sicher ich kann unser "Warte" [nicht im Sinne von Bleib!, sondern ein ruhiges ausharren, wo sie nicht zwingend sitzenbleiben muss, sondern einfach ruhig warten darf/soll] nehmen.
    Und das mit der Frustrationstoleranz klingt gut! Ich habe es zwar regelmäßig mit ihr geübt, allerdings sollte ich wohl die Zeit ausdehnen :ops:.
    Vielen Dank für die Hilfe, jetzt habe ich eine ungefähre Vorstellung, woran wir arbeiten müssen. Vielleicht kann ich sie ja auch in Sachen Nasenarbeit noch mehr fordern, bis jetzt muss sie nur immer meinen Schlüssel oder Leckerchen auf der Wiese finden & bringen bzw. essen.


    Zitat



    Beitrag: 02.06.2010 23:13 Titel:
    Schau mal hier rein, Shoppy hat es gut erklärt daumen rauf

    https://www.dogforum.de/ftopic14605.html

    Gruß
    Bianca


    Auch danke für den Link. Ich werde das Entspannungssignal dann am Bahnhof in Berlin üben, wenn sie entspannt schläft, weit weg von Enten :hust:

  • Üben, bzw konditionieren sollterst du das Entspannungssignal in völlig entspannten Situationen zuhause.... Dann mal draussen, nach einem mässig aufputschenden Spiel. Testen kannst du es dann gerne im belebten Hauptbahnhof, nur wird der Effekt nicht derselbe sein, sondern evt. nur minimal. Und nach jeder "Ernstanwendung", und überhaupt: immer fleissig wiederaufladen, denn das Signal ist wie ein Handy und muss immer wieder in entspannter Umgebung aufgeladen werden!

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