Es klappt gar nichts mehr - ich bin am Ende

  • Entspann dich mal - und konzentiere dich nun "nur" auf dieses Problem, alles andere würde ich erst mal weglassen.

    Nimm ihn an die Schleppleine, im Prinzip bist du schon auf dem richtigen Weg, wahrscheinlich bist du nicht schnell und umsichtig genug, nervös, aufgeregt und das überträgt sich auf deinen Hund.

    Gehe ab morgen umsichtiger spazieren, DU musst einfach alles und jeden Menschen zurest entdecken - dann hast du genug "Vorbereitungszeit" und entspannst dich erst mal (Hund ist ja gesichert).
    Wichtig: Arbeite zunächst in richtig großen Abständen zu den verbellten "Objekten" - das macht dich sicherer (den Hund auch). Wenn du deinen Hund in die Sitzposition bringst, funktioniert es meist besser, mit dem Rücken zu den Menschen, tritt auf seine Leine, sodass er nicht "ausbrechen" kann - dann ziehst du den Blickkontakt auf dich (belohnen, loben!!), solange, bis das Objekt vorbei ist - gib ihm keine Chance!!!
    Üben, üben, wie gesagt: Große Abstände oder ggf. Richtungswechsel.

    Bellt er doch mal, ignorierst du es und gehst wortlos in eine andere Richtung.
    Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen, von heute auf morgen tritt kein Erfolg ein - Geduld!
    Er ist in der Flegel - und somit Unsicherheitsphase, solche Verhaltensweisen legen sie dann gerne mal an den Tag (hat meiner auch gemacht - längst Geschichte).

    Gruß
    Leo

  • Ja, Clickern wäre ein super anfang.

    Auf jedenfall würde ich nicht erwarten das es inerhalb 2 Wochen funktioniert. Das wird es nämlich nicht. Ein Hund der es schon seit ner Weile macht, für den wird es eben nicht ganz so leicht wieder raus zu kommen. Aber da er ja recht jung ist, wird das mit sicherheit schneller gehen als bei nem älteren.

    Dein Hund ist zwar ne Harmlose variante, aber würde vielleicht im Forum bisschen nach "Leinenaggression" durchstöbern. Er ist zwar nicht wirklich bösartig wie ich raushöre, doch sollte man das auch unterbinden. Viele leute fühlen sich dadurch unwohl. Leider mag nicht jeder Hunde so wie wir ;D.

    Hoffe das es bald besser wird. Natürlich wäre eine Private Stunde mit deiner Hundeschule das beste. Weil von hier aus wirkliche Tipps zu geben wäre einfach nicht in Ordnung. Und probiere bitte nicht zuviele auf einmal aus. Und springe nicht hin und her. Für soetwas braucht man einfach Zeit und geduld. Hoffe aber das es bald besser wird.

    Liebe Grüsse und viel erfolg dabei.

  • Zitat

    Mein Hund zieht ständig an der Leine (egal welche 1m, 5m oder 10m) obwohl ich mich seit 1 Monat an Martin Rütters Tip gehalten habe, immer die Richtung zu ändern sobald der Hund vor mich läuft...
    Das Ergebnis ist, dass wir ständig nur im Kreis laufen und nicht vom Fleck kommen.


    Das ist ja nur EINE Möglichkeit von vielen. Und wenn sie nach 4 Wochen nicht funktioniert ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass dein Hund nicht versteht, was du von ihm willst :D
    Das könnte zB an falschen Belohnungs-Timing liegen, dass du die Übung falsch aufbaust oder einfach daran, dass es für DEINEN Hund nicht die passende Methode ist. Probiere einfach mal andere aus, bis du die gefunden hast, die dein Hund versteht (Google oder die SuFu im DF sind hilfreich)

    Zitat

    Dann flippt mein Hund immer noch total aus, wenn uns jemand entgegen kommt. Egal ob Auto, Traktor, Pferd, Mensch, Hund... er will immer sofort hin und alle bespringen und begrüßen.
    Ich weiß nicht wie ich ihn beruhigen kann. Sogar mit Putenfleisch oder Käse ist er kaum noch ansprechbar.


    Klingt ein bisschen nach einer angehenden Leinenaggression und ist wieder eine andere Baustelle.
    Wenn sich der Kontakt nicht vermeiden lässt, dann würde ich mich als Erstmaßnahme aus der Situation entfernen. Entweder kommentarlos oder mit einem ruhig gesprochenem "Nein" o.ä. vom Traktor, Mensch, Hund usw weggehen, um Hundi zu zeigen, dass du dieses Verhalten nicht tolerierst.
    Sobald er wieder ruhig ist kannst du mit ihm spielen, ihn loben usw.

    Zitat

    Ohne Ablenkung ist er folgsam, aber wehe es kommt jemand. Dann brennen bei ihm alle Kabel durch.
    Ich habe Angst, dass ich das niee niee niee in den Griff kriege und mich alle für einen unfähigen, dummen HH halten.


    Irgendwie sind wir doch alle unfähige und dumme HHs :D

    Nein, im ernst. Wenn er ohne Ablenkung das macht, was du von ihm willst, dann bist du auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Vielleicht hast zu schnell gesteigert? Wenn er zB ohne Ablenkung bei Fuss gehen kann, dann ist die nächste Übung Fußgehen mit einem fremden Hund in 100m Entfernung. Eine Woche später ist der fremde Hund 50 Meter entfernt und irgendwo spielt ein Kind. Danach kommt ein Traktor dazu, der vorbei fährt und ein Reiter, der am Horizont galoppiert... und so weiter. Natürlich kann man das nicht immer genauso steuern, dass da grad ein Hund in 100m Entfernung lang latscht :D
    Es geht dabei ums Prinzip. Kleine Schritte!

    In der Zwischenzeit musst DU lernen, deinem Hund keine Kommandos mehr zu geben, die er nur so halb kann. Denn dadurch provozierst du einen Trainingsrückschritt und machst es dem Hund schwerer, zu verstehen, was du willst.

  • Mach Dich nicht verrückt! Solche Phasen haben wir alle mal. Junghunde sind leider oftmals absolut nervtötend.

    1.: Führe Dir vor Augen, was er schon alles gelernt hat. Und sei stolz darauf!

    2.: Raus aus der Junghundegruppe auf dem Hundeplatz. Such Dir eine Hundeschule, die in normaler Umgebung unter Alltagsbedingungen trainiert.

  • Zitat

    Mein Hund zieht ständig an der Leine (egal welche 1m, 5m oder 10m) obwohl ich mich seit 1 Monat an Martin Rütters Tip gehalten habe, immer die Richtung zu ändern sobald der Hund vor mich läuft...
    Das Ergebnis ist, dass wir ständig nur im Kreis laufen und nicht vom Fleck kommen.

    Wenn die Methode seit einem Monat keine Verbesserung bring, ist sie nicht die richtige.
    Es gibt ziemlich viele verschiedene Methoden, "lockere Leine" zu lehren, und viele davon kann man kombinieren oder abweseln.
    Das allerwichtigste für "lockere Leine" ist Aufmerksamkeit - wenn der Hund Dir keine Aufmerksamkeit gibt, kann es nichts werden.
    Fang also mit Aufmerksamkeitsübungen an.
    Ich fange da so an:

    1. Namensspiel/Level 1:
    Namen des Hundes sagen, Leckerchen geben (egal was der Hund macht), mehrfach wiederholen, mehrmals am Tag und an vielen verschiedenen Orten "Üben" ;D
    Level 2 - mit Clicker
    Namen des Hunde sagen, wenn er Dich ansieht, clicken, Belohnung geben

    2. Blickkontakt "einfangen":
    In allen möglichen Situationen (besonders draussen) freiwilligen Blickkontakt clickern.

    3. Blickkontakt Formen:
    nachdem die Häufigkeit des Blickkontakts durch das Einfangen erhöht wurde, zögert man sekundenbruchteilweise die Länge des Blickkontaktes heraus, damit der Blickkontakt länger gehalten wird.

    4. Radiustraining im Freilauf (falls das nicht geht, an der Schleppleine:
    Stell Dir vor, Du hast einen Kreis um dich herum, mit einem Durchmesser von, sagen wir 2-3 Metern. Wenn der Hund in diesem Kreis ist, auch wenn das ehr zufällig ist, clickst Du das an. Das Leckerchen wirfst Du nach HINTEN (nimm ein, das richtig schnell kullert), denn dann muß sie auf dem Rückweg nach vorne wieder an dir vorbei laufen (und dabei durch den Kreis) - Click, Leckerchen nach hinten werfen. Wiederhol das so oft es geht - und achte auf folgendes: Bremst der Hund sich irgendwann selber aus, wenn er an Dir vorbeiläuft? Click, JACKPOT!! Wichtig ist, dass Du wirklich häufig bestärkst, je öfter desto schneller wird der Hund das gewünschte Verhalten verstehen "Gehe in der Nähe Deines Menschen".
    Nach und nach kannst Du je nach bedarf den "heißen" Radius dezimieren, sprich, es wird nur noch belohnt, wenn der Hund in einem 2.50 m Radius ist/bleibt, dann in einem 2.00 Meter, 1.50 Meter...

    Wenn Du da ein alterstaugliches "Bei Fuß" draus bauen willst, gibst Du von Anfang an gelegentlich (nicht immer, sonst wird es dem Flitzer schnell zu langweilig) genau in der Fußposition (einfach mit dem Leckerchen in die richtige position locken.


    Zitat


    Dann flippt mein Hund immer noch total aus, wenn uns jemand entgegen kommt. Egal ob Auto, Traktor, Pferd, Mensch, Hund... er will immer sofort hin und alle bespringen und begrüßen. Ich kann nur noch mit Schlepp gehen, aber auch das nützt nichts, weil mein Hund dann wie wild zieht, 2 meter hoch springt und sich wie ein Erdbeben aufführt.

    Ich weiß nicht wie ich ihn beruhigen kann. Sogar mit Putenfleisch oder Käse ist er kaum noch ansprechbar.


    oh, sowas hab ich auch zu Hause, in zweifacher Ausfertigung ;D
    Mit den beiden spiele ich "Wo ist XY?"-Spiele (gib das in die Suchfunktion ein, ich hab das letzte Woche mehrfach beschrieben) - XY steht dabei für eine "Kategorie" von Dingen, die der Hund aufregend findet - z.B. "wo ist der Hund?", "Wo ist der Mann?", "Wo ist das Auto?"

    Wenn er so ein toller Horizontal-Bungee-Springer ist, bau auch einen angekündigten Geschirrgriff auf (Suchfunktion). Das senkrechte Abheben kannst Du ganz gut verhindern, wenn Du so auf die Leine trittst, dass diese noch lang genug zum graden stehen, aber nicht zum hochspringen ist. In der Position kann man dann toll "Wo ist XY?" spielen.

    Zitat

    WEil ich nun das Gefühl habe, gar nichts auf die Reihe zu kriegen, werde ich soooo wütend auf mich, auf meinen Hund... hab ihn heute zum ersten Mal total angebrüllt. Das hat ihn total beeindruckt - aber ich will mit meinem Hund nicht brüllen.

    Ach, das ist bestimmt auch schon jedem mal passiert, aber Du hast recht, es hilft nicht nachhaltig. Versuch am besten gar nichts zu sagen, - ausser natürlich du spielst "Wo ist XY?" - obwohl das auch ohne reden geht.
    Versuch ruhig, sanft, recht leise und mit relativ tiever Stimme zu sprechen - nicht böse! Man ist überrascht, wie viel aufmerksamer sie werden, je genauer sie hinhören müssen :hust:

    Das schwierigste bei der Sache ist, dass man sich wirklich ganz auf seinen Hund konzentriert, und sich nicht mit den "betroffenen" Passanten, oder wem auch immer unterhalten oder gr rumstreiten kann. Wenn Du antworten MUSST, warum auch immer sprich in der gleichen tiefergelegten Säuselstimme in Richtung Hund, damit der mit seiner aufmerksamkeit bei Dir bleiben kann, und nicht abdriftet.


    Zitat

    Wir sind in einer super guten Hundeschule (jedenfalls haben unsere Trainer 6 sehr gehorsame, glücklich wirkende Hunde), wenn wir dort sind klappt alles soweit sehr gut.
    Aber zu Hause ist es eine Kathastrophe.

    Ohne Ablenkung ist er folgsam, aber wehe es kommt jemand. Dann brennen bei ihm alle Kabel durch.
    Ich habe Angst, dass ich das niee niee niee in den Griff kriege und mich alle für einen unfähigen, dummen HH halten.

    Das die Hunde gut erzogen sind, ist schon mal fein. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, es gibt Hunde, die ganz leicht zu erziehen sind, und andere an denen man sich schon ganz schön die Zähne ausbeissen kann - und man kann beim "ergebnis" nicht immer sehen, wie viel Erfahrung, Können etc. tatsächlich hinter der Sache stecken - damit wollte ich KEIN Urteil über die Trainer abgeben ;) - ich kenne die schließlich nicht!

    Doch, das bekommst Du in den Griff. Der Anfang ist gelegt, nur hast Du einige Zwischenschritte übersprungen - die müssen jetzt eben nachgeholt werden, aber mit den richtign mitteln bekommst Du das in den Griff!!

  • hey Lillan das was du zu anfang beschrieben hast- habe ich mit meinem kurzen auch durch. was euch in erster linie weiter hilft ist ruhe und gelassenheit von deiner seite!

    mir hat der gedanke geholfen, dass mein hund ein super peinlicher depp ist und ich konnte mich herzhaft über ihn amüsieren. davor gab es tage, da hätte ich ihn täglich an die wand tackern können und manchmal habe ich darüber nachgedacht, wie schön es doch wäre, wenn ich keinen hund hätte. O.o

    Was mein großer Fehler war- ich habe zuviel Gedöns drumherum gemacht, mutierte zum Leckerlieautomaten, Hampelmann und Pausenclown nur um die gunst meines jungen schnösels zu gewinnen.
    Eigentlich hätte es andersrum sein müssen, schließlich ist der Hund von mir abhänging und ich nicht von ihm.

    die größte baustellen die wir zu der zeit hatten waren/sind:

    - das streunen was bei mir starke magenschmerzen verursacht hat
    - seit einsetzen der pubertät war die leinenführigkeit nicht mehr vorhanden und mein junger hund sprang bei jedem furz in die leine und riss mich fast zu boden bzw kugelte mir fast den arm aus.
    - verbellen von menschen im freilauf und an der leine
    - alles war interessanter als ich, er holte sich zwar das lecker ab, machte sich dann wieder aus dem staub.

    jetzt sieht es so aus:

    - mein hund läuft jetzt nicht weiter als 3- 5 meter weg, wenn er offline läuft (davor waren 500 meter keine seltenheit und stundenlanges- auf den hund warten)
    - leinenführigkeit ist an manchen tagen perfekt, wenn er wieder einen pubertätsschub kriegt oder andere hunde in sicht sind, dann zieht er- aber das ist wesentlich besser geworden, als noch vor ein paar wochen.
    - das verbellen von menschen ist fast abgeklungen, auf dem grundstück (garten) sehe ich es nicht als schlimm an, wenn er anderen mitteilt, dass unbefugtes betreten verboten ist- wir haben uns darauf geeinigt, dass wenn ich ihn rufe- er damit aufhört. und das klappt super. er kommt dann auch ganz schnell wieder "runter".
    - andere Hunde sind zwar nach wie vor interessant, wenn wir denen begegnen, aber es ist nicht mehr so extrem finde ich. Er schaut nach mir, was er das letzte mal als welpe gemacht hat und darauf bin ich mega stolz. :D

    wie haben wir das ind en griff bekommen :???:
    tja das kam nach und nach. Dazu muß ich sagen, dass wir zu hause einiges umstrukturiert haben.
    der hund bekam keine aufmerksamkeit zu hause.
    alles was er tat, ignorierte ich und nervte er zum Beispiel mit einem Spielzeug, habe ich ihn weggeschickt.

    er bekam sein futter wie gewohnt, aber keine netten worte oder streicheleinheiten, außer ich wollte kontakt zu ihm aufnehmen.
    hatte ich genug vom streicheln und knuddeln, habe ich den kontakt beendet.
    man mag gar nicht glauben, was der junge schnösel für eine verwandlung durchmachte. wenn ich ihn ansprach, war er aufmerksam und wollte wissen, was ich von ihm wollte.

    draußen das gleiche spiel: ignorieren meinerseits.
    schaute er nach mir, habe ich den blickkontakt gelobt. ansonsten gab es nix.
    sein spielzeug setzte ich dosiert ein, so das es für ihn wieder etwas besonderes wurde, mit mir zu spielen.

    ich musste unsere bindung aufbauen, ich dachte, wir hätten eine bindung...aber anscheinend war das nicht der fall.
    dann suchten wir uns eine gemeinsame beschäftigung: die gemeinsame jagd. das heißt: ich begann, dem hund fährten zu legen, die wir gemeinsam verfolgten.

    was ich auch für den bindungsaufbau tat: futterspiele mit dem kurzen. um die leinenführigkeit und unsere bindung zu verbessern bewaffnete ich mich mit einer handvoll TroFu. ab und zu ließ ich ein paar brocken hinter mich, neben mir fallen, die der hund begeistert jagen durfte.
    sprach ich den kurzen mit namen an und er nahm blickkontakt auf, rollte das nächste bröckchen über den boden.
    er hielt sich dann in meiner nähe auf, um den nächsten rollenden futterbrocken nicht zu verpassen.

    spannte sich die leine, sprach ich den hund an. mit einem "nein" und wechselte die richtung. lief er an mir vorbei: richtungswechsel.
    in ganz harten fällen (wenn gar nix mehr ging) ein behertzer block und hund hinten "geparkt". er durfte mich dann gar nicht mehr überholen, versuchte er es, wurde er beim überschreiten der roten linie (in höhe meines knies) von mir angerämpelt und wieder hinten geparkt.
    hier habe ich versucht, ruhe reinzubringen. nachdem der kurze hinten war, hielt ich kurz an, wir verschnauften einen moment und dann gings weiter.
    ich wendete eigentlich alle gängigen mittel zum übend er leinenführigkeit an, die ich gelesen hatte und die, die mir im verein gezeigt wurden.

    was auch zusätzlich spannung von der leine nahm: ein kurzes zuppeln mit der leine, in verbindung mit einem "nein".

    es gibt nichts schlimmeres, als einen 35 kg hund, der mit seinem gewicht in der leine steht oder wie ein vollidiot reinsprintet und sich fast das genick bricht. :gott:
    man das war echt ätzend.
    es ist schön, dass wir das jetzt so gut -wie- im griff haben.
    probier einfach aus, was für dich und deinen hund das richtige ist.
    viele wege führen nach rom ;)

    unsere bindungsarbeit:

    ich kann ja mal kurz auffüren, was wir für futterspiele gemacht haben:

    - den hund fixieren: du bindest deinen hund irgendwo an, zB an einem zaun. jedes mal, wenn dich dein hund anguckt, bekommt er ein lecker und ein verbales lob du sprichst ihn aber nicht an, sondern wartest auf den blickkontakt.

    - ranruf- spiel: der hund wird an einer flexi befestigt und ein helfer hält die leine.
    du rufst den namen des hundes. kommt er freudig heran, soll er am besten vorsitzen und dich ansehen. wenn er das macht, bekommt der hund das lecker. danach wird er ignoriert.
    der hund geht jetzt womöglich schnüffeln. dann das gleiche spiel: der name des hundes wird gerufen, er sitzt vor und bekommt sein lecker.

    - die futterspiele mit dem TroFu (wie ich es oben beschrieben habe).

    zum thema spielen:

    am anfang haben wir beutefangspiele gespielt, mit zwei bällen.
    ich warf einen ball über den hund, zB wenn er im platz lag, er jagte der beute hinterher und wenn er nahe heran war, zog ich den zweiten ball hervor, machte die beute interessant und warf diese dann weg.

    da mein hund ein jäger ist, habe ich die beutefangspiele stark reduziert und jetzt läuft alles über impulskontrolle, wenn ich etwas werfe.
    das heißt: ball wird geworfen und hund darf ihn erst holen, wenn er gelandet ist.
    dabei kann herr hund den ball im hohen gras toll suchen und tut was für seinen kopf. bringt er den ball, dann zerren wir um die wette.

    jetzt benutze ich eine beisswurst, mit der ich beim hund die befehle: platz, sitz, hier und fuß trainiere.
    da mein hund sehr gerne spielt, ist die belohnung mit spielzeug wesentlich attraktiver für ihn, als belohnung mit leckerchen.
    ausserdem kann er, wenn er die beute bekommt, mit mir zerren und zeigen, wie stark er geworden ist. es ist ein spiel, was uns beiden spaß macht.

    unsere beziehung ist jetzt wesentlich besser geworden. ich hätte auch nie gedacht, was für ein wichtiges kommunikationsmittel ignorieren sein kann.
    mein hund ist ein typ, der gern mal mist macht. er ist ein sturer, eigensinniger kerl, der nur flusen im kopf hat. gestern gab es zum beispiel eine situation (ich habe ihn von der leine gelassen) in der er mein "komm" ignorieren und mit einem stöckchen eine anhöhe erklimmen wollte. da hielt er inne und glotzte nur. ich merkte, dass er kurz davor war, seinen kopf durchzusetzen und stiften gehen wollte. O.o
    in dieser situation war es wichtig, gelassen zu bleiben und keine unsicherheit ihm gegenüber zu zeigen.

    ich rief noch mal nach ihm, dieses mal etwas böser. er glotz nur. im nächsten moment schlug ein stein neben ihm ein und er überlegte es sich anders :lol:
    für sein kommen habe ich ihn gelobt und die sache war vergessen.
    ich finde es jetzt wichtig, dass mein hund ruhig wissen darf, wann bei mir "ende im gelände" ist.
    das gehört genauso dazu, wie spaß miteinander haben.
    Das war ein weiteres Problem: ich habe den hund zu sehr in watte gepackt und mich nicht bei ihm durchgesetzt.
    Ein junger hund kann ruhig wissen, wann er eine grenze überschreitet und wann nicht.
    früher hätte ich so in der situation reagiert: ich hätte an der stelle verharrt und mit einem leckerchen um seine gunst gebettelt, so wie es mir früher in einer hundeshule gezeigt wurde. wahrscheinlich wäre ich auch in die entgegen gesetzte richtung gerannt oder hätte mich versteckt (was meinen jungschnösel nicht die bohne interessiert).
    das alles gibts jetzt nicht mehr.


    oh man jetzt habe ich aber ganz schön viel geschrieben.....
    und ich hoffe, dass es jetzt nicht soviel stoff auf einmal war.
    hab geduld mit deinem jungen hund, die hatte ich am anfang nicht.

    manchmal ist weniger mehr.

    liebe grüße

    biggi

  • achso zum thema anspringen: das wurde meinem jungen hund von anfang an madig gemacht.
    es gehört sich einfach nicht, wenn der hund einen fremden menschen durch anspringen belästigt.

    manchmal ist es einem nicht bewusst, wo genau das problem anfängt. bei uns war es mit dem erscheinen von besuch so. der junge hund wurde von jeden freudig begrüßt und anspringen "war ja total knuffig".

    als der hund größer wurde, wusste ich, dass es so nicht weiter gehen konnte. :lol: wenn besuch kam, leinte ich den hund an und stellte mich beim öffnen der tür auf die leine, so dass der hund kein erfolgserlebnis mehr hatte, an dem besuch hochzuspringen.

    im nächsten schritt gewöhnte ich den hund an, dass er auf seinen platz liegen blieb, wenn besuch kam.
    meinen besuch impfte ich ein, den hund nicht zu beachten, egal was er tat.
    mit der zeit war anspringen von besuch doof, da er keine aufmerksamkeit bekam.

    und das gleiche übrtrug ich auf draußen. lief er an der leine und ich wollte mich mit jemanden unterhalten, stellte ich mich so auf die leine, dass er an der person nicht hochspringen konnte.

    im freilauf gab es mecker, wenn er auf die idee kam, trotz meinem "nein" eine person anzuspringen. es kam dann immer seltener vor, dass er das im freilauf versuchte.

    einmal war es auch so, das jemand reflexartig sein knie hochzog und der hund in das knie reinsprang- danach war das thema anspringen von fremden leuten- durch.

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