Hund beißt grundlos

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  • Ja, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll...

    Am besten mal ganz von vorne:

    Seit 12 Jahren lebt mit unser vierköpfigen Familie auch ein kleines Fellfreudenwunder. Unser Brando hat schon manches in seinem Leben mitgemacht:
    Mit 3 Jahren das erste Mal Diagnose Krebs... mit 4 ein Rückfall, wieder OP. Mit 6 Diagnose Muskelschwund: Termin zum Einschläfern stand (wer schonmal sehen musste, wie sein Hund das ihm gegebene Leckerli nicht mehr fressen kann vor Schmerzen, wird verstehen), aber wie durch ein Wunder hat er es nochmal gepackt und zeigte von einem Tag auf den anderen absolute Genesung, der alte Lump :D

    In den nächsten 3 Jahren noch 2 Pericardergüsse (Herzbeutelflüssigkeit drückt aufs Herz) inklusive rasanter Fahrten in die Klinik.
    Danach noch eine Hornhautverletzung auf dem linken Auge, was ihn dort anscheinend sein Augenlicht kostete bzw. seine Sehkraft enorm eingeschränkt hat.

    Und jetzt vor ca. einem 3/4 Jahr wieder ein Walnussgroßer offener Tumor an der Schulter, welches ihn in einer OP auch ca. 1/4 selbiger gekostet hat. Wir hatten, weil es ihm nach der OP so schlecht ging, auch schon wieder einen Termin zum Einschläfern ( 2 Wochen lang völlige Apathie, Fressunlust, Schmerzen uswusf. ) welchen unser kleiner aber doch wieder völlig überraschend 2 Tage davor mit auf einmal quicklebendiger Lebensweise "zunichte" machte. Die Ärzte geben ihm aufgrund der Tatsache dass der Tumor schon weit Richtung Kopf und innere Organe gestreut hat noch ein 3/4, maximal 1 Jahr.

    Ich erzähle euch dieses, damit ihr evtl. einen kleinen Einblick in die Lage bekommt, in der meine Familie und ich uns gerade befinden.

    Nun zum eigentlichen Problem:
    Seit ca. 4 Monaten stellen wir eine sehr unangenehme "Wesensveränderung" bei unserem Hund fest. Er beißt grundlos... Und ich meine nicht das "grundlos", sondern aus Gründen, die in keinster Weise auch nur annähernd irgendwie erkennbar sind.

    Er liegt z.B. völlig entspannt auf seinem Platz, registriert ein- und ausgehende Personen maximal mit einem Blinzeln der Augen oder einem Blick, wer denn da kommt. Ist danach aber wieder völlig entspannt und schläft. Und sobald dann, egal welche Person, mal zufällig hereinkommt oder vorbei geht, springt er auf, zähnefletschend, direkt und einfach nur aggressiv ohne Warnung auf die Person zu und beißt. Kein Drohen, kein Zwicken, kein Kleidungszerren... Beißen, auch blutig. Man könnte meinen er erhält einen Reiz oder einfach einfach nur etwas, was ihn triggert und er rastet aus.

    Was mich dabei am meisten irritiert, ist folgendes: Unser "Kleiner" ist grundsätzlich ein sehr dominantes Tier, der nahezu schon immer versucht hat, seine Grenzen aus zu testen. Wenn man ihn mal von seinem Platz runterscheucht, kommt schonmal vllt. in 9/10 Fällen ein kleiner Knurrer, welcher aber sofort unterbunden wird. Kommandos, Lefzengriff, evtl. sogar Rückenlage... Und danach ist Ruhe. Punkt. Hund trollt sich und gut. Beißen war und ist niemals ein Thema gewesen.

    Wenn er aber eine seiner anfallartigen Aggressionen hat, ist er nicht mehr zu handlen (seitdem auch 100% kurze Leine beim Spaziergang uswusf.). Er fokusiert seinen "Gegner" über 10-15min und sobald die Person auch nur in Bellweite ist, scheint der totale Hass auszubrechen. Er versucht auch aktiv, in die Reichweite der gerade betroffenen Personen zu kommen und versucht nichtmal, irgendwie auszuweichen. Ich hoffe, ihr könnt nachvollziehen, was ich meine. Das "aller beste" ist dann, sobald 5 Minuten Ruhe eingekehrt sind, ist der ganze Spuk vorbei. Der selbige anscheinende Auslöser der Attacke intressiert ihn nicht mehr. Keine Reaktion außer "bedingungslose Liebe", wie man sie von Hunden kennt :???:

    Ich könnte noch mehr Geschichten von diesen anscheinend willkürlichen Attacken erzählen, aber dann würde der Roman noch länger werden.

    Meine eigentliche Frage ist nun: Hat jemand Erfahrung mit so etwas? Mir ist bewusst, dass ein Hund nicht grundlos angreift, aber irgendwas muss es ja sein.
    Hat vielleicht schonmal jemand Erfahrung mit erkrankten Hunden und ihrem Wesen gemacht? Die TÄ sind der Ansicht, dass Metastasen vom Krebs im Gehirn/Kopf so etwas auslösen können, konnten aber bei ihren Untersuchungen bisher nichts feststellen, dass so etwas auslösen könnte. Darum unsere Ratlosigkeit...

    Wir sind halt am Ende mit unserem Latein und ich denke, dass wenn unsere Erziehungsmaßnahmen nicht mehr greifen ( und das tun sie in solchen Fällen nicht mehr, ansonsten eben schon), dem ganzen zur eigenen und zur Sicherheit anderer ein Ende gemacht werden muss.

    Unser Konflikt dabei ist halt einfach: Der Hund ist quietschlebendig, glücklich und so lebensfroh, dass es mir einfach nicht richtig erscheint. Aber man möchte auch nicht mit einer shizophrenen Zeitbombe unter einem Dach leben, die in 9/10 Fällen super zu handlen ist, aber man in dem einen Fall Angst haben muss... Aber liegt es nun an der Erziehung oder an seinen Krankheiten? Wird er senil? :schockiert: Ich bin für jeden Hinweis, der uns in die richtige Richtung bringen könnte, dankbar :gott:

    Ich verbleibe einfach mal mit tierischen Grüßen und der Hoffnung auf gute Ratschläge und wünsche euch einen schönen Abend :)

    edit: Oh, ist etwas lang geworden :X Falls zu lang, bitte einfach Bescheid geben oder selber kürzen.

  • Ich würd einfach mal (bei der ganzen Vorgeschichte) sagen, daß er Schmerzen hat. Das ist oft ein Grund für scheinbar grundlose, aggressive Verhaltensänderungen. :|

  • Danke erstmal fürs Lesen, ist wirklich lang geworden :X

    Der Gedanke kam uns schon, stellen wir aber eher hinten an... Wenn der Hund denn Schmerzen hätte, die zu solchen Aggressionen führen, verstehe ich nicht, warum andere Personen absolut nichts zu befürchten haben in diesem Moment. Ich kann Erziehungsmaßnahmen anwenden, ohne Probleme. Aber sobald die gerade betroffene Person den Raum wieder betritt, ist Terror ( wo ich aber auch eingreifen kann, ohne mich selbst in Gefahr zu begeben ). Das trifft auch auf alle anderen Familienmitglieder zu, außer auf denjenigen, der es halt "gerade abkriegt". Sollte ich mich da irren und schmerzbedingte Aggression äußert sich auch so zielgerichtet, lasse ich mich gerne belehren. Ich bitte sogar darum, dann hätte ich endlich mal einen Anhaltspunkt :gott:

    An einem Tag "fällt" unser "Kleiner" Muttern an, ich "bändige" ihn. Am nächsten Tag genau anders herum...

    Es hört sich vielleicht bescheuert an, aber wir sind ratlos :/

  • Wie zielgerichtet sich solche Aggressionen äußern, kann ich Dir nicht sagen, da ich das bisher noch nicht persönlich erlebt habe.
    Vielleicht haben sich aber wirklich Tumore im Kopf gebildet, was zu solchen....nun sagen wir Aussetzern führt?!?!?

    Du kennst Deinen Hund besser....abgesehen davon, daß es grundlos "erscheint", wirkt es auf Dich wie ein Aussetzer? Dann würde ich den Kopf nochmal ganz genau untersuchen lassen.

  • Wie reagiert er denn, wenn man ihn anfässt? Zuckt er zusammen, Beschwichtigungssignale? Oder kann man ihn ohne Probleme streicheln. Vielleicht hat auch einfach nur Angst, das ihm jemand weh tun könnte.

    Du sagtest, er wird plötzlich aggressiv wenn jemand wieder reinkommt. Liegt sein Platz nahe der Tür oder kann man schön im Bogen dran vorbeilaufen? Vielleicht hat er Angst übersehen zu werden oder so. Bei Menschen gibt es ja auch ganz viele negative und schrecklich Wesensveränderungen bei Krebs :-(

    Vielleicht kannst du mal genauer schildern, wo denn seine Schlafplätze sind, kommt es zu jeder Tageszeit vor? Oder nur wenn es dunkler wird?

    Viele liebe Grüße

  • Der Hund einer Freundin von mir hatte auch sehr ähnliche "Anwandlungen" und bei ihm wurde ein Tumor im Gehirn festgestellt, der diese Aggressionen ausgelöst hatte.

    Da würde ich auch fast drauf tippen. Oder eben vielleicht Schmerzen bzw. vielleicht auch solch ein Verhalten, dass sich aufgebaut hat nach zahlreichen OPs, vielen Schmerzen usw.?

  • Hallo,

    wurde denn mal ein Kopf-CT gemacht?
    Mich wundert es ehrlich gesagt, dass er auch gegen euch geht. Das wirkt so, als wäre er nicht er selbst.

    Das mit den Schlafplätzen hätte ich jetzt auch gefragt und ob ihr da etwas verändert habt?

    Haben die Situationen irgendwelche Gemeinsamkeiten?
    Also tritt das zuhause nur auf wenn er auf seinem Platz liegt?

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Ich würde auch zu enem Hundeneurologen gehen, damit das genau untersucht werden kann.

  • Zitat


    Was mich dabei am meisten irritiert, ist folgendes: Unser "Kleiner" ist grundsätzlich ein sehr dominantes Tier, der nahezu schon immer versucht hat, seine Grenzen aus zu testen. Wenn man ihn mal von seinem Platz runterscheucht, kommt schonmal vllt. in 9/10 Fällen ein kleiner Knurrer, welcher aber sofort unterbunden wird. Kommandos, Lefzengriff, evtl. sogar Rückenlage... Und danach ist Ruhe. Punkt. Hund trollt sich und gut. Beißen war und ist niemals ein Thema gewesen.

    Das würd ich auch sofort lassen. Ich bin nicht so der freund davon, den Hunden das knurren zu verbieten. Wenn sie nicht warnen dürfen, beissen sie gleich zu.... :gott:

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