Unser Benny kann gar nicht mit seinen Artgenossen

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  • Hallo zusammen,

    wir haben schon sehr viel mit unserem Benny versucht, doch so wirklich fruchten konnte bisher nichts.

    Zu unserem Problem:

    Immer wenn Benny einen anderen Hund sieht oder auch nur wittert, fängt er lauthals an zu bellen und reagiert auf gar nichts mehr. Er wird regelrecht hysterisch.

    Zu Benny:

    Benny haben wir nun seit Juli 2009. Er ist laut Pass 6 Jahre alt und kommt aus Spanien. Wir haben ihn aus dem Tierschutz und ist Mischling. Aus was, kann man nur sehr schwer sagen. Wir vermuten, es steckt was von Dackel und Labrador drin. Zu seiner Vorgeschichte können wir nur sagen, dass er von seinen eigenen Haltern in Spanien zur Tötungsstation gebracht wurde. Von Santorini ist er dann nach Deutschland und schließlich zu uns gekommen.

    Da wir absolute Anfänger sind, haben wir uns auch gleich einen Hundetrainer gesucht, mit dem wir den Umgang gelernt haben. Grundsätzlich hat das auch gut funktioniert. Grundlegende Dinge wie "sitz", "platz", "hier" und "bleib" hat er schnell gelernt. Doch immer wenn er auf andere Hunde trifft, rastet er völlig aus. Laut unserem Trainer sollten wir dann immer versuchen ihn ins "sitz" zu bekommen und zu bestätigen, wenn er ruhig ist... doch genau daran scheitert es: Er reißt und zieht an der Leine, bellt und jault, er macht ne Sekunde platz und springt gleich wieder los.

    Da wir diesbzgl. keine Fortschritte mehr erzielen konnten, sind wir zu einer Trainerin, die auch Tierpsychologin ist. Sie meinte es läge an einer fehlenden Sozialisierung. Also haben wir einen Sozialisierungskurs besucht. Und siehe da, nach 3 oder 4 Malen war es deutlich besser... doch nur auf dem Übungsplatz. Kaum aus der Tür raus, flippt er wieder völlig aus.

    Laut Trainerin läge das wohl daran, dass er auf dem Hundeplatz assoziiert "klappe halten". Draußen aber will er alles verteidigen.

    Wir haben wirklich schon sehr viel probiert. Sind auch eher Freunde der Bestätigungs-Erziehung als von Bestrafung. Letzlich ließen wir uns dazu durchringen, mit einer Wasserpistole zu üben. Wenn er anfängt, sollen wir ihm ins Ohr spritzen. Aber wir haben sehr schnell festgestellt, dass es ihn eher noch mehr anstachelt.

    Habt Ihr vielleicht noch eine Idee, was wir tun können, damit er seinesgleichen akzeptiert?

    Gruß
    Kai

  • Wenn es denn auch der dritte Trainer ist, so kann ich euch zumindest eine sehr kompetente empfehlen, die euch wirklich helfen kann.

    Telefonier mal mit Ellen Friedrich. Das ist zwar ein Stück weg, aber ich glaube nicht, daß ihr euch oft treffen müßt, um das Problem in den Griff zu bekommen.

    Derzeit arbeitet ihr nur an dem Problem, was offensichtlich ist und da kommt ihr gar nicht an den Hund heran. Siehe Wasserpistole, die es nur schlimmer macht.
    Es bedarf ein wenig Vorarbeit und Änderung von kleinen Alltagsdingen, damit der Hund auch in diesen Situationen für euch ansprechbar bleibt, ihr sozusagen das Recht habt, ein gesittetes Benehmen von ihm zu verlangen.

    Erst, wenn der Hund entspannter wird und sich andere Hunde ruhig anschauen kann, erst dann wird er auch mit ihnen kommunizieren, Kontakt aufnehmen können.
    Richtig angegangen ist euer Problem gar nicht so dramatisch und umfangreich.

    Gruß, staffy

  • Hallo Staffy,

    danke für den Tipp. War eben schonmal auf der Homepage von "Der rote Hund". Es klingt auf jeden Fall schonmal nach einer Option!

    Ich bzw. wir fragen uns nur ein wenig, ob es Sinn macht wieder eine neue Trainerin einzuspannen. Unsere bisherige schein uns schon kompetent zu sein.

    Gruß
    Kai

  • Wenn sie so kompetent wäre, dann würdest du hier nicht fragen, sondern würdest in sichtbaren Schritten auf eine Besserung zugehen ;-)

    Du hast ja nur eine Kurzfassung geschrieben und dabei gehts nur um das Verhalten draussen. Habt ihr Verhaltensregeln für drinne bekommen, Dinge, die ihr ohne jegliche Ablenkung alleine übt ?
    Hat sie euch gezeigt, wie ihr überhaupt erstmal erreicht, daß sich der Hund an euch orientiert, daß er nach euch schaut und "nachfragt" ?

    Gewöhnlich fängt man im Stillen an, arbeitet an der Basis, den einfachen Dingen, klärt die Kompetenzen und arbeitet so vor, damit man später bei entsprechendem Verhalten einfacher reagieren kann.

    Vereinfacht gesagt: Jetzt reagiert dein Hund so heftig, daß du selber sehr laut, körperlich etc. werden mußt, um überhaupt vom Hund wahrgenommen zu werden. Das sind aber alles Dinge, die den Hund noch mehr in Rage bringen - ist ja auch deine Erfahrung.
    Hier würde man viel eher ansetzen. Kleine Dinge klären, Situationen, wo der Hund noch ansprechbar ist, den Hund für die Kommunikation sensibilisieren und erst dann würde man den Konflikt "Hundebegegnung" angehen. An dem Punkt würde dann ein leichtes Einwirken reichen, um dem Hund zum einen die Sicherheit zu geben nicht nach vorne gehen zu müssen und zum anderen das Recht zu haben, ein gesittetes Verhalten von ihm zu verlangen.

    So würde Ellen arbeiten.

    Ich kenne euren Trainer nicht, weiß aber, daß es leider wenige wirklich kompetente gibt. Wenn ihr das Gefühl habt, es wird nicht besser, ihr kommt nicht weiter oder es gibt für euch keine nachvollziehbaren Ansätze, dann vergeude nicht zuviel Zeit, euer Problem darf kein halbes Jahr dauern.

    Gruß, staffy

  • Hey Staffy,

    wo du Recht hast, hast du Recht :headbash: Also wenn wir weniger als 1/2 Jahr bräuchten, um das in den Griff zu bekommen, wäre genial! Die beiden Trainer meinten beide - unabhängig voneinander - das kann mehrere Jahre dauern.

    Habe Frau Friedrich auch bereits eine E-Mail geschrieben. Bin mal auf Ihre Antwort gespannt.

    An sich haben wir schon sehr strikte Regeln mit dem Umgang in der Wohnung. Zum Beispiel essen wir vor ihm, er darf nicht auf die Couch, Bett, etc., wir gehen immer zuerst aus der Tür, bevor es raus geht muss er sitz machen, usw.

    Zu Hause ist Benny auch ein völlig anderer Hund. Wir können faktisch alles mit Ihm machen. Auch gehorcht er super. Draußen an sich auch... solange keine Ablenkung kommt.

    Vertrauensübungen machen wir auch. Z.B. laufen wir viel mit der Schleppleine. Funktioniert super! Auf Richtungswechsel reagiert er sofort und ist auch immer in unmittelbarer Nähe.
    Beim Slalomlauf braucht er meist mal nen Moment, aber dann klappt das auch.
    Kannst du mir aber kurz erklären, was du mit "dass sich der Hund an euch orientiert" meinst? Denn da möchte ich beinahe sagen nein... aber weiß nicht genau, was du damit meinst.

    Gruß
    Kai

  • "An euch orientieren" heißt, daß der Hund immer einen Teil seiner Gedanken bei dir hat. Er achtet auf dich, weiß, wo du bist, was du tust und reagiert auf leise Ansprachen.
    Natürlich nicht im übertriebenen Sinne von "der Hund glotz dich die ganze Zeit an und schleicht neben dir her".
    Hunde sehen gut im Augenwinkel, können ein halbes Ohr auf einen richten, trödeln auf Kreuzungen herum, um deine Entscheidung wo es hingeht abzuwarten. Und wenn "Gefahr im Verzug" ist, sich andere Menschen, Hunde, etc. nähern, kommt - je nachdem was man trainiert - die Rückfrage an dich, oder der Hund bleibt in deiner Nähe.

    Das Gegenteil wäre ein Hund, der sich völlig verliert, der gedanklich ganz anders, weit weg ist, in die Leine rennt, die Umgebung scannt, je nach Ablenkung nicht mehr ansprechbar ist, der in seiner eigenen WElt versunken ist.

    Verständlich ?

    Gruß, staffy

  • Zitat

    "An euch orientieren" heißt, daß der Hund immer einen Teil seiner Gedanken bei dir hat. Er achtet auf dich, weiß, wo du bist, was du tust und reagiert auf leise Ansprachen.
    Natürlich nicht im übertriebenen Sinne von "der Hund glotz dich die ganze Zeit an und schleicht neben dir her".
    Hunde sehen gut im Augenwinkel, können ein halbes Ohr auf einen richten, trödeln auf Kreuzungen herum, um deine Entscheidung wo es hingeht abzuwarten. Und wenn "Gefahr im Verzug" ist, sich andere Menschen, Hunde, etc. nähern, kommt - je nachdem was man trainiert - die Rückfrage an dich, oder der Hund bleibt in deiner Nähe.

    Das Gegenteil wäre ein Hund, der sich völlig verliert, der gedanklich ganz anders, weit weg ist, in die Leine rennt, die Umgebung scannt, je nach Ablenkung nicht mehr ansprechbar ist, der in seiner eigenen WElt versunken ist.

    Verständlich ?

    Gruß, staffy


    hallo staffy,

    du hast es aber drauf! mit der letzten passage identifiziere ich unseren
    kleinen welpen. er lebt total in seiner welt und ist darin glücklich. er scannt die gegend und rennt den blättern hinterher und all den wundersamen dingen, die sich zeigen. ich hingegen, renne ihm hinterher.
    ich habe durch das lesen deines schreibens schon sehr deutlich meine fehler im umgang mit ihm erkennen können.

    teilweise gefällt mir ja diese verspielte und vollkommen interessierte art von ihm. er lebt so intensiv und voller freude. das gefällt mir auch an kindern so gut. aber da muss es ja dennoch richtlinien geben. gar nicht so einfach sie auf die reihe zu kriegen. vor allem verhält ausgerechnet unser hund sich grundsätzlich anders, als als die beschriebenen hunde aus den welpenbüchern. papier ist geduldig.

    schönen abend

    gruß

    lanny

  • Hallo,

    ich habe gerade gesehen, das du aus Mainz kommst.

    Ich bin aus Wiesbaden und kann dir einen Hund als Trainingspartner anbieten, da meine 3 eigentlich sehr souverän an solche Situationen rangehen wenn sie angepöbelt werden.

    Dann könntest du geziehlte Hundebegegnungen trainieren vorallem auf Entfernung und deinen Hund frühzeitig ablenken und bestärken.

    Ich komme 4 mal die Woche an dem weißen Turm vorbei, der bei der Abfahrt zur Amykaserne, da ist ja ein schönes Auslaufgebiet auch weit einsichtig, so das man für den Anfang einen großen Abstand halten kann.

    Bei Interesse geb einfach bescheid.

    Liebe Grüße

  • Hallo Staffy,
    hallo meckmeck,

    erstmal vielen Dank für eure Hilfestellungen.

    staffy
    Habe heute bereits von Ellen Friedrich eine Antwort bekommen und muss sagen, es gefällt mir gut was sie schreibt. Wir werden uns auf jeden Fall mit Ihr zu einem gemeinsamen "Beschnuppern" treffen.
    Und danke dir für deine ausführliche Erklärung. Ich kann mich Lanny nur anschließen. Du hast Ahnung von deinem Tun ;)
    Meines Erachtens ist Benny grundsätzlich bei uns. Das zeigt uns allein schon das Schleppleinentraining. Er ist selten weiter als 2 Meter von uns entfernt und bei jedem Richtungswechsel ist er sofort wieder bei uns. Es gibt dabei lediglich zwei Ausnahmen: Wie bereits mehrfach geschildert das Erscheinen anderer Hunde, sowie ab und an Fremde Leute, die direkt auf Ihn zukommen und anstarren. Wobei letzteres eher eine Ausnahme ist.

    meckmeck
    Das Angebot klingt super. Ich möchte erstmal den Termin mit der o.g. Trainerin abwarten, aber dann werden wir ganz bestimmt auf dich zukommen.
    Bin mir nur nicht ganz sicher, wo du meinst. Ist es evtl. das Gelände der alten Ziegelei?

    Gruß
    Kai

  • Zitat

    Wenn es denn auch der dritte Trainer ist, so kann ich euch zumindest eine sehr kompetente empfehlen, die euch wirklich helfen kann.

    Telefonier mal mit Ellen Friedrich. Das ist zwar ein Stück weg, aber ich glaube nicht, daß ihr euch oft treffen müßt, um das Problem in den Griff zu bekommen.

    Derzeit arbeitet ihr nur an dem Problem, was offensichtlich ist und da kommt ihr gar nicht an den Hund heran. Siehe Wasserpistole, die es nur schlimmer macht.
    Es bedarf ein wenig Vorarbeit und Änderung von kleinen Alltagsdingen, damit der Hund auch in diesen Situationen für euch ansprechbar bleibt, ihr sozusagen das Recht habt, ein gesittetes Benehmen von ihm zu verlangen.

    Erst, wenn der Hund entspannter wird und sich andere Hunde ruhig anschauen kann, erst dann wird er auch mit ihnen kommunizieren, Kontakt aufnehmen können.
    Richtig angegangen ist euer Problem gar nicht so dramatisch und umfangreich.

    Gruß, staffy


    hallo und guten tag!

    noch eine kleine anmerkung zum thema trainer.

    gute und bereits bekannte leute mit einer entsprechenden reputation, sind sehr kostspielig. und die kosten kann noch lange nicht jeder tragen. es wird sehr häufig angeraten, bestimmte leute aufzusuchen. für manche kein problem; für viele aber doch.

    und oft wird auch das argument genannt, wer das kapital nicht hat, sollte sich auch kein tier leisten. ich war früher sehr stark im tierschutz engagiert. wir waren froh über jede gute stelle, die wir für hunde in not haben finden können. oft waren leute darunter, die neben ihren kindern und den alltagskostem, kein geld für hundespezialisten hätten erübrigen können. sie haben aber mit dem hund das geteilt, was sie hatten. und das waren liebe und aldinahrung. es hat gut funktioniert. auch wenn die tiere streckenweise ein schräges verhalten zeigten, ging es den kunterbunten familien nebst tieren recht gut. natürlich nicht im anspruchvollem sinne, was gehorsam und disziplin anbelangte.

    dann gibt es auch hundehalter, die alles versuchen und von trainer zu trainer rasen und dennoch nicht an das gewünschte ziel gelangen. sich aber verantwortlich von dem hund zu trennen und ihm eine gute und neue heimat zu beschffen, käme nicht infrage. ich frage mich warum?

    wenn wir in beziehungen fehlbestzt sind, kommt es auch zu trennungen, ohne dass man für den rest seines lebens zu paartherapeuten rennt. man geht auseinander.

    ich habe in der nachbarschaft einen längeren leidensweg für hund und halter miterlebt. hundeschule, einzelstunden, gruppentraining und dergleichen steigernd mehr. als die halterin plötzlich ins krankenhaus musste und der hund bei einer familie eine notunterbringung fand, war mit einem schlag der spuk um die macken des tieres beendet. absolut. da gab es auch keine hundeschule mehr. es hat funktioniert. einfach nur durch die auflösung einer fehlkonstellation.

    das war jetzt nur eine kleine weiterführung meiner gedanken. ich habe mir staffys wunderschöne homepage angesehen und auch die ellenlange namensliste von kompetenten fachleuten durchgelesen. bleibt zu hoffen, dass viele hundehalter finanziell in der lage sein werden, gute leute engagieren zu können. und falls nicht...geduld und liebvolle akzeptanz kleineren macken gegenüber,können auch gute berater sein.

    lieben gruß

    lanny

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