Mein Pflegehund und seine Probleme...

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  • So, hallo ihr Lieben. Ich habe in einem anderen Forum schon meine Probleme geschildert und da es viel zu schreiben gibt, kopiere ich den Text einfach mal...:

    Ich habe einen 7-jährigen unkastrierten Pflegehund (Rüde), mit dem ich täglich spazieren gehe, da die Besitzerin das selbst nicht mehr kann.
    Er ist ein Deutsch Kurzhaar Vorstehhund und hat damals dem Mann der Dame bei der Jagd geholfen. Der Mann ist aber leider vor ca. 2 Jahren verstorben.

    Das Problem fängt schon beim Abholen des Hundes an. Wenn ich klingele ist er nicht mehr zu halten und lässt sich nur sehr schwer die Leine von der Dame dranmachen. Ihm wurde wohl nicht beigebracht beim Anleinen zu sitzen...
    Wenn es dann doch klappt, bringt die Dame den Hund zur Tür und übergibt mir dir Leine. Er nimmt sie auch direkt in sein Maul und schüttelt und zerrt wie wild daran! Vielleicht vor Freude, könnte aber auch Stress sein...Oder beides? Ich versuche ihm das so abzugewöhnen, indem ich die Leine am untersten Ende (also fast schon am Halsband) in die Hand nehme, sodass er nicht mehr hineinbeißen kann. Gleichzeitig lasse ich ihn sitzen, bis er sich ein bisschen beruhigt hat. Wenn er dann normal weitergeht wird er gelobt. Mache ich es richtig? Oder habt ihr noch bessere Tipps?

    Ein weiteres Problem ist, dass er einfach nicht folgt. Ich glaube er fühlt sich als "Boss" und er meint er hat das Sagen. Das zeigt sich ja schon daran, dass er weit vor mir läuft und mich praktisch einfach nur hinterherzerrt. Kommandos wie "Sitz" oder "Platz" macht er nur nach mehrfachen wiederholen des Kommandos. "Bei Fuß" macht er gar nicht. Er schnuppert und markiert auch mal links, mal rechts, mal läuft er plötzlich wieder in die andere Richtung, was ich aber auch nicht immer zulasse. Er macht es trotzdem immer wieder.

    Jetzt komme ich aber zu den meiner Meinung nach schlimmsten Problemen: Seine Aggressivität!
    Er verträgt sich so ganz und gar nicht mit anderen Rüden. Wenn uns ein Rüde begegnet ist er kaum noch zu halten und will sofort auf ihn losgehen! Dabei zerrt er heftig, dass ich ihn grade noch so halten kann. Ich hätte es gerne so, dass er lernt diese Hunde einfach zu ignorieren und an ihnen vorbeilaufen kann, ohne so aggressiv zu werden...Wie kann ich das schaffen?

    Außerdem wird er auch aggressiv gegenüber Menschen, ich glaube weil er mich beschützen will. Da ist es egal, ob dieser Mensch auf einem Fahrrad fährt, in einem Auto sitzt, Inliner fährt, oder zu Fuß unterwegs ist. Er knurrt dann aber nicht nur, sondern springt auch auf sie zu! Das ist wirklich stressig und auch sehr unangenehm...Ich weiß einfach nicht, wie ich das hinbekommen soll, aber ich würde mir so sehr wünschen, es zu schaffen! Habt ihr Tipps für mich?

    Ich kann den armen Kerl NIE von der Leine lassen, es ist einfach unmöglich, da er ja nicht folgt. Wäre er ohne Leine unterwegs und ein Rüde würde uns entgegenkommen, wäre es schon zu spät, auch wenn er noch 30 Meter von uns entfernt wäre. Er sieht und hört dann sowieso NICHTS mehr und würde auf diesen Hund losgehen.

    Ich würde mich furchtbar freuen, wenn ihr mir so viele Tipps wie möglich geben könntet! Ich möchte es unbedingt schaffen, diesen Hund zu erziehen und wieder hinzubekommen.
    Viele liebe, aber auch etwas verzweifelte Grüße,
    Lisa.

  • Hallo Lisa und willkommen im DF :winken:

    eine schwierige Situation, da es nicht Dein Hund ist.
    Habe ich das richtig verstanden, daß die Dame ihn nicht mehr halten kann, aufgrund seines Temperaments?
    Wie wird er sonst ausgelastet? Macht sie zu Hause was mit ihm?
    Lebt er mit ihr alleine im Haus?
    Was bekommt er zu fressen und wann?

    Den Rest schreibe ich dazwischen und kennzeichne das :D

    Lisa, gibt es bei Euch eine Hundeschule? Wo kommst Du denn her, vielleicht kann Dir jemand eine Hundeschule empfehlen. Gut wäre, wenn es eine Schule mit einem eingezäunten Gelände wäre. Wo er auch mal richtig laufen kann. Er ist einfach nicht ausgelastet, so schlimm wie das ist.
    Wie lange gehst Du immer mit ihm spazieren?

    Gruß
    Bianca

  • Hallo :smile:

    Ja, das was er zeigt ist Stress (was auch durch Übermäßige Freude entstehen kann http://www.dog-snake.de/Stress/stress.htm). Und wenn er mit dem Leinebeißen aufhört, dann machst du das schon richtig.

    Prinzipiell dürfte der Hund nicht angeleint werden, so lange er nicht ruhig ist, hier putscht er sich nänlich schon hoch. Vielleicht kannst du das Anleinen übernehmen?


    Das der Hund vor dir läuft und dich hinterherzieht, mal nach links, rechts, vor zurück läuft, hat vielleicht damit etwas zu tun, dass er gar keine Leinenführung kennengelernt hat.

    Hier musst du immer und überall mit dem Hund an der Leinenführung arbeiten, eine tolle Anleitung findest du hier im Forum unter Knowledges.


    Außerdem u.a. in dem Buch:

    )


    Da der Hund schon Aggressionen gegen Menschen und Artgenossen zeigt, würde ich Leinenruck etc. nicht anwenden.

    Wahrscheinlich wird sich der Hund auch schwer an dir orientieren, weil du ja nur mit ihm Gassi gehst und sonst nicht sein Leben teilst?

    Ich weiß nicht, wie weit hier deine Möglichkeiten reichen, aber Handfütterung bewirkt oft Wunder.


    Wichtig ist, dass du konsequent bleibst, weil du geschrieben hast "Er schnuppert und markiert auch mal links, mal rechts, mal läuft er plötzlich wieder in die andere Richtung, was ich aber auch nicht immer zulasse"

    Nicht immer heißt: mal ja, mal nein, das ist inkonsequent ;)
    Der Hund kann so nicht verstehen, was erlaubt und was nicht erlaubt ist.

    Das dir das Rüdenproblem zu schaffen macht, glaube ich dir.
    Was mir aber mehr auf der Seele brennt, ist die Aggressionen gegen Menschen.

    Da du schreibst, dass du den Hund schon bei Rüdenbegegnungen kaum halten kannst und er bei Menschen in die Leine springt, lege ich dir an´s Herz, den Hund mit einem Maulkorb abzusichern!

    Auswahl:

    http://www.vet-doktor.de/DRUMHERUM/Maulkorb/maulkorb.html

    Gewöhnung:

    http://www.muppen-abc.lu/maulkorb.html

    Dabei wirst auch du viel ruhiger und ihr seid abgesichert!

    Um den Hund halten zu können, kann dir auch ein Bauchgurt, ein Legleader oder ein Halti (hier bitte aber über die Handhabung informieren) sehr helfen.

    http://www.eiswolf.net/Mushing/Bauchgurt.JPG

    http://www.aktiv-hund.de/images/legleader64331.jpg

    http://www.hunde-artikel.net/images/Halti_Training.jpg


    Nun noch mal zum Rüden/Menschen Problem, ich glaube, dass der Hund gar nicht richtig sozialisiert worden ist.

    Hier Bücher zum Thema Leinenagression:


    Zu dem Laufen lassen: Vielleicht kannst du dem Hund "kontrollierten" Freilauf mit einer Schleppleine erlauben, dazu muss aber schon die Leinenführung an der normalen Leine top sein!

    An der Schlepp kann dann auch der Rückruf geübt werden.

    Den Hund würde ich aber niemals ohne MK an die Schlepp nehmen, denn du weißt nie, wer um die nächsten Ecke kommt.....

    http://www.pit-staff.de/resources/Schleppleine.jpg

    Anleitungen zur Benutzung findest du in der Suche im Forum.

    Zur Auslastung solltest du mit dem Hund Nasenspiele machen (bitte keine Ballspiele, das putscht zu sehr auf)

    Du wirst es nicht leicht haben, denn der Hund hat viele Baustellen und lebt nicht mit dir zusammen (das heißt, jeder Fortschritt, kann durch das Frauchen kaputt gemacht werden), trotzdem wünsch ich euch viel Glück und hoffe, dass du uns auf den laufenden hälst =)

  • Ich kann nur von dem Gassi hund sprechen den ich früher hatte.
    Das war auch ein früher jagdlich geführter DD. Er wurde ausrangiert weil er nicht mehr das tat was er sollte.
    Dann bekamen eben die ehemaligen Nachbarn den armen hanswurst ;-)

    Der hat auch gezogen wie doof, war agressiv gegen artgenossen, erstrecht gegen Rüden (zumindest machte es immer den anschein)
    Laufen lassen konnte man ihn auch nicht, weil er eben ein "jagdhund" war und auf suche ging, und dann eben das Hunde problem.
    Hören tat er aber.
    Der Hund war auch absolut nicht ausgelastet, die gingen mit dem Hund immer nur 3 mal am tag (wenns hoch kam) und das gerade mal 5 min pro runde.
    Teilweise kam er auch nur 2 mal am tag raus und war 12 stunden über tag alleine :-(
    Nunja, irgendwann haben sie mich dann gefragt ob ich aufpasse.
    Ich bin dann mit ihm richtig gassi gegangen, auch mit unserem rüden damals zusammen, erst war es immer riesen gekeife, aber wir sind so gelaufen das sie sich sehen konnten, aber eben habe ich unseren Rüden auf distanz gehalten.
    Nach einer weile wurde unser Rüde total ignoriert ;-)
    Dann haben wir die kommandos an der leine geübt, bis die saßen.

    Nunja, und irgendwann habe ich mir dann gedacht läßte ihn mal laufen, und guckst mal (man muß dazu sagen wo ich gassi ging war ein großer komplett eingezäunter wald ;-) )

    Tja, und siehe da, er hatte keine probleme mit anderen Hunde (er hatte eben nie gelernt das die ihm nichts tun, hatte also mehr angst von den anderen hunden als das er agressiv war ;-) ) und hörte super.
    Vielleicht findest du ja einen Hund der sozial ist, und dem so ein keifender hund neben ihm nichts ausmacht.

  • Sprich doch mal mit der Besitzerin, viell. bezahlt sie dir ja mit dem Hund ein Kurs in der Hundeschule.

  • Huhu!

    Die Dame hat eine kaputte Hüfte (sie ist schon 76) und kann nicht mehr laufen, bzw. sie geht an Krücken und das auch sehr schwer, bald muss sie auch operiert werden. Was sie in der Zeit mit dem Hund vor hat, weiß ich nicht...
    Zuhause wird er also auch nicht ausgelastet. Er bekommt halt sein Futter (einmal morgens um halb zehn und abends um halb sieben. Ob er auch mittags was bekommt, weiß ich nicht. Soweit ich weiß, bekommt er Pedigree Pal gemischt mit Trofu und sie tut immer noch körnigen Frischkäse drunter, manchmal ein Ei, manchmal Nudeln/Reis.)

    Ihr Enkel wohnt mit seinem Sohn im oberen Stockwerk, im "Keller" wohnt noch jemand und ich glaube ganz oben auch noch jemand.

    Also ich gehe wenn Ferien sind, einmal morgens um 8:15 Uhr bis ca. 9:30 (wird meistens ein bisschen länger) und nochmal nachmittags von 16:15 bis ca. 17:30 (wird auch meist etwas länger). Wenn aber Schule ist, gehe ich nur nachmittags, dafür aber für zwei Stunden. Abends (und auch morgens wenn Schule ist) geht dann entweder ihr Enkel (WENN der da ist), ihre andere Mitbewohnerin oder ein Nachbar. Finde ich ehrlichgesagt viel zu viel, so kann er sich ja nie an einen "Gassi-Geher" gewöhnen...

    Ich habe auch schon überlegt ihm ein Geschirr und ne Schlepp zu kaufen, dass er wenigstens mal ein bisschen "Freilauf" hat...Der brauch das einfach, glaub ich.

    Wenn er zieht, bleib ich stehen ODER geh einfach in die andere Richtung aber oft bleibt er dann einfach stehen und guckt mich blöd an, so nach dem Motto "Ich will noch nicht nach Hause". :roll:

    Die Leine ist vielleicht 1,20m lang, bin mir aber nicht sicher...

    Ich arbeite mit Handzeichen UND Kommando, ich möchte nämlich auch, dass er auf das Kommando hört, weil er so gut wie NIE auf mich achtet. Da merkt er ja auch nicht, dass ich ein Handzeichen mache...
    Ne Pfeife hat die Dame auch zu Hause. Die wurde nur benutzt um ihn zurückzurufen, was aber auch nur funktioniert wenn weit und breit kein Rüde zu sehen ist und man weiß ja nie, wann der nächste um die Ecke biegt.

    Früher war er in einer Welpenschule. Dort hatte er auch viele Hundefreunde, Rüden und Hündinnen. Sein "Bester Freund" war ein Schäferhund-Rüde. Seit er aber erwachsen ist VERACHTET er ihn regelrecht! Es ist wirklich heftig, wenn wir dem begegnen.

    Manchmal beachtet er die Menschen gar nicht und manchmal dan viel mehr. Mir ist aufgefallen, wenn er an dem Tag sowieso sehr unruhig ist, knurrt er öfters und springt in die Leine, als an Tagen wo er ruhiger ist...Da kann ich dann auch Menschen begrüßen. Hat bestimmt auch was mit Stressabbau zu tun, oder? Er fixiert diese Menschen, sobald man sie erscheinen sieht. Man erkennt noch nicht mal ob Mann, Frau, Kind...
    Ich gehe dann immer so weit wie möglich auf die andere Seite, dass ich nicht zu nah an ihnen vorbeilaufen muss...

    In eine Hundeschule möchte ich unbedingt mit ihm gehen! Die Dame müsste sie eben zahlen, weil für mich kostet das zu viel, er muss ja Einzelstunden nehmen und es ist schließlich auch ihr Hund, der erzogen werden muss...
    Ich komme aus 79713 Bad Säckingen.

    Viiiiielen Dank für eure hilfreichen Antworten!
    Lisa

  • Viell. kann dir ja hier jemand eine gute HS in der Ecke nennen ;)

    Ich finde es toll, wie du dich um den Hund kümmerst :gut:

  • Das die Gassigänger wechseln, seh ich nicht als Problem an eher, dass jeder dann anders mit dem Hund umgeht.

    Wenn der Hund graue und blaue Tage hat, dann sollte mal ein Schilddrüsenscreening beim TA gemacht werden.

    Mit Schlepp würde ich erst arbeiten, wenn die Leinenführigkeit sitzt.
    Sonst kann das ganz böse ausgehen......

    Was ich dir noch mal an´s Herz legen möchte: gewöhne den Hund an einen Maulkorb.

  • Hallo Lisa,

    ich will ehrlich sein, ich denken nicht, daß ein Training klappen kann, wenn die Besitzerin Teile des Trainings nicht umsetzen will.

    Wäre es nicht sinnvoller, wenn der Hund in erfahrene Hände kommt? Wo er auch regelmäßigen Auslauf und eine sinnvolle Beschäftigung hat?

    Wenn man bedenkt, daß der Hund seit 2 Jahren wahrscheinlich schon unterfordert ist, dann wundert mich sein Verhalten überhaupt nicht.

    :/

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