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Fahrradausflüge mit Hund - was ist zu beachten?

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Leinenführigkeit und Ausstattung

Grundsätzlich sollte ein Hund, der am Fahrrad läuft, leinenführig sein. Das bedeutet, dass er nicht beliebig zur Seite ausschert beziehungsweise ständig die Richtung vorgeben möchte und nicht unkontrolliert zieht. Das üben Sie idealerweise auf Ihren täglichen Spaziergängen.


Dennoch kann natürlich mal ein verlockender Geruch die Sinne des Hundes dominieren oder Sie müssen abrupt bremsen. Ein gelegentlicher Ruck an der Leine ist daher nicht auszuschließen und je nach Geschwindigkeit nicht zu unterschätzen. Ein gut sitzendes gepolstertes Geschirr, welches die Bewegung nicht einengt und keinen Druck auf den Brustwirbel ausübt, kann eine sinnvolle Alternative zum Halsband sein. Es gibt auch Leinen mit elastischem Element zur Ruckdämpfung.


Sie haben mehrere Möglichkeiten, den Hund zu führen: Ein sogenannter Springer, das ist eine Stahlkonstruktion, wird am Fahrradrahmen befestigt. Daran befindet sich eine kurze Leine. Der Vorteil an dieser Lösung ist zweifelsfrei, dass Sie beide Hände frei haben. Ein Nachteil kann sein, dass Sie kaum direkt auf den Hund einwirken können. Mit der Leine in der Hand dagegen haben Sie die gewohnte direkte Verbindung zum Hund, können sie mal kürzer, mal länger greifen und den Hund bei Richtungswechseln besser lenken. Sie können Sie auch fallen lassen, wenn es mal brenzlig wird. Die dritte Möglichkeit ist ein Bauchgurt mit Leine, wie er gerne beim Joggen verwendet wird. Hier können Sie bei Bedarf ebenfalls zwischendurch nach der Leine greifen. Allerdings wirkt die Kraft, wenn der Hund mal plötzlich ausschert, auf Ihren Körper ein, was einen Unsicherheitsfaktor darstellt.

Gesundheitliche Aspekte

Ein Hund sollte ausgewachsen sein, bevor Sie Radtouren mit ihm unternehmen. Weiterhin ist wichtig, dass er über ausreichend Muskulatur und Kondition verfügt. Beides lässt sich sukzessive aufbauen, auch dann noch, wenn Sie die ersten Fahrradausflüge starten. Beginnen Sie bei einem untrainierteren Hund mit entsprechend kurzen Strecken und fahren Sie anfangs im Schritttempo. Das gibt Ihnen zugleich Gelegenheit, sich bei dieser noch ungewohnten Art der gemeinsamen Fortbewegung aufeinander einzustellen.


Ihr Hund muss natürlich über eine Konstitution verfügen, die das Laufen am Fahrrad überhaupt gestattet. Insbesondere Gelenkerkrankungen und Herz-Kreislauf-Probleme können dagegen sprechen. Auch bei übergewichtigen, besonders großen und kurzbeinigen Tieren oder solchen mit schwerem Körperbau ist eine bedachtsame Vorgehensweise angesagt. Besprechen Sie eventuelle gesundheitliche Aspekte zuvor mit dem Tierarzt.


Achten Sie außerdem darauf, dass sommerliche Temperaturen für Ihren Hund zum Problem werden können: Fahren Sie lieber in den kühleren Morgenstunden, denn die körperliche Belastung bei Hitze hat schnell gesundheitliche Folgen. Nicht zu unterschätzen ist auch heißer Asphalt.

Langsam anfangen

Unsichere Hunde möchten einem Drahtgestell oft eher ausweichen. Draufgängerische Vierbeiner dagegen achten vielleicht gar nicht auf das Fortbewegungsmittel und wollen gleich losstürmen.


Einerseits müssen Sie selbstverständlich die Geschwindigkeit auf die Fähigkeiten des Hundes abstimmen, andererseits muss er sich Ihrer Geschwindigkeit anpassen und auf Sie achten, vor allem bei Richtungswechseln und beim Bremsen. Das kann ungewohnt sein.


Je nach Hund können Sie daher zunächst üben, indem Sie das Fahrrad auf der dem Hund abgewandten Seite schieben und ein kleines Stück zusammen laufen. Ist Ihr Hund besonders unsicher oder ängstlich, bietet sich ein Helfer an, der das Rad in einigem Abstand zu Ihnen schiebt. Klappt das, verkürzen Sie den Abstand nach und nach und schließlich kann der Helfer langsam neben Ihnen herfahren.

Aufeinander achten

Nicht nur Ihr Hund muss mehr noch als bei einem gemütlichen Spaziergang auf Sie, sondern Sie auch intensiv auf Ihren Hund achten. Zugleich ist die Umgebung aufmerksam im Auge zu behalten, um vorausschauend agieren und rechtzeitig reagieren zu können. Im Idealfall kennen Sie Ihren Hund so gut, dass Sie wissen, wann er die Blase oder den Darm entleeren möchte, und bieten ihm die Gelegenheit dazu. Ebenso ist es vorteilhaft, eventuelle Schreckmomente einschätzen zu können und bei einem Hund mit ausgeprägterem Jagd- oder Spieltrieb kritische Situationen vorherzusehen. Begegnungen mit Artgenossen sind bei einigen Hunden ebenfalls besonders zu händeln, wenn Sie mit dem Fahrrad unterwegs sind.


Insgesamt müssen Sie sich beide aufeinander konzentrieren. Das wird mit etwas Übung zur Routine und auch unruhigere Zeitgenossen können das lernen, sogar davon profitieren, denn sie werden gefördert, indem Ihnen Aufmerksamkeit abverlangt wird.

Sicherheit hat Priorität

Gewöhnen Sie sich gleich an, den Hund rechts vom Rad zu führen. Damit befinden Sie sich im Straßenverkehr zwischen dem Hund und vorbeifahrenden Autos. Auf Wald- und Feldwegen ist auf diese Weise gewährleistet, dass links von Ihnen noch ausreichend Platz für überholende Fahrräder sowie entgegenkommende Menschen, Hunde und Fahrräder ist. Läuft der Hund rechts von Ihnen und fahren Sie möglichst rechts, birgt dies für Ihren Hund, Sie selbst und die Umwelt ein geringeres Risiko.


Im Straßenverkehr dürfen Sie Ihren Hund übrigens laut § 28 der StVO am Fahrrad mitführen, sofern gewährleistet ist, dass Sie jederzeit ausreichend auf ihn einwirken können.


Jede Vervielfältigung, Verbreitung, Sendung und Wieder- bzw. Weitergabe der Inhalte ist ohne schriftliche Genehmigung der InterDogs UG ausdrücklich untersagt.


Bild: Adobe Stock © DoraZett

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