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Hunde brauchen ausgiebige Ruhepausen: Entspannung ist erlernbar

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Das natürliche Schlafbedürfnis des Hundes

Auf Spaziergängen und im Alltag mit dem Menschen befinden sich Hunde in einem gesteigerten Aufmerksamkeits- und Erregungszustand. Das Gehirn nimmt unzählige Eindrücke auf, muss diese sondieren, analysieren, bewerten und Verhaltensstrategien ableiten. Das beginnt bei einem einfachen Sitz in ruhiger Umgebung und steigert sich bei Umweltreizen. Auf Spaziergängen setzen Hunde ihre Nase ein, erschnüffeln, wer vorher dort gelaufen ist, hinterlassen ihrerseits Botschaften, wittern Wildtiere, Essensduft, fremde Menschen, sind von Unmengen Geräuschen umgeben und optischen Wahrnehmungen ausgesetzt. Die Sinne sind ununterbrochen aktiv.


Beim Toben mit anderen Hunden, dem Apportieren, Agility oder Joggen können sie sich so richtig auspowern. Suchspiele und Gehorsamsübungen erfordern Konzentration und beanspruchen koordiniert das Gehirn.


Sämtliche Erlebnisse verarbeiten und verinnerlichen Hunde im Schlaf. Die Gehirnaktivität wird herabgesetzt, dennoch finden zahlreiche Prozesse im Gehirn statt, die eben der Verarbeitung dienen. Zugleich dienen die Ruhephasen der Regeneration sowohl im Kopf als auch für den Organismus, insbesondere die Muskulatur, die Nerven und das Herz.

Welche Folgen hat ein Mangel?

Fehlen dem Körper und dem Gehirn diese wichtigen Phasen oder sind sie regelmäßig zu kurz, kann der Hund weder all die auf ihn einstürmenden Eindrücke verarbeiten noch sich körperlich erholen. Das überfordert ihn geistig, emotional und körperlich. Infolgedessen reagieren Hunde unterschiedlich - je nach Veranlagung. Sie befinden sich in permanentem Erregungszustand, werden unruhig, unkonzentriert, wirken stur oder aufmüpfig bis hin zu ungehorsam oder auch apathisch. Der innere Stress kann zum Beispiel dazu führen, dass ein Hund verstärkt an der Leine zieht, viel bellt, gereizt auf andere Hunde reagiert oder sich empfindlicher Umweltreizen gegenüber zeigt. Auch körperliche Begleiterscheinungen wie Verdauungsstörungen, Haut- und Fellprobleme sind möglich.

Hunde sind gute Schauspieler

Dank Selektionszucht sind Hunde üblicherweise bestrebt, harmonisch und konfliktfrei mit ihren Menschen zusammenzuleben. Rassespezifische Wesenszüge spielen zwar hinsichtlich des "Wie" eine Rolle, ändern aber nichts an der Tatsache, dass Hunde ihre Aufgaben und Herausforderungen bestmöglich meistern möchten. Sie verbringen gerne Zeit mit ihren Menschen und viele Vierbeiner laufen auch dann noch neben dem Fahrrad her, springen über Hindernisse oder apportieren den Ball, wenn sie eigentlich längst müde sind. Das zeigt sich besonders in den Sommermonaten immer wieder, wenn ein Hund mit heraushängender Zunge bei hohen Temperaturen auf heißem Asphalt scheinbar unermüdlich neben dem Fahrrad herläuft, obwohl er sich dabei quält.


Lassen Sie sich nicht täuschen: Besonders lebhafte Hunde wirken ohnehin, als könne sie nichts ermüden, andere ertragen jegliche Überforderung mit scheinbar stoischer Gelassenheit.

Das richtige Maß an Auslastung und Ruhe

Zweifelsfrei brauchen Hunde Bewegung, viele Vierbeiner lieben es, mit ihren Menschen oder anderen Hunden zu spielen und zu toben, und auch geistig möchten sie gefordert sein. Von all dem genügt jedoch wesentlich weniger, als manch ein Mensch annimmt. Auch ein entspannter einstündiger Spaziergang mit viel Schnüffeln und einer Pause in der Natur kann einen Hund auslasten. Zehn Minuten konzentrierte Kopfarbeit oder Gehorsamsübungen können für einen Hund viel sein. Hier gilt sprichwörtlich: Weniger ist oft mehr.


Richten Sie sich einfach nach etwa 20 Stunden ausgiebigem Ruhebedürfnis, bleiben am Tag rund vier Stunden zum Spazierengehen, Fressen, Kuscheln und einfach aktiver Teilnahme am Alltag.

Ihr Hund kann lernen, zu entspannen

Führen Sie von Anfang an Ruhepausen für den Hund ein, lernt er in diesen Zeiten ebenso zu entspannen, wie er lernt, sich im Alltag souverän an Ihrer Seite zu bewegen oder größere Herausforderungen zu meistern. Natürlich gibt es Hunde, die schwerer zur Ruhe kommen und auch solche, die immer gefordert wurden und es gar nicht anders kennen, als in einem Dauererregungszustand zu sein. Solche Exemplare brauchen etwas Hilfe, um sich innerlich herunterzufahren.


Richten Sie Ihrem Hund grundsätzlich Plätze ein, die etwas abseits des Geschehens liegen. Solche benötigt er als Rückzugsort. Sie können ihm das Ganze mit Leckerlies schmackhaft machen - zunächst den Platz selbst, anschließend bekommt er eine Belohnung, sobald er dort ruhig liegt. Dies können Sie mit einem bestimmten Wort verbinden, welches künftig die Entspannungsphasen einläuten soll. Nach und nach lernt der Hund, bei diesem Wort zur Ruhe zu kommen, auch die Muskeln zu entspannen und seine Aufmerksamkeit herunterzufahren. Er erfährt, dass er nun nicht mehr gefordert wird.


Kleine Pausen unterwegs, in denen Sie sich schweigend auf eine Bank setzen, bieten sich ebenfalls als Auszeit und zur Übung an. Liegt Ihr Hund ruhig bei Ihnen, belohnen Sie ihn, jegliche Aktivität dagegen ignorieren Sie. Stellen Sie fest, dass Ihr Hund nur schwer abschalten kann und offensichtlich immer agil ist, vermeiden Sie ständige aufregende Beschäftigungen und bauen stattdessen ruhigere Konzentrationsübungen ein. Er soll sich wohl auch austoben können, aber alles zu seiner Zeit.


Vor allem helfen Ihrem Hund Routine und ein fester Tagesablauf, die nötige Ruhe zu finden. In einem solchen geordneten Rahmen weiß er stets, was ihn nun erwartet und wann einfach nichts Spannendes mehr passiert. Das gibt ihm die erforderliche Sicherheit, sich letztendlich automatisch innerlich herunterzufahren, sobald seine Pausenzeit anbricht. Sie unterstützen damit einen ausgeglichenen Zustand, verbesserte Stressresistenz und innere Stabilität.


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Bild: Adobe Stock © Gabi Stickler

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